Deutsch – Infinitiv
Wenn Du wissen willst, was ein Infinitiv ist und wo der Infinitiv vorkommt, dann bist Du hier genau richtig. Steig direkt in den Text ein.
Was ist der Infinitiv? Beispiel und Erklärung
Verben sind eine der wichtigsten Wortarten der deutschen Sprache. Es ist kaum möglich einen Satz zu bilden, ohne ein Verb zu verwenden. Ganz egal, nach welchem Verb Du in Deinem Wörterbuch suchst, Du wirst immer zuerst auf den Infinitiv des Verbs stoßen. Was ist ein Infinitiv? Wie wird er gebildet und wie wendest Du ihn an? Diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel. Wir sind sicher, am Ende wirst Du unsere kleinen Übungsaufgaben ohne Probleme meistern.
Los geht's:
Als Infinitiv bezeichnet man die Grundform bzw. Nennform eines Verbs. Der Begriff Infinitiv stammt vom lateinischen Wort infinitum ab, das auf Deutsch so viel bedeutet wie „das Unbestimmte“.
Der Infinitiv ist die infinite (=ungebeugte) Form eines Verbs. Er ist also weder an Person noch an Numerus (Anzahl) oder Modus (Aussageweise) des Verbs angepasst.
Im Deutschen hat das Verb im Infinitiv in der Regel die Endung -en: erzählen, lesen, lernen, schreiben.
Allerdings gibt es auch Verben, die im Infinitiv auf -eln oder -ern enden: angeln, basteln, schnorcheln oder ändern, wandern, schleudern.
Außerdem gibt es Verben ohne eine regelmäßige Endung, wie zum Beispiel sein oder tun.
Es gibt verschiedene Infinitive. Zur Grundform im Präsens Aktiv kommen diese drei Formen dazu:
- Infinitiv Präsens Passiv
- Infinitiv Perfekt Aktiv
- Infinitiv Perfekt Passiv
Beispiel zum Infinitiv: Zeitformen im Satz
- Ich habe noch einige Sachen zu erledigen. (Präsens Aktiv)
- Für die Party muss noch einiges vorbereitet werden. (Präsens Passiv)
- Ich bin froh, alles rechtzeitig erledigt zu haben. (Perfekt Aktiv)
- Ich bin dankbar dafür, so gut unterstützt worden zu sein. (Perfekt Passiv)
Auf den ersten Blick wirken die Zeitformen möglicherweise etwas verwirrend. Wir schauen uns die Verwendung des Infinitivs später genauer an: Lass uns zunächst einen Blick auf die Bildung des Infinitivs werfen.
So bildest Du den Infinitiv
Den Infinitiv Präsens Aktiv bildest Du ganz einfach, indem Du an den Verbstamm die Endung -en anhängst.
- ich erledige → erledig- → erledigen
- ich schreibe → schreib- → schreiben
- ich laufe → lauf- → laufen
Endet der Verbstamm auf -el oder -er, hängst Du lediglich ein -n an:
- ich wedele → wedel- → wedeln
- ich wander → wander- → wandern
Um die anderen Infinitive zu bilden, verwendest Du immer das Partizip II des Verbs. Dazu kommt – je nach Zeitform – eine Form von werden oder haben/sein.
Um den Infinitiv Präsens Passiv zu bilden, ergänzt Du das Partizip II des Verbs mit dem Verb werden:
- erledigen → erledigt werden
- laufen → gelaufen werden
Für die Bildung des Infinitivs Perfekt Aktiv verwendest Du das Partizip II und das Verb haben oder sein:
- erledigen → erledigt haben
- laufen → gelaufen sein
Der Infinitiv Perfekt Passiv besteht aus dem Partizip II des Verbs und der Form worden sein:
- erledigen → erledigt worden sein
- laufen → gelaufen worden sein
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So verwendest Du den Infinitiv
Verwendest Du den Infinitiv im Satz, kommen dafür grundsätzlich zwei Varianten infrage: mit zu sowie ohne zu.
Der Infinitiv mit zu
Verwendest Du den Infinitiv eines Verbs in einem Satz, ergänzt Du oft mit dem kleinen Wort zu. Daraus ergibt sich eine Infinitivgruppe, die einen Nebensatz darstellt.
- Ich freue mich schon darauf(,) zu fahren.
Die Kommasetzung beim Infinitiv mit zu variiert: Besteht die Infinitivgruppe nur aus zu und Infinitiv, ist das Komma optional. Sobald sich weitere Wörter zu dieser Infinitivgruppe hinzugesellen, spricht man von einem erweiterten Infinitiv. Vor diesem musst Du auf jeden Fall ein Komma setzen.
Beispiel: Erweiterter Infinitiv mit zu und Komma
- Ozan lässt heute das Handballtraining sausen, um seine Oma zu besuchen.
- Im Sportunterricht lernen wir gerade, Volleyball zu spielen.
Der Infinitiv ohne zu
Der Infinitiv ohne zu kommt zum Einsatz, wenn Du den Konjunktiv II oder die Zeitformen Futur I oder Futur II bilden möchtest.
- Ich würde gerne verreisen. (Konjunktiv II)
- Mein kleiner Neffe wird bald zur Schule gehen. (Futur I)
- In zwei Stunden wird das Flugzeug abgehoben haben. (Futur II)
Auch in Kombination mit den Modalverben dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen steht der Infinitiv ohne zu. Hierbei ist der Infinitiv Teil des Prädikats.
- Ich darf heute länger aufbleiben.
- Ich will heute lieber Tennis spielen.
Die folgenden Verben erlauben Dir ebenfalls, den Infinitiv ohne zu zu verwenden: bleiben, finden, fühlen, gehen, hören, kommen, lassen, schicken und sehen.
- Ich höre die Vögel singen.
- Er sah es kommen.
- Sie fühlte ihren Arm kribbeln.
Zusammenfassung: Das Wichtigste zum Thema Infinitiv
- Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs.
- Im Satz kann der Infinitiv mit oder ohne zu stehen.
- Als erweiterter Infinitiv steht eine Infinitivgruppe als Nebensatz und muss mit einem Komma abgetrennt werden.
- Im Konjunktiv und den Futur-Zeitformen steht der Infinitiv ohne zu.
- Auch in Kombination mit Modalverben kommt der Infinitiv ohne zu aus.
Welcher Satz ist korrekt?