Deutsch – Personalpronomen
Wenn du wissen willst, wie du Personalpronomen richtig verwendest, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.
Personalpronomen: Beispiele, Fälle, Erklärungen
Die deutsche Sprache ist zugegebenermaßen nicht immer leicht, manche Regeln lassen sich schwer nachvollziehen oder sie sind gar nicht erst erklärbar. Die heutige Lektion aber behandelt ein Thema, dass es dir leicht macht: Personalpronomen. Diese sogenannten „persönlichen Fürwörter” hast du alle schon gesagt, gehört und geschrieben: „ich”, „du”, „er”, „sie”, „es”, „wir”, „ihr”, „sie”. Und natürlich auch die deklinierten Formen: u.a. „meiner”, „mir”, „mich”. Aber dazu später mehr.
Personalpronomen sorgen dafür, dass deine Ausdrucksweise „schöner” wird. Sie ersetzen in der 3. Person ein zuvor bereits erwähntes Nomen – und verhindern so Wortwiederholungen:
„Ich habe ein neues Handy. Es ist matt-silber.”
„Steffi ist sehr klug. Sie ist eine hervorragende Schülerin.”
„Siehst du morgen Jan? Dann gib ihm einen Kuss von mir.”
Gar nicht schwer, oder? Wichtig sind Personalpronomen aber auch dafür, die Bedeutung einer Person oder einer Sache in einem Satz hervorzuheben. Sie sind ein Wort-Verstärker. Hier ein Beispiel für Personalpronomen:
Steffi hat eine neue Katze. Sie ist gerade mal 9 Monate alt. Ihr Name ist Luna. Zum Glück jagt sie keine Mäuse.
In diesem Bespiel wird das Wort „Katze” durch „sie” und „ihr” ersetzt. Auch wenn schon die Logik sagt, dass sich jeder Satz auf das Tier bezieht, stellt das Personalpronomen das noch einmal deutlicher heraus.
Jetzt weißt du schon sehr genau, wie du Personalpronomen grundsätzlich einsetzen kannst. Die folgenden Lektionen zeigen dir, wie du diese Fürwörter durch alle Zeiten und Fälle deklinierst, zudem sind Sonderfälle erläutert. Und: Alle Regeln sind von leicht verständlichen Beispielen begleitet.
Verwendung von Personalpronomen – einfach erklärt
Erstmal die Grundlagen der Personalpronomen (deutsch): Wie schon zuvor erwähnt, gibt es neun Personalpronomen: „ich”, „du”, „er”/„sie”/„es”, „wir”, „ihr”, „sie” und die Höflichkeitsform „Sie”. Sie variieren nach Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ sowie Singular und Plural. Dazu aber mehr im nächsten Kapitel. Hier erfährst du, wie du die Grundform – also den Nominativ – einsetzen kannst.
Personalpronomen (Singular und Plural):
| Singular | Plural | |
| 1. Person | ich | wir |
| 2. Person | du | ihr |
| 3. Person | er/sie/es | sie/Sie |
Um dir die Verwendung zu erleichtern, kannst du dir folgendes merken: Die deutschen Personalpronomen „ich” und „wir“ werden fast immer vom Sprecher genutzt; „du”, „ihr” und die Höflichkeitsform „Sie” (entspricht der 3. Person Plural) stehen für die Person, die angesprochen wird. Und „er”, „sie”, „es”, „sie” für den Menschen oder den Sachverhalt, der thematisiert wird. Das ist nun etwas sehr theoretisch – die nächsten Sätze entsprechen den vorgenannten Erklärungen:
- Ich möchte die Theorie nun mit Leben füllen.
- Wir wollen doch alle etwas lernen.
In beiden Sätzen drückt sich der Sprecher des Satzes aus:
„ich” = 1. Person Singular
„wir” = 1. Person Plural
- Mit den Erklärungen wirst du die Funktion der Sätze dann leichter verstehen.
- Ihr habt jetzt alle gehört, worum es geht.
- Sie sollten jetzt aber bitte nach Hause gehen.
In diesen Sätzen geht es um die Menschen, die angesprochen werden:
„du” = 2. Person Singular
„ihr” = 2. Person Plural
„Sie” = 3. Person Plural (Höflichkeitsform)
- Morgen habe ich das erste Mal Klettertraining. Es wird mir bestimmt Spaß machen.
Hier steht das „es” (3. Person Singular/Neutrum) für einen Sachverhalt, als Ersatzwort für eine Tätigkeit: „Klettern”.
- Der Burger ist gerade fertig geworden. Er wird mir sicher gut schmecken.
Hier steht das „er” (3. Person Singular/Maskulinum) als Ersatzwort für ein Nahrungsmittel: „Burger”.
- Die neue Nachhilfelehrerin hat heute den ersten Tag. Sie wird dir eine große Hilfe sein.
Hier steht das „sie” (3. Person Singular/Femininum) als Ersatzwort für eine Person: „Nachhilfelehrerin”.
Die drei zuletzt genannten Beispiele waren allesamt rückbezüglich. Das heißt, dass sich das Personalpronomen auf ein Nomen bezieht, dass im Satz oder Satzteil zuvor genutzt wurde. Es geht aber auch andersherum: Ein Personalpronomen weist auf etwas Folgendes hin. In diesem Falle musst du genau aufpassen – auch, weil diese Art der Bezüglichkeit recht selten ist und zumeist erst durch einen weiteren Satzteil geklärt wird:
- Ohne ihn wäre ich wirklich nicht weitergekommen. Mein Trainer hat mir aus einer sehr schweren Phase geholfen.
- Der junge Mann ist von ihr schlecht behandelt worden. Marie hat wirklich keinen Anstand.
Würden die Folgesätze nicht erwähnt, wäre völlig unklar, auf wen sich „ihn” oder „ihr” bezieht.
Durch die 3. Person Singular kann das Personalpronomen zum Ersatzwort für ein Nomen werden. Somit wird auch das grammatikalische Geschlecht (der sogenannte Genus) angezeigt: männlich weiblich oder sächlich.
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Eine Sonderform in der Verwendung des Pronomens „es” musst du unbedingt beachten: Wenn „es” für unbelebte Dinge oder Sachverhalte genutzt wird. Das gilt ebenfalls für Aussagen, wenn du nicht alle Informationen hast und einen Zustand nicht im Detail beschreiben kannst.
- Es rieselt.
- Es ist schon wieder ziemlich spät.
- Es hat mich alles gekostet.
- Ich kann es nicht mehr ertragen.
- Du wirst es nie wieder sehen.
- Er möchte es nicht mehr erleben.
Sei in deinen Aussagen immer präzise. Personalpronomen können Bezüglichkeiten schwer erkennbar machen. „Mein bester Freund hat einen Sohn. Er wird heute 36 Jahre alt.” Durch das „er” könnte sich die Altersangabe sowohl auf den Freund als auch den Sohn beziehen. Auch wenn die Erwähnung einer zweiten Person – also des Sohnes – die Zuordnung eigentlich klarstellen sollte.
Deklination von Personalpronomen (Übersicht)
Wie du zuvor schon gelesen hast, werden Personalpronomen dekliniert. Was das (genau: „das” statt Wortwiederholung „deklinieren”) heißt, lernst du in dieser Lektion. Grundsätzlich musst du verstehen, dass der Vorgang des Deklinierens ein Personalpronomen verändert. Je nach Fall (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), Person („ich”, „du”, „er”, „sie”, „es”, „wir”, „ihr”, „sie”), Anzahl (Singular, Plural) und Genus (männlich, weiblich, sächlich). Unterschiedliche Zeitformen (Präsens, Präteritum, Perfekt etc.) müssen dabei nicht beachtet werden.
Zuerst ein Rat, wie du den Kasus (also den Fall) schnellstmöglich herausfindest. Du hast das Prinzip der W-Fragen vielleicht schon gelesen oder gehört. Es (statt Wortwiederholung „Prinzip”) gibt dir eine genaue Auskunft:
| Kasus | W-Frage | Fragestellung (Beispiele) |
| Nominativ | Wer? | Wer ist das? |
| Nominativ | Was? | Was ist das? |
| Genitiv | Wessen? | Wessen Handy ist das? |
| Dativ | Wem? | Wem gehört die Wasserflasche? |
| Akkusativ? | Wen? | Wen soll ich mitnehmen? |
| Akkusativ | Was? | Was soll ich mitnehmen? |
Jetzt siehst du alle Personalpronomen nach Fall, Person und Zahl auf einen Blick. Dabei ein Hinweis: Der Genitiv mutet in der heutigen Sprache sehr altertümlich an, er kommt daher nur noch selten zur Anwendung.
Liste der Personalpronomen:
| Nominativ | |
| 1. Person Singular | ich |
| 2. Person Singular | du |
| 3. Person Singular | er/sie/es |
| 1. Person Plural | wir |
| 2. Person Plural | ihr |
| 3. Person Plural | sie/Sie |
| Genitiv | |
| 1. Person Singular | meiner |
| 2. Person Singular | deiner |
| 3. Person Singular | seiner/ihrer/seiner |
| 1. Person Plural | unser |
| 2. Person Plural | euer |
| 3. Person Plural | ihrer |
| Dativ | |
| 1. Person Singular | mir |
| 2. Person Singular | dir |
| 3. Person Singular | ihm/ihr/ihm |
| 1. Person Plural | uns |
| 2. Person Plural | euch |
| 3. Person Plural | ihnen |
| Akkusativ | |
| 1. Person Singular | mich |
| 2. Person Singular | dich |
| 3. Person Singular | ihn/sie/es |
| 1. Person Plural | uns |
| 2. Person Plural | euch |
| 3. Person Plural | sie |
1) Personalpronomen im Nominativ:
Dieser Kasus ist sicher der gebräuchlichste; er wird dir wirklich jeden Tag begegnen.
Beispiel-Dialog:
Max: Ich muss heute zum Training. Kommst du auch?
Frank: Ja, klar. Ich bin dabei. Aber Spaß wird es mir heute nicht machen.
Max: Es geht nicht immer nur um Spaß. Wir müssen uns alle auch mal motivieren.
Frank: Kein Wunder, dass ihr alle besser im Training seid, als ich es bin.
2) Personalpronomen im Genitiv:
Wie schon zuvor erwähnt, dieser Kasus wird eher in alter deutscher Literatur verwendet – oder in feststehenden Redewendungen:
Trauerredner über den Verstorbenen: Wir werden seiner immer gedenken.
Politiker über Angreifer: Wir schämen uns ihrer.
Clown über sich selbst: Alle spotten meiner.
3) Personalpronomen im Dativ:
Personalpronomen können auch im Dativ verwendet werden. Dazu bedarf es der Benutzung einiger Präpositionen oder Verben. Auch hier nun Beispiele dafür:
„Steffi möchte mehr Zeit mit uns verbringen.” (mit + Dativ)
„Das Gespräch hat noch lange bei mir (bei + Dativ) nachgewirkt” (bei + Dativ)
„Ich würde es gerne beizeiten noch weiter mit ihnen fortführen.” (mit + Dativ)
„Die Nachricht von euch hat mich erst heute erreicht.” (von + Dativ)
4) Personalpronomen im Akkusativ:
Nach dem Nominativ ist der Akkusativ der zweitgebräuchlichste Fall in der deutschen Grammatik. Schau also auch hier genau auf die Beispiele:
„Durch ihn habe ich meine Leistungen verbessern können.”
„Er spricht mich jedes Mal an, wenn wir uns auf der Straße begegnen.”
„Das war eine unglaubliche Erfahrung für uns.”
„Das Buch ist schon gebraucht. Ich lasse es wieder an den Absender zurückgehen.”
Und noch ein wichtiger Hinweis für das Gesamtverständnis von Personalpronomen: Jedes der drei Geschlechter (männlich, weiblich, sächlich) in der 3. Person Singular hat eine eigene Form.
| Kasus | W-Frage | Fragestellung und Antworten (Beispiele) |
| Nominativ | Was? | "Was wollen wir heute machen?" "Ich habe noch keine Ahnung, aber Mario möchte gerne ins Kino." |
| Genitiv | Wessen? | "Wessen Handy ist das?" "Es gehört wohl Anne. Sie hat es vergessen." |
| Dativ | Wem? | "Wem gehört die Wasserflasche?" "Ich dachte, sie gehört dir?" |
| Akkusativ | Was? | "Was soll ich noch mitnehmen?" "Gerne alles, was uns gehört." |
Besonderheiten bei Personalpronomen
Natürlich gibt es auch in der gut strukturierten und regelhaften Welt der Personalpronomen ein paar Ausnahmen, die du unbedingt lernen musst. Hier geht es um die sogenannten Anredepronomen. Wie der Name schon sagt, wird mit ihnen die Ansprache an andere Menschen zuverlässig geklärt. Denn es macht natürlich einen Unterschied, ob du mit einem Freund oder einer Freundin, einem Mitglied der Lehrerschaft oder einer fremden Person redest. Die Anredepronomen lauten also: „du”, „Sie” „ihr” oder „eure”. Wie du sie korrekt einsetzt – sowohl im Gespräch als auch in Texten – erfährt du jetzt:
Die höfliche Ansprache an einen Menschen, den du noch nicht kennst oder dem du nicht nahestehst, lautet: „Sie” – oder eine deklinierte Form davon.
„Schön, Ihre Bekanntschaft zu machen.”
„Würden Sie mir bitte eine Information geben?”
„Ich möchten Ihnen noch ein Stück Kuchen geben.”
„Ich habe hier einen Kaffee für Sie.”
Die „Sie”-Ansprache ist eine Höflichkeitsform. Daher wird „Sie”, „Ihr”, „Ihre” und „Ihnen” in Texten immer großgeschrieben.
Wenn du dich aber an einen Freund wendest – oder an deine Eltern, vielleicht auch an einen Lehrer oder eine Lehrerin (das hängt vom Vertrauensverhältnis ab), dann wirst du ein „du” nutzen.
„Schön, dich zu sehen!”
„Möchtest du wirklich nicht ins Kino?”
„Der Tee, den du gekocht hast, schmeckt wunderbar.”
„Wie geht es dir?”
In der „du”-Ansprache wird das Anredepronomen – mit wenigen Ausnahmen – kleingeschrieben. Wenn das „du” am Satzanfang steht, ist die Großschrift natürlich verpflichtend . Wenn du die Pronomen „du”, „dich”, „dir”, „dein”, „ihr” und „euch” zum Beispiel in Mails oder in Briefen nutzt, dann steht es dir frei. Möchtest du Respekt und/oder Vertrautheit einem Menschen gegenüber ausdrücken, dann schreibst du die Anredepronomen groß.
| Anrede (du) | Anrede (Sie) |
| du | Sie |
| dich | Sie |
| Deine/deine | Ihr/Ihre |
| dir | Ihnen |
| euer | Ihre/Ihre |
| euch | Sie/Ihnen |
Zusammenfassung
Jetzt weißt du alles, um Personalpronomen zu verstehen. Wenn du diese Lektion ordentlich durchgearbeitet hast und dir alle Beispiele gemerkt hast, wirst du dich nun mit diesen persönlichen Fürwörtern auskennen. Zusammenfassend gesagt gibt es drei wichtige Faktoren, die dir das Erlernen erleichtern: Personalpronomen werden dekliniert und (meist) klein geschrieben. Nur in der Höflichkeitsform werden „du” und „deiner” (optional) sowie „Sie”, „Ihr”, „Ihrer” und „Ihnen” großgeschrieben. Außerdem bleibt die 3. Person Plural (sie) im Maskulinum, Femininum und im Neutrum immer gleich.
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