Deutsch – Anführungszeichen

Wenn du wissen willst, wie man Anführungszeichen verwendet, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.

Anführungszeichen: Beispiele und Regeln

„Heute ist ein guter Tag, um alles über Anführungszeichen zu lernen.” Damit ist das Thema der aktuellen Lektion gleich mal mit einem Beispiel angekündigt. Die beiden Striche am Beginn und Ende der wörtlichen Redevorne unten und hinten oben ausgeführt – zeigen dir zuerst einmal, dass hier ein Zitat wiedergegeben wurde. Das ist aber nur eine der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Anführungszeichen. Du nutzt sie auch, um Titelnennungen (von Filmen, Songs, Büchern etc.) in einem Satz zu kennzeichnen oder um wichtige Worte herauszustellen. Gleichzeitig drückst du mit den Gänsefüßchen (wie die Striche auch genannt werden) Übertreibungen und Ironie auch oder machst Sprichwörter sichtbar.

Beispiele: 

  • Wörtliche Rede: „Du musst noch deine Hausaufgaben machen.”
  • Wort-Hervorhebung: In „Penta”thlon kommt das griechische Wort für 5 vor: Penta. Das erklärt den Fachbegriff für den sportlichen Fünfkampf.
  • Titel/Überschriften: Er schaute sich „Titanic” zum dritten Mal an. / Susi liebt „Midnight”, das neue Album von Taylor Swift.
  • Ironie: Das hat ja wirklich „herausragend” geklappt… nicht!
  • Sprichwörter: Franz fragte sich, wo das Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund” seinen Ursprung hat.

Das waren jetzt nur einige Beispiele zur Veranschaulichung. Im Laufe der Lektion werden die unterschiedlichen Anwendungen noch vertieft. Wichtig für dich ist an dieser Stelle aber auch die Information, dass nicht nur Doppelstriche für die Hervorhebung genutzt werden. Es gibt auch einfache (genannt „halbe”) Anführungszeichen. Diese kommen immer dann zum Einsatz, wenn du Zitate oder Worte in Zitaten sichtbar machen musst:

Beispiele:

  • „Lass uns doch nochmal die ,Minions‘ im Kino sehen!”
  • „Durch Goethes ,Faust‘ habe ich mich wirklich gequält.”
  • „Wie viele y hat das Wort ,Synonym‘?”

Diese Lektion wird viele Beispiele enthalten, damit es dir leichtfällt, alles über die Verwendung von Anführungszeichen zu lernen.

Die Anwendung: Wann sind Anführungszeichen nötig?

Wie du jetzt schon weißt, gibt es unterschiedliche Anwendungen für Anführungszeichen. Die einzelnen Funktionen lassen sich am besten durch Beispiele erläutern.

Kennzeichnung von Titeln oder Überschriften

Wenn du über Medien schreibst, sei es über Bücher, Filme, Musik oder auch Nachrichten-Artikel, dann wirst du den Namen der betreffenden Medien natürlich immer auch nennen. Hier ist die Kennzeichnung in einem Text sehr leicht. Du setzt die doppelten Anführungszeichen an den Anfang und ans Ende des Titelnamens:

Beispiele:

  • … er schrieb eine Analyse über „Die Glocke” von Schiller…
  • … in seinem Film „Goonies” zeigt Regisseur Richard Donner…
  • … unter der Überschrift „Die Steuerlüge” veröffentlichen die Autoren…

Wenn Titelnamen jedoch innerhalb eines Zitats dargestellt werden, dann kommen hier die sogenannten halben Anführungszeichen zum Einsatz: 

Beispiele:

  • „Toll, dass du ,Der Vorleser‘ von Bernhard Schlink gelesen hast!”
  • ,The Dark Knight‘ ist der beste Film der neuen ,Batman‘-Trilogie.”
  • „Lass uns doch endlich ,Midnight‘ von Taylor Swift durchhören.”

Kommentierung von Sprichworten

„Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!” Vermutlich kennt jeder dieses Sprichwort. Und hat es auch schon in einer Aussage angewendet. Wenn du Sprichwörter wiedergibst, dann ist das wie eine Zitatwiedergabe: Das Sprichwort wird von den paarigen Anführungszeichen eingegrenzt – sodass jeder Leser weiß, wo es beginnt und wo es aufhört.

Beispiele:

  • Man sagt ja gerne „Der frühe Vogel fängt den Wurm”, aber eigentlich möchte doch niemand so früh aus dem Bett aufstehen.
  • Von wegen „Scherben bringen Glück!” Schließlich muss man hinterher immer aufräumen und die Splitter sammeln.
  • Der äußere Schein trügt; genau das drückt das Sprichwort „Es ist nicht alles Gold, was glänzt” aus.
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Merke

Prinzip Anführungszeichen in Anführungszeichen: Wenn du die herausgestellten Sprichworte in einer wörtlichen Rede verwendest, sie somit schon von Anführungszeichen (doppelt) eingefasst ist, dann verwendest du wieder die halben Anführungszeichen. Beispiel: „Von wegen ,Scherben bringen Glück!‘ Schließlich muss ich hinterher immer aufräumen und die Splitter sammeln.”

Kennzeichnung von Wörtern, über die eine Aussage gemacht wird

Wenn du eine Analyse schreibst oder einfach deine Meinung zu einem bestimmten Wort oder Ausdruck wiedergeben willst, dann musst du besagtes Wort ebenfalls sichtbar kennzeichnen. Damit ein Leser sofort weiß, zu welchem Ausdruck du hier eine Meinung oder dein Wissen veröffentlichst.

Beispiele:

  • Wer von einer „Steuerlüge” spricht, der weiß genau…
  • Der „ZickZack-Sommer” ist eine Wortschöpfung einer großen Zeitung.
  • Der Indikator für die Kaufkraft verschiedener Währungen, wird heute gerne auch als „Big-Mac-Index” bezeichnet.
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Merke

Wenn du die herausgestellten Worte aber in einer wörtlichen Rede verwendest, sie somit schon von doppelten Anführungszeichen eingefasst ist, dann verwendest du wieder die halben Anführungszeichen. Beispiel: „Der ,ZickZack-Sommer’ ist eine Wortschöpfung einer großen Zeitung.”


Kennzeichnung von Wörtern, die als ironische Bemerkungen zu verstehen sind

Ironie ist ein kraftvolles sprachliches Werkzeug. Sowohl in der direkten Kommunikation als auch in Texten. Beim geschriebenen Wort – wenn dir also weder Mimik noch Tonfall zur Verfügung stehen – musst du Ironie sichtbar machen. Das funktioniert durch die richtige Wortwahl; vor allem aber durch den Einsatz von Anführungszeichen. In Kombination führt das dazu, dass ein Leser genau weiß, was du meinst.

Beispiele:

  • Ihre Wartezeit? Sie musste „nur” 4 Stunden im Sprechzimmer sitzen.
  • „Schon” nach drei Tagen hatte der Autor einen ganzen Absatz verfasst.
  • Ein vierter Platz. Was für ein „Erfolg” für all die Mühen.


Beachte bei Ironie aber bitte, dass sie zwar bissig ist und die Unzufriedenheit mit einer Situation zeigen kann, aber verletzend sollte sie nicht sein.

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Merke

Wenn du die Ironie in einer wörtlichen Rede verwendest, sie somit schon von doppelten Anführungszeichen eingefasst ist, dann verwendest du wieder die halben Anführungszeichen. Beispiel: „Ein vierter Platz. Was für ein ,Erfolg‘ für all die Mühen.”

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Die Funktion von Anführungszeichen

Das waren ja nun schon einige Informationen zur Anwendung von Anführungszeichen. Jedoch ergibt sich erst mit dem jetzt folgenden Kapitel ein vollständiges Bild. Die Funktion von Anführungszeichen klärt auf, welche weitere Regeln es gibt für…

…wörtliche Rede:

Anführungszeichen sind bei wörtlicher Rede verpflichtend, das Gleiche gilt für die wörtliche Wiedergabe von Textpassagen in Form eines Zitats. In beiden Fällen können die Passagen jedoch auch unterbrochen sein durch sogenannte Redebegleitsätze. Sie stehen dann vor, zwischen und hinter der direkten Rede/dem Zitat und  beinhalten u.a. Informationen darüber, von wem die Aussage stammt, in welcher Verfassung oder an welchem Tag sie gemacht wurde. 

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Merke

Du musst ein besonderes Augenmerk auf Satzzeichen haben. Der Punkt am Satzende ist immer von den Anführungszeichen eingeschlossen, wohingegen das Komma immer außerhalb steht. Im Fall eines nachfolgenden Redebegleitsatzes wird jedoch kein Punkt in die wörtliche Rede gesetzt, sondern erst ans tatsächliche Ende des Satzes.


Beispiel:

  • Direkte Rede:
    „Warte doch, ich komme mit dir mit.”

  • Mit vorangestelltem Redebegleitsatz:
    Hannes sagte: „Warte doch, ich komme mit dir mit.”

  • Mit eingeschlossenem Redebegleitsatz:
    „Warte doch”, sagte Hannes, „ich komme mit dir mit.”

  • Mit nachfolgendem Redebegleitsatz:
    „Warte doch, ich komme mit dir mit”, sagte Hannes.


 Beispiel:

  • Direkte Rede:
    „Lass uns gehen. Es wird gleich stark regnen.”

  • Mit vorangestelltem Redebegleitsatz:
    Frauke sagte sorgenvoll: „Lass uns gehen. Es wird gleich stark regnen.”

  • Mit eingeschlossenem Redebegleitsatz:
    „Lass uns gehen”, äußerte Frauke mit besorgtem Blick in Richtung Himmel, „es wird gleich stark regnen!”

  • Mit nachfolgendem Redebegleitsatz:
    „Lass uns gehen. Es wird gleich stark regnen”, sagte Frauke und schaute besorgt in Richtung des dunklen Himmels.

… Zitate:

Bei Zitaten musst du zwischen direkten und indirekten Zitaten unterscheiden. Das ist aber gar nicht schwer. Bei einem direkten Zitat gibst du schlicht den genauen Wortlaut in Anführungszeichen wieder. Im Grunde genommen verhältst du dich wie bei der wörtlichen Rede. Bei einem indirekten Zitat hingegen braucht es keine Anführungszeichen – du nutzt nicht den exakten Wortlaut, sondern gibst den Inhalt einer Aussage mit eigenen Worten wieder. Dieser Vorgang wird auch paraphrasieren genannt.

Beispiel / direktes Zitat:

  • Der neue Film sei nur „eine Ansammlung einzelner Szenen, die inhaltlich aber  kaum in einem Zusammenhang stehen” (Kritiker XX auf XHomepagenameX).
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Merke

Wenn du beim Zitieren alles richtig machen willst, braucht es den Namen des Zitatgebers und den Veröffentlichungsort des Zitats in Klammern hinter dem Zitat. Erst ganz am Schluss setzt du einen Punkt, um das Ende des Satzes aufzuzeigen.

Beispiel / indirektes Zitat:

  • Der neue Film soll nur eine Ansammlung loser Szenen sein, die inhaltlich aber kaum einen Zusammenhang haben – das schrieb zumindest Kritiker XX auf XHomepagenameX.
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Merke

Zwar ist ein großer Teil des Zitats genutzt, aber dennoch auch mit eigenen Worte wiedergegeben. Daher sind die Anführungszeichen entfallen.

… Hervorhebung:

Manchmal ist es für einen Text von besonderer Bedeutung, wenn einzelne Worte oder kurze Passagen für den Leser hervorgehoben werden. Das ist dann wie eine stimmliche Betonung bei einer Rede. Daher werden dann Anführungszeichen um das Wort/den Ausdruck oder die Passage gesetzt. So erkennt der Leser die Wichtigkeit oder den Kontext schneller.

Beispiele:

  • „Es” ist sicher der bekannteste Roman von Stephen King.
  • Wenn man über „Wettervorhersage” redet, meint man heute Wettervermutung.
  • Er mag den Ausspruch „Der frühe Vogel fängt den Wurm” gar nicht – er will niemals früh aus dem Bett aufstehen.


Die deutsche Rechtschreibung ist in Bezug auf wirklich bekannte Werke (u.a. Filmtitel wie Avatar oder Avengers oder erfolgreiche Musikalben und Bücher der Weltliteratur) etwas offener. Hier entfällt die Verpflichtung, sie in Gänsefüßchen zu setzen. 


  … die Kombination mit anderen Satzzeichen (Punkt):

Die Frage lautet manchmal auch: „Punkt vor oder nach den Anführungszeichen”? Es gibt Fälle, in denen steht der Punkt außerhalb des schließenden Anführungszeichens. Das kommt aber nur zur Anwendung, wenn es einen sogenannten übergeordneten Satz gibt, einen Begleitsatz.

Beispiel:

  • Von Regisseur Michael Bay hat Susanne nur den ersten „Transformers” gesehen – und „Ambulance”.
  • Die Zinsen, so sagen es die Währungshüter, werden „in den nächsten Jahren nicht mehr steigen”.

… die Kombination mit anderen Satzzeichen (Frage- oder Ausrufezeichen):

Das Prinzip bei Frage- und Ausrufezeichen in Kombination mit Anführungszeichen ist ähnlich wie bei Punkten am Ende eines Satzes. Gehören die beiden Satzzeichen zum zuvor schon erwähnten übergeordneten Satz, dann stehen sie außerhalb der Anführungszeichen.

Beispiele:

  • Von Regisseur Michael Bay hast du nur den ersten „Transformers” gesehen – und „Ambulance”?
  • Stimmt es, was die Währungshüter über die Zinsen sagen, dass sie „in den nächsten Jahren nicht mehr steigen”?
  • Die Zinsen, so sagen es die Währungshüter, werden „in den nächsten Jahren nicht mehr steigen”.
  • Von Regisseur Michael Bay werde ich mir nur den ersten „Transformers” ansehen – und „Ambulance”!
  • Es stimmt, was die Währungshüter über die Zinsen sagen, dass sie „in den nächsten Jahren nicht mehr steigen”!

… die Kombination mit anderen Satzzeichen (Komma):

Du hast zuvor schon vom Redebegleitsatz gelesen, der die wörtliche Rede unterbricht. Hier sieht das Regelwerk wie folgt aus: der Redebegleitsatz wird in Kommas eingeschlossen, die jeweils hinter und vor den Anführungszeichen stehen.

Beispiele:

  • „Das ist für mich”, rief Thomas voller Wut, „einfach kein Umgang. Ich möchte nicht so behandelt werden.”
  • „Ich will nicht so behandelt werden”, rief Thomas voller Wut.

Anführungszeichen: Unterschiede in Englisch und Französisch

Während in der deutschen Sprache die Kombination aus doppelten und halben Anführungszeichen (jeweils vorne unten und hinten oben) der richtige Standard ist, sehen diese Zeichen in anderen Sprachen auch anders aus. Hier die Beispiele aus der französischen und englischen Sprache.

  • Die französischen Anführungszeichen, auch Guillemets genannt, sind eckige Anführungszeichen. Sie gelten als besonders formschön und elegant. Sie zeigen nach außen und weisen immer ein Leerzeichen zwischen dem ersten bzw. letzten Satzteil auf.

Beispiel:

  •  « Du hast jetzt sehr viel über Anführungszeichen gelernt. »

Die englischen Anführungszeichen sind kleine Doppelsymbole in Form einer sehr schmalen 66 (am Satzanfang oben) und einer schmalen 99 (am Satzende oben).

Beispiel:

  • ”Du hast jetzt sehr viel über Anführungszeichen gelernt.”

Zusammenfassung

Anführungszeichen (Volksmund auch Gänsefüßchen) haben zahlreiche wichtige Funktionen im Text. Merk dir an erster Stelle: Ihre Hauptaufgabe besteht vor allem darin, direkte Rede und Zitate zu kennzeichnen.

Zudem werden Anführungszeichen für die Hervorhebung von Überschriften oder Werktitel genutzt, um Sprichwörter zu kommentieren oder ironische Bemerkungen zu betonen.

Wenn direkte Rede oder Zitate in Texte eingebaut werden, sind die Anführungszeichen vor und hinter den entsprechenden Passagen zu verwenden. Dabei folgt die Positionierung aller Satzzeichen in Bezug auf Anführungszeichen genau definierten Regeln:

  • Ist der Punkt nach dem schließenden Gänsefüßchen, gehört dieser Punkt zum übergeordneten Satz.
  • Gehören hingegen Frage- oder Ausrufezeichen zur wörtlichen Rede, so stehen diese Satzzeichen immer vor dem letzten Anführungszeichen.
  • Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, dass alles kombiniert ist, dass also Frage- und Ausrufezeichen genauso wie vollständige und halbe Anführungszeichen in einem Satz integriert sind.

Hier ein Beispiel: „Lies doch mal das Buch ,Lebenslang?‘!” Abschließend noch der Hinweis auf die Kommaregelung in Zusammenhang mit Anführungszeichen.

Wenn das sogenannte schließende Anführungszeichen auf ein Komma trifft, dann steht das Komma immer hinter dem Anführungszeichen und niemals davor.

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