Deutsche - regelmäßige Verben

Wenn du wissen willst, wie man regelmäßige Verben richtig konjugiert und anwendet, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.

Das sind regelmäßige Verben! Eine kurze, einfache Erklärung

Sie begegnen dir jeden Tag – du nutzt sie dauernd, in Gesprächen oder Texten: Regelmäßige Verben (auch „schwache Verben” genannt). „Lieben”, „freuen”, „atmen”, „rechnen” – das sind nur vier Beispiele. Doch schon hast du eine gute Vorstellung, worum es geht. Denn die meisten Verben in der deutschen Sprache sind regelmäßig. 

Und das ist ebenfalls ein gutes Stichwort. Diese Verben folgen genauen grammatikalischen Regeln. Die wichtigste: Der Wortstamm ergibt sich zuverlässig immer, wenn du das -en (Beispiel: freuen) oder das -n (Beispiel: kuscheln) am Ende des Infinitivs weglässt.

Die zweite Regel, die du noch verinnerlichen musst: Bei der Konjugation ist es wichtig, dass du sowohl die Zeitform als auch die Personalform beachtest. Sie entscheiden darüber, welche Endung der Verbstamm bekommt. 


Infinitiv
Präsens
Präteritum
kauen
(ich) kaue
(ich) kaute
massieren
(ich) massiere
(ich) massierte
löschen
(ich) lösche
(ich) löschte


Klingt recht einfach. Ist es auch. Schon bald wirst du alles über regelmäßige Verben wissen – und wie sie sich von den unregelmäßigen Verben unterscheiden.  

Unterschiede zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Verben

Bevor du in die Tiefe der Materie einsteigst, hier eine kurze Erläuterung über den Unterschied zu den unregelmäßigen Verben, den sogenannten starken Verben. Dann fällt dir alles weitere leichter – und du kannst die volle Konzentration für die regelmäßigen Verben einsetzen. 


Starke Verben verändern ihre Stammform… genau: unregelmäßig. Das siehst du sofort an den nachfolgenden Beispielen: 

Unregel. Verb
Präteritum
Partizip II
biegen
bog
gebogen
fangen
fing
gefangen
heben
hob
gehoben
lesen
las
gelesen
reiben
rieb
gerieben

Wichtig hierbei: die Bildung der Präteritum-Form ist leider – erkennbar – nicht regelhaft. Hier hilft nur: auswendig lernen. Beim Partizip Perfekt (auch: Partizip II) hingegen kannst du meistens wie folgt vorgehen: ge + Verbstamm + en


Es gibt aber auch Fälle, in denen sich der Stammvokal (a, e, i, o, u) ändert oder sogar die ganze Verbform. Hier ein paar Beispiele:

Unregelm. Verb
Präteritum
Partizip II
können
konnte
gekonnt
sein
war
gewesen
essen

gegessen
icon
Merke

In der deutschen Sprache gibt es nur ca. 200 unregelmäßige (starke) Verben. Wenn du mehr dazu wissen möchtest, schau dir die Lektion zu „unregelmäßige Verben” an.

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Regelmäßige Verben konjugieren

Wie schon zuvor gesagt, die Konjugation der schwachen Verben ist recht leicht, denn sie folgt immer den gleichen Regeln. Stammveränderungen gibt es nicht – unabhängig von Singular oder Plural. Am Verbstamm muss nur eine Endung angehängt werden. Diese ergibt sich durch die Person. Schau dir die Beispiele für regelmäßige Verben im Präsens (Gegenwart) genau an – dort siehst du die immer gleichen Endungen:


Infinitiv
lernen
Stamm
lern
ich
lerne
du
lernst
er/sie/es
lernt
wir
lernen
ihr
lernt
sielernen


Infinitv
kochen
Stamm
koch
ich
koche
du
kochst
er/sie/es
kocht
wir
kochen
ihr
kocht
siekochen


Infinitv
löschen
ich
lösche
du
löschst
er/sie/es
löscht
wir
löschen
ihr
löscht
sie
löschen


Infinitv
kaufen
ich
kaufe
du
kaufst
er/sie/es
kauft
wir
kaufen
ihr
kauft
sie
kaufen


Infinitv
machen
ich
mache
du
machst
er/sie/es
macht
wir
machen
ihr
macht
sie
machen
icon
Merke

Im Präsens sind die Personalendungen bei Verben, die auf -en enden, immer: -e, -st, -t, -en, -t, -en

Bleiben wir mal beim Beispiel „lernen” und konjugieren das Verb in jeder Zeitform:


1) Präsens

An den Verbstamm wird die Personalendung angefügt.


Singular:

ich
du
er/sie/es
lerne
lernst
lernt

Plural:

wir
ihr
sie
lernen
lernt
lernen


2) Präteritum

An den Verbstamm wird die Personalendung angefügt.


Singular:

ich
du
er/sie/es
lernte
lerntest
lernte

Plural:

wir
ihr
sie
lernten
lerntet
lernten
icon
Merke

Das Präteritum der regelmäßigen Verben bildest du, indem du an den Verbstamm ein -te und die Personalendung anhängst. In der ersten und der dritten Person Singular folgt nach dem -te allerdings keine weitere Endung.

3) Perfekt

Hier wird ein „haben” oder „sein” im Präsens stehend und das Partizip II hinzugefügt


Singular:

ich
du
er/sie/es
habe gelernt
hast gelernt
hat gelernt

Plural:

wir
ihr
sie
haben gelernt
habt gelernt
haben gelernt
icon
Merke

Das regelmäßige Partizip Perfekt (oder Partizip II) formst du immer wie folgt: ge + Verbstamm + en

4) Plusquamperfekt

Hier wird ein „haben” oder „sein” im Präteritum stehend und das Partizip II hinzugefügt


Singular:

ich
du
er/sie/es
hatte gelernt
hattest gelernt
hatte gelernt

Plural:

wir
ihr
sie
hatten gelernt
hattet gelernt
hatten gelernt


5) Futur I

Hier muss nur ein „werden” dem Infinitiv vorangestellt werden.


Singular:

ich
du
er/sie/es
werde lernen
wirst lernen
wird lernen

Plural:

wir
ihr
sie
werden lernen
werdet lernen
werden lernen


6) Futur II

Hier wird der Aussage ein „werden”, das Partizip II und ein „haben” oder „sein” hinzugefügt


Singular:

ich
du
er/sie/es
werde gelernt haben
wirst gelernt haben
wird gelernt haben

Plural:

wir
ihr
sie
werden gelernt haben
werdet gelernt haben
werden gelernt haben

Ausnahmen und Besonderheiten bei regelmäßigen Verben

Auch wenn das Prinzip der Konjugation regelmäßiger Verben recht eindeutig und leicht erscheint, gibt es im Deutschunterricht und damit in der deutschen Grammatik einige Ausnahmen und Besonderheiten. Keine Sorge, du wirst schnell merken, dass auch hier feste Regeln angewendet werden. Du fragst dich sicher, warum es hier überhaupt Besonderheiten geben muss. Das Hinzufügen oder Weglassen der Buchstaben hilft dir bei der Aussprache. Sonst würden teilweise merkwürdige Zungenbrecher entstehen. 


1) Konjugation mit einem hinzugefügten „e”

Dass du bei der Konjugation ein „e“ hinzufügst, kommt immer dann vor, wenn der Verbstamm auf die folgenden Buchstaben endet: „d”, „m”, „n” und „t”.

Beispiele: atmen, arbeiten, beobachten, mieten, öffnen, reden, retten, warten.


Wenn du also bei regelmäßigen Verben eine Verbkonjugation vornimmst, wirst du schnell die zuvor erwähnten Ausspracheprobleme feststellen – zumindest bei der 2. und 3. Person Singular sowie der 2. Person Plural. Daher muss in diesen Personen ein „e” zwischen Verbstamm und Endung eingefügt werden.


Für die Beispiel-Konjugation bietet sich das Wort „reden” an:

Singular:

ich
du
er/sie/es
rede
redest
redet

Plural:

wir
ihr
sie
reden
redet
reden


2) Konjugation durch Weglassung des „e”

Eine weitere spannende Ausnahme sind die Verben, die nur auf „n” enden. 

Beispiele: ähneln, doppeln, einhandeln, gruseln, humpeln, nieseln, recyceln, trampeln, wackeln

Du erkennst sofort, dass bei all diesen regelmäßigen Verben der Stamm auf „l” endet. Damit auch die 1. Person Singular leicht aussprechbar ist, lautet die Konjugationsregel für das Beispielwort „gruseln”:


Singular:

ich
du
er/sie/es
grusle
gruselst
gruselt

Plural:

wir
ihr
sie
gruseln
gruselt
gruseln


3) Konjugation durch Weglassung des „s”

Kommen wir schon zum letzten Kapitel der Änderungen und Besonderheiten. Hier geht es nun um ein paar wirklich seltene Ausnahmen: Regelmäßigen Verben, deren Stamm auf „-s”, „-ß”, „-x”, „-z”, „-chs” und „-tz” enden. Hier liest bzw. hörst du, dass es alles Verben mit „s”-Lauten in der Aussprache sind.

Beispiele:, heizen, reisen, mixen

Wichtig: Verben mit s-Lauten verlieren bei der 2. Person Singular das „-s” bei der Endung „-st”. Alle anderen Formen sind regelmäßig, z. B. reißen wird zu „du reist” und nicht „du reisst”.


Singular:

ich
du
er/sie/es
reise
reist
reist

Plural:

wir
ihr
sie
reisen
reist
reisen

Tabelle der wichtigsten regelmäßige Verben

abseilen
abschotten
achten
angeln
anhimmeln
anmuten
anwidern
auflockern
ausufern
basteln
bauen
beatmen
bebildern
beschäftigen
bluten
bohren
bremsen
chatten
cremen
chillen
datieren
delegieren
dirigieren
diskutieren
drucken
eilen
ekeln
enden
erhöhen
erlauben
evakuieren
fehlen
feilen
flanieren
flehen
flüstern
führen
geistern
gewöhnen
glauben
grillen
gruseln
handeln
hechten
heiraten
hocken
holpern
husten
imponieren
improvisieren
injizieren
interviewen
irren
irritieren
jammern
jaulen
joggen
jubeln
jucken
kalkulieren
kauen
keifen
kitzeln
kommandieren
krönen
kultivieren
kurieren
kuscheln
küssen
lärmen
lästern
leben
lecken
lieben
liften
locken
lodern
loten
lüften
mähen
managen
manifestieren
mästen
maulen
melden
menscheln
mixen
mulitplizieren
motivieren
muhen
mustern
mutmaßen
nähen
naschen
neigen
nippen
nörgeln
nuscheln
nutzen
offerieren
öffnen
opfern
ordern
orten
outen
pachten
parken
pauken
patentieren
pausieren
platzen
prallen
predigen
prickeln
produzieren
protzen
prügeln
pulvern
pumpen
qualmen
quälen
qualmen
quatschen
quengeln
quietschen
rammen
randalieren
rasten
regeln
reimen
reizen
rubbeln
rühmen
ruinieren
sammeln
schaden
schielen
schimmeln
schnarchen
schnorren
segeln
spritzen
sprudeln
stottern
sträuben
straucheln
tasten
testen
taufen
teilen
telefonieren
tolerieren
tönen
tosen
trainieren
trauen
träumen
üben
überraschen
übersetzen
überwältigen
umringen
umzingeln
unken
unterdrücken
verfeinern
vergiften
vergittern
vergnügen
vergöttern
vermarkten
vermiesen
vernetzen
vernichten
verpönen
verpflichten
verwundern
wabern
wandeln
wecken
wedeln
wimmern
wirbeln
witzeln
wundern
wünschen
zanken
zelten
zerfetzen
zielen
zieren
zocken
zucken
zündeln
zwicken

Zusammenfassung

Es gibt drei Regeln, die du wissen musst – und schon hast du zumindest den größten Teil der Anwendung regelmäßiger Verben verinnerlicht:

  1. Der Verbstamm bleibt bei regelmäßigen Verben immer gleich.
  2. Bei der Konjugation musst du nur die sechs Personalendungen (-e, -st, -t, -en, -t, -en) an den Verbstamm anfügen.
  3. Es gibt nur wenige Ausnahmen von der Regel. Hier wird die Konjugation verändert, damit die Aussprache erleichtert wird.

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