Deutsch - Futur II

Wenn du wissen willst, wie man das Futur II richtig bildet und anwendet, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein!

Was ist das Futur II: Definition, Beispiele, Erklärungen

Der Weg ist das Ziel. So heißt es im Deutschen oft. Den Ausspruch kennst du vielleicht auch aus der Schule. Jedoch passt die Aussage gar nicht zum Futur II. Diese eher seltene Zeitform stellt nämlich klar, dass der Endpunkt einer Aktion erst dann erreicht ist, wenn jemand am Ziel angekommen sein wird. 

Hier nun zwei Beispiele für Futur II-Sätze, damit du dich mit der Zeitform vertraut machen kannst:

Fragestellung - Warum hat Sebastians Auto eine neue Motorhaube?
Antwort Futur II - Er wird wohl einen kleinen Unfall gehabt haben.

Fragestellung: - Will er so nächste Woche in den Urlaub fahren?
Antwort Futur II:  – Bis dahin wird die Werkstatt die Motorhaube längst lackiert haben.

Ist dir etwas aufgefallen? Die Antworten drücken sowohl Zukünftiges aus – geben aber auch Informationen über Handlungen in der Vergangenheit. Aus diesem Grund wird das Futur II auch als abgeschlossene Zukunft – seltener als „vollendete Zukunft” – bezeichnet.

Wenn dich das jetzt vielleicht verwirrt hat, mach dir keine Sorgen. Falls du gerade Deutsch lernst oder eine Auffrischung brauchst, wird die nachfolgende Lektion die Anwendung des Futur II genau erläutern.

Wann benutzt man das Futur II bzw. was ist das Futur 2?

Nachdem du die beiden Beispielsätze gelesen hast, erscheint dir diese Aussage vielleicht erklärbarer: Du nutzt das Futur II für Vermutungen über eine in der Zukunft gelegene, aber dann bereits abgeschlossene Handlung.

Beispiele:

  • In drei Tagen werde ich meine Arbeit endlich abgeschlossen haben.
  • Nächstes Jahr um diese Zeit werden wir wieder aus Griechenland zurück sein.
  • In zwei Stunden werden wir es überstanden haben.


Das ist aber erst eine von zwei möglichen Verwendungen bzw. Regeln für Futur II. Die spannende zweite steht für Vermutungen über Ereignisse, die aus der Zukunft betrachtet längst beendet wurden.

Beispiele:

  • Das Buch wird schon in der vergangenen Woche erschienen sein.
  • Es wird wohl geschneit haben.
  • Das wirst du dir ganz sicher nicht eingebildet haben.


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Wie bilde ich das Futur 2?

Das Regelwerk für die Bildung des Futur II ist recht simpel. Zuerst einmal der Hinweis, dass es sich bei dieser Zeitform um eine sogenannte „zusammengesetzte Zeitform” handelt. Das heißt, erst durch die korrekte Zusammenführung aus mehreren Bestandteilen ist sie korrekt.

Beim Futur II sind es drei Bestandteile:

Die Personalform von werden + Partizip II + Infinitiv von haben/sein.


Beispiele:

  • singen
    Ich werde gesungen haben.

  • rennen
    Du wirst gerannt sein.

  • tanzen
    Er/Sie/Es wird getanzt haben.

  • lernen
    Wir werden gelernt haben.

  • laufen
    Ihr werdet gelaufen sein.

  • kochen
    Sie werden gekocht haben.

Wichtig ist aber auch die Unterscheidung in Aktiv und Passiv. Bei allen Sätzen im Aktiv muss das Subjekt, also die handelnde Person, im Fokus stehen. Du nutzt diese Form also nur, wenn du betonen willst (oder musst), wer die Aktion ausführt. Ist das nicht wichtig, dann nutzt du die passive Satzbildung. Denn hierbei ist es tatsächlich gleichgültig, wer die Handlung erledigt. 


1) Aktiv

Eigentlich ganz leicht, aber du musst es immer beachten: Zur Bildung des Futur II im Aktiv gehört das Hilfsverb „werden”, das Partizip II eines Vollverbs (hier: beenden) und das Hilfsverb „haben” bzw. „sein”. Schau dir die folgende Übersicht bitte genau an:

Personalpronomen: ich
Bildung im Aktiv: werde + Partizip II + haben bzw. sein
Beispielsatz: Ich werde bis in drei Tagen die Arbeit beendet haben.

Personalpronomen: du
Bildung im Aktiv: wirst + Partizip II + sein
Beispielsatz: Du wirst bis in drei Tagen die Arbeit beendet haben.

Personalpronomen: er/sie/es
Bildung im Aktiv: wird + Partizip II + haben bzw. sein
Beispielsatz: Er/sie/es wird bis in drei Tagen die Arbeit beendet haben.

Personalpronomen: wir
Bildung im Aktiv: werden + Partizip II + haben bzw. sein
Beispielsatz: Wir werden bis in drei Tagen die Arbeit beendet haben.

Personalpronomen: ihr
Bildung im Aktiv: werdet + Partizip II + haben bzw. sein
Beispielsatz: Ihr werdet bis in drei Tagen die Arbeit beendet haben.

Personalpronomen: sie
Bildung im Aktiv: werden + Partizip II + haben bzw. sein
Beispielsatz: Sie werden bis in drei Tagen die Arbeit beendet haben.


2) Passiv

Das Prinzip beim Passiv ist ähnlich wie bei Aktiv. Nur wird das Hilfsverb „werden” im Präsens genutzt, das Partizip II eines Vollverbs (hier: operieren) und das Partizip „worden” um das Hilfsverb „sein” im Infinitiv ergänzt:

Personalpronomen: ich
Bildung im Aktiv: werde + Partizip II + worden + sein
Beispielsatz: Ich werde bis zum nächsten Monat operiert worden sein.

Personalpronomen: du
Bildung im Aktiv: wirst + Partizip II + worden + sein
Beispielsatz: Du wirst bis zum nächsten Monat operiert worden sein.

Personalpronomen: er/sie/es
Bildung im Aktiv: wird + Partizip II + worden + sein
Beispielsatz: Er/sie/es wird bis zum nächsten Monat operiert worden sein.

Personalpronomen: wir
Bildung im Aktiv: werden + Partizip II + worden + sein
Beispielsatz: Wir werden bis zum nächsten Monat operiert worden sein.

Personalpronomen: ihr
Bildung im Aktiv: werdet + Partizip II + worden + sein
Beispielsatz: Ihr werdet bis zum nächsten Monat operiert worden sein.

Personalpronomen: sie
Bildung im Aktiv: werden + Partizip II + worden + sein
Beispielsatz: Sie werden bis zum nächsten Monat operiert worden sein.


3) Besonderheiten

Du erkennst das Futur II auch an einigen Signalwörtern.

Wenn eine Handlung in der Zukunft abgeschlossen ist, muss immer eine Zeitangabe im Satz erwähnt sein: „Morgen”, „gestern”, „nächsten Monat”, „im Jahr 2025” etc.

Geht es aber um eine Vermutung, die sich auf die zukünftige Vergangenheit bezieht, dann lauten die Signalwörter z.B. „wohl”, „wahrscheinlich”, „vermutlich” oder „bestimmt”.

Worin liegen die Unterschiede zwischen Futur I und Futur II?

Wie eingangs bereits erwähnt, ist das Futur II im deutschen Sprachgebrauch nicht ganz so häufig; vor allem in der Umgangssprache findet es kaum eine Anwendung. Es wirkt zu „gestelzt”. Die Zeitform, die du aber sehr oft nutzt, ist das Futur I. Vielleicht kurz zur Erklärung: Der Begriff „Futur” stammt aus dem Lateinischen: „Tempus futurum” steht für die „zukünftige Zeit”. Und daher ist das Futur I auch so häufig Teil der deutschen Grammatik. Du verwendest es immer dann, wenn du zum Beispiel über deine Pläne sprichst, über geplante oder vermutete Abläufe oder auch über Aufforderungen. 

Daran aufgehängt, schau dir die nun folgenden Beispiele genau an:

Pläne

  • Nach dem nächsten Lied werde ich nach Hause gehen.
  • Ich werde ab morgen jeden Tag Sport treiben.
  • Nun ist es so weit: Morgen fahren wir endlich in Urlaub.


Vermutungen

  • Wenn ich viel lerne, werde ich in der nächsten Arbeit eine gute Note haben.
  • Ich denke, morgen kommt mein Chef wieder in die Firma zurück.
  • Der nächste Film wird sicher wieder erfolgreich.


Aufforderungen

  • Wirst du jetzt endlich wieder mehr Sport treiben!
  • Michael, du wirst ab morgen früher aufstehen!
  • Komm doch nächste Woche mal wieder bei mir vorbei!


Aufgefallen? Alles aktive Sätze, die zukünftige Aktivitäten benennen. Sprich: Das Ereignis ist noch nicht eingetreten. Das macht auch den großen Unterschied zum Futur II aus – denn hier sind die Aktivitäten in der Zukunft bereits abgeschlossen.

Doch beachte auch, dass in beiden Zeitformen das Hilfsverb „werden” eine herausragende Rolle spielt. Es muss nur an die jeweilige handelnde Person angepasst werden. So entsteht ein „sie wird” oder ein „du wirst”. 

Futur II oder Perfekt? Wann ist der Einsatz richtig?

Damit diese Lektion vollständig ist, braucht es auch noch die Erklärung für den Einsatz von Futur II und Perfekt. Im Grunde sagen beide das Gleiche aus – doch das Perfekt „klingt” eindeutig besser. Schau hier, was das bedeutet:

Futur II - In zwei Stunden werde ich den Film endlich gesehen haben.
Perfekt - In zwei Stunden habe ich den Film endlich gesehen.

Futur IIIn zwei Jahren wirst du das Abitur endlich in der Tasche haben.
PerfektIn zwei Jahren hast du das Abitur endlich in der Tasche.

Futur IIBis morgen werde ich die Arbeit erledigt haben.
PerfektBis morgen habe ich die Arbeit erledigt.

Zusammenfassung

Ist es schwierig, ein Futur II zu bilden? Nach dieser Lektion hoffentlich nicht mehr. Im Prinzip ist die deutsche Grammatik beim Futur II recht einfach. Du musst dir nur einprägen, dass die abgeschlossene oder vollendete Zukunft wörtlich zu meinen ist. Aus deiner Perspektive redest du dann über eine Zeit in der Zukunft, die dort bereits abgeschlossen ist. Hierbei gibt es dann eine „aktive” und eine „passive” Version dieser Zeitform.

Grundsätzlich wichtig ist der Satzbau aus Person, dem Präsens von „werden”, dem darauffolgenden Partizip II und einem abschließenden Infinitiv von haben oder sein. Signalwörter für eine Handlung, die in der Zukunft abgeschlossen ist, lauten: „gestern”, „nächsten Monat”.

Handelt es sich aber um eine Vermutung, die sich auf zukünftig Vergangenes bezieht, dann lauten die Signalwörter z.B. „wohl” oder „vermutlich”.

Zum Schluss merke dir noch, dass das Futur II auch durch das Perfekt ersetzt werden kann. Damit sind die Sätze dann umgangssprachlich deutlich besser verwendbar.

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Welche der folgenden Beispiele ist kein Futur II?

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