"auf" - Akkusativ oder Dativ?
Du möchtest nie mehr lange überlegen müssen, ob du den Akkusativ, Dativ oder Genitiv verwenden sollst? Dann bist du bei uns genau richtig. Steig direkt ins Thema ein!
Viele Schülerinnen und Schüler fragen sich, ob sie mit Präpositionen den Dativ, Akkusativ oder Genitiv verwenden müssen. Bei der Präposition „auf“ kommen der Akkusativ und der Dativ infrage. Wann welcher Fall richtig ist und wie du typische Fehler vermeidest, sehen wir uns heute an.
Dativ & Akkusativ: Welcher Fall mit „auf“?
Als Wechselpräposition kannst du „auf“ mit verschiedenen Fällen benutzen. Welcher Kasus (Fall) in Verbindung mit „auf“ korrekt ist, hängt davon ab, was du mit der Präposition aussagst. Meist gibst du mit „auf“ eine Richtung oder eine Position an.
Beispiele:
- Ich fahre das Auto auf den Parkplatz. 🡪 Richtung (wohin?)
- Ich parke das Auto auf dem Parkplatz. 🡪 Position (wo?)
Wie du an den Beispielen siehst, verwendest du bei der Richtung den Akkusativ und bei der Position den Dativ. Wir sehen uns beides noch genauer an.
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„auf“ & Akkusativ: Richtung – wohin?
Mit der Frage „wohin?“ erfragst du eine Richtung, in die sich jemand oder etwas bewegt. Die Antwort darauf steht immer im Akkusativ. In der Tabelle findest du einige Beispiele.
| Akkusativ-Frage | Antwort |
| Wohin fährt der LKW? | Der LKW fährt auf die Autobahn. |
| Wohin läuft der Hund? | Der Hund läuft auf den Hundeplatz. |
| Wohin setzt du dich? | Ich setze mich auf das Sofa. |
| Wohin fliegst du? | Ich fliege auf eine einsame Insel. |
„auf“ & Dativ: Position – wo?
Mit der Frage „wo?“ erfragst du eine Position, auf der sich jemand oder etwas befindet. Die Antwort darauf steht immer im Dativ. In der Tabelle findest du einige Beispiele.
| Dativ-Frage | Antwort |
| Wo ist der LKW? | Der LKW ist auf der Autobahn. |
| Wo spielt der Hund? | Der Hund spielt auf dem Hundeplatz. |
| Wo sitzt du? | Ich sitze auf dem Sofa. |
| Wo verbringst du deinen Urlaub? | Ich verbringe meinen Urlaub auf einer einsamen Insel. |
Die Fragen nach den Fällen hast du in Deutsch bereits gelernt, aber vielleicht möchtest du dein Wissen auffrischen und nochmal alles über die Dativobjekt-Frage nachlesen.
Verben mit „auf“
Manche Verben verwendest du immer mit der Präposition „auf“ und anschließend entweder dem Akkusativ oder Dativ. In der übersichtlichen Tabelle findest du einige Beispiele.
| Verb mit auf + Dativ | Beispiel |
| auf etwas beruhen | Der Bericht beruht auf einer Zeugenaussage. |
| auf etwas bestehen | Ich bestehe auf meinem Recht. |
| auf etwas fußen | Der Vertrag fußt auf unserer Vereinbarung. |
| auf etwas basieren | Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. |
| auf etwas beharren | Ich beharre auf einem Treffen. |
| Verb mit auf + Akkusativ | Beispiel |
| auf jemanden oder etwas hinweisen | Ich weise dich auf das Rauchverbot hin. |
| auf jemanden oder etwas zählen | Ich zähle auf deine Hilfe. |
| sich auf jemanden oder etwas verlassen | Ich verlasse mich auf meinen Instinkt. |
| sich auf jemanden oder etwas freuen | Ich freue mich auf unsere Verabredung. |
| auf jemanden oder etwas achten | Ich achte auf dein Wohlergehen. |
Da du hier nicht zwischen Position und Richtung unterscheiden kannst und die Frage immer „worauf?“ lautet, lernst du die Tabelle am besten auswendig.
Besondere Fälle mit „auf“
Es gibt auch Verben, die du immer in Verbindung mit „auf“, aber nicht immer mit demselben Kasus verwendest. Ein Beispiel ist das Verb „warten“:
- Ich warte auf das Taxi. 🡪 Akkusativ (worauf?)
- Ich warte auf dem Parkplatz. 🡪 Dativ (wo?)
Auch bei dem (umgangssprachlichen) „auf etwas stehen“ ist die Verwechslungsgefahr zwischen Dativ und Akkusativ hoch:
Ich stehe auf den Sänger. 🡪 Ich mag den Sänger. (Akkusativ)
Ich stehe auf dem Sänger. 🡪 Meine Füße stehen auf dem Körper des Sängers. (Dativ)
Das wird noch wilder, wenn du den Artikel weglässt. Wenn du sagst „Ich stehe auf Pizza“, könnten manche Menschen also denken, du hättest gerade Tomatensoße und Käse zwischen den Zehen!
Außerdem gibt es noch einige feste Redewendungen mit der Präposition „auf“ und einem festen Fall. Auch hier hilft nur auswendig lernen. Einige Beispiele findest du in der folgenden Tabelle.
| Redewendung | Fall |
| etwas auf den Punkt bringen | Akkusativ |
| auf dem Laufenden sein | Dativ |
| auf die schiefe Bahn geraten | Akkusativ |
| auf dem Holzweg sein | Dativ |
| auf dem Sprung sein | Dativ |
| auf der sicheren Seite sein | Dativ |
Präpositionaladverb mit „auf“
Die Kombination aus einem Adverb und einer Präposition nennst du Präpositionaladverb. Mit ihm kannst du eine Präposition und ein Nomen oder Pronomen ersetzen, um Wortwiederholungen zu vermeiden. Mit „auf“ kannst du folgende Präpositionaladverbien bilden:
- darauf
- worauf
- hierauf
Das folgende Beispiel zeigt dir, wie viel flüssiger ein Text dank eines Präpositionaladverbs sein kann.
Endlich schneit es. Ich habe gewartet, dass es schneit.
Endlich schneit es, darauf habe ich gewartet.
Zusammenfassung
- „auf“ ist eine Wechselpräposition, die du im Dativ oder im Akkusativ verwenden kannst.
- Mit „auf“ gibst du meist eine Richtung an, in die sich jemand oder etwas bewegt, oder eine Position, an der sich jemand oder etwas befindet.
- Gibst du eine Richtung an, die du mit „wohin?“ erfragen kannst, verwendest du den Akkusativ.
- Gibst du eine Position an, die du mit „wo?“ erfragen kannst, verwendest du den Dativ.
- Einige Verben verwendest du immer mit „auf“ und gibst damit weder eine Richtung noch eine Position an.
- Mit unserer Tabelle kannst du auswendig lernen, für welche Verben du den Akkusativ und für welche du den Dativ brauchst.
- Bei manchen Verben sind sogar beide Fälle möglich – dann kommt es darauf an, was du aussagen möchtest.
- Es gibt feststehende Redewendungen mit „auf“, die immer im selben Fall stehen.
- Aus der Präposition „auf“ kannst du die Präpositionaladverbien „darauf“, „worauf“ und „hierauf“ bilden, mit denen du Wortwiederholungen vermeiden und flüssigere Sätze schreiben kannst.
Welcher Fall (Kasus) kann in Kombination mit der Präposition „auf“ nicht korrekt sein?