Deutsch – widerspiegeln oder wiederspiegeln
Wenn du wissen willst, welche Schreibweise von widerspiegeln/wiederspiegeln richtig ist, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.
wiederspiegeln oder widerspiegeln: Rechtschreibung und Beispiele
Kannst du dich noch erinnern, wann du das letzte Mal an einem See warst, daran wie du dein Spiegelbild in der klaren Oberfläche gesehen hast? Du kannst dann von „spiegeln” sprechen – oder auch von widerspiegeln. Letzteres würdest du sogar ganz sicher, wenn du ein Dichter bist. Da es hier aber um eine Lektion in Rechtschreibung geht, lassen wir die Dichtkunst außen vor. Tatsächlich ist die relevante Frage, wie dieses Wort geschrieben wird: „wiederspiegeln” oder „widerspiegeln”? Fakt ist, an dieser Frage beißen sich viele Schüler immer wieder die Zähne aus. Dabei gibt es nur eine richtige Antwort für die Schreibweise:
widerspiegeln
Jede andere Variante ist falsch. Den Grund dafür erfährst du in dieser Lektion. Damit du dich schon mal an das Wortbild gewöhnen kannst, hier einige Beispiele:
- Sein Gesicht widerspiegelte sich in der ruhigen Oberfläche des Wassers.
- In seinen Augen spiegelte sich die Sonne wider.
- Der Bericht widerspiegelte die Meinung der Regierung sehr genau.
- Das Gemälde spiegelt die Schönheit der Natur wider.
Die Bedeutung von „widerspiegeln”
Wenn du es einmal gelernt hast, wirst du es sicher nicht mehr vergessen. Das „wider” in „widerspiegeln“ ist nicht mit dem Adverb „wieder” – im Sinne von „erneut” oder „nochmal” verwandt. Es stammt vom Wort „widar“ ab – dem altdeutschen Begriff für „gegen”. Somit ist also eine „Gegenspiegelung” gemeint. Oder besser noch eine „Zurückspiegelung” – und damit ist die Bedeutung des von „widerspiegeln” doch bestens erklärt.
Dennoch kann der Begriff ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Damit du die Definition von „widerspiegeln” besser üben kannst, musst du die die drei Einsatzmöglichkeiten merken.
- ein Spiegelbild werfen oder etwas reflektieren:
Satz mit „widerspiegeln”:
Im fahlen Licht des Mondes spiegelte das Fenster die Gesichter wider. - von etwas ein Spiegelbild sehen oder reflektiert werden:
Satz mit „widerspiegeln”:
Im fahlen Licht des Mondes spiegelten sich die Gesichter im Fenster wider. - zum Ausdruck bringen oder (sprachlich) erkennbar werden
Satz mit „widerspiegeln”:
Die Sorge spiegelte sich in ihrem Gesicht wider.
Testen Sie den Testsieger*
- Flexibler Einsatz der 10 gratis Nachhilfestunden, z. B. vor Klassenarbeiten
- Individuelle Profi-Nachhilfe vor Ort oder online
- Für alle Klassenstufen und Schulformen
- 94 % Kundenzufriedenheit*
Rechtschreibung: Warum „widerspiegeln” ohne „e”
Nachdem du nun alles über die Herkunft des Wortes weißt, ist auch geklärt, warum das Wort „wiederspiegeln” falsch geschrieben ist. Genauso übrigens wie die Varianten „wieder spiegeln“ oder „wider spiegeln”. Eine Ausnahme gibt es dennoch: Du kannst „widerspiegeln” bei der Vorsilbe „wider” trennen. Was ein Glück ist – es macht das Wort in einem Satz weniger „sperrig”. Wie du schon bei den Beispielen in der Einleitung gesehen hast, entstehen so Inhalte, die sich deutlich besser in deinen Sprachgebrauch einpassen:
Bespiele:
- Der Mond spiegelt sich im Fenster wider.
Statt: Der Mond widerspiegelt sich im Fenster. - Die Freude spiegelt sich in seinem Gesicht wider.
Statt: Die Freude widerspiegelt sich in seinem Gesicht.
Beide Satzstrukturen sind richtig. Aber besser lesbar ist – natürlich – das geteilte Wort.
Natürlich wirst du auch auf die (richtige) Schreibung des folgenden Satzes treffen: "Es spiegelte wieder."
Dann steht das „wieder” allerdings für eine Wiederholung. Gemeint also, dass es wirklich nervig ist, dass sich die Sonne schon wieder so spiegelt, dass du geblendet wirst.
Wenn du das Wort „widerspiegeln” gerne umschreiben möchtest, dann merk dir die folgenden Synonyme:
- wiedergeben
- zeigen
- reflektieren
- sich spiegeln
- aussagen
- vermitteln
Konjugation von „widerspiegeln”
Präsens
| ich | spiegle / spiegele | wider |
| du | spiegelst | wider |
| er/sie/es | spiegelt | wider |
| wir | spiegeln | wider |
| ihr | spiegelt | wider |
| sie | spiegeln | wider |
Präteritum
| ich | spiegelte | wider |
| du | spiegeltest | wider |
| er/sie/es | spiegelte | wider |
| wir | spiegelten | wider |
| ihr | spiegeltet | wider |
| sie | spiegelten | wider |
Perfekt
| ich | habe | widergespiegelt |
| du | hast | widergespiegelt |
| er/sie/es | hat | widergespiegelt |
| wir | haben | widergespiegelt |
| ihr | habt | widergespiegelt |
| sie | haben | widergespiegelt |
Plusquamperfekt
| ich | hatte | widergespiegelt |
| du | hattest | widergespiegelt |
| er/sie/es | hatte | widergespiegelt |
| wir | hatten | widergespiegelt |
| ihr | hattet | widergespiegelt |
| sie | hatten | widergespiegelt |
Futur I
| ich | werde | widerspiegeln |
| du | wirst | widerspiegeln |
| er/sie/es | wird | widerspiegeln |
| wir | werden | widerspiegeln |
| ihr | werdet | widerspiegeln |
| sie | werden | widerspiegeln |
Futur II
| ich | werde | widergespiegelt haben |
| du | wirst | widergespiegelt haben |
| er/sie/es | wird | widergespiegelt haben |
| wir | werden | widergespiegelt haben |
| ihr | werdet | widergespiegelt haben |
| sie | werden | widergespiegelt haben |
Zusammenfassung
Das war jetzt aber doch sehr leicht. Das Wort „widerspiegeln” ist also nur mit einem „i” richtig geschrieben; niemals aber mit „ie”. Denn es hängt nicht mit „wieder” (also „erneut”) zusammen – sein Ursprung liegt im Altdeutschen „widar”. Und das heißt „gegen”. So ist „widerspiegeln” also eine Gegenspiegelung. Oder besser eine Rückspiegelung. Damit das Wort besser in der Allgemeinsprache verwendet werden kann, nutzt du es meist geteilt. Beispiel: „Der Mond spiegelte sich im See wider.”
Welche der folgenden Sätze enthalten eine falsche Rechtschreibung?