Deutsch – Nomen erkennen
Wie erkenne ich ein Nomen? Wenn du dich das fragst, bist du hier absolut richtig! Wir sehen uns die Eigenschaften von Nomen an und haben praktische Tipps und Tricks für dich, wie du Substantive (Nomen) erkennen kannst.
Nomen erkennen
Wie kann man Nomen erkennen?
In der deutschen Grammatik werden Nomen immer großgeschrieben. Außerdem haben Substantive oft einen Begleiter, zum Beispiel einen Artikel wie „die“.
Nomen mit Begleiter: die Schülerhilfe
Ist ein Substantiv ein Nomen? Nomen haben auf Deutsch noch viele andere Bezeichnungen. Du kannst sie „Substantiv“, „Hauptwort“, „Namenwort“, „Nennwort“ oder „Dingwort“ nennen.
Neben der Großschreibung und dem Nomenbegleiter kannst du Substantive auch daran erkennen, dass sie in bestimmte Kategorien passen:
- Lebewesen, Namen und Gegenstände (Konkreta)
- Katze, Lisa, Buch
- Eigenschaften, Gefühle und Beziehungen (Abstrakta)
- Schönheit, Liebe, Freundschaft
Wir sehen uns die verschiedenen Arten von Nomen später noch genauer an. Zunächst gibt es noch mehr Möglichkeiten, wie du Nomen erkennen kannst.
Woran erkennt man Nomen?
Es gibt viele Hinweise, die dir dabei helfen, ein Nomen zu bestimmen.
Nomen schreibst du groß
Wir haben es schon erwähnt: Auf Deutsch werden Nomen immer großgeschrieben.
Ich weiß, dass ich ein Substantiv immer groß schreibe.
Aber Vorsicht: Nicht bei jedem groß geschriebenen Wort handelt es sich zwangsgedrungen auch um ein Nomen. Denn das erste Wort im Satz schreibst du immer groß – egal, ob es ein Substantiv, ein Verb, ein Adjektiv oder eine andere Wortart ist.
Wenn du unsicher bist, ob das Wort am Satzanfang ein Nomen ist, hilft dir die Großschreibung also nicht weiter. Dafür aber die folgenden Hinweise.
Nomen haben Begleiter
Zu jedem Nomen passt ein bestimmter Begleiter.
Was ist ein Begleiter?
Das sind Wörter, die vor dem Nomen stehen und sich auf das Nomen beziehen. Sie hätten also ohne das folgende Substantiv keine Funktion im Satz. Die häufigsten Nomenbegleiter sind Artikel.
Sie verraten dir auch Fall (Kasus), Geschlecht (Genus) und Anzahl des Nomens. Im Deutschen gibt es die bestimmten Artikel der, die und das sowie die unbestimmten Artikel ein und eine.
- der Affe
- ein Affe
Auch Adjektive (Eigenschaftswörter) können ein Nomen begleiten. Sie können ohne Artikel vor dem Nomen oder zwischen Artikel und Nomen stehen.
- der lustige Affe
- ein lustiger Affe
- lustige Affen
Präpositionen stehen oft zwischen zwei Nomen. Du nennst sie auch Verhältniswörter, weil sie die beiden Nomen in ein Verhältnis zueinander bringen. Beispiele für Präpositionen sind auf, mit, in und unter.
- Der Affe spielt mit einem Ball.
- Der Affe sitzt auf einem Baum.
- Die Affen verstecken sich in einer Höhle.
Auch Pronomen können ein Nomen begleiten, um es näher zu beschreiben. Du kannst damit beispielsweise genauer sagen, welchen Affen du meinst:
- Dieser Affe hat schon drei Bananen gegessen.
- Mein Affe kann sehr gut klettern.
- Jeder Affe isst gerne Bananen und klettert gut.
Du möchtest ein Nomen bestimmen, aber im Satz steht kein Begleiter? Dann versuch’s mit der Ergänzungsprobe: Denk dir den passenden Artikel zu dem Nomen im Kopf. Klappt das, hast du das Nomen erkannt und kannst es groß schreiben.
Ergänzungsprobe:
Ich sehe mir gerne Filme über Affen an. 🡪 Ich sehe mir gerne (die) Filme über (die) Affen an.
Nomen haben Endungen
Nicht alle, aber viele Nomen kannst du an ihrer Endung, also an der letzten Silbe des Wortes, erkennen.
Nomen sind zum Beispiel:
- Alle Wörter mit der Endung -schaft wie Freundschaft, Gemeinschaft und Liebschaft.
- Alle Wörter mit der Endung -ung wie Verzeihung, Beziehung und Haltung.
- Alle Wörter mit der Endung -heit wie Einheit, Gesundheit und Frechheit.
- Alle Wörter mit der Endung -tum wie Reichtum, Bürgertum oder Fürstentum.
- Alle Wörter mit der Endung -nis wie Hindernis, Geheimnis oder Versäumnis.
- Alle Wörter mit der Endung -keit wie Heiterkeit, Süßigkeit oder Einsamkeit.
Nomen passen in Gruppen
Wie bereits erwähnt, kannst du jedes Nomen einer Gruppe zuteilen. Es gibt zwei Arten von Nomen, die du wiederum in kleinere Gruppen aufteilen kannst.
Konkrete Nomen (Konkreta) beschreiben reale Dinge, die du mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst. Dazu gehören auch Dinge, die du anfassen könntest, wenn sie real wären, wie zum Beispiel Fabelwesen. Außerdem gehören auch Namen zu den Konkreta.
Konkrete Nomen – Beispiele:
- Lebewesen: der Affe, die Lehrerin, das Kätzchen
- Pflanzen: die Blume, der Baum, das Gebüsch
- Gegenstände: der Tisch, das Auto, die Zeitschrift
- Stoffe: die Luft, das Holz, der Stein
- Personen: Mama, Annika, Christian
- Orte: Deutschland, Disneyland, Berlin
- Sammelnamen: Verkehr, Nahrungsmittel, Wetter
Abstrakte Nomen (Abstrakta) beschreiben gedachte Dinge – du kannst sie also nicht sehen, anfassen oder riechen.
Abstrakte Nomen – Beispiele:
- Eigenschaften: Flexibilität, Freundlichkeit, Höflichkeit
- Gefühle: Freude, Ärger, Hunger
- Beziehungen: Freundschaft, Affäre, Liebschaft
- Zeiteinheiten: Jahr, Sekunde, Stunde
- Maße: Zentimeter, Liter, Hektar
- Zustände: Enttäuschung, Fröhlichkeit, Aufregung
- Künste und Wissenschaften: Musik, Astronomie, Literatur
- Vorgänge: Änderung, Zubereitung, Zielerreichung
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Wie erkennt man Nomen an der Anzahl?
Als einzige Wortart können Nomen in der Einzahl (Singular) oder Mehrzahl (Plural) stehen. Die anderen Wortarten verändern ihre Form abhängig von der Anzahl des Nomens. Aber auch viele Nomen verändern sich im Plural: Sie bekommen eine neue Endung – meist -e, -n, -s, -en oder -er.
- das Telefon 🡪 die Telefone
- der Affe 🡪 die Affen
- das Auto 🡪 die Autos
- die Frau 🡪 die Frauen
- das Kind 🡪 die Kinder
Manche Nomen behalten ihre Form im Plural, zum Beispiel
- das Mädchen 🡪 die Mädchen.
Bei vielen Nomen wird außerdem ein Vokal zum Umlaut, wenn du sie in die Mehrzahl bringst:
- das Buch 🡪 die Bücher.
Nomen durch Nominalisierungen
Manchmal werden Wörter anderer Wortarten durch die Nominalisierung zum Nomen. Wenn du ein Verb oder Adjektiv nominalisierst, wird es zum Nomen und du schreibst es groß.
Beispiele Nominalisierungen:
- Die Affen spielen gerne miteinander. 🡪 Die Affen lieben das Spielen miteinander. (Aus dem Verb „spielen“ wird das Nomen „das Spielen“.
- Den Besuch bei den Affen fand ich besonders toll. 🡪 Das Tolle war der Besuch bei den Affen. (Aus dem Adjektiv „toll“ wird das Nomen „das Tolle“.
Genau wie andere Nomen erkennst du Nominalisierungen an ihren Begleitern bzw. kannst diese mit der Ergänzungsprobe überprüfen.
Viele Nominalisierungen sehen genauso aus wie die höchste Steigerungsstufe des Adjektivs, die häufig sogar den gleichen Begleiter hat. Hier musst du aufpassen, denn Adjektive schreibst du immer klein.
Welcher Affe ist der frechste? (Adjektiv)
Er ist der Frechste von allen. (Nominalisierung)
Nomen verraten dir die Zeit
Auch bei Zeitangaben spielen Nomen eine wichtige Rolle. Beispielsweise sind die Wochentage und Tageszeiten Nomen:
- Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag
- Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend, Nacht
Dasselbe gilt für zusammengesetzte Wörter, die aus Wochentagen und Tageszeiten bestehen, zum Beispiel „Freitagvormittag“.
Verwendest du sie in ihrer ursprünglichen Form, schreibst du sie immer groß. Du kannst sie aber auch als Adverbien (Umstandswörter) verwenden – dann schreibst du sie klein und hängst die Endung -s an:
- Ich gehe freitags in den Zoo.
- Am liebsten vormittags, denn nachmittags ist immer so viel los.
- Treffen wir uns freitagvormittags dort?
Aber Vorsicht: Wochentage und Tageszeiten können auch als Nomen auf ein -s enden:
- Ich war eines Freitags im Zoo.
- Im Laufe eines Nachmittags kommen ganz schön viele Besucher.
- Ich gehe deshalb lieber während des Freitagvormittags hin.
Hier erkennst du am Begleiter „eines“ oder „des“, dass es sich um ein Nomen handelt.
Auch bei der Uhrzeitangabe mischt sich ein Nomen ein: das Viertel. Es kommt immer zum Einsatz, wenn du die Uhrzeit „Viertel vor“ oder „Viertel nach“ beschreibst. Alle anderen Uhrzeiten, beispielsweise „halb zwölf“ oder „um drei“ schreibst du klein.
Zusammenfassung
- Das Nomen hat viele andere Namen, zum Beispiel Substantiv oder Hauptwort.
- Du erkennst Nomen daran, dass sie immer großgeschrieben werden und häufig einen Begleiter haben.
- Das erste erste Wort am Satzanfang wird immer großgeschrieben, auch, wenn es kein Nomen ist.
- Begleiter sind Wörter, die sich auf das Nomen beziehen.
- Artikel, Adjektive, Präpositionen und Pronomen können Nomenbegleiter sein.
- Hat das Nomen keinen Begleiter, kannst du dir den richtigen Artikel mit der Ergänzungsprobe dazu denken – wenn es passt, handelt es sich um ein Nomen.
- Wörter mit den Endungen -schaft, -ung, -heit, -tum, -nis, und -keit sind immer Nomen.
- Du kannst Nomen in Gruppen einteilen.
- Die Gruppe der konkreten Nomen besteht aus allem, was du anfassen kannst und Namen.
- Die Gruppe der abstrakten Nomen besteht aus gedachten Dingen wie Gefühlen und Maßeinheiten.
- Nomen sind die einzige Wortart, die im Plural (Mehrzahl) stehen kann.
- Durch Nominalisierungen kannst du aus Verben und Adjektiven Nomen machen.
- Wochentage, Tageszeiten und aus beidem zusammengesetzte Wörter sind Nomen, können aber auch Adverbien sein.
- Uhrzeitangaben schreibst du immer klein, mit Ausnahme von „Viertel vor“ und „Viertel nach“.
Was trifft nicht auf Nomen zu?