Deutsch - Satzglieder bestimmen
Wenn du wissen willst, wie man Satzglieder bestimmt, dann bist du hier genau richtig. Schau dir zunächst unser Video an und steig dann direkt ins Thema ein.
Satzglieder bestimmen: Beispiele und Übungen
Im Deutschen lassen sich Teile eines Satzes umstellen – ohne, dass Inhalt oder Sinn verändert werden. Das trägt einerseits zur Lebendigkeit der Sprache bei – hat andererseits auch eine grammatikalische Bedeutung. Doch um korrekt mit diesen sogenannten Satzgliedern umgehen zu können, bedarf es Wissen und auch etwas Erfahrung. In der heutigen Lektion wirst du lernen, dass Satzglieder entweder aus einem oder aus mehreren Worten bestehen können – und erst durch sie ein Satz vollständig ist. Grundsätzlich gibt es vier dieser Satzglieder. Sie heißen „Subjekt”, „Prädikat”, „Objekt” und „Adverbialbestimmungen”. Zur Identifizierung nutzt du Umstellproben und Satzfragen oder Fragewörter. Das klingt nun sehr theoretisch – ist in der Praxis aber gar nicht so schwer.
Übersicht über alle Satzglieder
Du hast gerade schon gelesen, dass es vier Satzglieder gibt. Das ist im Prinzip richtig, doch muss hier noch differenziert werden. Es gibt zum einen unverzichtbare Satzglieder. Du kannst dir schon vorstellen: Sie werden dir in fast jedem vollständigen Satz begegnen. Es sind Subjekt und Prädikat. Die deutsche Grammatik sieht aber auch verzichtbare Satzglieder vor: Dativobjekt, Akkusativobjekt, Genitivobjekt, Lokaladverbiale (Ortsergänzungen), Temporaladverbiale (Zeitergänzung), Kausaladverbiale (Begründungsergänzung) und Modaladverbiale (Artergänzung). Damit du die Bedeutung und Verwendung besser verstehst, hier nun einige Beispiele.
Subjekt
Das wohl bekannteste Satzglied ist das Subjekt. Fast jeder Satz benötigt es und sehr häufig steht dieses Satzglied gleich am Anfang des Satzes:
- Köln gehört zu den größten Städten Deutschlands.
- Meine Freundin und ich gehen später noch ins Kino.
- Zu meiner Zufriedenheit hatte Martin doch an mein Geld gedacht.
- Häufiges Trinken ist schädlich für die Leber.
Prädikat
Ein Prädikat im Satz ist immer ein konjugiertes Vollverb; es gibt die Handlung des Subjekts an. WICHTIG: Manchmal kann es auch aus zwei Verben (Teilen) bestehen.
- Ich werde heute Abend in den Club gehen.
- Merle liest ein Buch.
- Der Zug fährt heute pünktlich um 19 Uhr ab.
- Draußen schneit es.
Objekt
Du kennst das grammatikalische Objekt sicher als den Satzteil, der eine Ergänzung zum Prädikat darstellt. Doch Objekte können mehrere Funktionen ausfüllen und unterscheiden sich in ihrer Form je nach verwendetem Kasus: Akkusativ, Dativ und Genitiv. Der Grund ist: Sie geben Klarheit zu Personen, Sachen oder Zuständen.
Beispiele Genitivobjekt:
- Der Lehrer verdächtigte den Jungen des Abschreibens.
- Die Angelegenheit bedarf dringender Klärung.
- Der Dieb war sich seiner Schuld bewusst.
- Die Pfleger kamen ihrer Verantwortung nicht nach.
Beispiele Dativobjekt:
- Frau Richter gibt Susi das Mathebuch.
- Die Kinder winken Ihren Eltern beim Wegfahren hinterher.
- Das Mittagessen schmeckt ihr nicht.
- Die Bücher gehören der jungen Frau, die in der ersten Reihe sitzt.
Beispiele Akkusativobjekt:
- Susi isst gern ein Tofu-Steak.
- Ich kaufe die Brötchen.
- Peter stöbert im Buch.
- Das Pferd hat sehr schönes Fell.
Beispiele Präpositionalobjekt:
- Sike wartet auf das Geschenk ihrer Eltern.
- Ich komme gleich zur Sache.
- Siggi entscheidet sich für einen Kaffee mit zwei Zucker.
- Juli hat sich im Club in einen Jungen verliebt.
Adverbiale Bestimmung
Eine adverbiale Bestimmung (auch: Adverbialen oder Umstandsbestimmung) ist ein Satzglied, das ausdrückt, unter welchen Umständen etwas geschieht.
Beispiel Lokaladverbiale (Ortsergänzung)
- Frankreich wird wieder von vielen Streiks gestört.
Beispiel Temporaladverbiale (Zeitergänzung)
- Sie hatten früher immer montags bis freitags für ihre Kunden geöffnet.
Beispiel Kausaladverbiale (Begründungsergänzung)
- Aufgrund der Unruhen mussten viele Botschaftsangehörige zurückkehren.
Beispiel Modaladverbiale (Artergänzung)
- Solche Fälle kommen glücklicherweise nur noch selten bei uns vor.
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Satzglieder richtig bestimmen
Jetzt hast du alle Satzglieder vor Augen geführt bekommen. Immer wenn du dich in diesem Teil der Lektion unsicher fühlst, kannst du dir die Übersicht aller Satzglieder ansehen. Und dich dann wieder an die Bestimmung des jeweiligen Satzgliedes heranarbeiten.
Damit du auch hier wieder eine erkennbare Zusammenfassung hast, schau dir die Übersicht mit den wichtigen Fragefürwörtern für jedes einzelne Satzglied an:
| Satzglied | Fragewort |
| Subjekt bestimmen | Wer oder Was? |
| Prädikat bestimmen | Was passiert? Was macht das Subjekt? |
| Objekt bestimmen | |
| Genitivobjekt | Wessen? |
| Dativobjekt | Wem? |
| Akkusativobjekt | Wen oder Was? |
| Präpositionalobjekt | Präposition + Wen, Wem oder Was? |
| Adverbialen: | |
| Lokaladverbialen (Ortsergänzung) | Wo? Wohin? Woher? |
| Temporaladverbiale (Zeitergönzung) | Wann? Wie lange? Wie oft? |
| Kausaladverbiale (Begründungsergänzung) | Warum? Weshalb? |
| Modaladverbiale (Artergänzung) | Wie? Womit? Auf welche Art und Weise? |
Jetzt weißt du also schon genau, welche Fragewörter zum Identifizieren des jeweiligen Satzgliedes verwendet werden müssen. Gut so, das ist sehr wichtig und hilfreich.
Jetzt kannst du dir im Detail ansehen, wie jedes der 10 Satzglieder bestimmt wird.
Subjekt
Das Subjekt erfüllt immer mehrere Anforderungen. Es ist immer ein Nomen oder ein Pronomen. Ein Subjekt kann aber auch aus mehreren Wörtern bestehen, dann enthält es einen Artikel oder ein Adjektiv. Wie die Tabelle zeigt, fragst du mit Wer? oder Was?, um dieses Satzglied zu erkennen.
Beispiel:
Michael mag Schokolade gerne ganz kalt.
- Wer oder was mag Schokolade gerne ganz kalt?
Antwort: Michael.
Das Subjekt ist ein Nomen.
Beispiel:
Die große, bunte Statue war am nächsten Morgen verschwunden.
- Wer oder was war am nächsten Morgen verschwunden?
Antwort: die große, bunte Statue.
Das Subjekt ist ein Artikel + Adjektiv + Adjektiv + Nomen.
Beispiel:
Der Vater, die Mutter und das Kind sind glücklich.
- Wer oder was ist glücklich?
Antwort: Der Vater, die Mutter und das Kind
Das Subjekt ist also ein mehrteiliges Subjekt.
Prädikat
Das zweite der unverzichtbaren Satzglieder ist das Prädikat. Hierbei handelt es sich immer um ein Verb. Wie das Subjekt kann auch das Prädikat aus mehreren Wörtern bestehen, doch das Verb muss ein trennbares Wort sein. Die Prädikatfrage lautet „Was tut das Subjekt?” oder „Was erleidet das Subjekt?”
Beispiel:
Die Mutter streicht ihrer Tochter durchs Haar.
- Was macht das Subjekt, also die Mutter?
Antwort: streicht
Das Prädikat ist also ein Verb.
Beispiel:
Die Mutter hat gestern nichts mehr eingekauft.
- Was macht das Subjekt, also die Mutter?
Antwort: hat eingekauft
Das Prädikat ist also ein Hilfsverb + Verb.
Beispiel:
Der Trainer ruft und gestikuliert.
- Was macht das Subjekt, also die Trainer?
Antwort: ruft + gestikuliert
Das Prädikat ist also ein mehrteiliges Prädikat.
Objekt
Merke dir beim Objekt, dass es einen Satz um eine Sache oder eine Person erweitert. Wie du schon gelesen hast, können Objekte im Genitiv, Dativ oder Akkusativ stehen. So lauten also die Fragen auch getreu der Liste:
- Genitivobjekt-Frage: Wessen?
- Dativobjekt-Frage: Wem?
- Akkusativobjekt-Frage: Wen oder Was?
Beispiel Genitivobjekt:
Die Pfleger kamen ihrer Verantwortung nicht nach.
- Wessen kamen die Pfleger nicht mehr nach?
Antwort: ihrer Verantwortung.
Beispiel Dativobjekt:
Die Kinder winken Ihren Eltern beim Wegfahren hinterher.
- Wem winken die Kinder beim Wegfahren hinterher?
Antwort: ihren Eltern.
Beispiel Akkusativobjekt:
Der Hund hat sehr struppiges Fell.
- Wen oder was hat der Hund?
Antwort: sehr struppiges Fell.
Beispiele Präpositionalobjekt:
Siggi entscheidet sich für einen Kaffee mit zwei Zucker.
- Frage nach Präposition und für wen oder was entscheidet sich Siggi?
Antwort: einen Kaffee mit zwei Zucker.
Adverbiale Bestimmungen
Adverbiale Bestimmungen zu erkennen wird dir nach dieser Lektion nicht schwerfallen. Sie können aus einem oder mehreren Worten bestehen – und zeigen einen Ort, Zeit-, Art- oder Begründungsfaktor an. Kurz formuliert: Sie zeigen verschiedene Umstände an, daher werden Adverbialen auch als Umstandsbestimmungen bezeichnet.
Grundsätzlich kannst du dir diese Frageworte merken: „wann”, „warum”, „wo”, „unter welchen Umständen”, „auf welche Art”, „wodurch”, „womit” und „wie oft”. Die genaue Aufteilung erfährst du hier:
Beispiel Lokaladverbiale (Ortsergänzung)
Frankreich wird wieder durch viele Streiks gestört.
- Wo wird wieder durch viele Streiks gestört?
Antwort: Frankreich
Beispiel Temporaladverbiale (Zeitergänzung)
Der Laden hatte früher immer montags bis freitags für seine Kunden geöffnet.
- Wann hatte der Laden früher immer für seine Kunden geöffnet?
Antwort: montags bis freitags
Beispiel Kausaladverbiale (Begründungsergänzung)
Aufgrund der Unruhen mussten viele Botschaftsangehörige zurückkehren.
- Warum oder Weshalb mussten viele Botschaftsangehörige zurückkehren?
Antwort: Aufgrund der Unruhen
Beispiel Modaladverbiale (Artergänzung)
Solche Fälle kommen glücklicherweise nur noch selten bei uns vor.
- Wie?/Womit?/Auf welche Art kommen solche Fälle bei uns vor?
Antwort: glücklicherweise nur noch selten
Umstellproben… So kannst du Satzglieder auch finden!
Auch wenn du jetzt alle Möglichkeiten der Satzgliedbestimmung gelesen hast – die Suche ist dennoch nicht immer leicht. Doch die deutsche Sprache sieht dafür weitere Hilfsmaßnahmen vor. Sie heißen Umstellprobe, der Weglassprobe und der Ersatzprobe. Du nutzt sie, um sie, um Satzglieder fehlerfrei voneinander abgrenzen zu können.
1) Umstellprobe
Alle Satzglieder (WICHTIG: außer das Prädikat) können in einem Satz verschoben werden. Dadurch verändert sich zwar die Reihenfolge der Glieder, nicht aber der Inhalt bzw. die Bedeutung des Satzes.
Beispiel:
Gestern ging ich mit großem Hunger in den Supermarkt.
- In den Supermarkt ging ich gestern mit großem Hunger.
- Mit großem Hunger ging ich gestern in den Supermarkt.
Wenn du dich jetzt an die Erklärungen in den vorhergehenden Absätzen erinnerst, siehst du: Das Subjekt („ich”) hat seine Position verändert, das Prädikat („ging”) steht aber immer an zweiter Stelle. Der Rest des Satzes wir von verschiebbaren Adverbialen gebildet. In diesem Fall sind es Bestimmungen des Ortes, der Zeit und der Art.
2) Ersatzprobe
Bei einer sogenannten Ersatzprobe findest du heraus, ob du einzelne Satzglieder durch passende Einzelwörter ersetzen kannst.
Beispiel:
Peter sucht schon den ganzen Tag nach seinem Handy.
- Er sucht schon den ganzen Tag nach seinem Handy.
Ersatzprobe für Subjekt: Aus „Peter” wird „Er”. - Lange sucht Peter nach seinem Handy.
Ersatzprobe für Temporaladverbiale: Aus „den ganzen Tag” wird „lange” - Peter sucht schon den ganzen Tag danach.
Ersatzprobe für Akkusativobjekt: Aus „nach seinem Handy” wird „danach”
3) Weglassprobe
Bei der Weglassprobe kannst du es dir leichtmachen und streichst einfach Wörter und/oder Wortgruppen. Wörter, die nur gemeinsam weggelassen werden können, gehören zusammen und bilden ein Satzglied.
Beispiel:
Das Kind läuft schnell zu seiner Mutter.
- Weglassung: Das Kind läuft schnell (–› Lokaladverbiale).
- Weglassung: Das Kind läuft (–› Modaladverbiale) zu seiner Mutter.
Zusammenfassung
Es ist doch schön, dass die deutsche Grammatik so viele Hilfestellungen beim Erkennen der Satzglieder gibt. Wenn du diese Lektion genau durchgearbeitet hast, wirst du nun wissen, wie du sie identifizieren kannst.
Denke immer an folgende wichtige Faktoren: Subjekt und Prädikat sind immer notwendig, die vier Objekte werden durch den Kasus und eine Präposition festgelegt und Adverbiale Bestimmungen sind nicht zwangsläufig wichtig. Aber: Sie bestimmen Zeit, Grund, Ort und Art genauer.
Satzglieder lassen sich zudem durch drei Proben klären: die Weglassprobe, die Umstellprobe und die Ersatzprobe.
Welche W-Frage klärt weder über Subjekt, Prädikat oder Objekt auf?