Deutsch - Gedankenstrich
Wenn du wissen willst, wie man den Gedankenstrich richtig benutzt, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.
Was ist ein Gedankenstrich?
Der Gedankenstrich (–) sieht aus wie ein langer Bindestrich. Er ist aber nicht nur ein zu lang geratenes Satzzeichen! Ein Gedankenstrich kann dir als Interpunktionszeichen, aber auch als Stilmittel dienen. Du kannst damit verschiedene Effekte erzielen, Wörter ersetzen und deinen Texten ordentlich Spannung verpassen. Wie – das zeigen wir dir jetzt.
So verwendest du den Gedankenstrich
Im Gegensatz zum kurzen Bindestrich hat ein langer Gedankenstrich keine eigene Taste auf der Tastatur. In dieser Tabelle findest du alle Tastenkombinationen, die du brauchst, um einen Gedankenstrich zu machen.
| Programm | Tastenkombination Gedankenstrich |
| Windows | Alt gedrückt halten + 0150 auf dem Ziffernblock eingeben |
| macOS | Atl + Bindestrich |
| Word | Strg + Minuszeichen über den Ziffernblock |
Den Gedankenstrich nennst du auch Halbgeviertstrich.
Du verwendest Gedankenstriche zum Beispiel, um Betonungen zu setzen, Informationen an Sätze anzuhängen oder von-bis-Angaben zu machen. Wir sehen uns gleich alle Verwendungsmöglichkeiten mit Beispielen an – davor sehen wir uns aber noch kurz die zwei unterschiedlichen Arten von Gedankenstrichen an:
- Einfacher Gedankenstrich: Ein Gedankenstrich alleine, der eine Pause setzt.
- Paariger Gedankenstrich: Zwei Gedankenstriche, die einen eingeschobenen Satz abgrenzen.
Beispiele:
- Ich weiß nicht, wie man einen Gedankenstrich verwendet – aber ich lerne es jetzt.
- Ein Gedankenstrich – das habe ich bereits gelernt – ist ein wunderbares Stilmittel.
Paariger Gedankenstrich: Einschübe
Den paarigen Gedankenstrich brauchst du nur für Parenthesen – also für eingeschobene Satzteile oder Sätze. Die beiden Gedankenstriche am Anfang und Ende der eingeschobenen Wörter begrenzen diese. Das könntest du auch mit Kommas oder Klammern machen, aber die Gedankenstriche heben die Abgrenzung noch deutlicher hervor. Das erkennst du deutlich an diesem Beispiel:
- In diesem Moment wurde mir bewusst – und allen anderen im Raum auch – dass sich absolut alles verändern würde.
- In diesem Moment wurde mir bewusst, und allen anderen im Raum auch, dass sich absolut alles verändern würde.
- In diesem Moment wurde mir bewusst (und allen anderen im Raum auch) dass sich absolut alles verändern würde.
Lies dir alle drei Varianten einmal laut vor. Du wirst merken, dass du bei dem Satz mit den Gedankenstrichen die deutlichste Pause vor und nach dem eingeschobenen Satzteil machst. Genauso geht es allen Lesern und Leserinnen – der paarige Gedankenstrich hebt die Markierung am deutlichsten hervor.
Für diese hervorgehobenen Einschübe gelten folgende Regeln.
Satzzeichen außerhalb des Einschubs
Alle Satzzeichen außerhalb des Einschubs setzt du ganz normal. Dabei kommt das Komma immer hinter dem Einschub, also nach dem zweiten Gedankenstrich.
Beispiel:
- Ich wusste, das würde dir gefallen.
- Ich wusste – obwohl wir nie darüber gesprochen haben –, das würde dir gefallen.
Leerzeichen
Beide Gedankenstriche brauchen Leerzeichen auf beiden Seiten. Du setzt also jeden Gedankenstrich immer so:
Leerzeichen – Gedankenstrich – Leerzeichen
Wenn nach dem zweiten Gedankenstrich ein Komma steht, folgt das Leerzeichen erst nach dem Komma – zwischen Gedankenstrich und Komma ist kein Leerzeichen.
Beispiel:
- Ich brauche nichts – wirklich absolut gar nichts – von diesem unnützen Zeug.
- Nach allem, was passiert ist – den guten und den schlechten Dingen –, soll es einfach so vorbei sein?
Satzzeichen innerhalb des Einschubs
Natürlich kannst du auch einen vollständigen Satz, der seine eigene Interpunktion besitzt, mit Gedankenstrichen einschieben. Dafür gelten dann folgende Regeln.
- Ein Punkt, der normalerweise einen vollständigen Satz beendet, hat innerhalb eines Einschubs nichts verloren – auch eigenständige Sätze bleiben ohne Punkt am Ende.
- Ein Frage- oder Ausrufezeichen hingegen darfst du innerhalb der Gedankenstriche setzen.
Beispiel:
- Dieses ständige Suchen ging ihr schon den ganzen Tag gehörig auf die Nerven. Im Moment wusste sie nicht einmal, wo ihre Schlüssel waren.
Den zweiten Satz kannst du auch mit einem paarigen Gedankenstrich einschieben. Der Punkt am Ende entfällt dann:
- Dieses ständige Suchen – im Moment wusste sie nicht einmal, wo ihre Schlüssel waren – ging ihr schon den ganzen Tag gehörig auf die Nerven.
Wenn du den eingeschobenen Satz in eine Frage umformulierst, kannst du ihn mit einem Fragezeichen innerhalb der Gedankenstriche abschließen:
- Dieses ständige Suchen – wo waren eigentlich ihre Schlüssel im Moment? – ging ihr schon den ganzen Tag gehörig auf die Nerven.
Einfacher Gedankenstrich Verwendung
Für den einfachen Gedankenstrich gibt es deutlich mehr Verwendungsmöglichkeiten, die wir uns jetzt alle einmal ansehen.
Markierungen von Hervorhebungen
Wie der paarige Gedankenstrich kann auch der einfache Gedankenstrich Satzteile, die du auch mit einem Komma abgrenzen könntest, deutlicher hervorheben.
Beispiel:
- Ich mag Blumen, aber bitte keine Hortensien.
- Ich mag Blumen – aber bitte keine Hortensien.
Wenn du dir wieder beide Varianten laut vorliest, merkst du, dass du bei dem Satz mit dem Gedankenstrich eine deutlichere Pause machst – der Zusatz ist also deutlicher betont als mit einem Komma. Außerdem findest du ihn in einem langen Text schneller, er ist also auch optisch hervorgehoben.
Wann Gedankenstrich, wann Komma? Grundsätzlich sind in solchen Fällen sowohl das Komma als auch der Gedankenstrich korrekt. Wann du welches davon einsetzen möchtest, hängt davon ab, wie stark du den Zusatz betonen möchtest. Außerdem kannst du mit dem Gedankenstrich unerwartete Geschehnisse oder Wendungen spannender ankündigen.
Beispiel:
- Ich dachte, alles wäre in bester Ordnung – und dann geschah es.
Von-bis-Angaben
Du kannst den Gedankenstrich auch als Bis-Strich einsetzen. Dafür setzt du ihn ohne Leerzeichen zwischen zwei Angaben, um damit die Formulierungen „zwischen … und …“ oder „von … bis …“ zu ersetzen.
Beispiel:
- Badetemperatur: 20–28 °C
- Geöffnet: Montag–Freitag, 8–16 Uhr
- Der Zug fährt die Strecke Hamburg–Berlin.
Der Gedankenstrich ersetzt die Wörter zwischen, und, von und bis – du lässt diese also in jedem Fall weg.
Beispiel:
- Die heutige Höchsttemperatur beträgt 25–30 Grad Celsius.
- Die heutige Höchsttemperatur beträgt von 25 bis 30 Grad Celsius.
- Die heutige Höchsttemperatur beträgt zwischen 25 und 30 Grad Celsius.
- Die heutige Höchsttemperatur beträgt von 25–30 Grad Celsius.
- Die heutige Höchsttemperatur beträgt zwischen 25–30 Grad Celsius.
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Abbruch von direkter Rede
In der Literatur kannst du mit dem Gedankenstrich darstellen, dass eine direkte Rede abgebrochen wird – jemand also mitten im Satz aufhört zu sprechen. Das kann unterschiedliche Gründe haben.
Manchmal bricht jemand einen Satz ab, weil ihm etwas Wichtiges bewusst wird.
Beispiele:
- „Warte, bedeutet das etwa –“
- „Das kann ich mir nicht vorstellen, es sei denn –“
Oft wollen Autorinnen und Autoren mit dem Abbruch der wörtlichen Rede Kraftausdrücke andeuten, ohne sie auszuschreiben.
Beispiele:
- „Ach du heilige Sch–“
- „Na warte, du kleiner –“
Der Gedankenstrich kann aber auch darstellen, dass die sprechende Person unterbrochen wird.
Beispiel:
- „Ich sage dir jetzt was, und hörst besser ganz gen–“
An solchen Stellen wird das Weitersprechen durch eine andere Person oft ebenfalls durch einen Gedankenstrich deutlich gemacht:
- „Ich sage dir jetzt was, und hörst besser ganz gen–“ – „Nein, du wirst mir jetzt zur Abwechslung mal ganz genau zuhören!“
Währungsstrich
Du kannst den Gedankenstrich verwenden, um runde Geldbeträge darzustellen. Er ersetzt dann die Nullen nach dem Komma.
Beispiel:
35,00 € 🡪 35,– €
Spiegelstrich
Als Spiegelstrich kann der Gedankenstrich Aufzählungszeichen ersetzen. Damit kannst du beispielsweise folgendes übersichtlich darstellen.
Der Gedankenstrich funktioniert als:
- Abgrenzung für eingeschobene Sätze
- Hervorhebung von Satzteilen
- Bis-Strich
- Kennzeichnung einer abgebrochenen direkten Rede
- Währungsstrich
- Aufzählungszeichen
Wirkung und Effekte des Gedankenstrichs
Setzt du den Gedankenstrich als Stilmittel ein, kann er bei deinen Leserinnen und Lesern ganz verschiedene Wirkungen und Effekte erzielen. Wie du schon gesehen hast, kannst du mit dem Gedankenstrich wunderbar Spannung erzeugen oder eine unerwartete Wendung ankündigen. Außerdem ist der Gedankenstrich für folgende Effekte bekannt.
Betonungseffekt
Wir haben es bereits erwähnt: Der Gedankenstrich betont Sätze und Satzteile noch einmal ganz anders, als ein Komma das kann.
Beispiel:
- Ich kann den Nebensatz mit einem Komma abgrenzen, dann liest du einfach weiter.
- Ich kann den Nebensatz mit einem Gedankenstrich abgrenzen – dann betonst du ihn viel deutlicher.
Ergänzungseffekt
Mit dem Gedankenstrich kannst du einen Satz um eine Information ergänzen, für die du sonst einen eigenen Satz bräuchtest.
Beispiel:
- Den Hund dort drüben – den mit dem langen, schwarzen Fell – habe ich letztens fast eine Stunde lang gestreichelt.
Wechseleffekt
In der direkten Rede kannst du einen Gedankensprung bzw. einen plötzlichen Themenwechsel der sprechenden Person kennzeichnen. So ist der Übergang für die Leserinnen und Leser deutlicher.
Beispiel:
- „Natürlich kannst du dir noch Kartoffeln nehmen, es ist mehr als genug da. – Willst du jetzt nicht endlich mal erzählen, was heute Morgen mit dir los war?“
Schweigeeffekt
Brichst du die direkte Rede mit einem Gedankenstrich ab, wie wir es vorhin schon gesehen haben, erzeugt das ein kurzes Schweigen in den Köpfen der Leser und Leserinnen. Beim Lesen hältst du automatisch kurz inne, wenn das Satzende plötzlich erfolgt.
Beispiel:
- „Das glaube ich einfach nicht, sie würde so etwas niemals tun! Es sei denn –“
Überraschungseffekt
Da der Gedankenstrich eine deutlichere Betonung setzt als beispielsweise ein Komma, kannst du damit hervorragend Spannung aufbauen. Überraschende Wendung kommen damit noch deutlicher zur Geltung.
Beispiel:
- Es war ein warmer, sonniger Tag – niemand sah die dunklen Wolken kommen.
Unterschied Bindestrich – Gedankenstrich
Wir geben es zu: Ein bisschen ähnlich sehen sie sich schon, der Bindestrich und der Gedankenstrich. Wenn du sie nebeneinander siehst, kannst du sie aber deutlich voneinander unterscheiden:
- Kurzer Bindestrich: -
- Langer Gedankenstrich: –
Der Bindestrich ist deutlich kürzer, du nennst ihn auch Viertelgeviertstrich. Du kannst den Bindestrich wie folgt einsetzen:
- Zusammensetzung von Wörtern: Süd-Ost, Dachdecker-Meister, E-Mail-Adresse
- Wortergänzungen: Vorder- und Hinterseite, gut- und bösartig, Wohn- und Schlafzimmer
- Worttrennungen am Zeilenende
Die Verwendung des Gedankenstrichs unterscheidet sich also deutlich von jener des Bindestrichs.
Zusammenfassung
- Die Tastenkombination für den Gedankenstrich ist Alt + 0150 für Windows und Alt + Bindestrich für macOS.
- Du nennst den Gedankenstrich auch Halbgeviertstrich.
- Es gibt einen einfachen Gedankenstrich und einen paarigen Gedankenstrich.
- Den paarigen Gedankenstrich brauchst du für Parenthesen, also eingeschobene Sätze oder Satzteile.
- Beachte dabei die Regeln für Leerzeichen und Satzzeichen.
- Den einfachen Gedankenstrich brauchst du für die Hervorhebung von Satzergänzungen, von-bis-Angaben, den Abbruch direkter Rede, als Währungsstrich oder als Aufzählungszeichen.
- Oft kannst du den Gedankenstrich durch Kommas, Klammern oder einen Doppelpunkt ersetzen.
- Aber nur mit dem Gedankenstrich erzielst du unterschiedliche Effekte wie beispielsweise eine deutlichere Betonung oder ein kurzes Innehalten.
- Der Bindestrich ist kürzer und heißt auch Viertelgeviertstrich.
- Du brauchst den Bindestrich für die Zusammensetzung von Wörtern, Wortergänzungen und Worttrennungen am Zeilenende.
- Nebeneinander wird der Unterschied deutlich: - –
Wie nennst du den Gedankenstrich noch?