Deutsch: Dativobjekt

Wenn Du wissen willst, was es mit dem Dativobjekt auf sich hat, dann bist Du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.

Das Dativobjekt und wie es Dir im Deutschunterricht nützt

Du weißt bestimmt, dass jeder Satz aus verschiedenen Satzgliedern besteht. Während das Subjekt und das Prädikat in jedem Satz vorkommen müssen, ist das Objekt eine sogenannte Satzergänzung: Es erweitert den Satz um zusätzliche Informationen. Das Dativobjekt steht dabei im 3. Fall (Kasus), dem Dativ. 

Wir erklären Dir anhand einfacher Beispiele, wie Du das Dativobjekt bestimmst und einsetzt.


Das Objekt und wie es dem Prädikat mehr Würze verleiht

Damit ein Satz grammatikalisch korrekt ist, braucht er ein Subjekt und ein Prädikat. Das Subjekt ist die Person oder Sache, um die es in dem Satz geht. Das Prädikat verrät uns, was das Subjekt – also die Person oder Sache – gerade tut. Ein Satz kann also aus lediglich zwei Wörtern bestehen und trotzdem grammatikalisch korrekt sein: 

Christian schreibt. 

In diesem Beispiel ist „Christian“ das Subjekt und „schreibt“ das Prädikat. Wir wissen, dass Christian mit Schreiben beschäftigt ist. Damit wir mehr darüber erfahren, welche Wörter Christian gerade zu Papier bringt, brauchen wir ein Objekt. 

Christian schreibt einen Brief.

Das ObjektBrief“ verrät uns jetzt, dass Christian kein Gedicht oder Tagebuch, sondern einen Brief schreibt. In diesem Fall würdest du das Objekt wie folgt erfragen: 

 Wen oder was schreibt Christian? 🡪 einen Brief.

Wie Du das Objekt erfragst, hängt davon ab, in welchem Fall es steht.

Das Dativobjekt im Vergleich zum Akkusativobjekt

Die vier Fälle der deutschen Sprache, auch Kasus genannt, kennst Du bestimmt. Trotzdem geben wir Dir hier nochmal einen kleinen Überblick:

  1. Fall: Nominativ (Frage: wer oder was?)

  2. Fall: Genitiv (Frage: wessen?)

  3. Fall: Dativ (Frage: wem?)

  4. Fall: Akkusativ: (Frage: wen oder was?)

Diese Übersicht verrät Dir schon, dass der Brief, den Christian im Beispiel oben schreibt, im 4. Fall (Akkusativ) steht – Du kannst ihn mit Wen oder was schreibt Christian? erfragen. 

Das Dativobjekt hingegen kannst Du mit wem? erfragen. Bleiben wir bei Christian und seinem Brief, könnte das zum Beispiel so aussehen: 

Christian schreibt seinem Freund einen Brief. 

Du fragst also „Wem schreibt Christian einen Brief?“ und bekommst die Antwort „seinem Freund“. 

In diesem Fall sind beide Objekte gleichwertig. Du könntest jedes davon weglassen und hättest immer noch einen vollständigen Satz:

Christian schreibt.

Christian schreibt einen Brief.

Christian schreibt seinem Freund.

Es gibt aber Sätze, in denen das Akkusativobjekt unbedingt erforderlich ist, während das Dativobjekt im Satz nur eine Ergänzung darstellt. Deshalb wird das Akkusativobjekt auch direktes Objekt genannt, das Dativobjekt kennt man auch als indirektes Objekt

An diesem Beispiel kannst Du das gut erkennen:

Ich backe meiner Lieblingslehrerin Kekse.

Wen oder was backe ich meiner Lieblingslehrerin? 🡪 Kekse (direktes Objekt = Akkusativ)

Wem backe ich Kekse? 🡪 meiner Lieblingslehrerin (indirektes Objekt = Dativ)

Das Akkusativobjekt, also das direkte Objekt, ist in diesem Satz unverzichtbar: 

Ich backe meiner Lieblingslehrerin ... eine Pizza, einen Kuchen?

Aber der Satz würde ohne das Dativobjekt, also das indirekte Objekt, gut funktionieren:

Ich backe Kekse

Deshalb spricht man in diesem Fall auch von einem freien Dativ. Es gibt eine einfache Möglichkeit, den freien Dativ zu erkennen.

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Wie Du den freien Dativ mit der Weglassprobe erkennst

Ein freier Dativ ist ein Dativobjekt, das für den Satz nicht zwingend erforderlich ist. Das heißt: Du könntest das Dativobjekt einfach weglassen und hättest danach trotzdem noch einen vollständigen, sinnvollen Satz – so wie bei den Keksen für die Lieblingslehrerin. Mit der Weglassprobe kannst Du ganz einfach herausfinden, ob es sich um einen freien Dativ handelt.:

Meine Mutter strickt mir einen Schal. (wem? = Dativ)

Versuchen wir jetzt einmal, ob wir das Dativobjekt mir hier auch weglassen könnten:

Meine Mutter strickt einen Schal. 

Der Satz funktioniert auch ohne das Dativobjekt. In diesem Fall ist mir also ein freier Dativ.

Mir schwirrt schon der Kopf von dieser Dativ-Lektion. (wem? = Dativ)

Auch in diesem Fall ist mir das Dativobjekt. Aber handelt es sich auch wieder um einen freien Dativ? Mit der Weglassprobe finden wir es heraus:

Schwirrt schon der Kopf von dieser Dativ-Lektion.

Das ist kein vollständiger Satz. In diesem Fall ist das Dativobjekt mir also eine obligatorische (= notwendige) Satzergänzung.

Der Trick mit dem Dativpronomen

Wir hoffen natürlich, dass Dir noch nicht der Kopf schwirrt!

Trotzdem ist der Satz mit der Dativ-Lektion das perfekte Beispiel dafür, wie Du Pronomen verändern musst, wenn sie im Dativ stehen. Pronomen sind Wörter, die Du statt eines Nomens einsetzen kannst – zum Beispiel die Personalpronomen ich, du, er, sie, es, wir und ihr. Damit aus einem Pronomen ein korrektes Dativpronomen wird, musst Du seine Form im Dativ anpassen, also sie deklinieren

Bleiben wir beim obigen Beispiel, ist das ursprüngliche Personalpronomen ich

Ich schwirrt schon der Kopf von dieser Dativ-Lektion.

Das wäre allerdings kein korrekter Satz. Wir nehmen das ich also und beugen es in die Form, in der es zum Dativobjekt wird: 

 Mir schwirrt schon der Kopf von dieser Dativ-Lektion. 

Deklinieren, also beugen, kannst Du aber nicht nur Pronomen, sondern auch Nomen, Artikel und Adjektive. Wie Du diese Wörter richtig beugst, kannst Du in Grammatiktabellen online oder in Deinen Schulbüchern nachschlagen. Wir haben später aber auch noch ein paar Übungsbeispiele für Dich. 

Dativverben verraten Dir, wann der Dativ angebracht ist

Einige Verben sind so eng mit der Frage „wem?“ verknüpft, dass sie ein Dativobjekt verlangen. Grob eingeteilt findest Du diese Verben in drei Gruppen:

  1. Verben des Gebens und Nehmens, z. B. nehmen, geben, schenken

  2. Verben der Mitteilung, z. B. erklären, sagen, antworten

  3. Verben, die eine Beziehung zwischen Personen oder Dingen zeigen, z. B. vergleichen, ähneln, gefallen


Du findest solche Verben auch, wenn Du Dich fragst: „Wem kann ich …“ und den Satz dann sinnvoll vervollständigst. Dann könnten einige der wichtigsten Dativverben herauskommen:

Wem kannst Du
Wem kannst Du etwas
  • absagen
  • bringen
  • antworten
  • empfehlen
  • begegnen
  • erklären
  • beistehen
  • geben
  • danken
  • leihen
  • drohen
  • nützen
  • fehlen
  • raten
  • folgen
  • sagen
  • gefallen
  • schenken
  • gehören
  • schicken
  • gratulieren
  • wegnehmen
  • helfen
  • zeigen
  • vertrauen

  • widersprechen

  • zuhören


Hier sind einige Beispiele, wie diese Verben Dativobjekte erzeugen:

  • absagen: Ich sage meinem Freund ab. 

  • fehlen: Mir fehlt noch eine Zutat für den Zaubertrank.

  • gratulieren: Ich gratuliere meiner Mutter zum Geburtstag.

  • geben: Ich gebe dem Hund jeden Tag sein Futter. 

  • leihen: Ich leihe dir das Buch, aber mach keine Eselsohren rein.

  • zeigen: Meine Schwester zeigt ihrer Freundin ihr neues Kleid.

Präpositionen, die dem Dativ verbunden sind

Auf einige Präpositionen (Verhältniswörter) folgt zwangsgedrungen der Dativ. Du kannst diese Präpositionen auswendig lernen und wirst immer wissen, dass das darauffolgende Objekt im Dativ stehen muss:

  • aus

  • außer

  • bei

  • entsprechend

  • gegenüber

  • gemäß

  • mit

  • nach

  • nahe

  • samt

  • seit

  • von

  • zu


Beispiele:

Niemand außer mir findet das lustig. (Niemand außer wem?)

Ich muss mich gegenüber meiner Lehrerin rechtfertigen. (Gegenüber wem?)

Ich komme nach diesem Mann an die Reihe. (Nach wem?)


Es gibt aber auch Präpositionen, die ein Dativobjekt oder Akkusativobjekt nach sich ziehen können. Diese heißen Wechselpräpositionen. Einige davon sind auf, an, hinter, über, unter, neben und zwischen. 

Nach diesen Wechselpräpositionen kann ein Ort oder eine Lage stehen, die Du mit wo? erfragen kannst. Dann steht das Objekt im Dativ. Folgt auf die Wechselpräposition eine Richtung, die Du mit wohin? erfragen kannst, steht das Objekt im Akkusativ


Beispiel:

 Ich habe den Besen hinter der Tür abgestellt. (wo? = Dativ)

 Ich habe den Besen hinter die Tür gestellt. (wohin? = Akkusativ)

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Merke

Merke: Wenn Du unsicher bist, erkennst Du oft am Artikel, ob ein Objekt im Dativ oder im Akkusativ steht. Ist der Artikel unverändert (die Tür), handelt es sich um den Akkusativ. Ist der Artikel gebeugt (der Tür), handelt es sich um den Dativ. 

Achte darauf, dass der Dativ dem Genitiv nicht zum Verhängnis wird!

Vielleicht hast Du schon einmal den Spruch gehört „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Der Spruch kommt daher, dass nach einem „wegen“ gerne der Dativ verwendet wird:

Wegen dem Wind ist meine Frisur ruiniert. 

Korrekterweise muss hier aber der Genitiv verwendet werden:

Wegen des Windes ist meine Frisur ruiniert. 

Sei also schlau und verwende nach „wegen“ den Genitiv. 

Zusammenfassung: So kommst Du mit dem Dativobjekt leicht zurecht

  • Der Dativ ist der dritte Fall der deutschen Grammatik.

  • Das Dativobjekt kannst Du mit wem? erfragen. 

  • Verben des Gebens und Nehmens, Verben der Mitteilung und Verben, die Beziehungen ausdrücken erfordern oft ein Dativobjekt. 

  • Auch manche Präpositionen erfordern einen Dativ. Du merkst sie Dir mit dem Merkspruch: „Von Aus-bei-mit nach Von-seit-zu fährst immer mit dem Dativ du.“

  • Das Dativobjekt wird auch „indirektes Objekt“ genannt, das Akkusativobjekt ist das direkte Objekt.

  • Ein freier Dativ ist ein Dativobjekt, das eine zusätzliche Information vermittelt, ohne die der Satz auch korrekt wäre. Mit der Weglassprobe kannst Du den freien Dativ ermitteln. 

Übungen zum Dativobjekt

Mit den folgenden Übungen kannst Du Dein Wissen zum Dativobjekt überprüfen und festigen. 

Die Lösungen zu den Übungen findest Du hier.


Übung 1 – Überraschung!

Wir haben in allen Überschriften, die Du gerade gelesen hast, Beispiele für Dativobjekte versteckt. Kannst Du sie alle finden?

  1. Das Dativobjekt und wie es Dir im Deutschunterricht nützt

  2. Das Objekt und wie es dem Prädikat mehr Würze verleiht

  3. Das Dativobjekt im Vergleich zum Akkusativobjekt

  4. Wie Du den freien Dativ mit der Weglassprobe erkennst

  5. Der Trick mit dem Dativpronomen

  6. Dativverben verraten Dir, wann der Dativ angebracht ist

  7. Präpositionen, die mit dem Dativ verbunden sind

  8. Achte darauf, dass der Dativ dem Genitiv nicht zum Verhängnis wird!

  9. Zusammenfassung: So kommst Du mit dem Dativobjekt leicht zurecht

  10. Übungen zum Dativobjekt


Übung 2 – Identifiziere den freien Dativ mit der Weglassprobe

Finde mit der Weglassprobe heraus, ob es sich um einen freien Dativ handelt – also der Satz auch ohne das Dativobjekt noch korrekt und sinnvoll ist:

  1. Meine Oma strickt mir eine Mütze.

  2. Kannst du mir bitte das Salz reichen?

  3. Ich bringe meinen Mitschülern heute Kekse mit in die Schule. 

  4. Ich helfe der alten Dame über die Straße.

  5. Ich bringe meiner Schwester das Tanzen bei.
     
  6. Hast du schon die Post aus dem Briefkasten geholt?
Übung zum Dativ-Objekt: Personalpronomen richtig beugen

Ich erkläre (der Tourist) den Weg zum Bahnhof.

Lösungen

Übung 1 – Überraschung!

Wir haben in allen Überschriften, die du gerade gelesen hast, Beispiele für Dativobjekte versteckt. Kannst du sie alle finden?

Lösungen:

  1. Das Dativobjekt und wie es dir im Deutschunterricht nützt

  2. Das Objekt und wie es dem Prädikat mehr Würze verleiht

  3. Das Dativobjekt im Vergleich zum Akkusativobjekt

  4. Wie du den freien Dativ mit der Weglassprobe erkennst

  5. Der Trick mit dem Dativpronomen

  6. Dativverben verraten dir, wann der Dativ angebracht ist

  7. Präpositionen, die mit dem Dativ verbunden sind

  8. Achte darauf, dass der Dativ dem Genitiv nicht zum Verhängnis wird!

  9. Zusammenfassung: So kommst Du mit dem Dativobjekt leicht zurecht

  10. Übungen zum Dativobjekt


Übung 2 – Identifiziere den freien Dativ mit der Weglassprobe

Finde mit der Weglassprobe heraus, ob es sich um einen freien Dativ handelt – also der Satz auch ohne das Dativobjekt noch korrekt und sinnvoll ist:


Lösungen:

  1. Meine Oma strickt mir eine Mütze. (Funktioniert auch – freier Dativ)

  2. Kannst du mir bitte das Salz reichen? (Funktioniert nicht – kein freier Dativ)

  3. Ich bringe meinen Mitschülern heute Kekse mit in die Schule. (Funktioniert auch – freier Dativ)

  4. Ich helfe der alten Dame über die Straße. (Funktioniert nicht – kein freier Dativ)

  5. Ich bringe meiner Schwester das Tanzen bei. (Funktioniert nicht – kein freier Dativ)

  6. Hast du schon die Post aus dem Briefkasten geholt? (Funktioniert auch – freier Dativ)
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