Deutsch - Woyzeck - Zusammenfassung der Szenen

Wenn du die wichtigsten Punkte der einzelnen Szenen von Woyzeck wissen willst, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein!

Woyzeck: Zusammenfassung & Szenenübersicht

Die TragödieWoyzeck“ wurde von dem deutschen Dramatiker Georg Büchner 1836 geschrieben. Es fällt in die Literaturepoche Vormärz. Leider schaffte er es bis zu seinem Tod 1837 nur, einen Teil des Dramas fertigzustellen – es bleibt zunächst als Fragment zurück. Veröffentlicht wurde das Werk erstmals 1879, die Uraufführung fand am 8. November 1913 in München statt. 

Da „Woyzeck“ so häufig neu interpretiert, überarbeitet und in viele Sprachen übersetzt wurde, existieren unterschiedliche Versionen der Tragödie, die sich in der Szenenabfolge leicht unterscheiden. Wir haben uns für unsere Woyzeck-Zusammenfassung nach Szenen an der umfangreichsten Variante orientiert. 

Woyzeck (Büchner) Zusammenfassung:

Der Soldat Woyzeck arbeitet hart, um seiner Freundin Marie und seinem Sohn Christian ein gutes Leben zu bieten. Dabei ist er psychisch krank und leidet an Schizophrenie. Als er sich dann von einem Arzt für ein Experiment bezahlen lässt, bei dem er sich ausschließlich von Erbsen ernähren soll, wird Woyzecks physischer und psychischer Zustand immer schlechter – er bekommt Halluzinationen. Die ständige Demütigung durch seinen Vorgesetzten und die Affäre seiner Freundin führen schließlich dazu, dass Woyzeck Marie ermordet.

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Woyzeck: Zusammenfassung der Szenen

Im Folgenden haben wir eine Szenenzusammenfassung von Woyzeck für dich – wir haben jede Szene übersichtlich in wenigen Sätzen zusammengefasst. 

Woyzeck 1. Szene: Freies Feld, die Stadt in der Ferne

Woyzeck und sein Kollege Andres schneiden Stöcke im Gebüsch auf einem freien Feld abseits der Stadt. Woyzeck leidet unter Wahnvorstellungen und fühlt sich von den Freimaurern bedroht. Schließlich reißt er Andres ins Gebüsch, um sich mit ihm in Sicherheit zu bringen. Als der Zapfenstreich ertönt, verschwinden Woyzecks Halluzinationen langsam. 

Woyzeck 2. Szene: Die Stadt

Woyzecks Freundin Marie Zickwolf steht mit ihrem Sohn Christian am Fenster und unterhält sich mit ihrer Nachbarin Margreth, die vor dem Fenster steht. Als der Zapfenstreich vorbeizieht, finden beide Frauen den Tambourmajor sehr attraktiv.  Margreth findet, Marie habe mit dem Tambourmajor geflirtet und macht ihr Vorwürfe über ihren Lebensstil und das uneheliche Kind. 

Marie beendet den Streit, indem sie das Fenster zuschlägt. Sie singt ihrem Kind ein Lied darüber vor, dass sie von besseren Lebensumständen träumt. Dann klopft Woyzeck an das Fenster, möchte aber nicht hereinkommen. Er redet wirr und ignoriert sein eigenes Kind. Als er behauptet, wieder zur Kaserne zu müssen und geht, lässt er Marie enttäuscht und besorgt zurück. 

Woyzeck 3. Szene: Buden, Lichter, Volk

Woyzeck und Marie besuchen einen Jahrmarkt. Dort begegnen sie einem Ausrufer, der seine Show bewirbt, in der er die Gemeinsamkeiten von Tieren und Menschen beweisen will. Woyzeck und Marie wollen sich die Vorführung ansehen und betreten die Bude. 

Der Tambourmajor und sein Unteroffizier bemerken Marie und unterhalten sich darüber, wie schön sie ist, und dass sie sich „zur Fortpflanzung eigne“. Dann folgen sie Marie in die Bude. 

Für die Show stellt der Tambourmajor seine Uhr als Requisit zur Verfügung – angeblich soll das Pferd die Uhrzeit davon ablesen können. Marie drängelt sich in die erste Reihe, um besser sehen zu können, und der Tambourmajor hilft ihr dabei. 

Woyzeck 4. Szene: Maries Kammer

In ihrer Kammer betrachtet Marie ihre neuen Ohrringe in einem kaputten Spiegel. Der Schmuck war ein Geschenk des Tambourmajors, und Marie fühlt sich geschmeichelt und begehrt. Sie singt ein Lied und träumt von einem besseren Leben.

Woyzeck betritt den Raum und wundert sich darüber, woher Marie die Ohrringe hat. Sie behauptet, sie hätte sie gefunden, und Woyzeck akzeptiert diese Erklärung. Er überreicht Marie seinen Verdienst und geht. Marie bleibt mit schlechtem Gewissen zurück. 

Woyzeck 5. Szene: Beim Hauptmann

Woyzeck verdient sich etwas Geld dazu, indem er den Hauptmann rasiert. Während der Rasur prangert der Hauptmann Woyzecks uneheliches Kind an. Außerdem ermahnt er den Soldaten, nicht zu hetzen. 

Woyzeck reagiert auf die Sticheleien, indem er die Bibel zitiert und sagt, dass Gott alle Kinder liebt. Er rechtfertigt seine Hetze mit der Tatsache, dass er Geld verdienen muss, da er sonst nicht die finanziellen Mittel hat, Marie zu heiraten. 

Als Woyzeck beginnt, über die Tugend zu philosophieren, kann ihm der Hauptmann intellektuell nicht mehr folgen und bricht das Gespräch ab. 

Woyzeck 6. Szene: Maries Kammer

Marie und der Tambourmajor kommen sich in Maries Kammer näher. Beide sind voneinander sehr angetan. Marie wehrt sich zunächst, gibt aber schließlich nach. 

Woyzeck 7. Szene: Auf der Gasse

Marie und Woyzeck treffen sich auf der Gasse. Woyzeck scheint wieder Wahnvorstellungen zu haben, gleichzeitig ahnt er, dass Marie ihn betrügt. Er beschuldigt sie der Untreue. Völlig überrumpelt will sich Marie zunächst rausreden. Schließlich weist sie Woyzecks Anschuldigungen zurück und schiebt sie auf seine psychischen Probleme. 

Woyzeck 8. Szene: Beim Doktor

Um Geld zu verdienen, hat Woyzeck einem Experiment zugestimmt, bei dem der Doktor die Folgen einseitiger Ernährung untersuchen will. Dafür darf Woyzeck sich ausschließlich von Erbsen ernähren. 

Der Doktor ist verstimmt, weil er beobachtet hat, wie Woyzeck auf die Straße uriniert hat, obwohl er eine Urinprobe von ihm braucht. Woyzeck fängt daraufhin an zu fantasieren, worüber der Doktor sichtlich erfreut ist. Er diagnostiziert eine geistige Verwirrung und möchte, dass Woyzeck für weitere Untersuchungen zur Verfügung steht. 

Woyzeck 9. Szene: Straße

Der Hauptmann und der Doktor gehen gemeinsam die Straße entlang. Als der fettleibige Hauptmann den schnellen Gang des Doktors kritisiert, prognostiziert dieser ihm einen frühen Tod. Die beiden Männer beginnen zu streiten. 

Woyzeck kommt angerannt, und die beiden Männer richten ihren Ärger auf ihn. Der Hauptmann macht Anspielungen auf Maries Untreue, worauf Woyzeck mit heftigen körperlichen Symptomen reagiert. Der Doktor freut sich darüber. Als Woyzeck wegläuft, rennt der Doktor ihm hinterher, um ihn daran zu erinnern, dass er ihm noch mehr Geld gibt, wenn er sich weiter für Experimente zur Verfügung stellt. Der Hauptmann bleibt verwirrt zurück.

Woyzeck 10. Szene: Die Wachstube

Woyzeck und Andres haben Dienst in der Wachstube. In der Stadt läuft Musik, es wird getanzt, und Andres lässt sich von der guten Laune anstecken und singt ein Lied. Woyzeck hingegen ist unruhig und eifersüchtig aufgrund Maries Untreue. Er verlässt die Wachstube, um nach seiner Freundin zu suchen. 

Woyzeck 11. Szene: Wirtshaus

Die Menschen tanzen und singen im Wirtshaus, während sich zwei Handwerksburschen über das Leben unterhalten. Durch das Fenster des Wirtshauses sieht Woyzeck, wie Marie und der Tambourmajor miteinander tanzen. Er ist entsetzt und voller Neid. Einer der Handwerksburschen monologisiert über die Vergänglichkeit des Lebens.

Woyzeck 12. Szene: Freies Feld

Woyzeck ist auf einem freien Feld außerhalb der Stadt, und seine Halluzinationen werden immer schlimmer. Er bildet sich ein, Stimmen zu hören, die ihm befehlen, Marie zu ermorden. 

Woyzeck 13. Szene: Nacht

In der Kaserne kann Woyzeck nicht schlafen, weil er meint, Geräusche und Stimmen in den Wänden zu hören, die ihn zum Mord an Marie drängen. Andres möchte Woyzeck beruhigen und weiterschlafen. Er glaubt, Woyzeck habe Fieber, woraufhin er ihm rät, fiebersenkendes Pulver mit Schnaps einzunehmen. 

Woyzeck 14. Szene: Wirtshaus

Woyzeck trifft im Wirtshaus auf den Tambourmajor, der ihn mit Drohungen provoziert. Die beiden beginnen eine Schlägerei, die der Tambourmajor klar gewinnt. Als der geschlagene Woyzeck zitternd auf dem Boden sitzt, nimmt er sich vor, andere Pläne zu verfolgen, womit er den Mord an Marie andeutet. 

Woyzeck 15. Szene: Kramladen

Der jüdische Besitzer des Kramladens bietet Woyzeck eine Pistole an, die dieser sich jedoch nicht leisten kann. Stattdessen kauft er für zwei Groschen ein Messer. 

Woyzeck 16. Szene: Kammer

Marie liest in der Bibel und hofft, damit besser mit ihrem Betrug zurechtzukommen. Schuldbewusst blickt sie ihr Kind Christian an. Auch Karl, der Narr, ist in der Kammer und erzählt ein Märchen über Kindesraub. Marie bereut ihre Untreue und ist enttäuscht, das Woyzeck in den letzten Tagen nicht zu ihr gekommen ist.

Woyzeck 17. Szene: Kaserne

Woyzeck übergibt in der Kaserne all sein Hab und Gut an Andres. Dieser nimmt die Habseligkeiten verwundert entgegen und empfiehlt Woyzeck noch einmal, fiebersenkendes Pulver und Schnaps einzunehmen.  

Woyzeck 18. Szene: Der Hof des Doktors

In seinem Hof will der Doktor ein paar Studenten ein Experiment an einer Katze vorführen. Als Woyzeck die Katze nicht fest genug hält, flieht das Tier. Daraufhin stellt der Doktor Woyzeck selbst als Experiment vor und erniedrigt ihn damit zum Versuchskaninchen. 

Woyzeck 19. Szene: Marie und Mädchen vor der Haustür

Vor ihrer Haustür singt Marie mit drei kleinen Mädchen ein Lied, dabei tanzen sie im Kreis. Dabei ist auch die Großmutter, die ein trauriges Märchen über ein Waisenkind erzählt. Schließlich kommt Woyzeck und bittet Marie, mit ihm zu kommen. Marie ist unsicher, ob sie mit Woyzeck gehen soll. 

Woyzeck 20. Szene: Abend, die Stadt in der Ferne

Marie und Woyzeck sind außerhalb der Stadt. Da es dunkel und kalt ist, will Marie umkehren, aber Woyzeck besteht darauf, dass sie noch bleiben. Schließlich macht er Andeutungen auf den bevorstehenden Mord und zieht sein Messer. Er ignoriert Maries Hilfeschreie und sticht auf sie ein, bis sie tot ist. Als er Menschen kommen hört, flieht er. 

Woyzeck 21. Szene: Es kommen Leute

Zwei Menschen haben Maries Hilfeschreie gehört, aber einer von beiden denkt, dass es sich um einen Spuk handelt. Der Andere glaubt, dass er einen Menschen sterben hört und zieht seinen Begleiter mit zum Tatort. 

Woyzeck 22. Szene: Das Wirtshaus

Um sich von seiner Tat abzulenken, geht Woyzeck ins Wirtshaus, wo er mit Käthe tanzt und flirtet. Doch sie bemerkt Blut an seiner Hand und macht andere Anwesende darauf aufmerksam. Woyzeck gerät in Erklärungsnot, und er bestreitet, jemanden getötet zu haben. Schließlich flüchtet er aus dem Wirtshaus. 

Woyzeck 23. Szene: Abend, die Stadt in der Ferne

Woyzeck kehrt zum Tatort zurück, um das Messer zu holen. Dabei halluziniert er erneut, spricht mit Marie und nennt sie eine Sünderin. Als er Menschen kommen hört, flieht er panisch. 

Woyzeck 24. Szene: Am Teich

Woyzeck wirft das Messer in einen Teich. Er befürchtet, dass jemand es finden könnte. Deshalb steigt er ins Wasser und wirft die Tatwaffe noch weiter in den Teich. Er wäscht sich Maries Blut ab.

Woyzeck 25. Szene: Straße

Mittlerweile redet die ganze Stadt über den Mord. So auch zwei Kinder, die unbedingt die Leiche sehen wollen, bevor es zu spät ist. Sie eilen zum Tatort. 

Woyzeck 26. Szene: Gerichtsdiener, Arzt und Richter

Gemeinsam mit dem Arzt und dem Richter kommt der Gerichtsdiener am Tatort an und bemerkt fasziniert, dass es lange keinen so ästhetischen Mord mehr in der Stadt gab. 

Woyzeck 27. Szene: Karl der Idiot, Woyzeck und das Kind

Woyzecks Sohn Christian sitzt auf dem Schoß des Narren Karl. Als Woyzeck kommt, bemerkt Karl dessen Kleidung, die vom Teich immer noch nass ist. Woyzeck möchte sein Kind umarmen, doch Christian wendet sich schreiend von ihm ab. Karl rennt mit dem Kind weg und lässt Woyzeck alleine stehen. 

Da Georg Büchner verstarb, bevor er sein Werk beenden konnte, ist leider unklar, welches Ende er für die Tragödie vorgesehen hatte. 

Zusammenfassung

  • „Woyzeck“ ist eine Tragödie von Georg Büchner. 
  • Der Dramatiker hat das Werk 1836 in der Literaturepoche des Vormärz geschrieben.
  • Nach seinem frühen Tod 1837 bleib das Drama als unvollendetes Fragment zurück.
  • Eine erste Veröffentlichung fand 1879, die Uraufführung 1913 statt.
  • Es gibt viele unterschiedliche Fassungen, die sich in der Szenenabfolge unterscheiden. 
  • Es geht um den Soldaten Woyzeck, den seine psychische Krankheit, die Demütigung durch seinen Vorgesetzten und seinen Arzt und der Betrug durch seine Freundin zum Mord an seiner Freundin treiben. 
  • Am Ende wendet sich sogar sein eigenes Kind von Woyzeck ab und er steht völlig alleine da.
  • Leider ist nicht bekannt, welches Ende Georg Büchner für sein Werk vorgesehen hatte.
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