Deutsch - Präteritum

Wenn du wissen willst, wie man das Präteritum richtig bildet und anwendet, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.

Präteritum (Imperfekt) im Deutschen: Bildung, Verwendung und Beispiele

Das Präteritum ist eine von drei Zeitformen für die Vergangenheit im Deutschen. Manchmal wird es auch „Imperfekt“ genannt. Du verwendest das Präteritum vor allem in der Schriftsprache. Wir zeigen dir, wie du das Präteritum (Imperfekt) bildest und anwendest – natürlich wie immer mit vielen Beispielen.

Was ist das Präteritum oder Imperfekt?

Im Deutschen gibt es drei Vergangenheitszeitformen: das Präteritum, das Perfekt und das Plusquamperfekt. Das Präteritum wird auch „einfache Vergangenheit“ genannt.
Hier einige Beispielsätze im Präteritum:

  • 2010 kam meine kleine Schwester zur Welt.
  • Ich hatte gestern riesigen Hunger.
  • Letzten Sommer traf ich Erik im Urlaub auf Hawaii.

Anders als die anderen Vergangenheitszeitformen Perfekt („ich habe gesehen“) und Plusquamperfekt („ich hatte gesehen“) kommt das Präteritum mit nur einem einzigen Wort aus („ich sah“). 


Verwendung des Präteritums

Deutsche Verben im Präteritum findest du am ehesten in Erzählungen und Berichten über die Vergangenheit sowie in Märchen oder Romanen. Auch Zustände und Fakten in der Vergangenheit drückst du mit dem Präteritum aus.
Hier ein paar Beispiele für die Anwendung des Präteritums:

  • Erzählungen: „Als ich nach Hause kam, sah ich …“
  • Berichte: „Der Tatverdächtige floh am 21. März 2024 aus dem Versicherungsgebäude.“
  • Märchen: „Es war einmal …“ / „Und sie lebten glücklich …“
  • Romane: „Hank war ein ganz normaler Junge bis zu dem Tag, an dem er dem toten Helden begegnete …“
  • Zustände in der Vergangenheit: „Das Wetter war super, die Sonne schien und wir hatten kaum Regen.“
  • Fakten in der Vergangenheit: „Kaiser Wilhelm regierte bis 1918.“

Noch wichtiger ist aber: Vor allem kommt das Präteritum in der Schriftsprache vor. Die mündliche Verwendung des Präteritums ist selten – wir weichen dann eher auf das Perfekt aus. Stell dir vor, du erzählst deinen Eltern von einem Ausflug, den du gerade mit der Klasse gemacht hast. Was würdest du eher sagen? 

„Wir fuhren um neun Uhr los. Den größten Teil des Tages spielten wir Fußball.“ (Präteritum)
„Wir sind um neun Uhr losgefahren. Den größten Teil des Tages haben wir Fußball gespielt.“ (Perfekt)


Vermutlich hast du dich für das Perfekt entschieden. Es ist nicht falsch, das Präteritum auch in der gesprochenen Sprache zu verwenden – es klingt aber meist zu förmlich für unsere Ohren. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen.

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Fun Fact

Präteritum oder Imperfekt? 

Du kannst tatsächlich beides sagen. Das Wort „Imperfekt“ ist aus dem Französischen zu uns gekommen. Dort gibt es eine Zeitform für die Vergangenheit, die „imparfait“ („unvollendet“) heißt. So richtig passt das aber nicht, denn: 

Erstens wird das französische Imparfait anders verwendet als das Präteritum. 

Und zweitens verwendet man das Präteritum gerade für Handlungen in der Vergangenheit, die vollständig abgeschlossen sind. 

Wenn du es also wirklich korrekt machen möchtest, dann sprich besser vom Präteritum. Auch der Begriff Imperfekt ist auf Deutsch aber nicht falsch – viele Leute verwenden ihn. Das Wort Präteritum kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet einfach „vorbeigegangen“. 


Hilfsverben und Modalverben im Präteritum

Es gibt im Deutschen drei Hilfsverben und sechs Modalverben:

  • Hilfsverben: sein, haben, werden
  • Modalverben: können, müssen, dürfen, sollen, mögen, wollen

Oft werden die Modelverben im Präteritum gebraucht, auch in der gesprochenen Sprache. Schau dir die Beispiele an, um den Unterschied zu spüren:

  • „Ich war letzte Woche bei meiner Freundin.“ (Beispiel Präteritum)
  • „Ich bin letzte Woche bei meiner Freundin gewesen.“ (Beispiel Perfekt)
  • „Ich wollte das gar nicht.“ (Beispiel Präteritum)
  • „Ich habe das gar nicht gewollt.“ (Beispiel Perfekt)

Je nach Situation erscheint dir hier das Präteritum wahrscheinlich ebenso natürlich wie das Perfekt. Es gibt hier aber keine festen Regeln. Du kannst also so sprechen, wie es für dich am besten klingt. 


Perfekt vs. Präteritum: Bedeutungsunterschiede

Achtung, nur für Fortgeschrittene! Es gibt beim Präteritum (Imperfekt) in Deutsch einen feinen Bedeutungsunterschied gegenüber dem Perfekt. Vergleiche diese beiden Sätze:

  • Ich habe ein neues Auto gekauft. (Perfekt)
  • Ich kaufte ein neues Auto. (Präteritum)

Spürst du, dass es hier einen Bedeutungsunterschied gibt? Das Perfekt (Satz 1) deutet an, dass das Erzählte für die Gegenwart noch wichtig ist und daher gleich eine Erklärung folgen wird. Zum Beispiel so:

  • Ich habe ein neues Auto gekauft und gestern ist es schon kaputt gegangen.

Das Präteritum (Satz 2) zeigt hingegen, dass eine Handlung wirklich abgeschlossen ist. Sie ist zwar Teil der Erzählung, für die Gegenwart aber nicht mehr wichtig:

  • Ich kaufte ein Auto und kurvte dann drei Jahre lang damit durch Italien. Nach diesen drei Jahren …

Aber keine Sorge: Du darfst zwischen diesen beiden Zeitformen wechseln, denn die Verwendung ist nicht so streng geregelt wie in anderen Sprachen. Im Englischen musst du hingegen sehr klar zwischen past tense (Präteritum) und present perfect (Perfekt) unterscheiden. 

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Bildung des Präteritums leicht erklärt

Für die Bildung des Präteritums auf Deutsch musst du zwischen schwachen und starken Verben unterscheiden:

  • Bei schwachen Verben bleibt der Verbstamm in allen Zeitformen gleich.
  • Bei starken Verben verändert sich der Verbstamm in einigen Zeitformen.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an. Diese Verbformen stehen in der 1. Person Singular und wir zeigen sie dir in unterschiedlichen Zeiten: 

Grundform: Präsens
schwaches Verb: ich sage
starkes Verb: ich schwimme

Grundform: Präteritum
schwaches Verb: ich sagte
starkes Verb: ich schwamm

Grundform: Perfekt
schwaches Verb: ich habe gesagt
starkes Verb: ich bin geschwommen

Grundform: Plusquamperfekt
schwaches Verb: ich hatte gesagt
starkes Verb: ich war geschwommen

Grundform: Futur I
schwaches Verb: ich werde sagen
starkes Verb: ich werde schwimmen

Grundform: Futur II
schwaches Verb: ich werde gesagt haben
starkes Verb: ich werde geschwommen sein

Du siehst, wie der Stamm sich beim starken Verb „schwimmen“ verändert: Der Stammvokal wechselt zwischen -i-, -a- und -o-. Ähnliche Veränderungen siehst du bei Verben wie laufen („ich lief“) oder sehen („ich sah“).

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Merke

Was sind regelmäßige und unregelmäßige Verben?

Wir sprechen hier von schwachen und starken Verben. Du kannst dir das so merken, dass schwache Verben zu schwach sind, um ihren Verbstamm zu verändern, während starke Verben das können. 

Vielleicht hast du auch schon die Begriffe „regelmäßige Verben“ und „unregelmäßige Verben“ gehört. Diese Begriffe meinen dasselbe: Regelmäßige Verben sind schwache Verben und unregelmäßige Verben sind starke Verben. Welche Begriffe du benutzt, ist egal.

Manchmal wirst du vielleicht auch die Einteilung in schwache, starke und gemischte Verben oder in regelmäßige, unregelmäßige und gemischte Verben hören. Die Mischverben verhalten sich in der Grammatik (in der Konjugation) teilweise wie schwache und teilweise wie starke Verben. Wir haben sie aber hier einfach zu den starken Verben hinzugerechnet, was ebenfalls erlaubt ist. 


Schwache (regelmäßige) Verben im Präteritum

Es ist nicht schwierig, das Präteritum von schwachen (regelmäßigen) Verben zu bilden. Du musst nur zwei Dinge tun:

  1. Entferne von der Grundform die Endung -en.
  2. Füge die passende Personalendung hinzu.

Das sind die Personalendungen für das Präteritum (Imperfekt-Endungen): 

1. Person Singular
Personalendung: -te
Beispiel 1: ich sag-te
Beispiel 2: ich lächel-te

2. Person Singular
Personalendung: -test
Beispiel 1: du sag-test
Beispiel 2: du lächel-test

3. Person Singular
Personalendung: -te
Beispiel 1: er/sie/es sag-te
Beispiel 2: er/sie/es lächel-te

1. Person Plural
Personalendung: -ten
Beispiel 1: wir sag-ten
Beispiel 2: wir lächel-ten

2. Person Plural
Personalendung: -tet
Beispiel 1: ihr sag-tet
Beispiel 2: ihr lächel-tet

3. Person Plural
Personalendung: -ten
Beispiel 1: sie sag-ten
Beispiel 2: sie lächel-ten


Besonderheiten beim Präteritum von schwachen Verben

In zwei Fällen musst du bei schwachen (regelmäßigen) Verben im Präteritum ein wenig aufpassen:

  • Verbstamm endet auf -d oder -t: Hier musst du ein zusätzliches -e- vor der Personalendung einfügen.

Beispiel:

warten – ich wart-(e)-te 🡪 ich wartete

Ohne diese Ergänzung würde es „ich wartte“ heißen und diese Form könnten wir mit dem Präsens verwechseln und außerdem leicht falsch schreiben. 


  • Verbstamm endet auf -bn, -dn, -tm oder -gn oder auf zwei Konsonanten gefolgt von -n: Auch hier brauchst du ein zusätzliches -e-, hauptsächlich deshalb, weil es die Aussprache erleichtert.

Beispiel:

    • Verbstamm auf -bn: ebnen – ich ebn-(e)-te 🡪 ich ebnete
    • Verbstamm auf -dn: ordnen – ich ordn-(e)-te 🡪 ich ordnete
    • Verbstamm auf -tm: atmen – ich atm-(e)-te 🡪 ich atmete
    • Verbstamm auf -gn: begegnen – ich begegn-(e)-te 🡪 ich begegnete
    • Verbstamm mit zwei Konsonanten + -n: zeichnen – ich zeichn-(e)-te 🡪 ich zeichnete

Du brauchst das aber nicht alles stur auswendig zu lernen. Denn: Diese kleinen Korrekturen wirst du ganz automatisch beim Sprechen vornehmen, weil du die Wörter schon kennst und korrekt aussprichst. 


Starke (unregelmäßige) Verben im Präteritum

Bei starken Verben ist es wichtig, dass du die 1. Person Singular im Präteritum immer gleich mit lernst – und in den allermeisten Fällen kennst du sie sicher schon.
Also zum Beispiel:

  • denken 🡪 ich dachte
  • beginnen 🡪 ich begann
  • laufen 🡪 ich lief

An diese Form hängst du dann die entsprechenden Personalendungen an:

1. Person Singular
Personalendung: Keine
Beispiel 1: ich dachte
Beispiel 2: ich begann

2. Person Singular
Personalendung: -st
Beispiel 1: du dachte-st
Beispiel 2: du begann-st

3. Person Singular
Personalendung: Keine
Beispiel 1: er/sie/es dachte
Beispiel 2: er/sie/es begann

1. Person Plural
Personalendung: -(e)n
Beispiel 1: wir dacht-en
Beispiel 2: wir begann-en

2. Person Plural
Personalendung: -t
Beispiel 1: ihr dachte-t
Beispiel 2: ihr begann-t

3. Person Plural
Personalendung: -(e)n
Beispiel 1: sie dachte-n
Beispiel 2: sie begann-en

Du siehst, dass du für die Formen in der 1. und 3. Person Plural manchmal -en und manchmal nur -n anhängst – je nachdem, ob die Form in der 1. Person Singular bereits ein -e am Ende hat oder nicht. Ein doppeltes e brauchen wir nicht!


Besonderheiten beim Präteritum von starken Verben

Auch bei starken (unregelmäßigen) Verben im Präteritum gibt es ein paar Ausnahmefälle

  • Verbstamm endet auf einen s-Laut (-s, -ß oder -z): Damit Schreibweise und Aussprache hier gut funktionieren, musst du in diesen Fällen entweder ein -s- auslassen oder zwischen den beiden s-Lauten ein -e- einfügen. 

Beispiel:

lesen – du las-(s)t 🡪 du last 

oder 

lesen – du las-(e)-st 🡪 du lasest


Aber Vorsicht: Nicht immer sind beide Varianten möglich. Bei dem Verb „lassen“ zum Beispiel ist nur das Präteritum du ließest“ erlaubt. Schau im Zweifel einfach im Duden nach.
Wichtige starke Verben, Hilfsverben und Modalverben
Da die starken (unregelmäßigen) Verben in der Zeitform Präteritum sehr unterschiedlich aussehen können, ist es hilfreich, wenn du dir die 1. Person Singular im Präteritum für die wichtigsten Verben einfach einprägst. Dabei hilft dir die folgende Liste.


20 wichtige starke Verben

Grundform: beginnen
1. Person Singular Präteritum: ich begann

Grundform: bitten
1. Person Singualr Präteritum: ich bat

Grundform: denken
1. Person Singular Präteritum: ich dachte

Grundform: essen
1. Person Singular Präteritum: ich aß

Grundform: fallen
1. Person Singular Präteritum: ich fiel

Grundform: finden
1. Person Singular Präteritum: ich fand

Grundform: fliegen
1. Person Singular Präteritum: ich flog

Grundform: halten
1. Person Singular Präteritum: ich hielt

Grundform: helfen
1. Person Singulat Präteritum: ich half

Grundform: kommen
1. Person Singular Präteritum: ich kam

Grundform: lassen
1. Person Singular Präteritum: ich ließ

Grundform: laufen
1. Person Singular Präteritum: ich lief

Grundform: lesen
1. Person Singular Präteritum: ich las


Die drei Hilfsverben im Präteritum

Auch die Formen der Hilfsverben sein, haben und werden im Präteritum solltest du kennen, denn wie du weißt, kommen sie sogar in der gesprochenen Sprache sehr häufig vor. Hier bekommst du einen Überblick:

1. Person Singular
sein: ich war
haben: ich hatte
werden: ich wurde

2. Person Singular
sein: du warst
haben: du hattest
werden: du wurdest

3. Person Singular
sein: er/sie/es war
haben: er/sie/es hatte
werden: er/sie/es wurde

1. Person Plural
sein: wir waren
haben: wir hatten
werden: wir wurden

2. Person Plural
sein: ihr wart
haben: ihr hattet
werden: ihr wurdet

3. Person Plural
sein: sie waren
haben: sie hatten
werden: sie wurden


Die sechs Modalverben im Präteritum

Die sechs Modalverben, die sehr häufig im Präteritum gebraucht werden, sind können, dürfen, mögen, sollen, wollen und müssen. Hier siehst du einige Beispiele im Präteritum:

  • können – ich konnte
  • dürfen – ich durfte
  • mögen – ich mochte
  • sollen – ich sollte
  • wollen – ich wollte
  • müssen – ich musste

Mit diesem Wissen bist du nun bestens gerüstet für den Deutschunterricht – und natürlich auch dafür, im Präteritum spannende Geschichten zu erzählen! 

Zusammenfassung: Präteritum verstehen

  • Das Präteritum ist eine Vergangenheitsform in Deutsch. Es wird bisweilen auch „Imperfekt“ oder „einfache Vergangenheit“ genannt.

  • Die Anwendung des Präteritums ist vielfältig: Die Zeitform wird für Erzählungen und Berichte in der Vergangenheit genutzt und ist die hauptsächliche Zeitform für Romane und für die geschriebene Sprache.

  • Hilfsverben und Modalverben werden auch in der gesprochenen Sprache meist im Präteritum verwendet.

  • Bei starken Verben ist es nicht immer einfach, das Präteritum zu wissen. Hier hilft der Duden weiter. 

Teste dein Wissen

Überprüfe hier, ob du alles rund um die Bilden und Verwendung des Präteritums verstanden hast.

Welche deutsche Zeitform ist das Präteritum?

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