Deutsch - Erörterung Aufbau

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Erörterung Aufbau: Anleitung, Tipps & Beispiele

Eine Erörterung ist eine schriftliche Argumentation, die sich kritisch mit einem Thema oder einer Fragestellung auseinandersetzt. Die Frage- oder Problemstellung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, um die Leser*innen von einem bestimmten Standpunkt zu überzeugen.

Es gibt verschiedene Arten von Erörterungen: Bei der freien Erörterung stützt sich die Form der Argumentation nicht auf einen vorgegebenen Text. Bei der textgebundenen Erörterung hingegen beziehen sich die Argumente und die These direkt auf ein vorgegebenes Werk. 

Wir führen die wichtigsten Bestandteile von Einleitung, Hauptteil, Schluss einer Erörterung auf und geben Hinweise, wie die Argumentation je nach Art der Erörterung aufgebaut werden kann. 

Aufbau einer Erörterung

Der Aufbau einer Erörterung besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Einleitung und Schluss folgen einem festen Aufbau. Der Aufbau des Hauptteils kann je nach textgebundener oder freier Erörterung variieren. 


Textgebundene Erörterung

Einleitung

  • Behandelt Thema und Fragestellung und verbindet Textgrundlagen mit dem zentralen Thema oder der Fragestellung.
  • Geht auf die Rahmeninformationen zum Text (z. B. zum/zur Autor*in) ein.

Hauptteil

  • Fasst die zentrale Argumentation des Textes und Beispiele zusammen.
  • Eigene Stellungnahme zu den Argumenten des vorgegebenen Textes mit Begründungen und Beispielen.

Schluss

  • Die wichtigsten Punnkte der eigenen Position und der Gegenposition werden zusammengeführt.
  • Es wird ein Fazit gezogen.
  • Keine neuen Argumente.

Unterarten

  • Literarische Erörterung


Freie Erörterung

Einleitung

  • Bei der Wahl des Themas besteht kein Spielraum.
  • Aufmerksamkeit der Leser*innen kann durch Zitate usw. geweckt werden.
  • Formulierungen der eigenen Thesen/Positionen zum Thema.

Hauptteil

  • Begründung der Argumente mit Erklärungen, Beispielen und Zitaten.
  • Freie Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der Argumentation ohne Bezug auf den Ausgangstext.
  • Argumentation: linear oder dialektisch.

Schluss

  • Zusammenfassung der wichtigsten Pro- und Kontraargumente.
  • Stellungnahme zur abschließenden Position zum Thema.
  • Appell, Wunsch oder Ausblick für die Zukunft.
  • Keine neuen Argumente

Unterarten

  • Lineare und dialektische Erörterung

Aufbau einer Erörterung: Einleitung

Die Einleitung einer Erörterung übernimmt die Funktion, das Interesse der Leser*innen zu wecken, eine Hinführung zum Thema und zur eigenen Position/These zu geben und den groben Aufbau der Erörterung zu erläutern. 

Interesse wecken

Zum Einstieg eignen sich Zitate, provokante Fragestellungen oder der Bezug zu historischen oder aktuellen Geschehnissen. 

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Beispiel

„Die jüngsten PISA-Ergebnisse haben zu einer großen Debatte über die Qualität des deutschen Bildungssystems geführt. Die Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Bildung bringen bei der Diskussion um neue Reformen unterschiedliche Argumente hervor.“

Hinführung zum Thema 

Auch der Bezug zum Ausgangstext ist wichtig. Mache Struktur und Aufbau erkenntlich: Bei der textgebundenen Erörterung werden weitere Rahmeninformationen zu Titel, Autor*in des Textes, Erscheinungsort und Erscheinungsdatum, der Textsorte und eine kurze Inhaltsangabe eingebaut. 

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Beispiel

„In dem Artikel (…) setzt sich der/die Autor*in (…) mit der Frage auseinander, ob das deutsche Bildungssystem noch zeitgemäß ist. Dabei vertritt der/die Autor*in die Meinung, dass neue Reformen notwendig sind. Es stellt sich die Frage, ob die von dem/der Autor*in vorgeschlagenen Maßnahmen die gewünschten Änderungen mit sich bringen.“ 

Formulierung der eigenen Fragestellung oder These

Die Fragestellung oder These gibt den Leser*innen einen Überblick darüber, um was es sich in dem Hauptteil der Erörterung handeln wird. Die Fragestellung ist immer präzise und offen formuliert. 

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Beispiel

„Das deutsche Bildungssystem muss dringend erneuert werden, um Schüler und Schülerinnen besser auf die Zukunft vorzubereiten.“ 

Aufbau einer Erörterung: Hauptteil

Im Hauptteil wird die eigene Position zur Fragestellung deutlich gemacht. Die These wird formuliert und die Argumente werden vorgestellt. Je nach der Art der Erörterung kann die Argumentation einen anderen Aufbau haben.  

Argumentationsstrategien: Pro- und Kontra-Argumente

Eine freie Erörterung kann entweder linear mit Bezug zu einer eindeutigen Position oder dialektisch mit einer Pro-und-Kontra-Argumentation aufgebaut sein. 

  1. Lineare Erörterung

Du begründest die Pro-Seite des Themas. Die Argumente werden der Wichtigkeit nach angeordnet. Beginne mit dem schwächsten Argument und schließe mit dem stärksten Argument ab. Die Fragestellung kannst du daran erkennen, dass sich diese durch ein W-Fragewort ergänzt (Weshalb, Warum, Woran usw.)  

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Beispiel

Weshalb ist Bildung für die Zukunft wichtig?“

      2. Dialektische Erörterung

Wurde eine Fragestellung mit einer Entscheidungsfrage gestellt, die mit Ja oder Nein zu beantworten ist? Dann kannst du die Pro- und Kontra-Seiten gegeneinander abwägen und anschließend zu einer begründeten Stellungnahme gelangen.

Du kannst die Argumente auf diese Arten aufbauen: 

  • Das Sanduhrprinzip: Erst werden die Argumente der Gegenposition aufgeführt. Beginne mit dem stärksten Gegenargument und gestalte nach dem schwächsten Argument den Übergang zu deinen eigenen Argumenten. Hier beginnst du mit dem schwächsten Argument und beendest deine Argumentationskette mit dem stärksten Argument.
  • Reißverschlussprinzip: Du zählst abwechselnd ein Pro- und ein Kontra-Argument auf. Du schließt mit dem stärksten Argument deinen eigenen Standpunkt ab. 
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Argumentation einer textgebundenen Erörterung: literarische Erörterung

Durch ihren engen Bezug an den Primärtext stellt die literarische Erörterung eine Sonderform der textgebundenen Erörterung dar. 

Bei der literarischen Erörterung ist die Grundlage immer ein literarischer Text. Dieser kann eine Kurzgeschichte, ein Drama oder ein Roman sein. Argumente und Belege erfolgen stets aus dem Primärtext selbst. Auch die Fragestellung bezieht sich auf Teilaspekte des Werks (Figuren oder Motive). 

Je nach Aufgabenstellung kannst du bei der literarischen Erörterung ebenfalls Pro- und Kontra-Argumente gegenüberstellen (dialektische Erörterung) oder nur die Pro- oder die Kontra-Argumente (lineare Erörterung) beleuchten. 

Wichtig ist, dass jedes der Argumente aus einer Behauptung, einer Begründung mit den entsprechenden Textstellen als direkte oder indirekte Zitate und einem Beispiel/Beleg besteht: 

➔ These/Behauptung – Begründung am Text – Beispiel/Beleg mit Zitat

Argumentation einer freien Erörterung: lineare und dialektische Erörterung

Bei einer freien Erörterung gibt es keine Textvorlage. Die Argumente zur Fragestellung werden durch eigene Überlegungen zusammengeführt. Die freie Erörterung kann in die lineare und dialektische Erörterung unterteilt werden. 

Bei der linearen Erörterung wird jeweils nur in die Richtung argumentiert, für welche man sich entschieden hat. Die Gegenseite wird nicht berücksichtigt

Bei der dialektischen Erörterung werden die Argumente in einer Pro-und-Kontra-Gegenüberstellung behandelt. 

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Achtung

Auch hier muss jedes Argument mit Beispielen und Fakten untermauert werden: 

➔These/Behauptung – Begründung – Beispiel/Beleg


Aufbau einer Erörterung: Schluss

Im Schlussteil werden die wesentlichen Argumente kurz zusammengefasst. Es werden keine neuen Argumente eingeführt, aber es besteht die Möglichkeit, eine Bewertung über die Argumentation oder eine persönliche Position zu dem Thema zu beziehen. 

Indem der Schlussteil mit der Einleitung verbunden wird, kann ein roter Faden hergestellt und die Fragestellung mit den gewonnenen Erkenntnissen aus dem Hauptteil zusammengeführt werden.

Außerdem ist im Schlussteil Platz für einen Schlussgedanken: Hast du einen Appell, einen Wunsch oder einen Ausblick für die Zukunft oder möchtest deine Leser*innen zum aktiven Handeln auffordern? 

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Beispiel

„Die Bildung der Zukunft steht vor großen Veränderungen und Herausforderungen. Die Einbindung moderner Technologie ermöglicht viele neue Chancen. Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass wir diese Chancen ergreifen, um das Bildungssystem zu fördern.“  

Checkliste: Aufbau einer Erörterung

Einleitung
  • Interesse wecken
  • Relevanz des Themas und Ziel der Erörterung verdeutlichen
  • Formulierung Fragestellung/These
Hauptteil
  • Argumente aufbauen: linear oder dialektisch
  • Wichtig: These/Behauptung – Begründung – Beispiel/Beleg
Schluss
  • Zusammenfassung wichtigster Punkte
  • Bezug zur eigenen Position
  • Keine neuen Argumente
  • Wunsch/Appell/Zukunftsausblick
Kontrolle
  • Rechtschreibung und Zeichensetzung
  • Vollständigkeit der Argumentation prüfen
  • Sachlicher Sprachstil im Präsens

Zusammenfassung

Definition Erörterung

  • Eine Erörterung ist eine schriftliche Argumentation, die sich kritisch mit einem Thema oder einer Fragestellung auseinandersetzt. 
  • Die Argumente werden abgewogen, um zu einer begründeten Schlussfolgerung zu gelangen und die Leser*innen von einem bestimmten Standpunkt zu überzeugen.

Aufbau: Einleitung

  • Das Interesse der Leser*innen wird geweckt, zum Thema und zur eigenen Position/These hingeführt und ein Überblick über den groben Aufbau gegeben. 
  • Die Fragestellung wird präzise und offen formuliert. 

Aufbau: Hauptteil

  • Die eigene Position zur Fragestellung wird deutlich gemacht. Die gesammelten Argumente werden vorgestellt. Je nach der Art der Erörterung kann die Argumentation einen anderen Aufbau haben:

Freie Erörterung 


  • Bei der freien Erörterung stützt sich die Form der Argumentation nicht auf einen vorgegebenen Text.
  • Kann entweder linear mit Bezug zu einer eindeutigen Position oder dialektisch mit einer Pro-und-Kontra-Argumentation (Sanduhrprinzip oder Reißverschlussprinzip) aufgebaut sein. 
  • Die Behauptungen werden ebenfalls mit Beispielen gestützt: 
  • These/Behauptung – Begründung – Beispiel/Beleg


Textgebundene Erörterung 

  • Bei der textgebundenen Erörterung beziehen sich die Argumente und die These direkt auf ein vorgegebenes Werk.
  • Weist die Sonderform der literarischen Erörterung auf: Grundlage ist immer ein literarischer Text (Kurzgeschichte, Drama oder Roman). 
  • Argumente und Belege erfolgen aus dem Primärtext selbst. 
  • Je nach Aufgabenstellung können Pro- und Kontra-Argumente gegenübergestellt werden (dialektische Erörterung) oder nur die Pro- oder die Kontra-Argumente (lineare Erörterung) beleuchtet werden. 
  • Wichtig: These/Behauptung – Begründung am Text – Beispiel/Beleg mit Zitat

Aufbau: Schlussteil

  • Die wesentlichen Argumente werden kurz zusammengefasst. 
  • Es werden keine neuen Argumente eingeführt.
  • Bewertung über die Argumentation oder Bezug zur eigenen persönlichen Position zu dem Thema. 
  • Appell, Wunsch oder Ausblick für die Zukunft.

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