Deutsch – volatil

Wenn du wissen willst, was volatil ist, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.

Was bedeutet „volatil”?

Es ist ein Wort mit einem schönen Klang: volatil. Die starke Betonung liegt auf der ersten Silbe „vo”, dann kommt das sanftere „latil”. Du hast es vermutlich schon mal gehört. Sehr wahrscheinlich in deinem Chemie-Unterricht, vielleicht aber auch in den TV-Nachrichten oder in Börsenberichten. Das Adjektiv leitet sich vom lateinischen Wort „volatilis” ab: Das heißt übersetzt „fliegend” oder „flüchtig”. Letzteres erklärt die Nutzung in der Chemie. Volatile Stoffe sind besonders flüchtige Stoffe. Es wird aber auch mit der Bedeutung „unbeständig” genutzt. Wenn etwa Preise oder Kurse große Schwankungen unterliegen – oder eine politische Situation äußerst wechselhaft ist.

Definition: Wann wird „volatil” verwendet und wie?

Zugegeben, das Adjektiv „volatil” gehört nicht zur Alltagssprache. Es ordnet sich mehr Bildungsbürgerdeutsch zu – dennoch kommt es im Alltag häufiger vor. Genutzt wird es, wenn man besondere Situationen betonen will oder – in Chemie und Informatik – um dort eine extreme Kurzlebigkeit auszudrücken. Hier jetzt einige Beispiele, die die Bedeutung von „volatil” und die Verwendung in den jeweiligen Nutzungsbereichen erläutern:

Chemie:

  • Argon ist ein Stoff von hoher Volatilität.
    Bedeutung: Argon verdampft sehr schnell.

  • Dieses Lösungsmittel ist besonders volatil.
    Bedeutung: Lösungsmittel verflüchtigen sich schnell. 

Du hast das Muster sicher auch erkannt: In der Chemie drückt „volatil” aus, dass gewisse Stoffe sehr schnell gasförmig werdend und damit verdunsten.

Politik:

  • Die Wirtschaftslage in Kamerun ist volatil.
    Bedeutung: Es gibt keine wirtschaftliche Stabilität.

  • Die Stimmung in der Partei ist derzeit besonders volatil.
    Bedeutung: Die Stimmung schwankt sehr deutlich.

Wenn Politiker oder politische Berichterstatter den Begriff nutzen, dann weisen sie auf sich extrem schnell verändernde Situationen oder Umfelder hin

Börse/Wirtschaft:

  • Volatile Preisen machen die Kalkulation problematisch.
    Bedeutung: Die Preise verändern sich sehr schnell.

  • Der Aktienmarkt ist volatil.
    Bedeutung: Die Kurse schwanken sehr deutlich.

In den Börsenberichten kommt das Wort „volatil” vermutlich am häufigsten vor. Es drückt aus, dass Werte oder Kurse starken Schwankungen unterliegen und kaum planbar sind.

Informatik:

  • Dieser volatile Code ist ein Risiko für die Sicherheit.
    Bedeutung: Der Code ist unsicher, darf nicht lange verwendet werden.

  • Der Speicher ist volatil – und hat nur einen kurzen Nutzen.
    Bedeutung: Der Speicherplatz ist nur sehr kurzlebig.

Auch wenn die ursprüngliche Bedeutung klar erkennbar ist, nutzen Informatiker das Adjektiv in leicht veränderter Bedeutung. „Volatil” kann hier kurzlebige Software sein oder ein nur temporär nutzbarer Speicher.

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„volatil” – Synonyme und Steigerungsformen

Jetzt weißt du also genau, wie bzw. wo du „volatil” einsetzen kannst. Allerdings hast du in dieser Lektion auch schon gesehen, dass es zahlreiche Synonyme (also Ersatzwörter) gibt. Tatsächlich bietet sich „volatil” geradezu an, es durch eine Vielzahl anderer Adjektive zu ersetzen. Hier findest du nun eine Liste – aufgeteilt nach den zuvor genutzten Anwendungsgebieten.

Chemie:

  • flüchtig
  • instabil
  • verdampfend
  • reaktiv
  • unbeständig

Hier noch einige Beispielsätze:

  • Benzin ist eine flüchtige Flüssigkeit, die schnell verdampft.
  • Instabile Moleküle zerfallen bei Raumtemperatur.
  • Die unbeständige Verbindung muss gekühlt gelagert werden.

Politik:

  • unbeständig
  • instabil
  • schwankend
  • unvorhersehbar
  • krisenanfällig

Hier noch einige Beispielsätze:

  • Die politische Lage in dem Land ist derzeit sehr unbeständig.
  • Die instabile Regierung steht kurz vor dem Zusammenbruch.
  • Die unvorhersehbaren Entscheidungen machen Planungen schwierig.

Börse/Wirtschaft:

  • schwankend
  • fluktuierend
  • unbeständig
  • sprunghaft
  • instabil

Hier noch einige Beispielsätze:

  • Schwankenden Aktienkurse verunsichern die Anleger.
  • Der instabile Markt macht Investitionen riskant.
  • Genaue Vorhersagen werden durch fluktuierende Werte kaum möglich.

Informatik:

  • veränderlich
  • unbeständig
  • unzuverlässig
  • kurzlebig
  • temporär

Hier noch einige Beispielsätze:

  • Temporäre Speicher verlieren ihre Daten beim Ausschalten.
  • Unbeständige Codes sorgen für häufige Programmabstürze.
  • Diese unzuverlässige Verbindung macht das Arbeiten schwierig.

Zum Schluss noch der wichtige Hinweis, dass du das Adjektiv „volatil” natürlich steigern kann:

  • volatil, volatiler, am volatilsten

Konjugiert wird das Adjektiv wie folgt:

  • ohne Artikel oder Pronomen (starke Deklination)



Maskulin
Feminin
Nominativ
volatiler
volatile
Genitiv
volatilen
volatiler
Dativ
volatilem
volatiler
Akkusativ
volatilen
volatile
  • mit Artikel oder Pronomen (schwache Deklination)

Neutral
Plural
Nominativ
volatiles
volatile
Dativ
volatilen
volatiler
Dativ
volatilemvolatilen
Akkusativ
volatiles
volatile
icon
Merke

Es gibt das Adjektiv „volatil” auch als Nomen (auch Substantiv): Dann heißt es „die Volatilität”

Gängige Synonyme sind hier: Wechselhaftigkeit, Flüchtigkeit, Schwankungsbreite.

Zusammenfassung

Jetzt weißt du alles über das Adjektiv „volatil”. Du kannst es in einer ganzen Bandbreite von Themen einsetzen – in der Wirtschaft bzw. an der Börse, in der Informatik, der Chemie und der Politik. Grundsätzlich beschreibt der Begriff, dass etwas unstet ist – also nicht lange Bestand haben wird. Daher gibt es auch eine Vielzahl von Synonymen, die es leicht machen, das Wort „volatil” auszutauschen: u.a. schwankend, instabil, flüchtig, wechselhaft. Grundsätzlich wird „volatil” nicht der Alltagssprache zugeordnet – sondern dem sogenannten Bildungsbürgerdeutsch.

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