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Deutsch: Joseph von Eichendorff

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Joseph von Eichendorff: Werke, Biografie & alles, was du für den Deutschunterricht wissen musst

Die deutsche Literaturgeschichte kennt viele Autoren, Dichter und Lyriker. Einer der bedeutendsten von ihnen war Joseph von Eichendorff. Er lebte in der Zeit von 1788 bis 1857 – und damit in der Blütezeit der Romantik. Wir haben den Lebenslauf von Joseph von Eichendorff, alle Infos über seine literarische Laufbahn und seine wichtigsten Erzählungen für Dich. 

Wer war Joseph von Eichendorff: Biografie & Lebensgeschichte von Joseph von Eichendorff

Kindheit & Schulzeit

Am 10. März 1788 wurde Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff in Ratibor auf Schloss Lubowitz geboren. Ratibor liegt in Oberschlesien im heutigen Polen. Eichendorffs Mutter war eine Adelige, der das Schloss Lubowitz gehörte. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Wilhelm wurde Joseph von Eichendorff acht Jahre lang von einem Pfarrer zuhause unterrichtet. Er zeigte ihnen die Welt der Lyrik und weckte durch Rittergeschichten, Abenteuerromane und Sagen ihre Liebe zu Geschichten. 

Ab 1801 besuchten Wilhelm und Joseph ein Gymnasium und wohnten in einem Internat. Schon in der Schule begann Joseph mit dem Schreiben. Mit nur 15 Jahren veröffentlichte Joseph 1803 sein erstes Werk: In dem Text „Am frühen Grabe unseres Bruders Gustav“ beklagen Wilhelm und Joseph den Tod ihres jüngeren Bruders. Gustav starb im Alter von nur sechs Jahren.


Studium

1805 begannen die Brüder ein Studium der Rechtswissenschaften in Halle. Sie entdeckten ihre Liebe zum Theater, indem sie Aufführungen von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe besuchten – beides Eichendorff-Zeitgenossen. Für ihr Studium wechselten Joseph und Wilhelm 1807 nach Heidelberg, wo Joseph von Eichendorff gemeinsam mit Wilhelm Budde und Friedrich Strauß den Eleusinischen Bund gründete – eine Art Club für Dichter. Außerdem besuchten Joseph und sein Bruder Privat-Vorlesungen in Berlin, wo sie weitere Zeitgenossen trafen: Sie lernten die Romantik-Dichter Kleist, Arnim und Brentano kennen. Immer wieder unterbrachen die Brüder ihr Studium, um Reisen nach Hamburg, Wien, Paris und in den Harz zu unternehmen. 

Während seiner Studienzeit verfasste Joseph Gedichte, um seine Erlebnisse und Empfindungen zu verarbeiten. So inspirierten ihn die gemeinsamen Reisen 1807 zu dem Gedicht „Der wandernde Student“. Außerdem schrieb er 1807/1808 das Gedicht „In einem kühlen Grunde“. Darin geht es um die unerwiderte Liebe zu einem Mädchen, das Joseph von Eichendorff in Heidelberg kennengelernt hatte. 

Im Sommer 1808 kehrten Wilhelm und Joseph von Eichendorff zurück auf Schloss Lubowitz, um ihrem Vater zu helfen. Dort verlobte sich Joseph 1809 mit Aloysia von Larisch, genannt Luise. Außerdem veröffentlichte er erste Gedichte, aber unter einem Pseudonym. Das heißt, unter den Gedichten stand als Autor nicht der Name „Eichendorff“, sondern der ausgedachte Name „Florens“. 

Im Sommer 1810 gingen Joseph und Wilhelm nach Wien, um ihr Studium fortzusetzen. Zwei Jahre später, 1812, schlossen sie ihr Studium der Rechtswissenschaften ab.


Krieg, Karriere & Familienleben

Von 1813 bis 1815 fanden in Europa die Befreiungskriege gegen Napoleon Bonaparte statt. Während dieser zwei Jahre kämpfte auch Joseph von Eichendorff als Leutnant für die Befreiung Europas. Nach dem Krieg kehrte er zu seiner Verlobten zurück. Im April 1815 heirateten Luise von Larisch und Joseph von Eichendorff in Breslau. Noch im selben Jahr wurde ihr erster Sohn Hermann geboren. In den nächsten Jahren bekam das Paar noch einen Sohn und drei Töchter. Leider starben die zwei jüngeren Töchter noch im Kindesalter. 

Eichendorff arbeitete zunächst als Schulrat, später als Oberpräsidialrat in Königsberg, der königlichen Hauptstadt Preußens. Seine politische Karriere führte Joseph und seine Familie 1831 nach Berlin, wo er zum Geheimen Regierungsrat ernannt wurde. In diesem Amt beschloss er gemeinsam mit Fürsten Verordnungen und Gesetze für das ganze Land. 

Als preußischer Staatsdiener schrieb Joseph von Eichendorff Gedichte und Texte, die heute zu seinen berühmtesten Werken zählen – beispielsweise die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von 1826 sowie die Gedichte „Sehnsucht“ von 1834 und „Mondnacht“ von 1837.


Krankheit & Tod

Im Jahr 1843 bekam Joseph von Eichendorff eine schwere Lungenentzündung, die ihn so sehr schwächte, dass er ein Jahr später im Alter von 56 Jahren in den Ruhestand ging. Seinen Ruhestand verbrachte er vor allem mit dem Schreiben und Dichten. 

Nach 13 Jahren Ruhestand erkrankte Eichendorff erneut an einer Lungenentzündung. Er starb am 26. November 1857 im Alter von 69 Jahren in Neisse (Oberschlesien) an den Folgen seiner Erkrankung. 

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Joseph von Eichendorffs Bedeutung & Einfluss auf die Literatur

Der Einfluss von Eichendorff auf die deutsche Literaturgeschichte ist auch in der Gegenwart noch spürbar. Er gilt als einer der bedeutendsten und bis heute bewunderten deutschen Schriftsteller. In seinen Werken geht es oft um Fernweh, Sehnsucht und das Innere des Menschen. Außerdem sind die Werke von Eichendorff und die Natur eng verknüpft, was sowohl inhaltlich als auch sprachlich erkennbar ist. Diese Motive sowie die Wortwahl Eichendorffs sind typische Elemente der Romantik in der Literatur.  

Epochenzuordnung Joseph von Eichendorff: Romantik

Die romantische Epoche dauerte in etwa von 1795 bis 1840. Die Epoche der Romantik überschnitt sich dabei mit der Weimarer Klassik, obwohl beide nicht unterschiedlicher sein könnten. Die deutsche Romantik hatte zum Ziel, den Idealen der Weimarer Klassik den Rücken zu kehren. 

Statt Rationalität und Technik konzentrierten sich Romantiker und damit auch die Lyrik Eichendorffsauf Rätsel und Mythen, auf die menschliche Seele, Gefühle, Liebe und die Flucht in Traumwelten. In den Gedichten beschreibt das lyrische Ich – also die Person, die im Gedicht spricht – seine Wahrnehmung der Natur. Auch Religion und Magie dürfen eine Rolle spielen. Das spiegelt auch Eichendorffs Stil wieder, wie du mit einem Blick auf seine bekanntesten Werke erkennen kannst.


Joseph von Eichendorff: Bekannteste Werke mit Romantik-Einfluss

Die Novelle „Das Marmorbild“ erschien 1819 und erzählt die Geschichte von Florio, der durch eine Begegnung mit einer unheimlichen Statue der Göttin Venus die wahre Liebe zu seiner Angebeteten Bianka entdeckt. Die Motive der Realitätsflucht und Liebe sind klar erkennbar. 

Mit dem Gedicht „Sehnsucht“ von 1833 verkörpert Joseph von Eichendorff die Epoche der Romantik noch deutlicher. Die Sehnsucht, um die es geht, bezieht sich auf die Natur und das Reisen. Die erkennbaren Motive der Einsamkeit, der Sehnsucht, des Reisens und der Natur sind typisch für die romantische Epoche.

Auch im Gedicht „Mondnacht“ von 1837 sind ähnliche Motive erkennbar: Hier beschreibt Eichendorff die Reaktion des lyrischen Ichs auf die Atmosphäre und die Eindrücke einer Nacht in der Natur. Es geht um Sehnsucht nach der christlichen Erlösung und dem Paradies.  

Wichtige Werke von Eichendorff

In seinem bewegten Leben hat Joseph von Eichendorff viele Werke verschiedener Art erschaffen. Die wichtigsten davon haben wir für dich aufgelistet. 


Romane

  • 1815: Ahnung und Gegenwart
  • 1834: Dichter und ihre Gesellen

Epen

  • 1853: Julian
  • 1855: Robert und Guiscard
  • 1857: Lucius

Theaterstücke

  • 1824: Krieg den Philistern
  • 1828: Ezzelin von Romano
  • 1828: Meierbeths Glück und Ende
  • 1830: Der letzte Held von Marienburg
  • 1833: Die Freier

Erzählungen & Novellen

  • 1808: Die Zauberei im Herbste
  • 1819: Das Marmorbild
  • 1826: Aus dem Leben eines Taugenichts
  • 1837: Das Schloß Dürande
  • 1839: Die Entführung
  • 1840: Die Glücksritter
  • 1841: Eine Meerfahrt

Gedichte

  • 1807-1808: In einem kühlen Grunde
  • 1810: Lied
  • 1810: Abschied
  • 1812: Zwielicht
  • 1814: Morgengebet
  • 1815: Frische Fahrt
  • 1818: Die zwei Gesellen
  • 1822: Der frohe Wandersmann
  • 1826: Der Abend
  • 1834: Sehnsucht
  • 1835: Wünschelrute
  • 1836: Lichtlein im Walde
  • 1837: Begegnung
  • 1837: Mondnacht
  • 1838: Der Einsiedler
  • 1841: Stimmen der Nacht

Zusammenfassung: Joseph von Eichendorff auf einen Blick

Hier findest Du den Lebenslauf Eichendorffs und die wichtigsten Informationen zu seiner Geschichte auf einen Blick. 

  

1788
Geburt auf Schloss Lubowitz in Ratibor
1793-1801
Privatunterricht von einem Pfarrer
1801-1805
Gymnasium
1803
Erste Veröffentlichung "Am frühen Grabe unseres Bruders Gustav"
1805-1812
Jura-Studium (Halle, Heidelberg, Berlin, Wien)
1808
Veröffentlichung unter dem Pseudonym "Florens"
1809
Verlobung mit Luise von Larisch
1813-1815
Kampf im Krieg gegen Napoleon
1815
Heirat mit Luise von Larisch in Bresalu & Geburt von Sohn Hermann
1816-1844
Arbeit im preußischen Staatsdienst (Schulrat, Oberpräsidalrat, Geheimer Regierungsrat)
1843
1. Lungenentzündung
1844
Rentenantritt
1844-1857
Entstehung bekannter Eichendorff-Literatur
1857
2. Lungenentzündung & Tod in Neisse
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