Deutsch – 1. Vergangenheit

Wenn du wissen willst, wie man die erste Vergangenheit bildet, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein!

1. Vergangenheit: Grammatik, Beispiele und Übungen

Wenn du diese Lektion beendet hast, dann wirst du sicher sagen: „Ich stellte mir das schlimmer vor.” Und schon sind wir genau beim Thema. Heute lernst du alles über die 1. Vergangenheit; diese Vergangenheitsform wird auch (latein.) Präteritum genannt. Mit ihr drückst du alles aus, was abgeschlossene Handlungen sind oder Dinge, die eine Weile zurückliegen. Merke dir aber schon jetzt: Du nutzt die 1. Vergangenheit meist dann, wenn du etwas aufschreibst. Würdest du von deinen Erlebnissen erzählen, kommt eher die 2. Vergangenheit (wird auch als Perfekt bezeichnet) zum Einsatz. Lass dich davon also bitte nicht verwirren.

Hier sind schon einige Beispiele, damit du einen Eindruck vom Präteritum bekommst:


Ich erklärte, welche Auswirkungen die Handlung haben wird.

Im Präsens (also der Gegenwartform) lautet der Satz:

Ich erkläre, welche Auswirkungen die Handlung haben wird.

Ich kaufte mir ein neues Telefon.

Im Präsens lautet der Satz:

Ich kaufe mir ein neues Telefon.

Susanne spielte den ganzen Tag Fußball.

Im Präsens lautet der Satz:

Susanne spielt den ganzen Tag Fußball.

So bildest du die Zeitform „1. Vergangenheit”

Das Präteritum macht es dir leicht – im Prinzip. Es gibt aber eine Besonderheit, die du auswendig lernen musst. Doch dazu später mehr. Grundsätzlich musst du nur die richtige Endung an den Wortstamm anhängen. Und schon hast du es geschafft.

Kurz die Erklärung, wie du an den Wortstamm gelangst. Die deutsche Sprache lässt wirklich alle Verben im Infinitiv (also der Grundform) auf „-n” oder „-en” enden. So ist der Wortstamm schnell gebildet: Du lässt einfach das „-n” oder „-en” weg.  

Schau dir jetzt das Wort „tanzen” an. Streichst du „-en” bleibt dir noch „tanz”. Das ist somit der Wortstamm.

Für die Bildung der 1. Vergangenheit hängst du eine der folgenden Endungen an:

1. Pers. Singular
ich
-te
ich tanzte
2. Pers. Singular
du
-test
du tanztest
3. Pers. Singular
er/sie/es
-te
er/sie/es tanzte
1. Pers. Plural
wir
-ten
wir tanzten
2. Pers. Plural
ihr
-tet
ihr tanztet
3. Pers. Plural
sie
-ten
sie tantzen

Um es dir noch etwas leichter zu machen, schau dir folgenden Beispielsatz (im Präsens) an:

  • Ich tanze durch die Nacht.

In der 1. Vergangenheit konjugiert lautet der Satz:

  • Ich tanzte durch die Nacht.
  • Du tanztest durch die Nacht.
  • Er / Sie / Es tanzte durch die Nacht.
  • Wir tanzten durch die Nacht.
  • Ihr tanztet durch die Nacht.
  • Sie tanzten durch die Nacht.
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Besonderheiten bei der Bildung der 1. Vergangenheit

Kommen wir nun zu den Unterscheidungen. Es gibt zwei Wortarten, die sich in der 1. Vergangenheit auswirken. Die „leichte” Variante sind die regelmäßigen Verben. Hier gibt es keine Überraschungen. Problematischer sind aber die unregelmäßigen Verben. Hier gibt es kein Regelwerk, an dem du dich orientieren kannst. Wie bereits erwähnt: Die einzige Regel lautet, dass du die Angaben auswendig lernen musst.

Regelmäßige Verben:

Verben, die in allen Konjugationsformen ihren Wortstamm behalten, werden als regelmäßige Verben bezeichnet. Zu ihnen gehören Worte wie „tanzen”, „kaufen” „sammeln”, „lieben”, „warten” oder „atmen”.

Eine kleine Besonderheit gibt es hier noch. Wenn der Wortstamm auf „-t”, „-d”, „-m” oder „-n” endet, dann wird noch ein „-e” zwischen den Wortstamm und die Vergangenheitsendung eingefügt. Das geschieht aus rein praktischen Erwägungen: Das „-e” erleichtert die Aussprache des Wortes deutlich.

Beispiel:

  • Es regnete während der ganzen Fahrtzeit.
  • Susanne wartete den ganzen Tag auf ihre Testergebnisse.


Unregelmäßige Verben:

Wenn ein Wort bei der Konjugation seinen Wortstamm ändert, dann ist es ein sogenanntes unregelmäßiges Verb. Hier gibt es leider keine Denkhilfen oder Regelmäßigkeiten, die dir das Lernen erleichtern. Aus „ich gehe” wird in der 1. Vergangenheit „ich ging” und aus „ich esse” ein „ich aß”. Weitere Beispiele: 

  • Ich leide – Ich litt
  • Ich bleibe – Ich blieb
  • Ich helfe – Ich half
  • Ich befehle – Ich befahl
  • Ich schreibe – Ich schrieb

Besonders häufig kommen in der deutschen Sprache die unregelmäßigen Verbenhaben” und „sein” vor:



sein
haben
1. Pers. Singular
ich
warhatte
2. Pers. Singular
du
warst
hattest
3. Pers. Singular
er/sie/es
war
hatte
1. Pers. Plural
wir
waren
hatten
2. Pers. Plural
ihr
wart
hattet
3. Pers. Plural
sie
waren
hatten


Hier nun einige Beispielsätze mit den zuvor erwähnten unregelmäßigen Verben.

  • Ich litt an einer Muskelzerrung.
    (Gegenwartsform: Ich leide an einer Muskelzerrung)

  • Michi mittags deutlich zu wenig.
    (Gegenwartsform: Michi isst mittags deutlich zu wenig)

  • Thomas war einfach müde.
    (Gegenwartsform: Thomas ist einfach müde.)

Zusammenfassung

Wie versprochen: Das war doch jetzt gar nicht schwierig.

  • Du musst dir nur merken, dass die 1. Vergangenheitsform entsteht, indem du den Wortstamm bildest und dort „-te”, „test”, „-te”, „-ten”, „-tet” oder „-ten” anfügst. Schon weißt du, wie das Verb im Präteritum lauten wird - zumindest dann, wenn du regelmäßige Verben konjugieren kannst.
  • Bei unregelmäßigen Verben ist die Situation etwas problematischer. Da es viele Formen gibt und keine Regelmäßigkeiten, kannst du die einzelnen Verben und ihre Veränderungsformen nur auswendig lernen. 
Teste dein Wissen

Erkenne das unregelmäßige Verb.

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