Deutsch – Gotthold Ephraim Lessing
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Gotthold Ephraim Lessing im Fokus: Alles, was Du für den Deutschunterricht wissen musst
Gotthold Ephraim Lessing war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller. Er lebte von 1729 bis 1781. Lessings Werke hast Du vielleicht schon im Deutschunterricht kennengelernt, aber wie sieht es mit seiner Lebensgeschichte aus? Wir geben Dir heute ein bisschen Gotthold Ephraim Lessing-Nachhilfe und sehen uns Geburt und Tod, die Biografie und wichtige Stationen des Dramatikers an.
Wer war Gotthold Ephraim Lessing: Steckbrief & Biografie von Gotthold Ephraim Lessing
Schon als Kind stand Gotthold Ephraim Lessing Großes bevor. Er war neugierig und hatte einen starken Gerechtigkeitssinn. Damit war er quasi zum Vertreter der Aufklärung geboren – schließlich ging es in der Epoche meist um die ungerechte Verteilung von Wohlstand. Am Ende wurde die Literaturgeschichte durch Lessing auf den Kopf gestellt: Er löste die Theaterrevolution aus.
Gotthold Ephraim Lessing: Steckbrief
Fangen wir mit den Eckdaten an. Dieser Steckbrief gibt Dir einen Überblick über das spannende Leben von Gotthold Ephraim Lessing.
- Geburt: 22. Januar 1729 in Kamenz
- Eltern: Johann Gottfried Lessing und Justina Salome
- Geschwister: Fünf Brüder, eine Schwester
- Ehefrau: Eva König (1776 - 1778)
- Ausbildung: Magister der sieben freien Künste
- Beruf: Dichter, Schriftsteller, Dramaturg, Philosoph, Berater
- Literaturepoche: Aufklärung (1720 – 1790)
- Bekannteste Werke: Minna von Barnhelm (1767), Emilia Galotti (1772), Nathan der Weise (1779)
- Tod: 15. Februar 1781 in Braunschweig
Gotthold Ephraim Lessing: Kindheit, Jugend und frühe Jahre
Am 22. Januar 1729 wurde Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz (Deutschland) geboren. Er war das dritte Kind von Johann Gottfried Lessing und Justina Salome. Obwohl die Familie nicht viel Geld hatte, legte sie Wert auf eine gute Ausbildung. So wurde Gotthold Ephraim Lessing schon früh von seinem Vater zuhause unterrichtet und konnte mit fünf Jahren bereits lesen. Im Alter von acht Jahren wechselte er auf die Lateinschule. Dort lernte er Lateinisch, was ihn auf das Studium an der Universität vorbereiten sollte.
Lessing war überdurchschnittlich begabt und zeigte bald seine Leidenschaft und sein Talent für das Schreiben. Seine hervorragenden schulischen Leistungen sicherten dem zwölfjährigen Lessing ein Stipendium für die Fürstenschule in Meißen, wo er weiterhin mit guten Noten glänzte. Seinen Schulabschluss machte der begabte Junge ein halbes Jahr früher als geplant.
Im Jahr 1746, im Alter von 17 Jahren, begann Gotthold Ephraim Lessing auf den Wunsch seines Vaters ein Theologiestudium in Leipzig. Die Theologie interessierte ihn aber nicht – stattdessen wuchs seine Liebe zum Schreiben und zum Theater immer weiter. Zum Ärger seiner Eltern unterbrach er sein Studium sogar kurz, um Theaterstücke zu schreiben. 1748 wechselte Lessing an die Universität Wittenberg, wo er Medizin und andere geisteswissenschaftliche Fächer studierte. Vier Jahre später, 1752, machte er seinen Magister der sieben freien Künste.
Die „freien Künste“ umfassten Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie.
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Gotthold Ephraim Lessing: Arbeit und Karriere
Bereits 1748, also noch während des Studiums, begann Gotthold Ephraim Lessing, als freier Schriftsteller in Berlin zu arbeiten. Berlin galt damals als Zentrum der Aufklärung, was Lessings Werke und deren Zugehörigkeit zur Epoche nachhaltig prägte. Außerdem machte Lessing in Berlin Bekanntschaft mit anderen Dichtern, Philosophen und Schriftstellern wie Ewald Christian von Kleist und Friedrich Nicolai.
Er freundete sich auch mit dem jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn an, der Lessing über den Antisemitismus – also den Hass und Rassismus gegenüber Juden – aufklärte. Lessings Werke „Der Freigeist“ und „Die Juden“ aus dem Jahr 1749 üben deutliche Kritik am Antisemitismus.
Im Jahr 1755 zog Gotthold Ephraim Lessing zurück nach Leipzig und schrieb mit „Miss Sara Sampson“ das erste deutsche Trauerspiel. Obwohl Trauerspiele – auch Tragödien genannt – eigentlich den Problemen der Adeligen vorbehalten waren, behandelte Lessing in seinem ersten Trauerspiel bürgerliche Ideale.
1756 brach Lessing zu einer Bildungsreise durch Europa auf, die er jedoch bald abbrechen musste, weil der Siebenjährige Krieg ausbrach. Kurze Zeit später kehrte Gotthold Ephraim Lessing nach Berlin zurück. Dort veröffentlichte er zusammen mit Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai die „Briefe, die neueste Literatur betreffend“. In der Wochenschrift kritisierten und rezensierten unterschiedliche Autoren aktuelle Werke der Literatur – sie waren also mit die ersten Literaturkritiker.
Theaterrevolution
1760 zog Lessing nach Breslau und begann dort, als Sekretär des preußischen Generals Tauentzien zu arbeiten. Gleichzeitig arbeitete er an der Komödie „Minna von Barnhelm“. Das Stück verschaffte ihm eine Einladung nach Hamburg, wo er ab 1767 als Berater für das Hamburger Nationaltheater tätig war. In dieser Position bearbeitete, übersetzte und korrigierte er Werke anderer Autoren – und wurde damit zum ersten Dramaturgen.
Während seiner Zeit beim Theater lernte Gotthold Ephraim Lessing seine spätere Frau Eva König kennen. Seine Komödie „Minna von Barnhelm“ wurde uraufgeführt. Mit dem Werk schaffte Lessing es, das Theater zu revolutionieren: Statt Adeliger standen plötzlich Bürgerliche im Mittelpunkt von Geschichten und Aufführungen.
Leider war der Erfolg nur von kurzer Dauer. Bereits 1769 war das Hamburger Nationaltheater bankrott und musste geschlossen werden. Lessing selbst war ebenfalls verschuldet.
Heirat und Ehe
Im Jahr 1770 zog Lessing nach Wolfsbüttel, wo er als Bibliothekar arbeitete. Er verfasste einige Fabeln und Gedichte sowie das Drama „Emilia Galotti“, das sogar von Goethe und Schiller gelobt wurde. 1771 verlobten sich Gotthold Ephraim Lessing und Eva König. Fünf Jahre später, 1776, heiratete das Paar in Jork bei Hamburg. An Weihnachten 1777 brachte Eva ein Kind zur Welt. Der Sohn Traugott Lessing starb bereits am nächsten Tag. Eva erkrankte an Kindbettfieber und verstarb wenige Wochen später.
Gotthold Ephraim Lessing, geplagt von seiner Trauer, stürzte sich immer mehr in seine Arbeit. Er stellte auch die Theologie immer mehr in Frage und sprach sich dafür aus, Verstand und Humanismus statt Religion walten zu lassen. Den Ruf nach vernunftorientierter Religion enthielt auch die Bibelkritik von Hermann Samuel Reimarus, die Lessing veröffentlichte.
Trotz des Skandals, den er damit auslöste und des Publikationsverbots für theologische Texte, das Lessing auferlegt wurde, veröffentlichte er 1779 sein letztes Werk „Nathan der Weise“. In dem Aufklärungs-Drama thematisiert der Autor Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei Weltreligionen.
Tod von Gotthold Ephraim Lessing
Ab 1779 wurde Lessings Gesundheitszustand immer schlechter. Er litt an Asthma, klagte über Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. Nach einer schweren Erkältung starb Gotthold Ephraim Lessing am 15. Februar 1781 im Alter von nur 52 Jahren in Braunschweig. Die Uraufführung seines letzten Werkes erlebte der Dramatiker nicht mehr.
Werke & Zitate von Gotthold Ephraim Lessing
Mit seinen Werken hat Lessing nicht nur nachfolgende Schriftsteller-Generationen geprägt, sondern auch die deutsche Literaturgeschichte bis heute beeinflusst. Wir haben seine wichtigsten Werke und Zitate für dich aufgelistet.
Lustspiele von Gotthold Ephraim Lessing
- 1748: Der junge Gelehrte
- 1749: Der Freigeist
- 1749: Die Juden
- 1749: Die alte Jungfer
- 1750: Der Schatz
- 1767: Minna von Barnhelm (Das Soldatenglück)
Trauerspiele von Gotthold Ephraim Lessing
- 1755: Miss Sara Sampson
- 1759: Philotas
- 1772: Emilia Galotti
Fabeln von Gotthold Ephraim Lessing
- 1759: Der Affe und der Fuchs
- 1759: Der Esel mit dem Löwen
- 1759: Der Hamster und die Ameise
Gedichte von Gotthold Ephraim Lessing
- 1747: Die drei Reiche der Natur
- 1779: Nathan der Weise
Zitate von Gotthold Ephraim Lessing
- „Es muß entweder gar keine Wahrheit sein, oder sie muß von der Beschaffenheit sein, daß sie von den meisten, ja von allen, wenigstens im Wesentlichen empfunden werden kann.“ (1749, „Der Freigeist“)
- „Ein unbekannter Freund ist auch ein Freund.“ (1772, „Emilia Galotti“)
- „Aber so geht es den Empfindsamen! Die Liebe spielt ihnen immer die schlimmsten Streiche.“ (1772, „Emilia Galotti“)
- „Kein Mensch muss müssen.“ (1779, „Nathan der Weise“)
Einfluss von Gotthold Ephraim Lessing auf die Literatur
Als führender Vertreter der Aufklärung hat Gotthold Ephraim Lessing die deutsche Literatur nachhaltig beeinflusst. Durch seinen Mut, die Religion zu hinterfragen, den Stand der Adeligen zu kritisieren und für Gerechtigkeit einzutreten, hat er das Theater revolutioniert. Die Probleme Bürgerlicher bekamen wortwörtlich eine Bühne und wurden langsam zum Mittelpunkt auch anderer Erzählungen.
Epochenzuordnung
Vertreter der Aufklärung verstanden die rationale Vernunft als wichtigste menschliche Fähigkeit. Davon ausgehend forderten sie Veränderungen in der Standesgesellschaft und die Rückbesinnung auf den menschlichen Verstand. Es ging darum, logische Erklärungen zu finden, statt Gott für alles verantwortlich zu machen.
Die häufigsten Motive der Epoche der Aufklärung sind
- die Kritik an ungleicher Privilegien- und Machtverteilung,
- Toleranz vor allem unter den Weltreligionen,
- Vernunft,
- Emanzipation,
- Rationalität und
- Moral.
In allen von Lessings Werken kannst Du eines oder mehrere dieser Motive finden. Besonders die Suche nach der Wahrheit, die Ungerechtigkeit des Antisemitismus und die Kraft von Empathie und Mitleid stellte Lessing gerne in den Vordergrund.
Zusammenfassung: Gotthold Ephraim Lessing auf einen Blick
- 1729: Geburt in Kamenz
- 1738-1741: Lateinschule in Kamenz
- 1741-1746: Fürstenschule in Meißen
- 1746-1748: Theologie-Studium in Leipzig
- 1748-1752: Medizin-Studium in Wittenberg
- 1752: Magister der sieben freien Künste
- 1748-1755: Arbeit als freier Schriftsteller in Berlin
- 1749: „Der Freigeist“, „Die Juden“
- 1755: „Miss Sara Sampson“
- 1759-1765: Herausgabe „Briefe, die neueste Literatur betreffend“
- 1760-1764: Sekretär des preußischen Generals Tauentzien in Breslau
- 1766: „Minna von Barnhelm“
- 1767-1769: Arbeit als Dramaturg am Hamburger Nationaltheater
- 1770-1781: Arbeit als Bibliothekar in Wolfenbüttel
- 1771: Verlobung mit Eva König
- 1776: Heirat mit Eva König
- 1777: Geburt und Tod von Sohn Traugott
- 1778: Tod von Ehefrau Eva König
- 1779: „Nathan der Weise“
- 1781: Tod in Braunschweig
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