Deutsch - Superlativ

Wenn du alles über den Superlativ lernen möchtest, dann bist du hier genau richtig! Schau dir als Einstieg zunächst das Video an und starte anschließend mit dem Text.

Adjektive - Superlativ mit Tim

Was ist der Superlativ: Bedeutung, Beispiel, Definition

Sagst du auch häufig „super”? Damit ist immer etwas wirklich Tolles gemeint. Und so kann es keinen besseren Einstieg in diese Lektion über den „Superlativ” geben. Also, was bedeutet Superlativ? Das ist die höchste Steigerungsstufe für ein Adjektiv in der deutschen Sprache. Besser, höher, weiter… geht dann einfach nicht mehr. Oder anders gesagt: Nichts (keine Person, kein Objekt, kein Sachverhalt) kann den Superlativ überbieten. 

Richtig ist aber auch, dass der Superlativ eine sogenannte Vergleichsform ist. Und dass er die letzte von drei Steigerungsformen darstellt. Beginnend mit dem Positiv (der Grundform), über den Komparativ (1. Steigerung) bis hin zum… genau… Superlativ.

Dabei kannst du dir schon jetzt merken, dass der Komparativ für den tatsächlichen Vergleich („ein Berg ist größer als ein Hügel”) genutzt wird und das „als” für die Bildung nutzt. Der Superlativ hingegen vergleicht immer die Gesamtheit – und bezieht sich auf das oder den Größte(n)/Beste(n)/Schnellste(n) etc.

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Beispiel

Positiv (Grundform):
Susi ist schnell.

Komparativ (1. Steigerungsform):
Michi ist schneller.

Superlativ (2. Steigerungsform):
Frauke ist am schnellsten.

Bildung des Superlativs – auch im Vergleich zum Komparativ

Wenn man die Struktur und den Aufbau des Superlativs erklärt, dann muss man zugleich auch den Komparativ erläutern. Daher beginnt diese Lektion auch beim Komparativ


Zum Einstieg einige Beispielsätze zur Verständniserleichterung:


Lisa ist größer als Hanna.

Das erste Buch der neuen Trilogie ist länger als das zweite.

Frauke ist schlicht schlauer als Chris.

Gemerkt? Einen Komparativ bildest du immer mit Anhängsel (Suffix) „-er”. Allerdings gibt es einen Unterschied. Bei Adjektiven mit a, o oder u wird der Komparativ meist mit ä, ö oder ü gebildet. Bei Adjektiven mit au wie "schlau" wird daraus aber nicht "schläuer", sondern "schlauer". Merke dir also, dass es einen Unterschied macht, wenn ein Adjektiv mit einem Vokal geschrieben wird. Da aber nicht alle Vokale betroffen sind, musst du folgendes schlicht auswendig lernen:

Hier einige Beispiele:

„a” arm –› ärmer | hart –› härter | scharf –› schärfer

„o”  groß –› größer | hoch –› höher | 

„u”  jung –› jünger | klug –› klüger | kurz –› kürzer

Wenn du dich fragst, ob man den Komparativ als Steigerung von allen Adjektiven bilden kann, dann ist die Antwort ein klares: Nein! Es gibt Worte, deren Bedeutung so offensichtlich ist, dass du die Adjektive nicht steigern kannst. Zu ihnen gehört u.a. „doppelt” oder „ewig”, „falsch”, „lauwarm”, „leer”, „optimal”, „minimal”, „schwanger”, „tot”

Auch hier musst du dir die Worte schlicht merken. Jedoch kannst du immer Beispielsätze bilden – und daraus ableiten, ob das Adjektiv schon in der absoluten Form steht, das heißt: Es kann nicht gesteigert werden.

Beispiel: 

„Ich sehe doppelt.” Die Entgegnung kann nicht „Du siehst doppelter.” lauten.

„Elvis ist tot.” Die Entgegnung kann nicht sein, „Aber Mozart ist toter.”


Drei weitere Ausnahmen gibt es noch:

1) Wenn das Adjektiv in der Grundform auf „-el” endet, lässt du beim Komparativ das „e” weg. 

Beispiele: 

simpel –› simpler

penibel –› penibler

2) Wenn das Adjektiv in der Grundform auf „-el” endet, lässt du beim Komparativ das „e” weg.

Beispiele:

dunkel –› dunkler

edel  –› edler


3) Dir werden zudem immer wieder unregelmäßige Steigerungsformen begegnen. Wenn die Grundform beispielsweise „gut” lautet, heißt der Komparativ nicht „guter”, sondern „besser”.

Weitere Beispiele:

gern –› lieber

viel –› mehr

Kommen wir nun also zum Superlativ. Die Bildung ist recht einfach. Zwar gibt es Ausnahmen (siehe nächstes Kapitel), aber für die Mehrheit aller Fälle, kannst du dir folgendes merken:

Der Superlativ wird durch „am” oder einen bestimmten Artikel eingeleitet. Bei "am" wird das Positiv (also die Grundform) um ein „-sten” erweitert, bei bestimmten Artikeln endet das Adjektiv auf „-ste”.

Sätze mit Superlativ / „am”:

  • Bei Lisa schmeckt der Kuchen am besten.
  • Ich mag die Pommes am liebsten.


Sätze mit Superlativ / „bestimmter Artikel” (der/die):

  • Der Kuchen von Lisa ist der Beste.
  • Siggi ist die Schnellste von uns allen.

Vielleicht hast du es ja schon beim letzten Beispiel gesehen: Die Höchststufe von „schnell” ist großgeschrieben: Schnellste. Der Grund liegt darin, dass das Adjektiv „nominalisiert” wurde. Das ist ein nicht allzu ungewöhnlicher Vorgang in der deutschen Grammatik, bzw. Sprache. Denn mit dem vorangesetzten bestimmten Artikel (hier: die) wird aus dem Adjektiv ein Nomen. Würde der Satz lauten „Siggi ist am schnellsten von uns allen” hat er zwar die gleiche Bedeutung, doch das „schnellsten” wird durch das „am” eingeleitet und somit kleingeschrieben.

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Superlativ – welche Ausnahmen gibt es bei der Steigerung?

Es war ja schon angekündigt: Ähnlich wie beim Komparativ gibt es Ausnahmen bei der Steigerung in den Superlativ. Hier wirst du nicht drumherum kommen, die verschiedenen Formen und Varianten schlicht auswendig zu lernen.


1) Ähnlich wie beim Komparativ verändern sich Adjektive mit Umlauten. Das gilt zuallererst für einsilbige Worte, die einen Vokal enthalten. Genau: den Umlaut. 

Hier wieder die Beispiele:

„a” arm –› am ärmsten (oder der Ärmste) | hart –› am härtesten (oder: der Härteste) | scharf –› am schärfsten (oder: der Schärfste)

„o”  groß –› am größten (oder: der Größte) | hoch –› am höchsten (oder: der Höchste)

„u”  jung –› am jüngsten (oder: der Jüngste) | klug –› am klügsten (oder: der Klügste) | kurz –› am kürzesten (oder: der Kürzeste)

Beispiele in der Ausführung:

  • Der Lehrer ist noch gar nicht alt. Er ist der Jüngste im ganzen Kollegium.
  • Der Sprung war weit. Genauer: Der Sprung war der Weiteste im Wettbewerb.

2) Eine ebenfalls sehr wichtige Ausnahme bilden Adjektive mit folgenden Endungen: „d”, „t”, „s”, „ß”, „x” oder „z”. Merke dir diese Buchstaben, denn sie alle führen im Superlativ dazu, dass ein Wort mit „-esten” enden wird.

Beispiele: 

Grundform (Positiv)KomparativSuperlativ
Heute ist es kalt.Morgen ist es kälter.Mittwoch ist es am kältesten.
Der Stein ist hart.Marmor ist härter.Diamant ist am härtesten.
Berlin ist heiß.München ist heißer.Rom ist am heißesten.
Das Gemälde ist bunt.Das Bild ist bunter.Das Graffiti ist am buntesten
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Merke

Das hinzugefügte „e” dient als Aussprachehilfe. Sonst würden sich Worte wie „kältsten” oder „heißsten” nicht artikulieren lassen.

3) Die dritte Ausnahme sind Eigenschaftswörter, die im Positiv (also der Grundform) mit einem „-el” oder „-bel” enden und dabei unbetont sind. Du wirst auch schlicht die Endungen pauken müssen. Denn im Komparativ entfällt das „e” in der Mittel, im Superlativ wird es wieder mitgesprochen.

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Beispiel
Grundform (Positiv)KomparativSuperlativ
edeledleram edelsten
dunkeldunkleram dunkelsten
nobelnobleram nobelsten
heikelheikleram heikelsten

4) Es existiert tatsächlich noch ein Wort für die „absoluteste Steigerungsform” eines Adjektivs: Elativ. Auch wenn der Unterschied zwischen Elativ und Superlativ meist nur sehr klein ist, solltest du Bedeutung und Anwendung kennen. Adjektive, die in diese Form gesteigert werden, haben kein „am” bzw. brauchen/haben kein Vergleichsobjekt.

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5) Zum Schluss der Liste mit Ausnahmen ein weiterer Auftrag für dich, etwas auswendig zu lernen: Es gibt auch Adjektive, deren Vergleichsstufen unregelmäßig sind. Du hast das auch schon beim Komparativ gelesen. Schau dir die folgende Tabelle genau an:

Grundform (Positiv)KomparativSuperlativ
gernlieberam liebsten
gutbesseram besten
hochhöheram höchsten
nahnäheram nächsten
vielsehram meisten

Deklination: attributiv, prädikativ und adverbial

Die Verwendung eines Superlativs ist attributiv, prädikativ und adverbial möglich. Wenn du dich jetzt fragst, was das heißt… lies einfach weiter. 


1) Attributive Verwendung

Hier geht es um den Bezug auf ein Nomen. Das Adjektiv steht zwischen Artikel und dem Nomen selbst. Beachte aber, dass du den Fall (Kasus) und die Anzahl (Numerus) des Nomens anpassen musst. Die Steigerung wie folgt gebildet: Grundform + Endung der Steigerungsform + Deklination.

Hierbei wird die Höchstform stets mithilfe des bestimmten Artikels gebildet.


Beispiele:

  • Das schöne Gemälde.
    • Das schönere Gemälde.
    • Das schönste Gemälde.

  • Ein schönes Gemälde.
    • Ein schöneres Gemälde.
    • Das schönste Gemälde.


2) Adverbiale Verwendung

Wenn du den Superlativ adverbial nutzt, dann wird er durch ein Verb (mit Adverbien) näher beschrieben. Zudem ist das Wort „am” immer dazugehörig. 


Beispiele: 

  • Mike spielt gut.
    • Frank spielt besser.
    • Chris spielt am besten.

  • Ich mag dich.
    • Du magst mich mehr.
    • Frauke mag uns am meisten.


3) Prädikative Verwendung

Wenn du den Superlativ prädikativ nutzt (Adjektive nach „sein”, „werden”, „bleiben”), bildest du die Höchstform mit „am” und mit einem bestimmten Artikel.


Beispiele:

  • Dieser Blick ist der beste.
    • Dieses Buch ist am wundervollsten.


4) Deklination durch Steigerungsform, Kasus und Genus:

PositivMaskulinumFemininum
Nominativder schöne Manndie schöne Frau
Genitivdes schönen Mannesder schönen Frau
Dativdem schönen Mannder schönen Frau
Akkusativden schönen Manndie schöne Frau


NeutrumPlural
das großartige Buchdie wilden Tiere
des großartigen Buchesder wilden Tiere
dem großartigen Buchden wilden Tieren
das großartige Buchdie wilden Tiere


Steigerung

KomparativMaskulinumFemininum
Nominativder schönere Manndie schönere Frau
Genitivdes schönen Mannesder schöneren Frau
Dativdem schöneren Mannder schöneren Frau
Akkusativden schöneren Manndie schönere Frau


NeutrumPlural
das großartigere Buchdie wilderen Tiere
des großartigeren Buchesder wilderen Tiere
dem großartigeren Buchden wilderen Tieren
das großartigere Buchdie wilderen Tiere


Höchste Steigerung

SuperlativMaskulinumFemininum
Nominativder schönste Manndie schönste Frau
Genitivdes schönsten Mannesder schönsten Frau
Dativdem schönsten Mannder schönsten Frau
Akkusativden schönsten Manndie schönste Frau


NeutrumPlural
das großartigste Buchdie wildesten Tiere
des großartigsten Buchesder wildesten Tiere
dem großartigsten Buchden wildesten Tieren
das großartigste Buchdie wildesten Tiere

Zusammenfassung

Der Superlativ ist die höchste Steigerungsform eines Adjektivs. Du benutzt den Superlativ, um klarzustellen, dass es nichts oder niemanden Besseres gibt. Es gibt jedoch drei Formen: Das sogenannte Positiv ist die Grundform, der Komparativ die erste Steigerung und der Superlativ die zwei Steigerung. Wenn du die „absolute Steigerung” zum Ausdruck bringen willst, nutzt du den Elativ. 


Der Superlativ wird mit dem Wort 1) „am” oder 2) dem bestimmten Artikel eingeleitet. Bei 1) fügst du der Grundform des Adjektivs ein „-sten” an, bei 2) endet das Adjektiv auf „-ste”. Wichtig zu wissen auch, dass es attributive, adverbiale und prädikative Anwendungen gibt. 

Was sicher nicht ganz angenehm ist, aber eine Verpflichtung: Sowohl Komparativ als auch der Superlativ kennen bei der Bildung viele Ausnahmen. Diese musst du schlicht auswendig lernen.

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