Deutsch: Sachtextanalyse
Wenn du alles über eine Sachtextanalyse erfahren möchtest, dann bist du hier genau richtig! Schau dir erst das Video an und dann steig sofort in das Thema ein!
Sachtextanalyse
Bei einer Sachtextanalyse geht es, wie der Name schon sagt, darum, einen Sachtext zu analysieren. Ein Sachtext kann ein Zeitungsartikel sein, ein Kommentar, ein Bericht, eine Reportage oder auch eine Glosse. Sie begegnen dir überwiegend in Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen, aber auch in Büchern und im Internet in Onlineplattformen zu bestimmten Themen. In der Regel haben sie die Funktion, ihre Leser*innen zu informieren, von etwas zu überzeugen oder sie kommentieren einen Sachverhalt wie beispielsweise eine politische Entscheidung.
Bekommst du nun im Deutschunterricht die Aufgabe, eine Sachtextanalyse zu schreiben, heißt das, du darfst den Text auf seine wesentlichen Aspekte hin untersuchen: Inhalt, Struktur und Sprache. Es geht darum, den Inhalt so gut zu verstehen, dass du ihn in deinen Worten wiedergeben und deinen Leser*innen erklären kannst, wie der oder die Verfasser*in des Sachtextes vorgegangen ist und/oder argumentiert hat und welche sprachlichen Mittel dabei zum Einsatz kamen. Eine Sachtextanalyse geht also über eine einfache Inhaltsangabe hinaus und umfasst auch eine Struktur-, Argumentations- und Sprachanalyse.
Wie schreibt man eine Sachtextanalyse?
Lass dich von dem Begriff „Sachtext“ nicht abschrecken. Ein Sachtext ist nicht zwangsläufig ein schwieriger Text, sondern behandelt lediglich ein Thema, über das informiert werden soll. Im Gegensatz zu literarischen Texten geht es also um die Informationsvermittlung und nicht um Unterhaltung. Eine Sachtextanalyse zu schreiben, ist kein Hexenwerk. Wichtig ist, dass du den Text gründlich liest und seinen Inhalt verstehst. Wenn du deine Analyse gut vorbereitest, ist das bereits die halbe Miete und erleichtert den eigentlichen Schreibprozess enorm. Nachfolgend findest du ein paar Tipps und Tricks zur Sachtextanalyse.
Textverständnis
Um einen Sachtext analysieren zu können, ist zuallererst wichtig, dass du den Inhalt verstehst. Lies dir den Text darum mehrmals gründlich durch und mach dir dabei Notizen. Die werden dir später helfen, deine Analyse zu schreiben. Nutze jeden Lesedurchgang, um einen bestimmten Aspekt herauszuarbeiten. Markiere beispielsweise beim ersten Mal Schlüsselbegriffe und schreibe sie heraus. So wird der Zusammenhang schnell klarer. Beim zweiten Durchgang kannst du dir die einzelnen Sinnabschnitte genauer anschauen. Ein Sinnabschnitt – meist ein Absatz – behandelt ein eigenes Thema, Argument oder einen Gedanken. So erkennst du die Gliederung. Achte beim dritten Durchgang auf sprachliche Besonderheiten. Welche Aspekte werden wiederholt, betont? Welche Stilmittel werden eingesetzt? Werden Fachbegriffe oder Fremdwörter verwendet? Schlage im Zweifel ihre Bedeutung nach.
Nutze zum Markieren oder Unterstreichen verschiedene Farben, dann hast du einen besseren Überblick, was wozu gehört. So lassen sich die Stichpunkte besser sortieren.
Gliederung
Als Nächstes sortierst du deine Notizen und erstellst dir einen Schreibplan. Das heißt, du ordnest sie bereits der Gliederung deiner Sachtextanalyse zu. So hast du alle inhaltlichen Aspekte wie Informationen, Fakten und Argumente bereits an der richtigen Stelle und musst sie später nur noch ausformulieren.
Wie aber wird eine Sachtextanalyse gegliedert? Wie die meisten Textarten benötigt eine Sachtextanalyse eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. Orientiere dich dabei an der folgenden Grundstruktur:
→ Einleitung (wichtigste Aspekte des Textes, Grundinformationen)
→ Hauptteil
- Kernaussage
- Zusammenfassung der Sinnabschnitte (Zusammenfassung des Inhalts, Argumentationsanalyse, Strukturanalyse)
- Sprachanalyse (Stilmittel, sprachliche Besonderheiten, eventuell mit Bezug zum Inhalt)
- Intention und Funktion des Sachtextes
→ Schluss (Fazit, Bewertung des Textes, Kurzzusammenfassung, die den Kern auf den Punkt bringt)
In der Einleitung informierst du deine Leser*innen über die wichtigsten Aspekte des Sachtextes. Du erklärst, worum es geht, welches Thema oder welche Fragestellung behandelt wird. Außerdem gehören hier allgemeine Informationen zum Text hin, wie Autor, Titel, Textart, Erscheinungsdatum und Thema. In der Regel reichen dazu zwei bis drei Sätze aus, je nachdem, wie umfangreich der Sachtext bzw. das Thema ist.
Anschließend folgt der Hauptteil, der die Kernaussage enthält sowie die einzelnen Argumente oder Aspekte. Darin fasst du also den Inhalt der Sinnabschnitte zusammen, wobei sich auch Zitate anbieten können, um Gedanken oder Fakten exemplarisch zu belegen. Neben der Wiedergabe des Inhalts spielt auch die Struktur eine wichtige Rolle. Die Sachtextanalyse dient also auch dazu, den Leser*innen zu vermitteln, wie der oder die Autor*in den Text strukturiert hat. Baut sich eine Argumentation aufeinander auf? Wechseln sich Pro- und Contra-Argumente ab? Geht es um Ursachen und Folgen? Oder wird eine zeitliche Abfolge wiedergegeben? Anschließend gehst du auf die Sprache des Textes ein. Welche sprachlichen oder stilistischen Mittel hat der oder die Verfasser*in verwendet und zu welchem Zweck? Gibt es Besonderheiten? Besteht ein Zusammenhang zwischen Inhalt und Sprache?
Zu guter Letzt verdeutlichst du die Autorintention. Welcher Zweck wird mit dem Text verfolgt? Sollen die Leser*innen über eine Neuerung informiert werden? Geht es darum, eine Entscheidung in einen größeren Zusammenhang zu rücken? Gibt es eventuell eine Kehrseite der Medaille? Wird ein Thema diskutiert? Also nennt der oder die Verfasser*in Pro- und Contra-Argumente? Geht es vielleicht um eine historische Entwicklung, zu der den Leser*innen Hintergrundinformationen vermittelt werden? Je nach Thema und Textart wird der Hauptteil mit der Absicht beendet, die der oder die Schreiber*in verfolgt. Und auch die Zielgruppe wird genannt. Das können beispielsweise Fachleute sein, wenn es sich um einen Beitrag in einem Fachmagazin handelt, oder die breite Bevölkerung bei einem Zeitungsartikel.
Im Schlussteil fasst du das Wichtigste oder die Ergebnisse kurz zusammen und ziehst anschließend dein persönliches Fazit. Das heißt, an dieser Stelle ist Platz für deine eigene Meinung zu dem Thema. Hat dich vielleicht eine bestimmte Information überzeugt – oder fehlt dir gar ein überzeugendes Argument? Wichtig ist, dass deine Sichtweise logisch nachvollziehbar ist. Achte beim Schreiben also unbedingt darauf, dass du keinen logischen Schritt vergisst und deine Argumentation gut begründet ist.
Zur Wiedergabe der Kernaussage bieten sich beispielsweise folgende Satzanfänge an:
Die wichtigsten Themen, die der Autor … in seinem Text behandelt, sind …
Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage …
Dabei geht sie vor allem auf … ein
Nach einer kritischen Betrachtung des Themas … nimmt er Bezug auf …
Anschließend widmet sich die Autorin dem Aspekt …
Der Text lässt sich in … Abschnitte gliedern …
Testen Sie den Testsieger*
- Flexibler Einsatz der 10 gratis Nachhilfestunden, z. B. vor Klassenarbeiten
- Individuelle Profi-Nachhilfe vor Ort oder online
- Für alle Klassenstufen und Schulformen
- 94 % Kundenzufriedenheit*
Struktur- und Argumentationsanalyse
Gehen wir nun etwas näher auf die Struktur und die Argumentation von Sachtexten ein. Hast du den Text bereits in seine Bestandteile zerlegt und die einzelnen Sinnabschnitte analysiert, siehst du, wie der oder die Schreiber*in argumentiert. Das kann wie folgt aussehen:
→ Ursache und Folge werden in einen Zusammenhang gebracht, beispielsweise mit einem Positiv und einem Negativbeispiel.
→ Pro- und Contra-Argumente werden einander gegenübergestellt,
→ Der oder die Verfasser*in hat eine These aufgestellt, die er im Verlauf argumentiert und mit Beispielen versieht.
→ Eine zeitliche Abfolge wird geschildert, beispielsweise wenn es um ein historisches Ereignis oder eine Entwicklung geht.
Ist dir die Grundstruktur klar, wirf einen genaueren Blick auf die Argumente. Welche Argumentationstypen liegen vor?
→ Ein Autoritätsargument bezieht sich auf die Aussage eines Experten, wie zum Beispiel ein Wissenschaftler, eine Fachfrau oder auch eine Studie: „Prof. Dr. Müller zufolge habe dies keinerlei Auswirkungen auf …“
→ Ein Faktenargument basiert, wie der Name schon sagt, auf einem Fakt, das heißt auf einer wissenschaftlich belegten Grundlage: „Da die Erde rund ist, …“
→ Ein indirektes Argument widerlegt ein vorheriges Argument: „Die Pandemie hat gezeigt, dass es sich nicht nachteilig auswirkt, wenn die Mitarbeitenden im Homeoffice arbeiten.“
→ Ein normatives Argument beruft sich auf gesellschaftlich anerkannte Regeln und Normen: „Kinder aus sozial schwachen Familien sollten bei der Berufswahl die gleichen Chancen haben …“
Schau dir nun die Übergänge zwischen den einzelnen Sinnabschnitten oder Absätzen genauer an. Sind die Argumente in einer bestimmten Reihenfolge aufgelistet? Gibt es Sprünge in der Struktur, also wechselt der oder die Autor*in zwischen Pro- und Contra-Argument? Und wenn ja, kannst du eine Wertung erkennen? Werden die Argumente im Verlauf des Textes stärker oder schwächer?
Wirf auch einen Blick auf die Wortwahl. Häufig werden Sinnabschnitte mit Wörtern wie „Dagegen“, „Deshalb“ oder „Aber“ eingeleitet. Daran siehst du bereits, ob das Folgende das Vorherige unterstützt oder im Gegensatz dazu steht.
Wenn du dein Fazit formulierst, bieten sich Formulierungen an wie:
Daraus lässt sich schließen, dass …
Abschließend lässt sich zusammenfassen …
Meiner Meinung nach bezweckt der Autor …
Meiner Ansicht nach ist es der Autorin (nicht) gelungen, …
Zu guter Letzt lässt sich sagen, dass …
Sprachanalyse
Da du deinen Blick bereits auf die Sprache gelegt hast, kannst du sie nun tiefergehend analysieren. Beginne am besten mit dem Satzbau. Verwendet der oder die Verfasser*in lange oder kurze Sätze? Haupt- und Nebensätze oder sind sie gar völlig verschachtelt? Nutzt er viele Satzreihen? Das heißt, fügt er mehrere Hauptsätze aneinander?
Schau dir nun die Formulierungen genauer an: Greift der oder die Schreiber*in häufig auf den Nominal- oder Verbalstil zurück? Nominalstil bedeutet, dass überwiegend Nominalisierungen verwendet werden, wie der folgende Satz zeigt:
„Zur Vermeidung von Fehlern wird die Nutzung eines Korrekturprogramms empfohlen.“
Dabei werden also Verben zu Nomen gemacht, sie werden „nominalisiert“. Im Gegensatz dazu setzt der Verbalstil auf den Einsatz von Verben:
„Um Fehler zu vermeiden, wird empfohlen, ein Korrekturprogramm zu nutzen.“
Der Nominalstil taucht häufig in der Politik und Wissenschaft auf, ist aber meist sperrig und schwierig zu lesen. Wie sieht es in deinem Text aus?
Welche stilistischen Mittel kannst du finden? Und verfolgen Sie einen Zweck? Eine Alliteration kann beispielsweise betonend wirken:
„Das Bauunternehmen arbeitet bei Wind und Wetter“ sagt zum Beispiel aus, dass das Unternehmen nicht bei jedem angekündigten Regen zu Hause bleibt.
Metaphern und Vergleiche dienen dazu, einen Sachverhalt bildlich zu erklären.
„Die Demonstranten zogen im Schneckentempo bis zum Rathaus.“ Wenn du das liest, hast du automatisch ein Bild vor Augen, wie sich ein Zug aus Menschen langsam fortbewegt.
Wirf anschließend einen Blick auf die Sprachebene. Wer wird mit dem Text angesprochen? Verwendet der oder die Autor*in Fachsprache, Umgangssprache oder gar Jugendsprache? Tauchen viele Fremdwörter auf? Muss man sich also mit dem Thema auskennen, um den Text zu verstehen? Und zu guter Letzt: Was will der oder die Verfasser*in mit dem Text bewirken? Dient er dazu, die Leser*innen zu informieren, von etwas zu überzeugen, oder soll ein Sachverhalt erklärt werden? Wichtig ist auch, zu hinterfragen, ob ihm oder ihr dies auch gelingt. Ist der Text informativ? Sind die Argumente überzeugend? Ist der Sachverhalt verständlich? Profitieren die Leser*innen von dem Text? Wenn ja, wie?
Bei der Analyse der Sprache kannst du auf folgende Hilfsmittel zurückgreifen:
Hinsichtlich der sprachlichen Mittel ist mir aufgefallen, dass …
In Bezug auf die sprachlichen Mittel fällt auf, dass …
Im Hinblick auf die sprachlichen Mittel …
Im Zusammenhang mit … kann man dies interpretieren als …
Meines Erachtens ist es für das Verständnis unerlässlich …
Der vorliegende Zeitungsartikel richtet sich an …
Sachtextanalyse – das Wichtigste in Kürze
- Ein Sachtext kann ein Zeitungsartikel sein, ein Kommentar, ein Bericht, eine Reportage oder eine Glosse.
- Sachtexte dienen dazu, die Leser*innen zu informieren, von etwas zu überzeugen oder einen Sachverhalt zu erklären.
- Bei einer Sachtextanalyse werden Inhalt, Struktur und Sprache unter die Lupe genommen.
- Eine Strukturanalyse gliedert sich in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss.
- Die Einleitung beinhaltet allgemeine Informationen zum Text wie Autor*in, Titel, Textart, Erscheinungsdatum und Thema.
- Der Hauptteil umfasst die Kernaussage sowie eine Struktur-, Argumentations- und Sprachanalyse.
- Im Schluss wird der Kern zusammengefasst und ein Fazit gezogen.
Teste dein Wissen
Welche Aussage ist korrekt?