Deutsch - Kreative Satzanfänge
Wenn Du wissen willst, wie Du Deinen Texte kreativer gestalten kannst, dann bist Du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.
Kreative Satzanfänge
Um im Deutschen einen Satz zu bilden, braucht man im Prinzip nur zwei Wörter: ein Subjekt und ein Prädikat. Beispiel: „Ich esse“ oder „Es schmeckt“.
Möchtest Du einen Text schreiben, könntest Du der Satzstruktur folgen und Satz für Satz aneinanderreihen. Die Sache hätte allerdings einen Haken, und zwar wäre Dein Text alles andere als gut lesbar, und Deine Leser*innen würden ihn vermutlich nicht bis zum Ende lesen.
Damit Dein Werk nicht eintönig und langweilig wird, ist Variation nötig. Die deutsche Sprache erlaubt eine Vielzahl an Satzstrukturen, sodass Du jeden Satz anders aufbauen und Deinem Text so den nötigen Schliff verpassen kannst. Kreative Satzanfänge sind eine gute Möglichkeit, Deine Aussagen zu strukturieren und für Abwechslung zu sorgen – ganz gleich, ob Du im Deutschunterricht eine Erörterung oder einen Aufsatz schreiben musst oder später eine wissenschaftliche Arbeit an der Uni. Auch im Berufsleben wird Dir dies zugutekommen.
Einen guten Text zu schreiben, ist kein Hexenwerk, und man muss kein Naturtalent sein, um die eigene Deutschnote aufzupeppen: Schreiben ist ein Handwerk und kann erlernt werden – und kreative Satzanfänge auswählen ist ein erster Schritt, Deine Schreibkompetenz zu verbessern.
Warum sind gute Satzanfänge wichtig?
Dem Satzanfang kommt eine besondere Bedeutung zu. Wie der Name schon sagt, bildet er den Anfang eines Satzes. Er bereitet die Leser*innen auf das vor, was folgt, und entscheidet darüber, ob sie weiterlesen. Satzanfänge helfen Dir also auch, Deinen Text zu gliedern. Du kannst sie nutzen, um ein Thema einzuleiten, Argumente aufzuzählen, Aussagen hervorzugeben, Gegensätze zu verdeutlichen und Deine Schlussfolgerung anzukündigen. Je einfacher Du es Deinen Leser*innen machst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Deinen Text gern lesen und Deine Aussagen nachvollziehen. Im Fall von Lehrer*innen heißt das außerdem: desto besser ist Deine Note.
Beispiele für gelungene Satzanfänge
Um Deinen Leser*innen ein angenehmes Leseerlebnis zu ermöglichen, bieten sich insbesondere solche Satzanfänge an, die Struktur geben:
- als Erstes, als Nächstes, zuerst, zuletzt, anschließend, danach, zu guter Letzt
- auch, außerdem, zudem, zugleich, des Weiteren, darüber hinaus, mehr noch, ferner, an diese Stelle
- Nicht nur …, sondern auch; weder … noch; entweder … oder
Beispiel: Anschließend werden wir die Auswirkungen der globalen Erwärmung betrachten. Nicht nur das Artensterben ist ein großes Problem, sondern auch die Wasserversorgung.
Schilderst Du eine zeitliche Abfolge wie beispielsweise in einem Bericht, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten:
- seit, seit Kurzem, seit Längeren, kürzlich
- erst, bevor, daraufhin, nachdem, anschließend, im Anschluss, vor Kurzem
- gleichzeitig, zur selben Zeit, während, währenddessen, unterdessen, indessen
- aktuell, derzeit, gegenwärtig, momentan
- mittlerweile, inzwischen, zwischenzeitlich
Beispiel: Daraufhin wurden die Zeugen befragt. Inzwischen wurde ein Phantombild angefertigt, das die Polizei bei der Suche unterstützen soll.
Beginnst Du ein neues Argument oder einen neuen Abschnitt, kannst Du auf Folgendes zurückgreifen, damit Deine Leser*innen wissen, dass ein Umbruch kommt:
- erstens, zweitens, drittens, …; als Erstes, als Zweites, …; In einem ersten/zweiten Schritt …
- an erster Stelle, zu Anfang, zu Beginn, zuletzt
- zudem, auch, außerdem
- Ein weiterer wichtiger Aspekt ist …, Ebenfalls wichtig ist …, Ähnlich relevant ist …, Nennenswert ist …
- Auch genannt werden muss …, Zusätzlich lässt sich sagen, dass …, Schließlich/Letztlich/Zu guter Letzt muss erwähnt werden, dass …
Beispiel: An erster Stelle möchte ich auf den Preisunterschied hinweisen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Qualität.
Erörterst Du Gegensätze oder möchtest Vor- und Nachteile einander gegenüberstellen, kannst Du das sprachlich hervorheben, beispielsweise durch die folgenden Satzanfänge:
- Im Gegensatz/Vergleich/Unterschied dazu …
- abgesehen von, obwohl, obgleich, gleichwohl
- aber, allerdings, dennoch, wiederum
- demgegenüber, entgegen der/dem, hingegen
- ungeachtet dessen, nichtsdestotrotz, trotz, trotz alldem, viel mehr
- entweder … oder, einerseits … andererseits, auf der einen Seite … auf der anderen Seite, zum einen … zum anderen
Beispiel: Einerseits wollte der Zeuge ehrlich sein. Andererseits hatte er Angst, selbst verdächtigt zu werden.
Gegensatzpaare wie einerseits … andererseits oder zum einen … zum anderen bedürfen einander. Das heißt, die einzelnen Bestandteile sollten nicht allein stehen. Wenn Du einerseits verwendest, muss in der Folge auch andererseits auftauchen. Überprüfe Deinen Text zum Schluss nochmal darauf, ob alle Paare vollständig sind.
Möchtest Du Beispiele aufführen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese anzukündigen:
- zum Beispiel, beispielsweise, nämlich
- Ein Beispiel dafür ist …, Das lässt sich veranschaulichen mit …, Exemplarisch dafür steht …, Dies/diese Tatsache lässt sich hinsichtlich … beobachten/veranschaulichen
- In Bezug auf …, Mit Blick auf …
- bezüglich, angesichts
Beispiel: Exemplarisch dafür steht das rasante Artensterben. Dies lässt sich am Beispiel der Grünen Meeresschildkröten veranschaulichen, deren Nester durch den steigenden Meeresspiegel regelmäßig überflutet werden.
Gibt es bestimmte Inhalte, denen Du besondere Aufmerksamkeit schenken möchtest? Das kannst Du, indem Du am Satzanfang darauf hinweist, zum Beispiel mit:
- hauptsächlich, insbesondere, offensichtlich
- besonders, speziell, selbstverständlich
- Auffallend daran ist …, Im Mittelpunkt dessen steht …, Wichtig ist …, Vordergründig für … ist, Zentral ist …
Beispiel: Auffallend daran ist, dass hier trotz dieses Wissens anders entschieden wurde. Offensichtlich wird wieder an den falschen Enden gespart.
Anschließend hast Du die Möglichkeit, eine Aussage nochmal in anderen Worten zu wiederholen. So verleihst Du ihr eine besondere Bedeutung oder sorgst dafür, dass Deine Erklärung verständlich ist. Dabei helfen die deskriptive, das heißt beschreibende, Satzanfänge. Achte nur – wie generell bei Wiederholungen darauf –, das nicht zu häufig zu machen.
- Das heißt …, Das bedeutet …, Das heißt/hieße in diesem Fall, dass …, Daraus ergibt sich, dass …
- Anders ausgedrückt …, Mit anderen Worten …
- Bei genauerer/näherer Betrachtung ergibt sich daraus …, Im Umkehrschluss heißt/hieße das, dass …, Subjektiv/Objektiv betrachtet …
Beispiel: Das heißt in diesem Fall, dass sie die Konsequenzen in Kauf nimmt. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass sie mehr Geld verliert.
Hast Du Deine Kernaussagen erläutert, kannst Du sie anschließend noch einmal zusammenfassend wiederholen. Fasse sie dazu kurz und knapp zusammen, ohne auszuschweifen. Neue Aspekte sollten hier nicht mehr aufgeführt werden. Zusammenfassungen kannst Du beispielsweise mit den folgenden Satzanfängen einleiten:
- insgesamt, schlussendlich, letztlich, schließlich, zusammenfassend
- Alles in allem, im Großen und Ganzen, Im Wesentlichen
- abschließend, rückblickend, resümierend
Beispiel: Schlussendlich wurde der Täter gefasst und erhielt seine gerechte Strafe. Alles in allem ging die Sache gut aus.
Bei Wiederholungen ist weniger generell mehr. Ganz gleich, ob Du etwas Inhaltliches oder einzelne Wörter wiederholst. Achte darauf, das nur dann zu machen, wenn Du etwas betonen möchtest. Wiederholst Du etwas zu häufig, wird ein Text schnell langweilig oder die Aussage verliert an Bedeutung. Setzt Du die Wiederholung aber bewusst ein, verleihst Du wichtigen Aspekten mehr Gewicht.
Den wichtigsten Teil Deines Texts bildet Dein Fazit bzw. Deine Schlussfolgerung, wenn Du das Ergebnis Deiner Beobachtungen oder Argumentation darlegst. Darum solltest Du es auch sprachlich eindrucksvoll ankündigen, beispielsweise mit:
- deshalb, daher, dadurch, darum, ebendarum, folglich, somit, weil
- infolgedessen, folglich, aufgrund (dessen), demzufolge, dementsprechend
- Aus diesem Grund/diesen Gründen …, Daraus resultiert, dass …, Das hat zur Folge, dass …, So lässt sich festhalten, dass …, Ursächlich dafür ist …
- All dies eingeschlossen …, Als Ergebnis …
Beispiel: Aus diesen Gründen ist es von enormer Bedeutung, der Erderwärmung entgegenzuwirken. Daher ist es unumgänglich, mit der eigenen Lebensweise anzufangen.
Ganz gleich, ob Du eine Erörterung, ein Protokoll oder einen Aufsatz schreibst: Beginne jeden Satz mit einem anderen Wort. Deine Satzanfänge können noch so ausgefallen sein. Wiederholst Du sie zu häufig, wird Dein Text eintönig. Schau Dir beim Schreiben immer mal wieder die aufgelisteten Beispiele an, um Dir welche in Erinnerung zu rufen, die Du noch nicht verwendet hast.
Tipps und Tricks zur weiteren Textgestaltung
Neben der Verwendung von Adverbien und Konjunktionen lassen sich Satzanfänge auch noch anders gestalten. Du kannst beispielsweise mit einem Zitat beginnen oder eine rhetorische Frage stellen, um die Aufmerksamkeit Deiner Leser*innen einzufangen. Wichtig ist, dass Deine Satzstrukturen variieren. Du solltest also nicht für jeden Satz einen der genannten Satzanfänge wählen. Du kannst durchaus mit einem Subjekt beginnen, nur nicht jeden Satz. Wähle stattdessen mal ein Verb und mal ein Adjektiv – und mal einen kreativen Satzanfang.
Beispiele:
Essen und Trinken sind während des Unterrichts verboten. – Verboten sind während des Unterrichts auch Essen und Trinken.
Die maximale Dauer des Vortrags ist ebenfalls einzuhalten. – Einzuhalten ist außerdem die maximale Dauer des Vertrags.
Um Deinen Text aufzulockern, kannst Du zwischendurch die Reihenfolge der Satzteile ändern und mit dem Nebensatz beginnen:
Weil das nicht funktionierte, wurde auf eine andere Testmethode zurückgegriffen.
Auch lassen sich Sätze wie eine Frage formulieren, die die Antwort bereits beinhaltet. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn man Gegenargumente entkräften möchte.
Wie das funktionieren soll, wird allerdings nicht erläutert.
Wie Du sicherlich schon weißt, ist es gar nicht so einfach, einen guten Text zu schreiben. Der Prozess bedarf Überlegung und Planung und inhaltlicher Recherche. Aber wie so oft macht Übung den Meister – und hast Du den Anfang eines Satzes geschafft, kommt der Rest meist von allein.
Kreative Satzanfänge – das Wichtigste in Kürze
- Beginne jeden Satz mit einem anderen Wort.
- Variiere die Satzstruktur. Das heißt, Du kannst mal mit einem Nomen und mal mit einem Verb oder Adjektiv beginnen.
- Nutze die Beispielsatzanfänge, um Deinen Text zu gliedern und beispielsweise eine zeitliche Abfolge oder Argumente aufzulisten.
- Setze Wiederholungen bewusst ein, um einen Aspekt zu betonen.
- Nutze Beispiele, um einen Sachverhalt deutlicher zu machen.
Teste Dein Wissen
Mit welchen Satzanfängen kannst du Gegenüberstellungen aufstellen?