Deutsch – Parataxe

Du möchtest alles über die Parataxe im Fach Deutsch erfahren? Dann bist du bei uns genau richtig! Du kannst dich direkt ins Thema einlesen.

Parataxe: Bedeutung, Wirkung, Beispiele

Die Bezeichnung klingt fremd; der Satzbau dürfte dir aber bekannt vorkommen – es ist ein wirklich schönes Stilmittel: die Parataxe. Falls du im Einstieg dieser Lektion schon die Parataxe erkannt hast: Glückwunsch.

Die Bezeichnung steht für eine Aneinanderreihung von mehreren gleichrangigen Hauptsätzen. Mit dieser Satzreihe kannst du Stimmung oder Eindringlichkeit erzeugen oder Geschwindigkeit herstellen. Grundsätzlich erhöht sich die Lesefreundlichkeit.

Der Leser bekommt vermittelt, dass es sich hier um einen zusammenhängenden Gedanken handelt – einen in mehrere Sätze unterteilten Satz. Möglich wird die Parataxe erst durch Komma, Punkt, Semikolon, Gedankenstrich oder verschiedene Bindewörter. Merk dir das schon mal!

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Beispiel

Ich kam, ich sah, ich siegte.


Dieser Ausspruch des römischen Kaisers Gaius Julius Caesar ist vermutlich die bekannteste Parataxe der Welt. Wie schon in der Einleitung fehlen hier unterordnende Konjunktionen. Der Satz ist klar strukturiert, jeder Teil ist gleichbedeutend zu allen anderen Teilen.

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Was ist eine Parataxe?

Du hast jetzt schon einige Informationen zu Parataxen erhalten. Es handelt sich hierbei aber nicht nur um eine Satzreihe für Texte, sondern auch um ein rhetorisches Stilmittel. Das zeigt schon das zuvor erwähnte Beispiel von Julius Caesar.

Grundsätzlich bietet sich dieses Konstrukt in Bereichen an, in denen Rezipienten (hier: Leser oder Käufer) erreicht werden sollen.


Nachrichten

  • Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Stimmung ist gut.
  • Ein Tornado zog über die Stadt, Bäume stürzten um, Häuser wurden beschädigt.
  • Die Regierung kündigt Reformen an, die Opposition kritisiert, die Bürger warten ab.


Zeitungsartikel

  • Die Aktien steigen, die Anleger jubeln, die Experten sind vorsichtig.
  • Der Präsident reist ins Ausland, er trifft Staatschefs, er verhandelt Verträge.
  • Die Temperaturen steigen, die Gletscher schmelzen, die Klimadebatte entbrennt.


Sportberichterstattung

  • Der Stürmer schießt aufs Tor, der Torhüter hält, die Fans jubeln.
  • Der Athlet stürzt, er verletzt sich, er muss aufgeben.
  • Der Spieler sieht Rot, er verlässt den Platz, sein Team muss in Unterzahl weiterspielen.


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  • Genießen Sie den Geschmack, spüren Sie die Frische, lieben Sie das Gefühl.

Du merkst deutlich: Durch die vielen Hauptsätze entsteht ein sehr dynamischer Rhythmus. Die Struktur entspricht mehr wörtlicher Rede; denn dort verzichten wir alle zumeist gern auf einen komplexen Aufbau.  

Was aber ebenfalls auffällig ist: Die Hauptsätze sind niemals durch Nebensätze unterbrochen. Tatsächlich handelt es sich genau nur dann um eine echte Parataxe. Es müssen alle Sätze gleichrangig nebeneinanderstehen können. Jedoch ist eine Kopplung durch Bindewörter möglich.

Die deutsche Grammatik stellt dafür die Konjunktionen „aber”, „denn”, „und”, „sondern” und „oder” zur Verfügung. Hier haben Spezialisten sogar eine Eselbrücke gebaut – aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben: ADU SO

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Beispiel

Ich möchte heute Abend ins Kino gehen, aber ich bin müde, und außerdem habe ich keine Lust auf die Komödie.

Sie hat sich für ein Auslandsjahr entschieden, aber ihre Eltern waren nicht begeistert, und sie musste sie lange überreden. 

Pieter hat hart gearbeitet, aber trotz all seiner Anstrengungen war er nicht erfolgreich, und er will nun aufgeben.

Satzbau: Unterschied zwischen Hypotaxe und Parataxe

Du wirst den Begriff vielleicht schon gehört haben: Hypotaxe. Sie ist sowas wie die kleine Schwester der Parataxe in der deutschen Sprache. Während die Parataxe zwei oder mehr Hauptsätze nebeneinanderstellt, wird bei der Hypotaxe ein Hauptsatz mit einem Nebensatz verknüpft.

Zudem braucht es eine sogenannte Subjunktion – so heißen unterordnende Konjunktionen – wie z.B. „weil”, „dass”, „wenn”. Letztlich ist der Nebensatz grammatisch vom Hauptsatz abhängig und kann nicht alleine stehen. Das macht die Hypotaxe zu einem Satzgefüge.

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Beispiel

Während er Musik hört, putzt er die Wohnung.

Ihr habt den Preis gewonnen, weil ihr die schnellste Gruppe wart.


Hypotaxen bieten einem Autoren die Möglichkeit, genauere Informationen zu liefern. Das Stilmittel findest du daher häufig in erklärenden und informativen Texten (Lexikonartikel, wissenschaftlichen Schriften, Zeitungsartikel).

Mithilfe der Hypotaxe erhält der Leser eine ausführlichere Beschreibung der Umgebung oder Handlung. Allerdings wirken die Sätze so auch komplexer; sie sind schwieriger zu verstehen. Hier gilt die Faustregel: Je mehr Nebensatz-Ebenen es gibt, desto verschachtelter ist der Text.

Parataxen – weitere Beispiele

Wie schon zuvor erläutert, die Parataxe (gr. pará = bei, neben) sorgt per Definition dafür, dass Sätze gleichwertig nebeneinander stehen können. Das wird häufig in der Literatur genutzt, dann spricht man von einem parataktischen Stil.

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Beispiel

Johann Wolfgang von Goethe: „Der Sänger”

„Der König sprach's, der Page lief, der Knabe kam, der König rief.”

Theodor Fontane: „Effi Briest”

„Die Grenze, die Grenze. Wo ist sie? War sie da? War sie schon überschritten?”

Parataxen: Wirkung und Funktion

Das einzige, was du jetzt noch über die Parataxe lernen musst, sind die Informationen über die Nutzung bzw. das Ziel des Stilmittels: Welche Wirkung hat die Parataxe?

Klarheit und Einfachheit

Da Parataxen keine komplexen (verschachtelten) Satzstrukturen enthalten, sind sie leicht für jeden Leser verständlich. Diese Wirkung macht sie höchst effektiv für Werbetexte und journalistische Berichte, hier besonders aus dem Bereich Boulevard. Es werden Informationen schnell und direkt vermittelt.


Dramatisierung und Spannung

In der Literatur beschleunigt die Parataxe die Handlung und erzeugt Spannung. Denn: Sie stellt die Ereignisse als schnelle Abfolge dar. Beispiel: „Er lief zur Tür. Er öffnete sie. Er sah hinaus.“ Diese Struktur fördert einen raschen Lesefluss und steigert die Dramatik.


Aufzählungscharakter

Parataxen eignen sich besonders gut für Aufzählungen; sie stellen mehrere gleichwertige Informationen nebeneinander. Beispiel: „Ich mag Äpfel, Bananen, Trauben.“ Diese Darstellungsform verstärkt deutlich die Wirkung der genannten Elemente (hier Obst) und gibt ihnen eine jeweils gleichwertige Bedeutung.

Zusammenfassung

Die Parataxe ist ein wichtiges Stilmittel, das durch die Aneinanderreihung von Hauptsätzen erkennbar. ist. Diese Struktur verleiht Texten Klarheit und Direktheit, da sie einen komplexen (weil verschachtelten) Satzaufbau vermeidet. Parataktische Sätze sind dynamisch und lebendig.

Sprich: Kurze Sätze werden als Stilmittel genutzt. Das macht sie besonders in der Werbung und in journalistischen Texten effektiv. Durch sie wird eine schnelle Informationsaufnahme möglich.

Das gleiche gilt aber auch für die Werbung und die Literatur – der Fokus wird nur auf das Wesentliche gelegt und ein Aufzählungscharakter entsteht. Im Vergleich dazu nutzt die Hypotaxe eine unterordnende Struktur.

Hier sind die Nebensätze in Hauptsätze eingebettet. Dies führt zu weniger leicht konsumierbaren Satzgefügen. Während Parataxen eine Handlung Geschwindigkeit aufnehmen lassen, neigen Hypotaxen dazu, den Text zu verlangsamen.

Parataxe: 3 Übungen mit Lösungen

Welche Art der Satzverbindung wird bei einer Parataxe genutzt?

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