Deutsch: Nomen
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Was sind Nomen: Beispiele, Hilfen, Erklärungen
Manchmal – oder vielleicht auch oft – wünschst du dir, dass die deutsche Sprache leicht wäre. Tatsächlich ist sie es in der Mehrheit aller Fälle nicht. Eine schöne Sprache natürlich, aber ganz sicher auch eine Herausforderung beim Lernen. Da wird es dich sicher freuen, dass sich die heutige Lektion mit Nomen befasst. Einem Teil der Grammatik, der weitestgehend klar und deutlich definiert ist. Es gibt zwar Unterteilungen (in konkrete und abstrakte Nomen), aber die ändern nichts daran, dass Nomen zum Beispiel immer großgeschrieben werden.
Einen wichtigen Punkt musst dir gleich zu Anfang merken – damit du nicht durcheinanderkommst. In der Schule wird der Begriff „Nomen” synonym (als gleichbedeutend) mit „Substantiv” verwendet. Einzig nach den Regeln der lateinischen Grammatik sind Nomen nicht nur Substantive, sondern gelten auch als Oberbegriff für Adjektive und Pronomen. Es ist also möglich, dass du hier mal eine Unterscheidung hörst. Aber nicht im schulischen Alltag! Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Nomen und Substantiv.
Nomen erkennen: Eine Definition
Weil du gerade gelesen hast, dass ein Nomen auch Substantiv genannt wird, hier noch weitere Begriffe: „Dingwort”, „Hauptwort”, „Namenswort” oder „Nennwort”. Das war nun aber die vollständige Liste. Viel wichtiger ist natürlich der Umgang in der Praxis. In folgende Kategorien werden Nomen-Definition unterschieden:
die Freundschaft –› Konzept oder Emotion
das Buch –› Gegenstand
der Mann –› Lebewesen
das Haus –› Ort oder Gebäude
der Kollege –› Person
Köln –› Stadt oder Ort
Hier einige konkrete Satzbeispiele:
- Liebe sollte ein Gebot für uns alle sein.
- steht für ein Konzept oder eine Emotion.
- Meine Freunde sind die wichtigsten Menschen auf der Erde.
- steht für einen Personenkreis.
- Ihre Tür quietscht schon seit vielen Wochen.
- steht für ein Konzept oder einen Gegenstand.
- Der Fisch schwimmt immer nur im Kreis.
- steht für ein Körperteil oder ein Lebewesen.
- Der Garten ist schon ziemlich verwildert.
- steht für einen Gegenstand oder einen Ort.
- Wir wollen schon länger mal nach München reisen.
- steht für ein Ort oder ein Ziel.
- Er hat sich schon sehr viele Gedanken dazu gemacht.
- steht für eine Vorstellung.
Wie bereits erwähnt, beginnen Nomen grundsätzlich mit einem Großbuchstaben. Zudem werden sie von einem vorangestellten Artikel begleitet – es sei denn, das Nomen steht gleich zu Beginn des Satzes. Dann gibt es Ausnahmen –› Beispiel: „Liebe ist…” Grundsätzlich musst du auch daran denken, dass Nomen dekliniert werden – nach Numerus (Anzahl), Genus (grammatikalisches Geschlecht) oder Kasus (Fall).
1) Nomen mit Artikel:
In der deutschen Sprache machen Artikel ein Nomen sofort erkennbar. Wenn ein Wort mit „der”, „die”, „das” oder auch „ein” und „eine” (also unbestimmte Artikel) eingeführt wird, dann ist es definitiv ein Nomen:
- der Hund
- die Briefmarke
- das Auto
- ein Leser
- eine Kuh
2) Was sind konkrete Nomen?
Die Kategorie „konkrete Nomen” kommt am häufigsten in der deutschen Sprache vor. Sie umschließt alles, was man sehen, hören, fühlen, schmecken oder riechen kann – also mit allen Sinnen erfassen – oder aber Konzepte, die zwar nicht real sind, dennoch durch Kino, Bücher, Geschichten als akzeptiert gelten
- Eigennamen (hiermit sind sowohl Lebewesen gemeint, als auch Orte oder Gegenstände)
- Stuttgart, Christian, Erdbeere, Tasse
- Gattungsnamen (meint sowohl Lebewesen als auch Gegenstände)
- Tücher, Tor, Fisch, Obst
- Stoffnamen (bezieht sich auf Dinge, die zwar messbar, aber nicht direkt zählbar sind)
- Tee, Kohlendioxid, Wasser, Rauch
- Sammelnamen (bezieht sich u.a. auf eine Anzahl von Lebewesen oder Dingen)
- Schwarm, Monsun, Medien, Filme
3) Was sind abstrakte Nomen?
Nomen gibt es auch in einer weiteren Form, als sogenanntes „abstraktes Nomen”. Damit sind Zustände gemeint oder Ideen und Emotionen. Das heißt, du kannst sie nicht anfassen – aber dennoch sind sie Teil des Lebens.
Beispiele für abstrakte Nomen:
- Gefühle
- Glück, Überraschung, Eifersucht
- Beziehungen
- Nachbarschaft, Liebesbeziehung, Partnerschaft
- Eigenschaften
- Geduld, Ehrlichkeit, Respekt
- Zustände
- Entspannung, Hunger, Zufriedenheit
- Wissenschaften und Künste
- Malerei, Theater, Fotografie
Sowohl für konkrete als auch abstrakte Nomen musst du noch einen wichtigen Hinweis beachten. Der sogenannte „Nullartikel” (also der weggelassene Artikel) wird dir bei Eigennamen, Ortsbezeichnungen, Vornamen und Berufsnamen „begegnen”.
- Beispiel:
- Richtig: Ich heiße Frank.
- Hier wäre ein Artikel falsch!
- Denn der Satz kann nicht lauten: Ich heiße der Frank.
- Beispiel:
- Richtig: Ich wollte schon immer Bäcker werden.
- Hier wäre ein Artikel falsch!
- Denn der Satz kann nicht lauten: Ich wollte schon immer der Bäcker werden.
- Beispiel:
- Richtig: Morgen besuche ich Rom.
- Hier wäre ein Artikel falsch!
- Denn der Satz kann nicht lauten: Morgen besuche ich das Rom.
Erklärung: So musst du Nomen deklinieren
In dieser Sektion erfährst du nun genau, wie Nomen dekliniert – also verändert – werden. Dabei unterscheidest du nach Numerus, nach Genus und Kasus. Und zusätzlich auch in drei ganz verschiedene Kategorien: In die „starke Deklination”, die „schwache Deklination” und die „gemischte Deklination”. Das klingt jetzt erstmal nach vielen Informationen – ist aber wirklich leicht erklärt und damit auch schnell gelernt.
1) Numerus – die Anzahl
Wenn es um die Anzahl geht, dann verlangt die deutsche Sprache deine Aufmerksamkeit. Zwar wird nur zwischen Singular und Plural unterschieden. Doch die Falle liegt darin, dass maskuline und neutrale Nomen den Artikel wechseln. Nur im weiblichen, dem Femininum, bleibt der Artikel gleich.
- Genus-Beispiele:
- der Magnet –› die Magnete
- das Bild –› die Bilder
- das Brot –› die Brote
- die Brille –› die Brillen
Auch wenn du zu Beginn gelesen hast, dass Nomina sehr leicht erklärbar sind, musst du an dieser Stelle zwei Sonderfälle schlicht auswendig lernen:
1) Wenn der Begriff „Pluraletantum“ auftaucht, dann steht er für Nomen, die nur in der Mehrzahl existieren. Zum Beispiel: Leute, Flip-Flops, Hotpants, Trümmer.
2) Umgekehrt werden Nomen als sogenanntes „Singularetantum” bezeichnet, wenn sie nur in der Einzahl vorkommen: Glück, Honig, Milch, Gegenwarte, Vertrauen.
2) Genus – das Geschlecht
- Der Artikel „der” steht für –› Maskulinum (männlich)
- Beispiele: der Wecker, der Mann, der Kleber, der Rechner
- Der Artikel „die” steht für –› Femininum (weiblich)
- Beispiele: die Gute, die Torte, die Feige, die Küche
- Der Artikel „das” steht für –› Neutrum (sächlich)
- Beispiele: das Rolltor, das Wasser, das Grauen, das Bild
An dieser Stelle wieder ein Hinweis, dass die deutsche Sprache Fallen beinhaltet. Wie du vielleicht schon gemerkt hast, unterscheidet sich das grammatikalische Geschlecht vom biologischen. Wenn du an „das Mädchen” denkst, weißt du genau, worum es geht. Es heißt hier ja nicht „die Mädchen” – zumindest nicht im Singular, um den es aber geht.
3) Kasus – der Fall
Wenn du über die Deklination von Nomen nachdenkst, dann beschäftigst du dich zwangsläufig mit den vier Fällen: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Die große Frage ist eigentlich immer die Gleiche: Wie findest du bei jeder Gelegenheit den richtigen Kasus heraus. Die Antwort: Du nutzt dafür immer die W-Fragen.
- Nominativ –› Frage nach Was? oder Wer?
- Genitiv –› Fragen nach Wessen?
- Dativ –› Fragen nach Wem
- Akkusativ –› Frage nach Wen? oder Was?
Beispiele für die vier Fälle der Nomen:
- Nominativ:
- Der Schüler hat zwei Nachhilfelehrer.
- W-Frage: Wer hat zwei Nachhilfelehrer?
- Antwort: Der Schüler.
- Genitiv:
- Das Handy seines Vaters ist ganz neu.
- W-Frage: Wessen Handy ist ganz neu?
- Antwort: Das des Vaters.
- Dativ:
- Der Barmann schenkt dem Gast ein Getränk ein.
- W-Frage: Wem schenkt der Barmann ein Getränk ein?
- Antwort: Dem Gast.
- Akkusativ:
- Der Trainer gab dem Schüler den Ball.
- W-Frage: Was gab der Trainer dem Schüler?
- Antwort: Den Ball.
Nachdem du jetzt das Prinzip der Deklination von Nomen verinnerlicht hast, geht es nun einen Schritt weiter. Nomen sind nämlich nicht gleich Nomen. Es werden drei Gruppen unterschieden. Die sind allesamt in sich schlüssig, doch die Endungen musst du dennoch auswendig lernen.
4) Starke Deklination
Hiermit ist der deutsche „Standard” gemeint – die allermeisten Nomina werden stark dekliniert.
Singular:
| Genus | Nominativ |
| Maskulinum | der Zahn |
| Femininum | die Braut |
| Neutrum | das Haus |
| Genus | Genitiv |
| Maskulinum | des Zahnes |
| Femininum | der Braut |
| Neutrum | des Hauses |
| Genus | Dativ |
| Maskulinum | dem Zahn |
| Femininum | der Braut |
| Neutrum | dem Haus |
| Genus | Akkusativ |
| Maskulinum | den Zahn |
| Femininum | die Braut |
| Neutrum | das Haus |
Wichtige Information:
1) Einzig im Genitiv gibt es eine Änderung – zudem nur im Maskulinum und Neutrum. Die Endung bekommt ein „-s” hinzu, möglich wäre auch ein „-es”.
2) Das Femininum bleibt in allen Fällen das gleiche Wort.
Plural:
| Genus | Nominativ |
| Maskulinum | die Zähne |
| Femininum | die Bräute |
| Neutrum | die Häuser |
| Genus | Genitiv |
| Maskulinum | der Zähne |
| Femininum | der Bräute |
| Neutrum | der Häuser |
| Genus | Dativ |
| Maskulinum | den Zähnen |
| Femininum | den Bräuten |
| Neutrum | den Häusern |
| Genus | Akkusativ |
| Maskulinum | die Zähne |
| Femininum | die Bräute |
| Neutrum | die Häuser |
Wichtige Information:
- Die einzige Änderung tritt im Dativ auf; es wird ein „-n” an das Wort angefügt.
- Die Vokalen „a”, „o” und „u” verändern sich zumeist in die Umlaute „ä”, „ö” und „ü”.
5) Schwache Deklination
Singular:
| Genus | Nominativ |
| Maskulinum | der Kollege |
| Feminium | die Kollegin |
| Genus | Genitiv |
| Maskulinum | des Kollegen |
| Femininum | der Kollegin |
| Genus | Dativ |
| Maskulinum | dem Kollegen |
| Femininum | der Kollegin |
| Genus | Akkusativ |
| Maskulinum | den Kollegen |
| Femininum | die Kollegin |
Wichtige Information:
- Die schwache Deklination trifft nur auf maskuline und feminine Nomen zu.
- Die Maskulin-Endung lautet „-en” – in allen Fällen, außer dem Nominativ.
- Im Femininum bleiben alle Fälle im Singular gleich.
Plural:
| Genus | Maskulinum | Femininum |
| Nominativ | die Kollegen | die Kolleginnen |
| Genitiv | der Kollegen | der Kolleginnen |
| Dativ | den Kollegen | den Kolleginnen |
| Akkusativ | die Kollegen | die Kolleginnen |
Wichtige Information:
- Nur maskuline und feminine Substantive werden schwach dekliniert.
- Alle Fälle im Plural des Maskulinums und Femininums enden mit „-en“.
- Das „n” im Femininum wird verdoppelt.
6) Gemischte Deklination
Singular:
| Genus | Maskulinum | Neutrum |
| Nominativ | der Name | das Auge |
| Genitiv | des Namens | des Auges |
| Dativ | dem Namen | dem Auge |
| Akkusativ | den Namen | das Auge |
Wichtige Information:
- Nur Nomen im Maskulinum und Neutrum werden gemischt dekliniert.
- Im Genitiv haben sie die Endung „-(e)s”. Ansonsten behalten sie immer die gleiche Form.
Plural:
| Genus | Maskulinum | Neutrum |
| Nominativ | die Namen | die Augen |
| Genitiv | der Namen | der Augen |
| Dativ | den Namen | den Augen |
| Akkusativ | die Namen | die Augen |
Wichtige Information:
- Nur Nomen im Maskulinum und Neutrum werden gemischt dekliniert.
- Sie haben im Plural in allen Fällen die Endung „-en”.
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Zusammengesetzte Nomen
Jetzt hast du schon viel über Nomen gelernt. Du weißt, wie sie erkannt bzw. dekliniert werden. Das ist sehr wichtig. In dem nun folgenden Absatz lernst du alles über zusammengesetzte Nomina. Sie werden auch als Kompositum (Plural: Komposita) bezeichnet. In die Praxis übersetzt sind das Nomen, die aus zwei oder drei Worten „komponiert” sind. So entstehen also ganz neue Nomen. Es gibt hier drei wichtige Gruppen, die du unterscheiden musst:
Zwei Nomen, die ein neues Wort ergeben:
die Tür + der Öffner = der Türöffner
das Feuer + die Wand = die Feuerwand
der Brand + der Herd = der Brandherd
Ein Adjektiv und ein Nomen, die zusammen ein neues Wort ergeben:
schnell + Imbiss = der Schnellimbiss
hoch + Haus = das Hochhaus
schnell + Bahn = die Schnellbahn
Ein Verb und ein Nomen, die zusammen ein neues Wort ergeben:
gieß(en) + Kanne = die Gießkanne
lauf(en) + Schuhe = die Laufschuhe
kletter(n) + Wald = der Kletterwald
Nomen erkennen: Leicht gemacht!
Zum Schluss nun noch einige Hinweise, die du ebenfalls nutzen kannst, wenn du es dir beim Erkennen von Nomen leichtmachen willst. Was dir vielleicht auch schon aufgefallen ist: Viele Nomen haben die gleichen Endungen.
Beispiele für die verschiedenen Endungen:
- Gleichmut –› … -mut
- Säugling –› … -ling
- Zufriedenheit –› … -heit
- Schicksal –› … -sal
- Gesellschaft –› … -schaft
- Sauberkeit –› … -keit
- Heizung –› … -ung
- Irrtum –› … -tum
- Geheimnis –› … -nis
Es gibt aber auch Präfixe, die vor Nomen gesetzt werden können. Präfixe sind Vorsilben. Allerdings finden hier nur drei eine häufige Anwendung: „ab-”, „um-”, „-auf” und „zu-”
Beispiele für die Vorsilben:
- Ab-… –› Abklärung
- Um-… –› Umzug
- Zu-… –› Zufahrt
Weitere Erkennungshilfen sind:
• Bestimmte oder unbestimmte Artikel: „der”, „die”, „das”, „ein”, „eine” etc.
• Possessiv- oder Demonstrativpronomen: „mein”, „seine”, „dieser”, „diese” etc.
• Adjektive wie „klein”, „groß”, „laut”, „bunt” etc.
Zusammenfassung:
Was ist ein Nomen? Diese Frage wirst du jetzt sicher zur Zufriedenheit deiner Lehrer beantworten können. Aber nochmal zusammengefasst: Nomen musst du zwangsläufig großschreiben. Sie kommen (fast immer) mit einem vorangestellten Artikel vor („der”, „die”, „das”…) und sie werden dekliniert. Das heißt, du veränderst das Nomen nach Numerus, Genus und Kasus.
Was sind Nomen? Genau…! Diese Wortart wird in konkrete und abstrakte Hauptworte unterteilt. Das heißt, sie sind real (konkret) oder aber nur einem Gefühl oder einer Idee (abstrakt) entprechend. Das ist aber gar nicht so schwierig. Zudem gibt es sie zusammengesetzt – mit Verben, Adjektiven oder anderen Nomen. Dann bezeichnet man sie als Komposita.
Was bedeutet Nomen: Ein Nomen ist tatsächlich nichts anderes als ein Substantiv. Es heißt aber auch Dingwort, Hauptwort oder Nennwort.
Teste dein Wissen
Singularetantum: Erkenne das dazugehörige Nomen