Deutsch: Nomen

Wenn du alles über Nomen erfahren möchtest, dann bist du hier genau richtig! Steig hier sofort in das Thema ein!

Was sind Nomen: Beispiele, Hilfen, Erklärungen

Manchmal – oder vielleicht auch oft – wünschst du dir, dass die deutsche Sprache leicht wäre. Tatsächlich ist sie es in der Mehrheit aller Fälle nicht. Eine schöne Sprache natürlich, aber ganz sicher auch eine Herausforderung beim Lernen. Da wird es dich sicher freuen, dass sich die heutige Lektion mit Nomen befasst. Einem Teil der Grammatik, der weitestgehend klar und deutlich definiert ist. Es gibt zwar Unterteilungen (in konkrete und abstrakte Nomen), aber die ändern nichts daran, dass Nomen zum Beispiel immer großgeschrieben werden. 

Einen wichtigen Punkt musst dir gleich zu Anfang merken – damit du nicht durcheinanderkommst. In der Schule wird der Begriff „Nomensynonym (als gleichbedeutend) mit „Substantiv” verwendet. Einzig nach den Regeln der lateinischen Grammatik sind Nomen nicht nur Substantive, sondern gelten auch als Oberbegriff für Adjektive und Pronomen. Es ist also möglich, dass du hier mal eine Unterscheidung hörst. Aber nicht im schulischen Alltag! Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Nomen und Substantiv.

Nomen erkennen: Eine Definition

Weil du gerade gelesen hast, dass ein Nomen auch Substantiv genannt wird, hier noch weitere Begriffe: „Dingwort”, „Hauptwort”, „Namenswort” oder „Nennwort”. Das war nun aber die vollständige Liste. Viel wichtiger ist natürlich der Umgang in der Praxis. In folgende Kategorien werden Nomen-Definition unterschieden:

die Freundschaft  –› Konzept oder Emotion
das Buch                  –› Gegenstand
der Mann                 –› Lebewesen
das Haus                  –› Ort oder Gebäude
der Kollege             –› Person
Köln                           –› Stadt oder Ort

Hier einige konkrete Satzbeispiele:    

  • Liebe sollte ein Gebot für uns alle sein.
    • steht für ein Konzept oder eine Emotion.
  • Meine Freunde sind die wichtigsten Menschen auf der Erde.
    • steht für einen Personenkreis.
  • Ihre Tür quietscht schon seit vielen Wochen.
    • steht für ein Konzept oder einen Gegenstand.
  • Der Fisch schwimmt immer nur im Kreis.
    • steht für ein Körperteil oder ein Lebewesen.
  • Der Garten ist schon ziemlich verwildert.
    • steht für einen Gegenstand oder einen Ort.
  • Wir wollen schon länger mal nach München reisen.
    • steht für ein Ort oder ein Ziel.
  • Er hat sich schon sehr viele Gedanken dazu gemacht.
    • steht für eine Vorstellung.

Wie bereits erwähnt, beginnen Nomen grundsätzlich mit einem Großbuchstaben. Zudem werden sie von einem vorangestellten Artikel begleitet – es sei denn, das Nomen steht gleich zu Beginn des Satzes. Dann gibt es Ausnahmen –› Beispiel: „Liebe ist…” Grundsätzlich musst du auch daran denken, dass Nomen dekliniert werden – nach Numerus (Anzahl), Genus (grammatikalisches Geschlecht) oder Kasus (Fall). 


1) Nomen mit Artikel:

In der deutschen Sprache machen Artikel ein Nomen sofort erkennbar. Wenn ein Wort mit „der”, „die”, „das” oder auch „ein” und „eine” (also unbestimmte Artikel) eingeführt wird, dann ist es definitiv ein Nomen:

  • der Hund
  • die Briefmarke
  • das Auto
  • ein Leser
  • eine Kuh


2) Was sind konkrete Nomen?

Die Kategorie „konkrete Nomen” kommt am häufigsten in der deutschen Sprache vor. Sie umschließt alles, was man sehen, hören, fühlen, schmecken oder riechen kann – also mit allen Sinnen erfassen – oder aber Konzepte, die zwar nicht real sind, dennoch durch Kino, Bücher, Geschichten als akzeptiert gelten

  • Eigennamen (hiermit sind sowohl Lebewesen gemeint, als auch Orte oder Gegenstände)
    • Stuttgart, Christian, Erdbeere, Tasse
  • Gattungsnamen (meint sowohl Lebewesen als auch Gegenstände
    • Tücher, Tor, Fisch, Obst
  • Stoffnamen (bezieht sich auf Dinge, die zwar messbar, aber nicht direkt zählbar sind)
    • Tee, Kohlendioxid, Wasser, Rauch
  • Sammelnamen (bezieht sich u.a. auf eine Anzahl von Lebewesen oder Dingen)
    • Schwarm, Monsun, Medien, Filme


3) Was sind abstrakte Nomen?

Nomen gibt es auch in einer weiteren Form, als sogenanntes „abstraktes Nomen”. Damit sind Zustände gemeint oder Ideen und Emotionen. Das heißt, du kannst sie nicht anfassen – aber dennoch sind sie Teil des Lebens.

Beispiele für abstrakte Nomen:

  • Gefühle
    • Glück, Überraschung, Eifersucht
  • Beziehungen 
    • Nachbarschaft, Liebesbeziehung, Partnerschaft
  • Eigenschaften
    • Geduld, Ehrlichkeit, Respekt
  • Zustände
    • Entspannung, Hunger, Zufriedenheit
  • Wissenschaften und Künste
    • Malerei, Theater, Fotografie
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Achtung

Sowohl für konkrete als auch abstrakte Nomen musst du noch einen wichtigen Hinweis beachten. Der sogenannte „Nullartikel” (also der weggelassene Artikel) wird dir bei Eigennamen, Ortsbezeichnungen, Vornamen und  Berufsnamen „begegnen”.

  • Beispiel: 
    • Richtig: Ich heiße Frank. 
    • Hier wäre ein Artikel falsch!
    • Denn der Satz kann nicht lauten: Ich heiße der Frank.
  • Beispiel:
    • Richtig: Ich wollte schon immer Bäcker werden.
    • Hier wäre ein Artikel falsch!
    • Denn der Satz kann nicht lauten: Ich wollte schon immer der Bäcker werden.
  • Beispiel:
    • Richtig: Morgen besuche ich Rom.
    • Hier wäre ein Artikel falsch!
    • Denn der Satz kann nicht lauten: Morgen besuche ich das Rom.

Erklärung: So musst du Nomen deklinieren

In dieser Sektion erfährst du nun genau, wie Nomen dekliniert – also verändert – werden. Dabei unterscheidest du nach Numerus, nach Genus und Kasus. Und zusätzlich auch in drei ganz verschiedene Kategorien: In die „starke Deklination”, die „schwache Deklination” und die „gemischte Deklination”. Das klingt jetzt erstmal nach vielen Informationen – ist aber wirklich leicht erklärt und damit auch schnell gelernt.


1) Numerus – die Anzahl

Wenn es um die Anzahl geht, dann verlangt die deutsche Sprache deine Aufmerksamkeit. Zwar wird nur zwischen Singular und Plural unterschieden. Doch die Falle liegt darin, dass maskuline und neutrale Nomen den Artikel wechseln. Nur im weiblichen, dem Femininum, bleibt der Artikel gleich.

  • Genus-Beispiele:
    • der Magnet     –› die Magnete
    • das Bild           –› die Bilder
    • das Brot          –› die Brote
    • die Brille          –› die Brillen

Auch wenn du zu Beginn gelesen hast, dass Nomina sehr leicht erklärbar sind, musst du an dieser Stelle zwei Sonderfälle schlicht auswendig lernen:

1) Wenn der Begriff „Pluraletantum“ auftaucht, dann steht er für Nomen, die nur in der Mehrzahl existieren. Zum Beispiel: Leute, Flip-Flops, Hotpants, Trümmer.

2) Umgekehrt werden Nomen als sogenanntes „Singularetantum” bezeichnet, wenn sie nur in der Einzahl vorkommen: Glück, Honig, Milch, Gegenwarte, Vertrauen.



2) Genus – das Geschlecht

  • Der Artikelder” steht für –› Maskulinum (männlich)
    • Beispiele: der Wecker, der Mann, der Kleber, der Rechner


  • Der Artikeldie” steht für –› Femininum (weiblich)
    • Beispiele: die Gute, die Torte, die Feige, die Küche


  • Der Artikeldas” steht für –› Neutrum (sächlich)
    • Beispiele: das Rolltor, das Wasser, das Grauen, das Bild


An dieser Stelle wieder ein Hinweis, dass die deutsche Sprache Fallen beinhaltet. Wie du vielleicht schon gemerkt hast, unterscheidet sich das grammatikalische Geschlecht vom biologischen. Wenn du an „das Mädchen” denkst, weißt du genau, worum es geht. Es heißt hier ja nichtdie Mädchen” – zumindest nicht im Singular, um den es aber geht.


3) Kasus – der Fall               

Wenn du über die Deklination von Nomen nachdenkst, dann beschäftigst du dich zwangsläufig mit den vier Fällen: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Die große Frage ist eigentlich immer die Gleiche: Wie findest du bei jeder Gelegenheit den richtigen Kasus heraus. Die Antwort: Du nutzt dafür immer die W-Fragen.

  • Nominativ     –› Frage nach Was? oder Wer?
  • Genitiv           –› Fragen nach Wessen?
  • Dativ              –› Fragen nach Wem 
  • Akkusativ      –› Frage nach Wen? oder Was?


Beispiele für die vier Fälle der Nomen:

  • Nominativ:
    • Der Schüler hat zwei Nachhilfelehrer.
    • W-Frage: Wer hat zwei Nachhilfelehrer?
    • Antwort: Der Schüler.
  • Genitiv:
    • Das Handy seines Vaters ist ganz neu.
    • W-Frage: Wessen Handy ist ganz neu?
    • Antwort: Das des Vaters.
  • Dativ:
    • Der Barmann schenkt dem Gast ein Getränk ein.
    • W-Frage: Wem schenkt der Barmann ein Getränk ein?
    • Antwort: Dem Gast.
  • Akkusativ:
    • Der Trainer gab dem Schüler den Ball.
    • W-Frage: Was gab der Trainer dem Schüler?
    • Antwort: Den Ball.

Nachdem du jetzt das Prinzip der Deklination von Nomen verinnerlicht hast, geht es nun einen Schritt weiter. Nomen sind nämlich nicht gleich Nomen. Es werden drei Gruppen unterschieden. Die sind allesamt in sich schlüssig, doch die Endungen musst du dennoch auswendig lernen.


4) Starke Deklination

Hiermit ist der deutscheStandard” gemeint – die allermeisten Nomina werden stark dekliniert.

Singular

Genus
Nominativ
Maskulinumder Zahn
Femininumdie Braut
Neutrum
das Haus


Genus
Genitiv
Maskulinum
des Zahnes
Femininum
der Braut
Neutrumdes Hauses


Genus
Dativ
Maskulinum
dem Zahn
Femininum
der Braut
Neutrum
dem Haus


Genus
Akkusativ
Maskulinum
den Zahn
Femininum
die Braut
Neutrumdas Haus

Wichtige Information:

1) Einzig im Genitiv gibt es eine Änderung – zudem nur im Maskulinum und Neutrum. Die Endung bekommt ein „-s” hinzu, möglich wäre auch ein „-es”.

2) Das Femininum bleibt in allen Fällen das gleiche Wort.

Plural:

Genus
Nominativ
Maskulinum
die Zähne
Femininum
die Bräute
Neutrum
die Häuser


Genus
Genitiv
Maskulinum
der Zähne
Femininum
der Bräute
Neutrum
der Häuser


Genus
Dativ
Maskulinum
den Zähnen
Femininum
den Bräuten
Neutrum
den Häusern


Genus
Akkusativ
Maskulinum
die Zähne
Femininum
die Bräute
Neutrumdie Häuser

Wichtige Information:

  • Die einzige Änderung tritt im Dativ auf; es wird ein „-n” an das Wort angefügt.
  • Die Vokalen „a”, „o” und „u” verändern sich zumeist in die Umlaute „ä”, „ö” und „ü”.


5) Schwache Deklination 

Singular: 

Genus
Nominativ
Maskulinum
der Kollege
Feminium
die Kollegin


Genus
Genitiv
Maskulinum
des Kollegen
Femininum
der Kollegin


Genus
Dativ
Maskulinum
dem Kollegen
Femininum
der Kollegin


Genus
Akkusativ
Maskulinum
den Kollegen
Femininum
die Kollegin

Wichtige Information:

  • Die schwache Deklination trifft nur auf maskuline und feminine Nomen zu.
  • Die Maskulin-Endung lautet „-en” – in allen Fällen, außer dem Nominativ.
  • Im Femininum bleiben alle Fälle im Singular gleich.

Plural: 

GenusMaskulinumFemininum
Nominativdie Kollegendie Kolleginnen
Genitivder Kollegender Kolleginnen
Dativden Kollegenden Kolleginnen
Akkusativdie Kollegendie Kolleginnen

Wichtige Information:

    • Nur maskuline und feminine Substantive werden schwach dekliniert.
    • Alle Fälle im Plural des Maskulinums und Femininums enden mit „-en“.
    • Das „n” im Femininum wird verdoppelt.

6) Gemischte Deklination

Singular:

GenusMaskulinumNeutrum
Nominativder Namedas Auge
Genitivdes Namensdes Auges
Dativdem Namendem Auge
Akkusativden Namendas Auge

Wichtige Information:

  • Nur Nomen im Maskulinum und Neutrum werden gemischt dekliniert.
  • Im Genitiv haben sie die Endung „-(e)s”. Ansonsten behalten sie immer die gleiche Form.

Plural:

GenusMaskulinumNeutrum
Nominativdie Namendie Augen
Genitivder Namender Augen
Dativden Namenden Augen
Akkusativdie Namendie Augen

Wichtige Information:

  • Nur Nomen im Maskulinum und Neutrum werden gemischt dekliniert.
  • Sie haben im Plural in allen Fällen die Endung „-en”.


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Zusammengesetzte Nomen

Jetzt hast du schon viel über Nomen gelernt. Du weißt, wie sie erkannt bzw. dekliniert werden. Das ist sehr wichtig. In dem nun folgenden Absatz lernst du alles über zusammengesetzte Nomina. Sie werden auch als Kompositum (Plural: Komposita) bezeichnet. In die Praxis übersetzt sind das Nomen, die aus zwei oder drei Worten „komponiertsind. So entstehen also ganz neue Nomen. Es gibt hier drei wichtige Gruppen, die du unterscheiden musst: 

Zwei Nomen, die ein neues Wort ergeben:

die Tür + der Öffner               = der Türöffner
das Feuer + die Wand            = die Feuerwand
der Brand + der Herd             = der Brandherd

Ein Adjektiv und ein Nomen, die zusammen ein neues Wort ergeben:

schnell + Imbiss         = der Schnellimbiss
hoch + Haus              = das Hochhaus
schnell + Bahn           = die Schnellbahn

Ein Verb und ein Nomen, die zusammen ein neues Wort ergeben:

gieß(en) + Kanne        = die Gießkanne
lauf(en) + Schuhe       = die Laufschuhe
kletter(n) + Wald        = der Kletterwald

Nomen erkennen: Leicht gemacht!

Zum Schluss nun noch einige Hinweise, die du ebenfalls nutzen kannst, wenn du es dir beim Erkennen von Nomen leichtmachen willst. Was dir vielleicht auch schon aufgefallen ist: Viele Nomen haben die gleichen Endungen. 

Beispiele für die verschiedenen Endungen:

  • Gleichmut       –› … -mut
  • Säugling          –› … -ling
  • Zufriedenheit  –› … -heit
  • Schicksal         –› … -sal
  • Gesellschaft    –› … -schaft
  • Sauberkeit      –› … -keit
  • Heizung          –› … -ung
  • Irrtum             –› … -tum
  • Geheimnis      –› … -nis

Es gibt aber auch Präfixe, die vor Nomen gesetzt werden können. Präfixe sind Vorsilben. Allerdings finden hier nur drei eine häufige Anwendung: „ab-”, „um-”, „-auf” und „zu-”

Beispiele für die Vorsilben:

  • Ab-…   –› Abklärung
  • Um-… –› Umzug
  • Zu-…   –› Zufahrt

Weitere Erkennungshilfen sind:

Bestimmte oder unbestimmte Artikel: „der”, „die”, „das”, „ein”, „eine” etc.

                        • Possessiv- oder Demonstrativpronomen: „mein”, „seine”, „dieser”, „diese” etc.

                        • Adjektive wie „klein”, „groß”, „laut”, „bunt” etc.

Zusammenfassung:

Was ist ein Nomen? Diese Frage wirst du jetzt sicher zur Zufriedenheit deiner Lehrer beantworten können. Aber nochmal zusammengefasst: Nomen musst du zwangsläufig großschreiben. Sie kommen (fast immer) mit einem vorangestellten Artikel vor („der”, „die”, „das”…) und sie werden dekliniert. Das heißt, du veränderst das Nomen nach Numerus, Genus und Kasus.

Was sind Nomen? Genau…! Diese Wortart wird in konkrete und abstrakte Hauptworte unterteilt. Das heißt, sie sind real (konkret) oder aber nur einem Gefühl oder einer Idee (abstrakt) entprechend. Das ist aber gar nicht so schwierig. Zudem gibt es sie zusammengesetzt – mit Verben, Adjektiven oder anderen Nomen. Dann bezeichnet man sie als Komposita.

Was bedeutet Nomen: Ein Nomen ist tatsächlich nichts anderes als ein Substantiv. Es heißt aber auch Dingwort, Hauptwort oder Nennwort.

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