Deutsch: Adverbiale Bestimmung
Wenn du alles über die adverbiale Bestimmung erfahren möchtest, dann bist du hier genau richtig! Schau dir erst das Video an und dann steig sofort in das Thema ein!
Was sind adverbiale Bestimmungen: Beispiele, Hilfen, Erklärungen
Wäre es nicht furchtbar, du würdest dich mit deinen Mitmenschen nicht verständigen können? Wenn dein Gegenüber schlicht nicht versteht, welche Botschaft du ihm oder ihr mitteilen möchtest? Sehr viele Konstrukte in der deutschen Grammatik helfen dir dabei, das zu verhindern.
Eines der wichtigsten: Die adverbialen Bestimmungen. Das sind sogenannte Satzglieder, die einen Umstand oder ein Ereignis genauer beschreiben: Wieso oder auf welche Weise ist etwas geschehen. Daher nennt man sie ebenfalls Umstandsbestimmungen. Oder auch – der Vollständigkeit halber – Adverbiale.
Mache bitte nicht den Fehler, diesen Begriff zu verwechseln. Adverbiale sind nicht mit der Wortart der Adverbien verwandt.
In dieser Lektion geht es also – kleine Merkhilfe – um Satzteile oder sogar ganze Nebensätze (Adverbialsätze). Adverbien hingegen beschreiben „nur” ein Verb näher. Weitere Informationen dazu findest du gegen Ende dieser Lektion.
Zur Einstimmung hier nun ein erstes Beispiel zu Adverbialen:
Freitag fährt mein Vater mit dem Laster für eine Abholung nach Stuttgart.
Freitag –› adverbiale Bestimmung der Zeit
fährt –› Prädikat
mein Vater –› Subjekt
mit dem Laster –› adverbiale Bestimmung der Art und Weise
für eine Abholung –› adverbiale Bestimmung des Grundes
nach Stuttgart. –› adverbiale Bestimmung des Ortes
An diesem Beispiel kannst du schon sehen, wie Adverbialen funktionieren; sie transportieren vielfältige Informationen und machen einer Zuhörerin oder einen Zuhörer deine Botschaft in allen Details deutlich.
Damit du gleich alle Informationen am Anfang hast, hier die Liste der acht möglichen adverbialen Bestimmungen in der deutschen Sprache:
| Adverbiale Bestimmung… | Die Fragestellung lautet: |
| … des Ortes (Lokaladverbial) | Wo? Woher? Wohin? |
| … der Zeit (Temporaladverbial) | (Seit) wann? Wie oft? Wie lange? |
| … der Art und Weise (Modaladverbial) | Wie? Auf welche Weise? Womit? |
| … des Grundes (Kausaladverbial) | Warum? Weshalb? |
| … des Zwecks (Finaladverbial) | Wozu? |
| … der Bedingung (Konditionaladverbial) | Unter welchen Bedingungen? |
| … der Einräumung (Konzessivadverbial) | Trotz welchen Umstands? |
| … der Folge (Konsekutivadverbial) | Mit welcher/n Folge/n? |
Vier Haupttypen der adverbialen Bestimmungen
Du hast nun schon gesehen, es gibt in Summe acht adverbiale Bestimmungen. Doch sie unterscheiden sich in vier Haupttypen und vier Nebentypen. Hier stehen nun alle Informationen zu der wichtigen ersten Kategorisierung:
1) Lokaladverbial – die adverbiale Bestimmung des Ortes
Um es zu erkennen, fragst du „Wo”, „Woher” oder „Wohin”. Wie leicht das geht, siehst du an den folgenden Beispielen für adverbiale Bestimmung des Ortes:
- Ich warte am Bahnhof auf dich.
Frage: Wo warte ich auf dich?
Antwort: am Bahnhof. - Siggi will unbedingt nach Rom.
Frage: Wohin will Siggi unbedingt?
Antwort: nach Rom.
Folgende Signalwörter geben dir u.a. einen wichtigen Hinweis auf die Bestimmung des Ortes: „dort”, „hier”, „überall”, „draußen”, „nirgendwo”, „drinnen”, „oben”, „dorthin”, „vorne”, „hierhin”, „hinten”, „geradeaus”, „unten”, „im”, „auf”, „in”, „am”, „bei”, „unter”, „von”, „zum”, „zur”, „nach” oder „aus”.
2) Temporaladverbial – die adverbiale Bestimmung der Zeit
Drei kleine Fragen klären die Bestimmung der Zeit: „(Seit) wann?”, „Wie oft?”, „Wie lange?”. Hier Beispiele für temporale Bestimmung der Zeit:
- Frauke und Michi kennen sich seit 5 Jahren.
Frage: Seit wann kennen sich Frauke und Michi?
Antwort: seit 5 Jahren. - Chris trainiert fünf Mal in der Woche.
Frage: Wie oft trainiert Chris in der Woche?
Antwort: fünf Mal.
Auch diese Signalwörter der Häufigkeit werden dir bei der Identifikation des Temporaladverbials helfen: „mehrfach”, „immer”, „manchmal”, „selten”, „täglich”, „nie” oder „oft”.
3) Modaladverbial – die adverbiale Bestimmung der Art und Weise
„Wie?”, „Auf welche Weise?”, „Womit?” – so lauten die Fragen, mit denen du die Modalbestimmung zuverlässig identifizieren kannst. Beispiele:
- Wir gingen knutschend in den Club.
Frage: Auf welche Weise gingen wir in den Club?
Antwort: knutschend. - Jonas schreibt seine Texte auf der Schreibmaschine.
Frage: Wie schreibt Jonas seine Texte?
Antwort: auf der Schreibmaschine.
Signalwörter für das Modaladverbial können „mittels”, „mit”, „durch”, „mithilfe”, „ohne” oder „indem” sein.
4) Kausaladverbial – die adverbiale Bestimmung des Grundes
Der vierte Haupttyp der Adverbialen ist die Kausalbestimmung. Wenn du sie suchst, findest du sie mit folgenden Fragen: „Warum?” und „Weshalb?” Beispiele für adverbiale Bestimmung des Grundes:
- Rachel kam zu spät zur Schule, weil sie verschlafen hatte.
Frage: Warum kam Rachel zu spät zur Schule?
Antwort: Weil sie verschlafen hatte. - Sie hatte Durst, daher brauchte sie eine Wasserflasche.
Frage: Weshalb brauchte sie eine Wasserflasche?
Antwort: Sie hatte Durst.
Kausaladverbiale stehen häufig mit folgenden Worten Verbindung: „aufgrund”, „wegen”, „weil”, „da”, „darum”, „daher” oder „deshalb”.
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Vier weitere Adverbiale: Die Nebentypen
Im Leben ist es nicht nett, zwischen Haupt- und Nebentypen zu unterscheiden. Doch in der Grammatik ist diese Abstufung sehr sinnvoll. Signalisiert sie doch, mit welchen Varianten du häufiger konfrontiert wirst – und mit welchen seltener.
1) Finaladverbial – die adverbiale Bestimmung des Zweckes
Hier lautet die simple Frage: „Wozu?” Mit diesem Fragewort kannst du den Zweck sofort bestimmen.
- Sandra ist einkaufen gegangen, um heute Abend etwas kochen zu können.
Frage: Wozu ist Sandra einkaufen gegangen?
Antwort: Um heute Abend etwas kochen zu können. - Zum Wachwerden trinkt Silke jeden Morgen eine Tasse Tee.
Frage: Wozu trinkt Silke jeden Morgen Tee
Antwort: Zum Wachwerden.
Im Fall der Finaladverbiale wirst du häufig auf Sätze mit „dass”, „damit”, „auf dass” oder „zwecks” als Einleitung treffen. Auch Infinitivsätze mit „zu+”-Infinitiv beantworten häufig die Frage, wozu etwas Bestimmtes genutzt wird.
2) Konditionaladverbial – die adverbiale Bestimmung der Bedingung
Auch hier gibt es nur eine Frage, die die Bestimmung des konditionalen Adverbials klärt: „Unter welchen Bedingungen?”
- Auch wenn es wolkig ist, creme ich mich mit Sonnencreme ein.
Frage: Unter welchen Bedingungen creme ich mich mit Sonnencreme ein?
Antwort: Auch wenn es wolkig ist. - Wenn es nicht mehr stürmt, gehen wir noch an den Strand
Frage: Unter welchen Bedingungen gehen wir noch an den Strand.
Antwort: Wenn es nicht mehr stürmt.
Die Konditionalbestimmung lässt sich oft durch Wörter wie „wenn”, „falls”, „sofern” oder „soweit” erkennen.
3) Konzessivadverbial – die adverbiale Bestimmung der Einräumung
„Trotz welchen Umstands?” So lautet die Frage, mit der du ein konzessives Adverbial identifizieren wirst.
- Obwohl es schon spät ist, gehen wir noch nicht ins Bett.
Frage: Trotz welchen Umstands gehen wir noch nicht ins Bett?
Antwort: Obwohl es schon spät ist. - Obwohl Silke morgen nicht arbeiten muss, wird ihr Wecker früh klingeln.
Frage: Trotz welchen Umstands wird Silkes Wetter früh klingeln?
Antwort: Obwohl sie morgen nicht arbeiten muss.
Merke dir folgende Wörter – sie leiten zumeist eine Konzessivbestimmung ein: „obwohl”, „obgleich”, „obschon”, „wenn auch”, „trotz”.
4) Konsekutivadverbial – die adverbiale Bestimmung der Folge/Wirkung
Um ein konsekutives Adverbial zu finden, musst du dich nur der Fragestellung „Mit welcher/n Folge/n?” beschäftigen.
- Peter ließ den Topf so lange auf dem Herd, dass er überkochte.
Frage: Mit welcher Folge ließ Peter den Topf auf dem Herd?
Antwort: Dass er überkochte. - Die Wäsche war so vermischt, dass sie verfärbt aus der Maschine kam.
Frage: Mit welcher Folge war die Wäsche vermischt?
Antwort: Dass sie verfärbt aus der Maschine kam.
Das Konsekutivadverbial wird häufiger durch einen Nebensatz mit „dass” oder „sodass” gebildet.
Unterschiede zu anderen Satzgliedern und Wortarten
Du hast es ja bereits ganz zu Beginn der Lektion gelesen. Ein häufiger Fehler ist, dass Adverbiale mit Adverbien gleichgesetzt werden. Zugegeben – die Worte klingen äußerst ähnlich. Doch sie unterscheiden sich ganz maßgeblich.
Adverbiale Bestimmungen sind sogenannte Wortgruppen, also Satzteile (wie Subjekt, Prädikat, Objekt) und können auch aus mehreren Wörtern (auch Adverbien!), Wortgruppen oder sogar ganzen Sätzen bestehen. Diese beziehen sich entweder auf das Verb oder auf den ganzen Satz.
Adverbien hingegen sind (in den meisten Fällen) einzelne Wörter. Sie gehören zur Gruppe der Wortarten (wie Substantive, Pronomen, Verben usw.). Das heißt, sie beziehen sich auf Verben. Dennoch können sie auch weitere Wortarten oder Adverbien modifizieren. Damit ist ein Adverb möglicherweise auch Teil eines Objekts.
Beispiele:
- Die Frau lernt intensiv für ihre nächste Klavierstunde.
Hast du es erkannt? Das Adverb „intensiv” bezieht sich auf das Verb „lernen”. - Der Film soll wirklich großartig sein.
In diesem Beispiel bezieht sich das Adverb „wirklich” auf das Adjektiv „großartig”.
Merke dir auch diesen wichtigen Hinweis: Adverbien sind nicht deklinierbar. Das heißt, Du kannst Adverbien nicht in ihrem Geschlecht (Genus), Fall (Kasus) oder Anzahl (Numerus) angleichen.
Unterschied zwischen adverbialer Bestimmung und Attribut
Ein weiterer Fallstrick in der deutschen Sprache ist die Unterscheidung zwischen Attribut und adverbialer Bestimmung. Denn: Beide sind sich sowohl in Erscheinung als auch Funktion recht ähnlich – sie beschreiben ein Geschehen oder eine Handlung näher. Die wichtigste Erklärung ist: Attribute sind nicht eigenständig, sie sind Teile von anderen Satzgliedern. Zudem müssen sie bei ihrem Bezugswort stehen. Gemeint ist das Nomen, auf das sie sich beziehen.
Beispiel: Adverbiale Bestimmung
- Die Räder fahren auf der Straße.
- Auf der Straße fahren die Räder.
- Fahren die Räder auf der Straße?
Wo fahren die Räder? –› auf der Straße.
Somit ist deutlich sichtbar, dass die adverbiale Bestimmung (hier: des Ortes) im Satz an mehreren Stellen platziert werden kann. Der Sinn des Satzes bleibt weiterhin richtig. Fazit: Das Adverbial ist nicht von einem Bezugswort abhängig.
Beispiel: Attribut
- Der Roller meines Freundes fährt langsam.
- Fährt der Roller meines Freundes langsam?
Folgende Möglichkeiten in der Umstellung sind aber falsch:
- Meines Freundes der Roller fährt langsam.
- Langsam fährt meines Freundes der Roller.
Das Genitivattribut (meines Freundes) darfst du also nicht vom Bezugswort (Roller) trennen. Sonst ergibt der Inhalt des Satzes keinen Sinn mehr. Fazit: Ein Attribut braucht immer sein Bezugswort.
Unterschied zwischen Präpositionalobjekt und adverbialer Bestimmung
Hier ist auch schon die nächste sehr vertrackte Frage: Ist ein zu bestimmendes Satzglied ein Präpositionalobjekt oder doch eine adverbiale Bestimmung?
Wie bei den Vergleichen zuvor: Beide können leicht verwechselt werden. Vor allem, wenn die adverbiale Bestimmung mit einer Präposition eingeleitet wird. Das ist ganz schön gemein. Aber wenn du diese Ratschläge befolgst, wirst du bald in der Unterscheidung keine Probleme mehr haben.
Erinnere dich bitte an die Funktionen der adverbialen Bestimmungen – sie beschreiben u.a. einen Ort, eine Zeit oder einen Grund. Quasi alles ganz freiwillig – wenn du so willst. Das Präpositionalobjekt hingegen wird vom Verb gefordert. Es ist also nicht freiwillig. Das Satzglied inklusive Präposition ist mit dem Rest des Satzes fest verbunden.
Um es doch noch schwieriger zu machen: Adverbiale Bestimmungen können ebenfalls durch Präpositionen eingeleitet werden. Doch die Präposition in einer adverbialen Bestimmung steht nicht zwangsläufig zum Prädikat. Okay, das war jetzt wirklich sehr theoretisch. Zum Verständnis nun einige Beispiele.
Beispiel: Präpositionalobjekt
- Ella rangelt mit Susi.
Frage: Mit wem rangelt Ella?
Antwort: Mit Susi.
Wichtig: Die Frage kann nur mit einer dazugehörigen Präposition gestellt werden. Jedoch kann die Präposition beim Präpositionalobjekt nicht einfach ausgetauscht werden. Weder kann Ella unter Susi rangeln, noch geht es in ihr oder außerhalb. Sprich: Das Verb „rangeln” funktioniert nur durch die Präposition „mit”.
Beispiel: Adverbiale Bestimmung mit Präposition
- Lina geht in die Bar.
Frage: Wohin geht Lina?
Antwort: In die Bar.
Die Frage kann auch ohne die Präposition im Satz gestellt werden. Die Präposition kann bei einer adverbialen Bestimmung ausgetauscht werden. So könnte Lina auch neben die Bar gehen. Der Satz ist weiterhin grammatikalisch richtig. Der Satz „Lina geht” wurde nur ergänzt mit einer Ortsangabe.
Schau dir diese Zusammenfassung genau an, dann verstehst du die Theorie noch besser:
| Präpositionalobjekt | Adverbiale Bestimmung |
| Feste Verbindung zwischen Verb und Präposition | Keine feste Verbindung zwischen Verb und Präposition |
| Die Frage nach dem Präpositionalobjekt enthält die Präposition | Die Frage nach dem Präpositionalobjekt enthält nicht die Präposition |
Zusammenfassung
Was sind Beispiele für Adverbialen? Diese Frage kannst du nun leicht und zuverlässig beantworten. Adverbiale Bestimmungen erläutern Umstände näher, sie bestimmen was, wo, wie oder wann etwas geschehen ist. Daher kommen zur Identifizierung folgende Fragen zum Einsatz: #
- bei Temporaladverbialien lauten sie „Wann?”, „Wie lange?” oder „Wie oft?”
- für Lokaladverbialien nutzt „Wohin?”, „Woher?” oder „Wo?”
- bei Kausaladverbialien lauten die Fragen „Warum?”, „Wieso?”
- für Modaladverbialien fragst du „Wie?” oder „Auf welche Weise?”.
Es gibt aber auch noch vier Nebenkategorien. Sie lauten Finaladverbial (Frage: „Wozu?”), Konditionaladverbial (Frage: „Unter welchen Bedingungen?”), Konzessivadverbial („Trotz welchen Umstands?”) und Konsekutivadverbial (Frage: „Mit welcher/n Folge/n?”).
Zum Schluss: Die Frage, ob eine adverbiale Bestimmung ein Satzglied ist, kannst du nun mit einem klaren „Ja” beantworten.
Teste dein Wissen
Identifiziere die Aussage, die auf ein Konzessivadverbial hindeutet.