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Deutsch: Faust Zusammenfassung

Wenn Du alles über Goethes Werk "Faust" wissen willst, dann bist Du hier genau richtig! Steig direkt ins Thema ein.

Faust: Zusammenfassung und alle Szenen im Überblick

Goethes Werk „Faust“ ist vielleicht das wichtigste Werk der gesamten deutschen Literaturgeschichte – wow! Ganz einfach zu verstehen ist das Drama nicht, und deshalb haben wir für Dich eine klare Zusammenfassung von Goethes „Faust“ zusammengestellt. 

Zuerst bekommst Du ein paar grundsätzliche Informationen, dann eine kurze Inhaltsangabe zu „Faust“ und dann gehen wir alle Szenen Stück für Stück durch. Am Ende hast Du den totalen Durchblick und weißt, was es mit dem Pakt mit dem Teufel und der Gretchenfrage in „Faust“ auf sich hat. Fangen wir an!

Eine Übersicht zu „Faust“

Titel: "Faust. Der Tragödie erster Teil" oder kurz "Faust"

Entstehungsjahr: nach langem Arbeitsprozess 1808 veröffentlicht

Autor: Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

Wichtige Figuren: Dr. Heinrich Faust, Mephistopheles (der Teufel), Margarete (Gretchen)

Literaturepoche: überschneidet mehrere Epochen: Sturm und Drang, Weimarer Klassik, Romantik, Aufklärung

Genre: Tragödie

Eine erste Kurzfassung von „Faust“

Der Gelehrte Faust schließt einen Pakt mit dem Teufel, Mephistopheles. Der Teufel soll seine Seele bekommen, wenn es ihm gelingt, Faust seine Freude am Leben wiederzugeben. Faust macht sich mit Mephistopheles auf die Reise – doch als er sich in die schöne Margarete verliebt, nimmt das Unheil seinen Lauf und Faust stürzt sich selbst und sie ins Verderben.

Die wichtigsten Charaktere in „Faust“

Die drei wichtigsten Figuren in „Faust“ sind der Gelehrte Dr. Heinrich Faust, der Teufel Mephistopheles (genannt „Mephisto“) und Margarete (später genannt „Gretchen“). Dabei sind Faust und Mephisto der Protagonist und Antagonist in „Faust“. 

Dr. Heinrich Faust

Dr. Heinrich Faust ist ein Gelehrter und hat sein Leben der Wissenschaft verschrieben. Er ist sehr angesehen und von sich überzeugt, zweifelt jedoch zu Beginn des Dramas an seinem Lebenssinn. Fausts Sinnkrise macht ihn anfällig für das Angebot des Teufels, ihm im Austausch gegen Glück seine Seele zu vermachen. Im Laufe des Dramas zeigt sich Faust immer rücksichtsloser, insbesondere Gretchen gegenüber – obwohl er sie tatsächlich zu lieben scheint.

Mephistopheles, der Teufel

Mephistopheles tritt als der Teufel auf. Er hat mit Gott eine Wette abgeschlossen: Wird es ihm gelingen, Faust vom rechten Weg abzubringen? Um das zu erreichen, lügt und manipuliert er ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Menschen. Er nutzt Fausts Gier aus und so gelingt es ihm, nicht nur Faust, sondern auch Gretchen in Versuchung zu führen.

Margarete – „Gretchen“

Die schöne Margarete ist tugendhaft und gläubig. Jung und naiv geht sie mit gutem Glauben durch die Welt und verliebt sich schon bald in Faust. Im Laufe des Dramas lässt sie sich jedoch verführen und sündigt, woraufhin sie schwere Schuldgefühle plagen. 

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„Faust“: Textzusammenfassung in Kurzform

Die Inhalte in „Faust“ verstehst Du besser, wenn Du die grundlegende Handlung kennst. Hier bekommst Du einen ersten Überblick, bevor wir in jede einzelne Szene eintauchen. Darum geht es in Goethes Drama: 

Der Gelehrte Faust hinterfragt den Sinn seines Lebens. Er hat alles gelernt, ist ein erfolgreicher und angesehener Wissenschaftler geworden. Doch das Leben erscheint ihm sinnlos: Was gibt es, das ihn wirklich glücklich macht? In seiner Hoffnungslosigkeit beginnt Faust sogar einen Suizidversuch, entscheidet sich jedoch im letzten Moment anders.

Im Himmel geraten Gott und Mephistopheles – die Figur des Teufels – aneinander. Die beiden wetten darum, ob es Mephisto gelingen kann, Faust vom Weg der Tugend abzubringen. Gott glaubt zwar nicht daran, gestattet Mephisto aber, es zu versuchen. 

Daraufhin erscheint Mephisto bei Faust und bietet ihm folgenden Handel an: Mephisto wird Faust dienen und ihn glücklich zu machen, wenn Faust ihm im Gegenzug seine Seele verspricht:

Mephistopheles:
Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden,
Auf deinen Wink nicht rasten und nicht ruhn;
Wenn wir uns drüben wiederfinden,
So sollst du mir das gleiche tun.

Faust willigt ein mit den berühmten Worten:

Faust:
Und Schlag auf Schlag! Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!

Mephistopheles bringt Faust in eine Hexenküche, wo er ihn um Jahrzehnte jünger macht, und schon bald darauf verliebt sich Faust in Margarete, ein tugendhaftes und sehr gläubiges Mädchen. Das Interesse ist beidseitig, und schon bald kann Faust sie mit Mephistos Hilfe erobern. 

Die beiden verbringen eine Liebesnacht und Margarete – Gretchen – wird schwanger, eine große Sünde zu dieser Zeit, zumal Faust sie unter Mephistos Einfluss verlässt. Durch Fausts Schuld sterben zunächst Gretchens Mutter und dann ihr Bruder, und im Wahn tötet sie schließlich ihr neugeborenes Kind (die „Gretchentragödie“). Dafür soll sie hingerichtet werden. Faust versucht noch, sie aus dem Kerker zu retten, doch sie will nicht mit ihm gehen. Dennoch ist Gretchens Ende in „Faust“ nicht hoffnungslos: Sie wendet sich Gott zu und wird von ihm gerettet. 

Alle Szenen in Goethes „Faust“: Zusammenfassung

Schauen wir uns nun alle Szenen im Detail an. Vor Beginn des eigentlichen Dramas finden sich drei losgelöste Szenen – eine Art Vorspiel, bevor das eigentliche Stück beginnt.

1. Zuneigung

Das lyrische Ich, vermutlich Goethe selbst, erzählt vom Schaffensprozess zu „Faust“. Dabei beklagt er unter anderem seine verschwundene Jugend und den Verlust einiger Freunde, die das fertige Werk nun nicht mehr erleben können. 

2. Vorspiel auf dem Theater

Der Schauspieldirektor, ein Dichter und ein Schauspieler (genannt „lustige Person“) sprechen über das Stück „Faust“ und darüber, welchen Sinn es überhaupt hat, ein Theaterstück aufzuführen. Die drei haben unterschiedliche Ziele: Geld, Kunst und Unterhaltung. Sie kommen überein, dass „Faust“ alle drei Bedürfnisse befriedigen kann.

3. Prolog im Himmel

Drei Erzengel sprechen über die großartige Schöpfung Gottes. Hinzu kommt der Teufel Mephistopheles (kurz: Mephisto), der sich insbesondere über den Menschen lustig macht. Gott und der Teufel kommen ins Gespräch über den Gelehrten Faust und schließen eine Wette: Mephisto soll versuchen, ihn vom rechten Weg abzubringen. Gott willigt ein, ist jedoch überzeugt, dass Faust sich richtig entscheiden wird.

Im Anschluss folgt der Hauptteil des Dramas. 

Szene 1: Studierzimmer

Dr. Heinrich Faust, ein Gelehrter, blick auf sein Leben als Wissenschaftler zurück und kann keinen Sinn darin erkennen. Er beschwört einen Erdgeist, der seine Verzweiflung noch verstärkt. Auch ein Gespräch mit dem Gelehrten Wagner verschlimmert Fausts geistigen Zustand nur noch mehr. Faust beschließt, sich das Leben zu nehmen – doch bevor er das tödliche Gift trinken kann, beginnen die Osterglocken zu läuten und er entscheidet sich dagegen. 

Faust
„Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;“

Szene 2: Vor dem Tor

Faust ist gemeinsam mit Wagner unterwegs und erhält viel Lob und Anerkennung von den Menschen, denen sie während des Spaziergangs begegnen. Die Frühlingsluft gibt Faust ein bisschen Hoffnung. Auf dem Rückweg werden die beiden von einem schwarzen Pudel verfolgt, den Faust mit in sein Studierzimmer nimmt.

Faust
„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,"

Szene 3: Studierzimmer

Faust sitzt bei der Arbeit in seinem Studierzimmer, als der Pudel sich seltsam zu verhalten beginnt. Auf Fausts Aufforderung – und Zauberspruch – hin verwandelt sich der Pudel in Mephistopheles, der sich als Teufel vorstellt. Gleich darauf bemerkt Mephisto, dass ein gezeichnetes Pentagramm in ihm Studierzimmer festhält. So legt er einen Schlafzauber auf Faust und flieht. Faust glaubt später, er habe die ganze Sache nur geträumt.

Mephistopheles
„Ein Teil von jener Kraft, 
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft."

Szene 4: Der Teufelspakt (Fausts Teufelspakt – Zusammenfassung)

Diese Szene gehört zu den wichtigen Schlüsselszenen in „Faust“. Du hast bestimmt schon von Fausts Pakt mit dem Teufel gehört?

Mephisto erscheint erneut im Studierzimmer und bietet Faust einen Pakt an: Mephisto wird Faust dienen, ihm seine Wünsche erfüllen und ihm Glück und Erfüllung zeigen. Wenn es ihm gelingt, muss Faust dafür seine Seele an den Teufel übergeben. Die beiden besiegeln mit ihrem Blut die Vereinbarung. Als ein Student sich dem Zimmer nähert, flieht Faust hastig, während Mephisto in Fausts Kleidung schlüpft und seine Rolle übernimmt – und sich über die Wissenschaft lustig macht. Nachdem der Student gegangen ist, kehrt Faust zurück, und beide machen sich auf den Weg, die Freuden des Lebens zu entdecken.  

Faust
Werd ich zum Augenblicke sagen: 
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehen!

Szene 5: Auerbachs Keller in Leipzig

Auch bei dieser Szene handelt es sich um eine wichtige Schlüsselszene. Hier beginnt Mephisto, Faust auf den Weg der Versuchung zu führen.

In der Kneipe „Auerbachs Keller“ feiern einige Studenten, und Mephisto und Faust gesellen sich dazu. Mithilfe von Magie gewinnt Mephisto schnell die Gunst der Studenten. Die Begegnung eskaliert jedoch schnell, die Studenten gehen mit Messern auf Mephisto los und er und Faust müssen fliehen. 

Mephistopheles
Das Volk ist frei, seht an, wie wohl’s ihm geht!

Szene 6: Hexenküche

Die „Hexenküche“ gehört ebenfalls zu den wichtigsten Szenen in Goethes „Faust“.

Mephisto führt Faust in die Hexenküche und bietet ihm einen Hexentrank an: Der soll ihn jung machen und ihm zugleich jede Frau attraktiv erscheinen lassen. Faust ist zunächst widerwillig, nimmt aber den Zaubertrank von der Hexe an und trinkt ihn. Mephisto weiß, dass seine Aufgabe leichter wird, wenn es ihm gelingt, eine Frau zu finden, in die Faust sich verlieben kann.

Mephistopheles
Nein! Nein! Du sollst das Muster aller Frauen
Nun bald leibhaftig vor dir sehn.
(Leise.) Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,
Bald Helenen in jedem Weibe.

Szene 7: Straße I

Margarete (genannt Gretchen) ist nach dem Gottesdienst auf dem Weg nach Hause. Sie und Faust begegnen sich zufällig und er, sofort verliebt, möchte sie nach Hause begleiten. Die tugendhafte Margarete lehnt ab, und Faust wendet sich frustriert an Mephisto und fordert seine Hilfe. Über das gläubige Gretchen hat Mephisto aber keine Macht, und so beginnt er listige Pläne zu schmieden.

Mephistopheles
Wollen wir keinen Augenblick verlieren,
Will Euch noch heut in ihr Zimmer führen.

Szene 8: Abend

Zu Beginn der Szene erfahren wir, dass Gretchen sich an Faust erinnert und sich fragt, wer er wohl ist. Während sie nicht in ihrem Zimmer ist, schleichen sie hinein und Faust sieht sich dort gründlich um. Mephisto lässt ein Schmuckkästchen in ihrem Kleiderschrank zurück und die beiden verlassen das Zimmer. Als Gretchen das Kästchen findet, zeigt sie sich fasziniert von dem Schmuck und legt ihn sogar an. 

Margarete
Ich gäb was drum, wenn ich nur wüsst
Wer heut der Herr gewesen ist!
Er sah gewiss recht wacker aus,
Und ist aus einem edlen Haus;"

Szene 9: Spaziergang

Wir erfahren, dass Gretchen den Schmuck ihrer Mutter gezeigt hat – und daraufhin ein Priester ihn an sich genommen hat. Somit hat das Geschenk seinen Zweck verfehlt und Faust fordert Mephisto auf, sich sofort um ein neues zu kümmern.

Mephistopheles
Denkt nur, den Schmuck für Gretchen angeschafft,
Den hat ein Pfaff hinweggerafft! –"

Szene 10: Der Nachbarin Haus

Margarete besucht ihre Nachbarin Marthe und erzählt ihr von einem neuen Schmuckkästchen, das sie gefunden hat. Die beiden vereinbaren, dass die Mutter diesmal nichts erfahren soll und dass Gretchen den Schmuck im Haus der Nachbarin tragen darf. Mephisto kommt dazu und berichtet Marthe, dass ihr Mann gestorben sei. Bei einem späteren Treffen im Garten werde er den Totenschein vorbeibringen. Marthe und Gretchen sagen dem Treffen zu.

Margarete
Da find ich so ein Kästchen wieder
In meinem Schrein, von Ebenholz,
Und Sachen herrlich ganz und gar,
Weit reicher als das erste war.

Szene 11: Straße II

Mephisto zieht Faust mit in seinen Plan hinein: Faust soll zum vereinbarten Treffen mitkommen und bezeugen, dass Marthes Ehemann gestorben und begraben sei. Faust zeigt sich widerwillig, doch Mephisto überzeugt ihn schließlich – wenn er es ernst mit Gretchen meine, müsse er auch etwas dafür tun.

Szene 12: Garten

Mephisto und Marthe gehen miteinander durch den Garten, ebenso wie Faust und Gretchen. Gretchen erzählt von ihrem schweren Leben und ihrer kranken Mutter und erwähnt, dass Faust sie gleich beim ersten Anblick beeindruckt habe. Daraufhin gesteht ihr Faust seine Liebe. Gretchen, noch etwas geschockt davon, flieht ins Gartenhaus. 

Szene 13: Ein Gartenhäuschen (Fausts und Gretchens Liebesnacht)

Faust und Gretchen nutzen die Gelegenheit im Gartenhaus, um einander auch körperlich näherzukommen. Mephisto unterbricht die beiden jedoch und nimmt Faust mit sich. 

Szene 14: Wald und Höhle

Faust sucht Zuflucht in einer Höhle, wo er mit einem Erdgeist spricht. Seitdem er sich von der Wissenschaft abgewendet hat, hat er einen neuen Zugang zur Natur entdeckt. Ihm ist aber schmerzlich bewusst, wie abhängig er von Mephisto geworden ist. Mephisto findet Faust und teilt ihm mit, Gretchen warte schon sehnsüchtig auf ihn. Faust macht sich auf den Weg zu ihr – obwohl er ahnt, dass er ihr damit schaden wird.

Mephistopheles: 
Dein Liebchen sitzt dadrinne,
Und alles wird ihr eng und trüb.
Du kommst ihr gar nicht aus dem Sinne,
Sie hat dich übermächtig lieb.

Szene 15: Gretchens Stube

Während sie am Spinnrad arbeitet, hängt Gretchen ihren Gedanken an Faust nach. Sie sehnt sich nach ihm und leidet an Liebeskummer.

Szene 16: Marthens Garten (die Gretchenfrage – Zusammenfassung)

In dieser Szene – vielleicht der wichtigsten im ganzen Drama – geht es um die „Gretchenfrage“, von der du bestimmt schon gehört hast. 

Gretchen und Faust treffen einander in Marthes Garten wieder und Gretchen stellt Faust eine Frage, die ihr sehr wichtig ist: Wie steht Faust zur Religion? Eine klare Antwort gibt Faust ihr nicht, da er weder lügen noch sie verletzen möchte. Gretchen erzählt daraufhin, dass sie sich in Mephistos Gegenwart nicht wohlfühlt. 

Gretchen und Faust sehnen sich nach mehr Intimität und Faust gibt ihr ein Schlafmittel, das sie ihrer Mutter geben soll, sodass die beiden ungestört sein können. Den Trank hat jedoch Mephisto gebraut – und Gretchens Mutter stirbt daran. Ohne davon zu wissen, verbringen Faust und Gretchen die Nacht miteinander. 

Margarete
Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

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Merke

Erst nach dieser Szene bezeichnet Goethe Margarete als „Gretchen“. Möglicherweise wollte Goethe damit Gretchens Naivität zum Ausdruck bringen. 

Szene 17: Am Brunnen

Gretchen trifft am Brunnen eine Freundin, Lieschen. Lieschen erzählt von einer weiteren gemeinsamen Freundin, Bärbelchen: Diese habe sich einem Mann hingegeben und sei nur schwanger und verlassen – und Gretchen solle ja kein Mitleid mit ihr haben. Die beiden trennen sich, und auf dem Weg nach Hause bereut Gretchen sehr ihr Zusammensein mit Faust. 

Gretchen
Und bin nun selbst der Sünde bloß!
Doch – alles was dazu mich trieb,
Gott! war so gut! ach war so lieb!

Szene 18: Zwinger

Gretchen betet zur Mutter Maria und hofft auf Vergebung ihrer Sünden.

Szene 19: Nacht. Straße vor Gretchens Türe

Mephisto und Faust sind auf dem Weg zu Gretchens Haus. Dort erwartet sie Valentin, Gretchens Bruder, der von der Schande seiner Schwester erfahren hat. Es kommt zum Kampf und Faust ersticht Valentin. Mephisto und Faust fliehen. Gretchen findet den sterbenden Valentin, der sie noch im Sterben als Hure bezeichnet. 

Szene 20: Dom

Im Gottesdienst erscheint Gretchen ein Geist, der sie beschuldigt, am Tod ihrer Mutter und ihres Bruders schuld zu sein. Er teilt ihr auch mit, dass sie schwanger ist, woraufhin Gretchen das Bewusstsein verliert.

Szene 21: Walpurgisnacht

Mephisto führt Faust auf den Blocksberg, wo die Hexen tanzen. Dort erleidet Faust eine Vision: Groteske Bilder erinnern ihn an Gretchen. Darunter ist auch ein Bild von einer Schnur um „Gretchens“ Hals – ein Hinweis auf eine baldige Hinrichtung?

Szene 22: Walpurgisnachttraum

Anstatt Gretchen zu retten, bleibt Faust mit Mephisto im Theater, wo sie sich ein Stück über den Elfenkönig Oberon und seine Frau Titania ansehen.

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Merke

Das Theaterstück spielt auf ein berühmtes Werk von William Shakespeare an – „Ein Sommernachtstraum“. 

Szene 23: Trüber Tag. Feld

Wir erfahren, dass Gretchen mittlerweile im Kerker eingesperrt wurde – ihre Hinrichtung steht an. Faust macht deshalb Mephisto bittere Vorwürfe, doch Mephisto macht sich nur lustig über ihn: Faust habe ganz allein Gretchens Untergang herbeigeführt. Befreien kann Mephisto Gretchen nicht, er verspricht aber, eine Flucht zu organisieren, wenn Faust sie aus dem Kerker holen kann.

Mephistopheles
„Wer war’s, der sie ins Verderben stürzte? Ich oder du?

Szene 24: Nacht, offen Feld

Faust und Mephisto sind auf schwarzen Pferden unterwegs, um Gretchen zu befreien. Dabei kommen sie an dem Platz vorbei, an dem für den nächsten Tag die Hinrichtung vorgesehen ist. 

Szene 25: Kerker (Gretchens Ende in „Faust“ – Zusammenfassung)

Wir erfahren nun den Grund für Gretchens Verurteilung: Sie hat in ihrer Verzweiflung ihr neugeborenes Kind ertränkt. Faust gelingt es, in den Kerker vorzudringen. Doch obwohl Gretchen sich sehr freut, ihn zu sehen, weigert sie sich, mit ihm zu gehen – sie kennt ihre Schuld und nimmt ihre Strafe an. Als Mephisto auftaucht, wendet sich Gretchen verzweifelt an Gott und bittet um Vergebung. Eine Stimme von oben bezeichnet Gretchen als „gerettet“. Faust und Mephisto lassen Gretchen zurück.

Margarete
Dein bin ich, Vater! Rette mich!
Ihr Engel! Ihr heiligen Scharen,
Lagert euch umher, mich zu bewahren!
Heinrich! Mir graut’s vor dir.

Mephistopheles
Sie ist gerichtet!

Stimme (von oben)
Ist gerettet!

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Merke

Nachdem sich Gretchen an Gott wendet und um Hilfe fleht, nennt Goethe sie jetzt wieder „Margarete“.

Zeitgeschichtliche Einordnung von „Faust“

Goethe hat am Inhalt von „Faust“ sehr lange gearbeitet – so lange, dass „Faust“ sich keiner einzelnen Literaturepoche zuordnen lässt. Außerdem überschneiden sich ohnehin die Epochen zu Goethes Lebzeiten, und die Zeitumstände von „Faust“ sind nicht abschließend geklärt. Somit berührt das Drama folgende Epochen und enthält auch Elemente aus allen:

Elemente des Strum und Drang in "Faust"

  • Fausts ungestümes, unabhängiges und wildes Leben zusammen mit Mephisto
  • starke Gefühle wie Liebe und das Streben nach Macht - ohne Rücksicht auf die Folgen

Elemente der Weimarer Klassik in "Faust

  • Gretchen als die "Vollkommenheit der Antike": schön und tugendhaft
  • der unerschütterliche Glaube an Gott

Elemente der Romantik in "Faust"

  • Fausts Sehnsucht, dem gewöhnlichen Leben zu entkommen
  • seine Abenteuerlust und tiefe Gefühle
  • auch Horrorelemente und magische Aspekte

Elemente der Aufklärung in "Faust"

  • Fausts anfängliches Verhältnis zur Wissenschaft: rationales und logisches Denken
  • Ablehnung gegenüber der Kirche

Zusammenfassung: „Faust“ von Goethe im Überblick

  • Johann Wolfang von Goethes „Faust“ ist vielleicht das wichtigste Werk der deutschen Literatur. Goethes Werke haben massiven Einfluss auf die Literaturgeschichte gehabt, aber vielleicht keines so sehr wie „Faust“: Es wurde in alle großen Sprachen der Welt übersetzt und gehört noch heute – lange nach Goethes Tod – zur Pflichtlektüre in der Schule.
  • Es handelt sich um eine Tragödie, die vom Schicksal des Gelehrten Faust und seiner Geliebten, Gretchen, handelt. Außerdem kommt Mephisto in „Faust“ vor – der Teufel, mit dem Faust einen Pakt schließt. 
  • Es ist nicht eindeutig, in welche Epoche „Faust“ eingeordnet werden sollte, denn Goethe schrieb über viele Jahre an „Faust“, beginnend mit dem „Urfaust“. „Faust“ berührt daher mehrere Literaturepochen: Sturm und Drang, Weimarer Klassik, Romantik und Aufklärung.
  • Auch wer „Faust“ nicht kennt, kennt vielleicht bestimmte Teile daraus: Viele Menschen kennen den Begriff „Gretchenfrage“, haben von der Walpurgisnacht in „Faust“ gehört oder erkennen den Namen „Mephisto“
  • Der Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft ist ein wichtiges Thema in „Faust“, aber auch Liebe und Sehnsucht spielen eine große Rolle. 

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