Deutsch – gucken oder kucken
Wenn du wissen willst, ob man nun gucken oder kucken schreibt, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.
Gucken oder Kucken – was ist richtig?
Lass uns heute ein Wort betrachten, das als Synonym für „blicken” oder „schauen” bzw. „anschauen” immer wieder verwendet wird: „gucken” bzw. „kucken”. Erstaunlicherweise kennt die Rechtschreibung zwei Formen für diesen Begriff – und beide sind richtig. Das ist doch gut zu wissen. Dennoch empfiehlt der Duden die Schreibung „gucken”. Sie kommt in Deutschland schlicht häufiger vor. Die Form „kucken” hingegen ist regional geprägt – gilt nur in Norddeutschland als gebräuchlicher.
Beispiel (gucken):
- Lass uns den Film doch zusammen gucken!
- Da guckst du aber dumm aus der Wäsche.
- Der Anwalt guckte überrascht zu seinem Klienten.
Beispiel (kucken):
- Kannst du mal auf die Uhr kucken.
- Ich muss kucken, wann ich heute nach Hause komme.
- Julia kuckte verträumt aus dem Fenster.
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Die richtige Schreibweise(n): Kann man „gucken” mit „k” schreiben?
Nachdem du jetzt weißt, dass du in der Schreibweise (eigentlich) keinen Fehler machen kannst – lies dir diese Erläuterungen durch: Es ist sinnvoll, die Variante mit dem „g” zu nutzen. Der Grund liegt auf der Hand: Diese Version wird in ganz Deutschland (an)erkannt.
Beispiel:
- Stefan guckt den ganzen Abend seine Lieblingsserien.
Das ist ein sehr umgangssprachlicher Satz. Wenn du möchtest, dass er keinen regionalen Einschlag hat und etwas förmlicher klingt, würdest du das „gucken” immer durch die Verben „schauen” oder „sehen” ersetzen. Falls du aber auf „gucken” bestehst, dann schreibe es besser mit einem „g”. Das Gleiche gilt auch bei der Fragestellung, ob man „geguckt” oder „gekuckt” hat.
Es gibt aber Worte, die in ihrer Schreibung festgelegt sind. So wird aus einem „Ausguck”, also einem erhöhten Beobachtungsplatz, keinesfalls ein „Auskuck”. Auch das „Guckloch” (ein kleines Fenster z.B. in einer Tür) bleibt immer gleich.
Stellst Du dir gerade die Frage, warum die „g”-Fassung als Hochdeutsch angesehen wird und das „k” eine regionale Prägung hat? Sprachwissenschaftler streiten hier tatsächlich über die Antwort. Die gängigste ist, dass sich die norddeutsche Schreibweise vom ebenfalls norddeutschen Wort „kieken” ableitet: also „schauen”.
Beispiel:
- Wat kiekste so?
Der Satz, übertragen ins Hochdeutsche, heißt dann „Was schaust du so?”. Umgangssprachlich wird daraus „Was guckst du so?” Und in einer dem norddeutschen Sprachgebrauch angelehnten Fassung schließlich „Was kuckst du so?”.
Zusammenfassung
Diese Lektion war nun sehr leicht. Wie schreibt man gucken oder kucken?
Merk dir einfach: Das in seiner Schreibweise anerkannteste Synonym für „schauen” lautet „gucken”. Die Version mit einem „k”, also „kucken”, ist regional geprägt. Sie kommt vor allem in Norddeutschland vor – und ist in Süddeutschland kaum bekannt.
Daher: Auch wenn der Duden beide Schreibweisen anerkennt, solltest du immer „gucken” schreiben. Oder besser doch „schauen” – wenn es sich beispielsweise um einen Text mit einem formelleren Inhalt handelt.
Wo findest du das „kucken” mit einem „k” am häufigsten?