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Deutsch - Ballade

Wenn du wissen willst, was eine Ballade ist, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt in das Thema ein!

Die Ballade – lebendige Gedichte

Sicherlich sind dir Balladen als musikalisches Genre bekannt. Aber auch in der deutschen Lyrik haben sie eine interessante Entwicklungsgeschichte durchlaufen. Als eine Art der Gedichtform haben sie eine besondere literaturgeschichtliche Relevanz. 

In diesem Lernabschnitt erfährst du alles, was du über Balladen wissen solltest. Wie sind sie aufgebaut und welche besonderen Merkmale weisen sie auf? Wir blicken unter anderem auf die Hochphase der Ballade im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Wer waren die bedeutendsten Autoren?  

Balladen geben einen spannenden Einblick in Traditionen, Werte und wichtige historische Ereignisse und helfen dir gleichzeitig, dich mit der enormen Vielfalt an unterschiedlichen sprachlichen Stilmitteln und Ausdrucksformen auseinanderzusetzen. Wenn du dich darauf einlässt, können Balladen eine vollkommen andere Welt zum Leben erwecken.


Was ist eine Ballade? – Definition

Eine Ballade bezeichnet eine besondere Art der Gedichtform. Ursprünglich entstand sie im Mittelalter und ist stark mit der mündlich überlieferten Volksdichtung verwurzelt, bei der fahrende Spielleute von Heldentaten, Liebesgeschichten oder anderen historischen Ereignissen berichteten. 


Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Ballade und deren Bedeutung stets weiter. Insbesondere Dichter wie Johann Wolfgang Goethe („Erlkönig“ 1797) und Friedrich Schiller („Der Handschuh“ 1797) trugen im 18. Jahrhundert zu der Popularität der Ballade bei. 


Bis heute ist sie als literarische Form fest mit der deutschen Lyrik verbunden. Balladen sind in diesem Verständnis eine eigenständige literarische Gattung, bestehend aus einem Text, der durch Verse und Strophen untergliedert und von Reimen geprägt ist. Aus diesem Grund wird eine Ballade auch als Erzählgedicht bezeichnet. Die Geschichten, die unter anderem über Liebe und Tod handeln, sind meistens mit sprachlichen Gestaltungsmitteln ausgeschmückt, bei denen auf emotionale und dramatische Elemente zurückgegriffen wird. 


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Merke

Nicht nur in Liedern gibt es einen Rhythmus. In der Lyrik wird dieser durch das sogenannte Metrum vorgegeben. Ein Metrum wird auch als Versmaß bezeichnet. Vielleicht ist dir auch der Begriff Jambus in diesem Zusammenhang geläufig. Der Jambus ist ein Versfuß, der aus zwei Verselementen besteht: einer unbetonten und einer betonten Silbe, wobei die Betonung auf der zweiten Silbe liegt. Damit bildet der Jambus einen Teil des Metrums in einem Gedicht.

Beispiel: 

„Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde“ („Willkommen und Abschied“, Goethe, 1771).

Welche Balladenarten gibt es?

Hauptsächlich werden zwischen zwei Arten von Balladen unterschieden. Es gibt die Volksballade und die Kunstballade. Wie sich die Merkmale der beiden Arten unterscheiden, zeigen wir dir hier:  


Volksballade: 

Die Volksballade ist von mündlicher Überlieferung geprägt. In ihrem frühen Ursprung ist sie als Tanzlied dem Volkslied ähnlich, denn wie der Name beinhaltet, wurden bei dieser Balladenart die Geschichten vom Volk weitererzählt. Durch die mündliche Überlieferung sind keine Autoren von Volksballaden bekannt. 


Weitere Merkmale der Gattung sind unter anderem:

  • einfache Sprache und einfacher Rhythmus ohne ein bestimmtes Versmaß
  • vorgeformte, stereotype Strophen und eine eingängige Melodie oder wiederkehrende Refrains 
  • Bericht über die Lebenswirklichkeit der Menschen und von Heldenmut, Rittern, Liebe, Tod oder andere historische Ereignisse
  • emotionaler Stil: Gefühle wie Trauer, Glück oder Angst wurden vermittelt und transportiert

Beispiele für Volksballaden sind:

„Es waren zwei Königskinder“
(die Überlieferung reicht vom 15. bis ins 20. Jahrhundert. Die Volksballade enthält unter anderem Elemente des griechischen und antiken Erzählstoffs.)

„Lilofee“ 
(übermitteltes Kinderlied, vermutlich aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts)


Kunstballade: 

Die Kunstballade entspricht der heute bekannten Balladenform – einem Gedicht, das epische und dramatische Elemente aufweist. Sie entstand erstmals gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Zumeist werden bekannte Dichter wie Goethe oder Schiller mit der Kunstballade in Verbindung gebracht. Die Balladenart wird schriftlich festgehalten und hat einen Autor. Zudem grenzt sie sich inhaltlich von der Volksballade durch diese Eigenschaften ab: 

  • dient nicht der Unterhaltung, sondern vermittelt eine moralische Botschaft 
  • folgt einem komplexen Aufbau und weist eine anspruchsvolle Sprache auf
  • Kunstballaden können durch inhaltliche Unterschiede weiter differenziert werden:
  1. Historische Balladen (bezieht sich auf historische Ereignisse oder Personen)
  2. Ideenballaden (konzentriert sich auf die Vermittlung einer Idee oder eines Gedankens)
  3. Politische Balladen (beinhaltet politische Themen oder soziale Ungerechtigkeiten)
  4. Schauerballaden (unheimlicher Charakter)

Beispiele für Kunstballaden sind:

  • „Der Zauberlehrling“ (Goethe, 1797)
  • „Das Lied von der Glocke“ (Schiller, 1799)
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Merke

Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal von Volksballaden und Kunstballaden ist ihr Verfasser: Eine Kunstballade ist eine von einem Dichter geschaffene Ballade, wohingegen Volksballaden Teil des Volkes sind und keinen bekannten Autoren vorweisen.  


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So erkennst du eine Ballade – Merkmale

Die Ballade ist ein mehrstrophiges Gedicht, das Merkmale aller literarischen Gattungen aufweist. Die drei literarischen Hauptgattungen sind: Lyrik, Epik und Dramatik. 

Balladen sind Mischformen, denn sie vereinen alle literarischen Gattungen in einer Textart.

Schauen wir uns die drei Gattungen in Verbindung mit den Merkmalen einer Ballade genauer an. Wie kannst du die spezifischen Eigenschaften erkennen?


Elemente der Lyrik:

Die Lyrik bezeichnet die Gattung der Gedichte, Balladen und Lieder. Balladen können verschiedene Merkmale des Gedichts aufweisen. Daher wird die Ballade zu dieser Gattung gezählt. 

  1. Aufbau und Struktur: Der Aufbau in Strophen und Verse sowie die Verwendung von Reimformen in Balladen entstammen der Lyrik. Balladen haben mehrere Strophen, die wiederum aus mehreren Versen bestehen.

  2. Reimschemata und Reime: Die Lyrik ist eine Form der Dichtung, die sich durch sprachliche Gestaltung und rhythmische Struktur auszeichnet. In Balladen werden verschiedene Reimschema angewendet wie zum Beispiel Kehrreime. Zudem wird ein festgelegtes Metrum zur rhythmischen Gestaltung der Ballade eingesetzt. 

  3. Stilmittel und Satzbau: In Balladen werden Stilmittel für die atmosphärische Gestaltung eingesetzt. Stilistische Mittel wie die Verwendung von Wiederholungen oder besonderen Hervorhebungen durch Übertreibung (Hyperbel) oder Alliterationen (Wiederholungen eines Anfangslauts benachbarter Wörter) sollen Emotionen beim Zuhörer oder Leser hervorrufen. 
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Merke

Bei einem Kehrreim handelt es sich um ein Reimschema ohne eindeutiges Muster. Der Kehrreim ist mit dem Refrain verwandt, den du aus der Musik kennst. Wörter, Laute oder Verse werden meistens am Ende oder zwischen den Strophen eines Textes oder eines Liedes wiederholt. 

Beispiel: 

„Mein Vater, mein Vater, Jetzt fasst er mich an!“ („Erlkönig“, Goethe, 1782)


Elemente der Epik:

Balladen enthalten einige Elemente der Epik, welche auch als erzählende Literatur bezeichnet wird. Als literarische Gattung befasst sie sich mit fiktionalen Werken wie etwa Märchen, Fabeln, Sagen und Kurzgeschichten. 

  • Balladen weisen eine erzählende Form auf und handeln von spannenden Geschichten und Ereignissen oder der Darstellung von Figuren. Behandelt werden Themen wie Liebe, Natur, Gesellschaft oder andere philosophische Fragestellungen.

  • Balladen sind durch einen erzählenden Charakter geprägt – einer Figur, die das Geschehen von außen betrachtet und dem Leser oder dem Zuhörer die Ereignisse aus seiner eigenen Perspektive schildert.
    Die Handlung in einer Ballade enthält meist eine überraschende Wendung am Ende. Inhaltlich weist die Ballade eine Einteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss auf. Dies sind ebenfalls Elemente aus der Epik.

  • Balladen sind wie die meisten epischen Texte oft im Präteritum verfasst. Diese Zeitform ist für aber kein Kriterium, das erfüllt sein muss.


Elemente der Dramatik:

Vor allem in Bezug auf ihren Inhalt und ihrem Aufbau ähnelt die Ballade dem klassischen Drama. Als Dramatik oder Drama wird die Gattung von literarischen Texten bezeichnet, die vor allem zur Aufführung auf einer Bühne verfasst wurden. 

  • Eine Ballade kann sich ähnlich wie bei einem Drama aus einem hohen Anteil an Dialogen oder Monologen auszeichnen. Dies dient unter anderem dazu, die Handlung spannender zu machen. Durch das dialogische Erzählen wird die Handlung durch Rede und Gegenrede vorangetrieben. 

  • Konflikt: Balladen erzählen oft von einer Handlung, in der ein Konflikt zentral ist. Dieser kann zwischen den Charakteren bestehen oder von einem Helden ausgehen, der vor einem Problem steht oder einer gefährlichen Situation gegenübersteht.

  • Die Handlung findet an wenigen Orten und über einen kurzen Zeitraum statt. Zudem hat sie viele szenische Wechsel, was ebenfalls dem Drama entspricht.

  • Die Ballade kann einem Spannungsaufbau folgen, der auch aus dem klassischen Drama bekannt ist. Dabei ist ein wechselhafter Spannungsbogen möglich.

  • Einige Balladen können sich wie das klassische Drama einteilen:
  1. Exposition (Einleitung)
  2. erregendes Moment (eine Handlung, die den dramatischen Konflikt einleitet)
  3. Höhepunkt
  4. retardierendes Moment (Verzögerung im Handlungsablauf)
  5. Auflösung und Katastrophe


Über die hier aufgeführten Punkte hinaus ist es jedoch nicht zwingend festgelegt, welche Elemente der drei Gattungen eine Ballade enthalten sollte. Es gibt auch Balladen, die nur einige Merkmale aufweisen oder sogar bestimmte Eigenschaften aus einer Gattung gar nicht erfüllen. Die Ballade kann auch Aspekte beinhalten, die nicht ausschließlich einer Gattung zuzuordnen sind, wie etwa moralische Lehren oder mystische, magische oder andere nicht erklärbare Phänomene. 

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Merke

Da die Ballade alle Merkmale der Epik, der Dramatik und der Lyrik verbindet, bezeichnete Goethe die Ballade als „Ur-Ei“ aller Dichtung. 

Sprachliche Gestaltungsmerkmale einer Ballade

Ebenso wie Gedichte zeichnen sich Balladen durch die Verwendung bestimmter Stilmittel aus, um den Text eine besondere Wirkung zu verleihen. Eine lebendige und bildhafte Sprache soll eine bestimmte Spannung oder Atmosphäre erzeugen. Wir stellen einige der wichtigsten sprachlichen Mittel vor.

Metapher: Bei einer Metapher wird ein Wort oder eine Phrase verwendet, um etwas zu beschreiben. Metaphern in Balladen dienen dazu, die Figuren und die Handlung lebendiger und emotionaler darzustellen. Sie vermitteln dem Leser auch symbolische Bedeutungen und lassen Raum für Interpretationen.

Beispiel:

„Und der Ritter in schnellem Lauf 

Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger 

Mit festem Schritte, 

Und aus der Ungeheuer Mitte 

Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.“ 


In Friedrich Schillers Gedicht „Der Handschuh“ (1797) dient die Verwendung von Metaphern beispielsweise zur Beschreibung von Tapferkeit und Mut. 

Personifikation: Die Personifikation ist eines der am häufigsten verwendeten Stilmittel in der Literatur. In der Rhetorik steht sie bezeichnend für ein Stilmittel, das Tieren, der Natur, Dingen oder auch Toten menschliche Züge gibt. Durch die emotionale und visuelle Darstellung wird durch die eine Verbindung zwischen dem Leser und dem Erzählten hergestellt. Die Personifikation unterstreicht so die übernatürlichen Erscheinungen im Gedicht.

Beispiel: 

„Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind; In dürren Blättern säuselt der Wind." 

(„Erlkönig“, Goethe, 1797)


Vergleiche: Diese werden zur Stärkung einer Aussage eingesetzt, indem zwei oder mehrere Sachverhalte, Gegenstände oder sprachliche Bilder, die zumindest eine Gemeinsamkeit haben, gegenübergestellt werden. Einen Vergleich kannst du an dem Wort „wie“ oder „als“ erkennen. 
In der Rhetorik dienen sie zur Veranschaulichung eines Gedankengangs oder zur Beschreibung eines Objekts. Im Zusammenhang mit der Literatur werden Vergleiche häufig zwischen zwei unterschiedlichen Subjekten oder Objekten gezogen. Dadurch entsteht ein sprachliches Bild, das die Imagination des Lesenden anregen soll.  


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Achtung

Achtung ist bei der rhetorischen Figur Gleichnis geboten, die als Stilmittel an den des Vergleichs erinnert. Hier geht es um einen Sonderfall des Vergleichs, der zur Veranschaulichung mehrere Objekte gegenüberstellt. Streng genommen ist auch die Metapher ein verkürzter Vergleich, da sie dieselbe Funktion wie ein Vergleich hat. Du erkennst sie jedoch daran, dass ihr die grammatische Konstruktion „wie“ und „als“ fehlt.


Beispiel:

„Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.“ („Erlkönig“, Goethe, 1797)

Der Vergleich in diesem Beispiel wird als Stilmittel verwendet, um die kommende Bedrohung zu beschreiben. So wird der Erlkönig mit Nebel und Wind verglichen, um seine Macht zu verdeutlichen.

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Merke

In der lebendigen Sprache von Balladen werden verschiedene Stilmittel angewendet, welche Aufmerksamkeit erzeugen und eine bildliche und spannende Atmosphäre schaffen sollen. Wenn ihr bei eurer Gedichtanalyse auf die Besonderheiten in der Wortwahl achtet, werdet ihr die rhetorischen Mittel schnell herausfiltern. 


Die geschichtliche Entwicklung der Ballade

Die Ballade hat eine interessante Entwicklungsgeschichte durchlaufen. Von ihren Ursprüngen bis hin zur komplexeren Form im 18. Jahrhundert lassen sich dabei einige wichtige Stationen gut aufzeigen: 


12. Jahrhundert: Mit einer Ballade wurde ein Tanzlied bezeichnet, das während des Tanzens gesungen wurde. Das Wort Ballade entstammte der okzitanischen Sprache (romanischen Sprache, die zum Beispiel in Teilen Frankreichs, Spaniens und Italiens gesprochen wird) und der mittelalterlichen Trobadordichtung, einer Sangesrichtung der südfranzösischen Dichter, Komponisten und Sänger (Trobadors). Thematisch beschäftigten sich diese Lieder häufig mit der Liebe und bestanden aus mehreren Strophen und Reimen. Der Aufbau folgte einem einfachen Metrum, damit man gut tanzen konnte. 


Ab dem 14. und 15. Jahrhundert: Die Volksballaden knüpften an diese einfache Struktur der Tanzlieder an. Das regelmäßige Metrum und der einfache Text sorgten dafür, dass die Balladen beim Volk beliebt waren. Die Ballade wird daher auch als volkstümliches Gedicht bezeichnet.


18. Jahrhundert: Die Bedeutung des Begriffs wandelte sich immer stärker hin zu einer Liedform und zu erzählenden Gedichten. Es bildete sich eine komplexere Form von Balladen heraus, die sich an einer strengen lyrischen Form orientierte und sich durch eine romantische oder dramatische Handlung und Effekte sowie durch Strophen, Verse und eine Reimstruktur auszeichnete. 


Die Ballade im deutschsprachigen Raum erlangte in Deutschland eine wichtige Bedeutung in der Lyrik. Vor allem in der Zeit des Sturm und Drang (etwa von 1765 bis 1785) und in der Romantik (etwa von 1795 bis 1835) wurden die Themen der alten Volksballaden wieder aufgegriffen. Durch die lyrischen Dichtungen von Goethe oder Schiller erreichte die Ballade als literarische Form der Geschichtenerzählung eine große Beliebtheit.

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Gut zu wissen

Die Wortherkunft der Ballade geht ursprünglich auf das französische Wort „ballade“ zurück. Dieses wurde wiederum aus dem lateinischen Begriff „ballare“ (tanzen) abgeleitet.

1797 ging als das sogenannte „Balladenjahr“ in die Geschichte ein. In diesem Jahr erschienen zwölf der bekanntesten Kunstballaden von Goethe und Schiller. Bedeutende Balladen aus diesem Jahr sind beispielsweise „Der Zauberlehrling“, „Der Gott und die Bajadere“ und „Die Braut von Korinth“ von Goethe sowie „Die Kraniche des Ibykus“, „Der Handschuh“ und „Der Taucher“ von Schiller.

Die wichtigsten Informationen über Balladen auf einen Blick

  • Eine Ballade bezeichnet eine besondere Art der Gedichtform.

  • Balladen sind eine eigenständige literarische Gattung. Durch ihren Aufbau (Text, Verse, Strophen und Reime) wird sie auch als Erzählgedicht bezeichnet.

  • Die Geschichten sind mit sprachlichen Gestaltungsmitteln ausgeschmückt, bei denen auf emotionale und dramatische Elemente zurückgegriffen wird.

  • Es wird zwischen zwei Balladenarten unterschieden: Volksballade und Kunstballade. Eine Volksballade ist mündlich überliefert und hat keinen Autor; die Kunstballade ist schriftlich festgehalten und hat einen Verfasser.

  • Balladen sind Mischformen, denn sie vereinen alle literarischen Gattungen (Lyrik, Epik, Dramatik) in einer Textart.

  • Die Lyrik bezeichnet die Gattung der Gedichte, Balladen und Lieder. Die Ballade als Gedichtform wird zu dieser Gattung gezählt.

  • In Balladen werden verschiedene Reimschema angewendet wie zum Beispiel Kehrreime. Zudem folgen sie einem festgelegten Metrum (Versmaß).

  • In Balladen werden Stilmittel für die atmosphärische Gestaltung eingesetzt. Diese sollen Emotionen beim Zuhörer oder Leser hervorrufen.

  • Elemente der Epik in Balladen sind unter anderem eine erzählende Form und ein erzählender Charakter, die Darstellung von Figuren. Außerdem weist die Ballade eine Einteilung, einen Hauptteil und einen Schluss auf.

  • Vor allem in Bezug auf ihren Inhalt und ihrem Aufbau ähnelt die Ballade dem klassischen Drama. Gemeinsame Merkmale sind unter anderem: Dialoge, Konflikt der Figuren, wechselhafter Spannungsbogen und ein kurzer Erzählzeitraum.

  • Balladen haben eine lebendige und bildhafte Sprache, die eine bestimmte Spannung oder Atmosphäre erzeugen sollen, etwa durch die Verwendung von Metaphern, Personifikationen oder Vergleiche.

  • Die Ballade hat eine interessante Entwicklungsgeschichte durchlaufen – von einem einfach aufgebauten Tanzlied im 12. Jahrhundert bis hin zur Volksballade und zum erzählenden Gedicht mit einer komplexeren lyrischen Form im 18. Jahrhundert.

  • Die bekanntesten Balladen aus dem 18. Jahrhundert bis heute sind unter anderem:
    - „Erlkönig“ (Goethe, 1782) 
    - „Der Zauberlehrling“ (Goethe, 1797)
    - „Der Handschuh“ (Schiller, 1797)
    - „Die Kraniche des Ibykus“ (Schiller, 1797)
    - „Die Bürgschaft“ (Schiller, 1798)
    - „Der Herr von Falkenstein" (Johann Gottfried Herder, 1778)
    - „Der blonde Eckbert" (Ludwig Tieck, 1797)
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