Deutsch – Reflexive Verben
Wenn du wissen willst, was reflexive Verben sind und wie man sie verwendet, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein!
Reflexive Verben: Erklärung, Beispiele & Sprachgebrauch
Du erledigst deine Hausaufgaben sicher schnell und ruhst dich dann aus? Ob das nun stimmt (oder nicht) – dieser erste Satz ist gleich ein schönes Beispiel für ein umfangreiches und sehr wichtiges Thema in der deutschen Grammatik: „Reflexive Verben“. Diese speziellen Verben werden mit einem konjugierten Verb und einem zum Subjekt passenden Reflexivpronomen („sich”) gebildet. Wichtig ist dabei zu beachten, dass Subjekt und Objekt dieselbe Person sind.
Beispiel: „Ich wundere mich”.
In diesem Satz geht es nur um dich („ich” und „mich”). Reflexive Verben stellen also klar, dass eine Handlung zu dir „zurückkommt”. Vielleicht erklärt sich das Thema besser anhand eines Beispiels:
Eine Reflektion (wie in „reflexiv”) in einem Spiegel kann als Bild beschrieben werden, das zum Betrachter zurückkommt; es ist rückbezüglich. Dieser Eintrag sorgt dafür, dass du schon bald alle Fälle und Ausnahmefälle von „reflexiven Verben” kennen wirst.
Wenn du um die Verwendung von reflexiven Verben im Deutschen weißt, wird es dir gelingen, deine Sätze präziser (also: genauer) zu formulieren. Du kannst den Menschen in deinem Umfeld deutlicher machen, welche Handlungen du für dich selbst ausführst bzw. welche Auswirkungen die Handlungen für die Beteiligten haben werden.
Bildung von reflexiven Verben: Verwendung und Beispiele
Nachdem du jetzt schon ein grundsätzliches Verständnis für reflexive Verben in der deutschen Grammatik hast, geht es hier gleich in die Praxis. Du wirst sehen, es macht Spaß, die einzelnen Formen zu bilden, da sie deine Ausdrucksmöglichkeiten vergrößern. In diesem Kapitel geht es nun um die Bildung und Anwendung der „reflexiven Verben” und konkret um die Unterscheidung zwischen Akkusativ und Dativ – hierbei müssen auch die jeweiligen Zeitformen berücksichtigt werden. Und zum Schluss erfährst du noch alles über die Rolle der Personalpronomen.
1. Du weißt jetzt also, dass reflexive Verben wie ein Spiegelbild funktionieren. Doch wo in einem Satz wird das dazugehörige Pronomen eingesetzt? Merke dir für Aussagesätze folgendes: In einem Hauptsatz muss das Reflexivpronomen direkt hinter dem Verb angesetzt werden. Hier sind Beispiele für reflexive Verben.
Beispiel:
Ich ärgere mich, weil der Bus schon weg ist.
Der Hauptsatz ist also „ich ärgere mich” und das Verb darin lautet „sich ärgern”. Folglich muss das Reflexivpronomen („mich”) hinter dem Wort „ärgern” stehen.
Beispiel:
Du interessierst dich für Geschichte, liebst das Fach in der Schule.
Beispiel:
Wir freuen uns, weil morgen die Ferien beginnen.
2. Merke dir gleich zu Anfang vor allem zwei Hinweise: Der Akkusativ ist dein Freund. Denn für die meisten reflexiven Verben nutzt du ein Reflexivpronomen im Akkusativ.
Beispiel:
Ich informiere mich immer im Internet. oder Du setzt dich jetzt auf diesen Stuhl.
Wenn jedoch ein weiteres Objekt im Satz vorkommt, dann steht das Reflexivpronomen im Dativ. Das Tolle ist: Der Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ liegt nur in der ersten oder zweiten Person Singular: mich/mir oder dich/dir.
Du kannst dir den Text durchlesen oder Ich habe mir einen Apfel geholt stehen im Dativ.
Alles verstanden soweit?
| Personalpronomen | Akkusativ | Dativ |
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er/sie/es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie | sich | sich |
Kommen wir nun zu den Akkusativ- und Dativ-Anwendungen in den jeweiligen Zeitformen. Dabei ist das reflexive Pronomen von allergrößter Bedeutung. Denn nur so wird im Satz erkennbar, auf wen sich eine Handlung zurückbezieht. Schau dir die Tabelle an und erkenne die Unterscheidungen:
| Zeitform | Reflexivpronomen im Akkusativ |
| Präsens | ich ärgere mich |
| Präteritum | ich ärgerte mich |
| Perfekt | ich habe mich geärgert |
| Plusquamperfekt | ich hatte mich geärgert |
| Futur I | ich werde mich ärgern |
| Futur II | ich werde mich geärgert haben |
| Zeitform | Reflexivpronomen im Dativ |
| Präsens | du kaufst dir ein Getränk |
| Präteritum | du kauftest dir ein Getränk |
| Perfekt | du hast dir ein Getränk gekauft |
| Plusquamperfekt | du hattest dir ein Getränk gekauft |
| Futur I | du wirst dir ein Getränk kaufen |
| Futur II | du wirst dir ein Getränk gekauft haben |
3. Kommen wir nun zu den Personalpronomen. Sie spielen in jedem Satz mit einem reflexiven Verb eine wichtige Rolle. Sie helfen, das Subjekt des Satzes zu identifizieren und zu zeigen, wer die Handlung ausführt. Nehmen wir mal das folgende Beispiel:
„Ich wasche mich.”
Das Personalpronomen „ich” hilft bei der Identifikation des Subjekts: Es zeigt an, wer die Handlung ausführt.
Gehen wir einen Schritt weiter zum Reflexivpronomen: Im Beispielsatz klärt das Reflexivpronomen auf, dass die Handlung auf das Subjekt zurückfällt. Es bezieht sich also auf das Subjekt im Satz. In „Ich wasche mich” bezieht sich „mich” auf das Subjekt „ich”: Das bedeutet, dass die Person sich selbst wäscht.
Zusammengefasst: Das Personalpronomen steht also für den Menschen, der eine Handlung ausführt. Das Reflexivpronomen zeigt, dass die Handlung auf denselben Menschen zurückfällt.
Beispielsatz:
„Er kämmt sich.”
Das Personalpronomen „er” zeigt an, wer die Handlung ausführt.
Das Reflexivpronomen „sich” zeigt an, dass die Handlung auf dieselbe Person (in diesem Fall „er”) zurückfällt, was bedeutet, dass er sich selbst kämmt.
Es ist wichtig, das Personalpronomen und das Reflexivpronomen im Satz zu erkennen, um zu verstehen, wer die Handlung ausführt und wer von der Handlung betroffen ist.
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Liste der einzelnen Personalpronomen:
| Nominativ | |
| 1. Pers. Singular | ich |
| 2. Pers. Singular | du |
| 3. Pers. Singular | er/sie/es |
| 1. Pers. Plural | wir |
| 2. Pers. Plural | ihr |
| 3. Pers. Plural | sie |
| Genitiv | |
| 1. Pers. Singular | meiner |
| 2. Pers. Singular | deiner |
| 3. Pers. Singular | seiner/ihrer/seiner |
| 1. Pers. Plural | unser |
| 2. Pers. Plural | euer |
| 3. Pers. Plural | ihrer |
| Dativ | |
| 1. Pers. Singular | mir |
| 2. Pers. Singular | dir |
| 3. Pers. Singular | ihm/ihr/ihm |
| 1. Pers. Plural | uns |
| 2. Pers. Plural | euch |
| 3. Pers. Plural | ihnen |
| Akkusativ | |
| 1. Pers. Singular | mich |
| 2. Pers. Singular | dich |
| 3. Pers. Singular | ihn/sie/es |
| 1. Pers. Plural | uns |
| 2. Pers. Plural | euch |
| 3. Pers. Plural | sie |
Reflexive Verben: Echt, unecht und reziprok
Glückwunsch, du hast nun schon eine Menge über reflexive Verben gelernt. Doch die deutsche Sprache ist nicht immer einheitlich, sie stellt sogar ein paar Fallen. Das ist nicht nett, aber schon ein paar Beispiele helfen dir dabei, nicht in diese Fallen hereinzulaufen. Zuerst musst du dich mit echten und unechten reflexiven Verben befassen.
1) Eine Faustregel für echte rückbezügliche Verben lautet: Du kannst ein Reflexivpronomen niemals durch eine andere Person (oder eine andere Sache) ersetzen. Schau dir das folgende Beispiele genau an:
„Ich freue mich.”
- Der Satz ist eindeutig – das Pronomen kann niemals „dich” oder „sich” lauten.
- Es ist nicht möglich, das Reflexivpronomen in der Bildung wegzulassen. Ein „Ich freue” ist schlicht falsch.
- Bei echten reflexiven Verben kannst du nicht nach dem Reflexivpronomen fragen: Wen freust du? Antwort: mich. Das ist natürlich falsch.
Hier sind zwei Beispiellisten mit echten reflexiven Verben – im Akkusativ und im Dativ:
Verb: sich auskennen
Beispielsatz im Akkusativ: Sie sollte sich wirklich auskennen.
Verb: sich ausruhen
Beispielsatz im Akkusativ: Du wirst dich jetzt ausruhen.
Verb: sich bedanken
Beispielsatz im Akkusativ: Hast du dich auch bedankt?
Verb: sich befinden
Beispielsatz im Akkusativ: Wo befindest du dich gerade?
Verb: sich beschweren
Beispielsatz im Akkusativ: Ich beschwere mich doch gar nicht.
Verb: sich bewerben
Beispielsatz im Akkusativ: Mir gefällt die Stelle. Ich werde mich bewerben.
Verb: sich entwickeln
Beispielsatz im Akkusativ: Du hast dich prächtig entwickelt.
Verb: sich erkälten
Beispielsatz im Akkusativ: Sie hat sich gestern erkältet.
Verb: sich entschuldigen
Beispielsatz im Akkusativ: Du solltest dich wirklich mal entschuldigen.
Verb: sich erholen
Beispielsatz im Akkusativ: Wir werden uns richtig erholen.
Verb: sich erkundigen
Beispielsatz im Akkusativ: Wo gehts lang? Erkundige dich doch bitte mal.
Verb: sich fragen
Beispielsatz im Akkusativ: Ich frage mich gerade, wann es zu spät ist.
Verb: sich fürchten
Beispielsatz im Akkusativ: Du fürchtest dich ein bisschen.
Verb: sich irren
Beispielsatz im Akkusativ: Sie werden sich irren. Da bin ich sicher.
Verb: sich konzentrieren
Beispielsatz im Akkusativ: Ich muss mich jetzt konzentrieren.
Verb: sich kümmern
Beispielsatz im Akkusativ: Walter, bitte kümmere dich!
Verb: sich legen
Beispielsatz im Akkusativ: Ich lege mich jetzt nochmal ein bisschen hin.
Verb: sich sehnen
Beispielsatz im Akkusativ: Er sehnt sich nach dem nächsten Urlaub.
Verb: sich stellen
Beispielsatz im Akkusativ: Ihr könnt euch da vorne hinstellen.
Verb: sich treffen
Beispielsatz im Akkusativ: Wann wollen wir uns treffen?
Verb: sich verirren
Beispielsatz im Akkusativ: Ich glaube langsam, wir haben uns verirrt.
Verb: sich weigern
Beispielsatz im Akkusativ: Du weigerst dich also noch immer?
Verb: sich wundern
Beispielsatz im Akkusativ: Ich wundere mich jeden Tag über die Nachbarn.
Verb: sich etwas anziehen
Beispielsatz im Dativ: Du solltest dir wirklich etwas Warmes anziehen.
Verb: sich etwas denken
Beispielsatz im Dativ: Das hätte er sich doch wirklich auch denken können.
Verb: sich etwas leisten
Beispielsatz im Dativ: Sie sollten sich einfach mehr leisten.
Verb: sich Sorgen machen
Beispielsatz im Dativ: Die Lage in Deutschland... ich mache mir wirklich Sorgen.
Verb: sich etwas überlegen
Beispielsatz im Dativ: Ihr habt euch das auch gut überlegt?
Verb: sich vorstellen
Beispielsatz im Dativ: Sie konnte sich das gar nicht vorstellen. Jetzt ist es passiert.
Verb: sich wehtun
Beispielsatz im Dativ: Sei vorischtig. Du wirst dir doch wehtun.
2) Kommen wir nun mal zu einer echten Hürde: Den sogenannten unechten reflexiven Verben. Der Umgang ist problematisch; du musst hier genau aufpassen. Grundsätzlich kommt es bei der Anwendung von unechten reflexiven Verben auf den Inhalt des Satzes an. Denn das „Unechte” kannst du entweder nicht reflexiv oder echt reflexiv nutzen. Du kannst hier sowohl eine Akkusativergänzung verwenden also auch ein Reflexivpronomen.
„Ich muss mich an die neuen Regeln in der Schule gewöhnen.”
Dieser Satz beinhaltet ein unechtes reflexives Verb mit einer Akkusativergänzung. Die Frage, die du stellen musst, um das zu erkennen, lautet: An wen oder was gewöhne ich mich?
Die Antwort lautet „an die neuen Regeln”.
Wenn du ein unechtes reflexives Verb mit einem Reflexivpronomen kombinierst, dann kann das Pronomen entweder im Akkusativ oder im Dativ stehen.
Akkusativ-Beispiel:
„Ich bewege mich vorwärts.”
Die Frage lautet also: Wen oder was bewege ich? Die Antwort lautet „mich”.
Dativ-Beispiel:
„Die Mutter kämmt ihrer Tochter die Haare.”
Die Frage lautet also: Wem oder was kämmt die Mutter die Haare? Die Antwort lautet „der Tochter”.
3) Zum Schluss dieses Themenbereichs nun der Blick auf die sogenannten reziproken Verben. Du erkennst sie leicht, weil sie sich immer auf zwei Personen (oder auch Sachen) beziehen. Daher stehen sie auch immer im Plural.
Das Reziprokpronomen „sich” kannst du mit „einander”, „miteinander” oder „gegenseitig” ersetzen.
Hier die leicht verständlichen Beispiele für reziproke Verben und die dazugehörigen Erklärungen:
sich unterhalten: Das bedeutet, dass zwei oder mehr Personen miteinander sprechen und sich gegenseitig zuhören.
sich treffen: Das sagt aus, dass zwei oder mehr Personen an einem Ort zusammenkommen, um Zeit miteinander zu verbringen.
sich umarmen: Wenn zwei Personen einander näherkommen, drücken sie ihre Zuneigung aus und beeinflussen sich gegenseitig mit der Umarmung.
sich küssen: Das bedeutet, dass zwei Personen Zuneigung oder auch Liebe zueinander auszudrücken.
sich streiten: Wenn zwei (oder mehr) Menschen in einem Konflikt sind und unterschiedliche Meinungen haben, können sie sich streiten.
sich verabreden: Das bedeutet, dass zwei oder mehr Personen vereinbaren, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt und Ort zu treffen.
sich entschuldigen: Wenn jemand einen Fehler gemacht hat, kann er sich bei einer anderen Person entschuldigen, um seinen Fehler einzugestehen.
Regeln zur Verwendung von Reflexivpronomen in Aussagesätzen
Auch beim Verhalten von reflexiven Verben in Aussagesätzen gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Sie beschreiben ebenfalls eine Handlung, die das Subjekt auf sich selbst bezogen ausführt. Wichtig ist, dass im Hauptsatz das Reflexivpronomen direkt hinter dem Verb steht. Hier nun einige Beispiele für die alltägliche Anwendung:
„Ich wasche mich jeden Morgen.” (Wiederkehrende Handlung)
„Sie freut sich über das Geschenk.” (Gefühle und Emotionen)
„Er rasiert sich vor dem Spiegel.” (Körperpflege)
„Wir treffen uns jeden Montag.” (Routinemäßige Handlungen)
„Sie umarmten sich zur Begrüßung.” (Gegenseitige Handlungen)
Diese Beispiele stehen für verschiedene Anwendungen von reflexiven Verben in Aussagesätzen und können dir dabei helfen, die Verwendung in deinem Alltag oder in der Schule besser zu verstehen.
In Nebensätzen hat das Reflexivpronomen ebenfalls eine feste Position: immer hinter dem Subjekt. Das konjugierte Verb steht folglich am Satzende.
Beispiele:
- Sie übt hart, damit sie sich verbessert.
- Er entspannt sich, bevor er sich schlafen legt.
- Wir treffen uns früher, damit wir uns unterhalten können.
- Sie schminkt sich schnell, bevor sie ausgeht.
- Er informiert sich gründlich, damit er die richtige Entscheidung trifft.
Als Lernhilfe kannst du dir nun genau ansehen, wie sich das Reflexivpronomen je nach Person oder Fall unterscheidet. Es ändert sich entsprechend, um die richtige Beziehung zwischen der Handlung und der Person, die sie ausführt, auszudrücken.
Nominativ (Wer/Was?):
1. Person Singular: mich
2. Person Singular: dich
3. Person Singular: sich
1. Person Plural: uns
2. Person Plural: euch
3. Person Plural: sich
Akkusativ (Wen/Was?):
1. Person Singular: mich
2. Person Singular: dich
3. Person Singular: sich
1. Person Plural: uns
2. Person Plural: euch
3. Person Plural: sich
Dativ (Wem/Was?):
1. Person Singular: mir
2. Person Singular: dir
3. Person Singular: sich
1. Person Plural: uns
2. Person Plural: euch
3. Person Plural: sich
Genitiv (Wessen?):
1. Person Singular: meiner
2. Person Singular: deiner
3. Person Singular: seiner/ihrer/sein/ihr
1. Person Plural: unserer
2. Person Plural: eurer
3. Person Plural: ihrer/ihrer/ihr/ihrer
Regeln zur Verwendung von Reflexivpronomen in Fragesätzen
Reflexive Verben in Fragesätzen verhalten sich wieder etwas anders. Hier macht die Nutzung des Subjekts den Unterschied.
Wenn das Subjekt ein Personalpronomen (ich, du, er…) ist, dann steht es in der Frage immer zwischen Verb und Reflexivpronomen.
Beispiel:
„Hast du dich schon für den Kurs angemeldet?”
„Wann hast du dich für den Kurs angemeldet?”
Beispiel:
„Freust du dich auf das Wochenende?”
„Wann hast du dich auf das Wochenende gefreut?”
Beispiel:
„Hast du dich auf die Prüfung vorbereitet?”
„Wann hast du dich auf die Prüfung vorbereitet?”
Wenn das Subjekt ein Indefinitpronomen (alles, nicht, etwas…) ist, dann steht es in einer Frage immer hinter dem Reflexivpronomen.
Beispiel:
„Wäscht sich hier niemand?”
„Hat sich hier niemand gekümmert.”
Beispiel:
„Freut sich niemand über das Geschenk?”
„Da hat sich niemand über das Brot gefreut?”
Beispiel:
„Nehmen sich alle Schüler genug Zeit für die Hausaufgaben?”
„Haben sich alle Schüler genug Zeit für die Hausaufgaben genommen?”
Es ist aber auch möglich, dass das Subjekt ein Substantiv (Nomen) ist. Dann gibt es hier zwei Möglichkeiten:
Handelt es sich um ein Lebewesen, dann kann es in Fragen sowohl vor und auch hinter dem Reflexivpronomen stehen.
Beispiel:
„Verletzt sich der Fußballspieler oft beim Training?”
„Verletzt der Fußballspieler sich oft beim Training?”
Wenn sich die Frage aber um eine Sache oder einen Gegenstand dreht, dann gibt es nur eine Position für das Subjekt/Nomen: hinter den Reflexivpronomen.
Beispiel:
„Wo befindet sich der Getränkeladen?”
„Wo versteckt sich der Hammer wohl wieder?”
Das waren jetzt viele Informationen zum Thema „Reflexive Verben in Fragesätzen”. Zur Zusammenfassung und zu deiner Erleichterung hier eine Übersicht darüber, wie sich die Reflexivpronomen je nach Person und Fall unterscheiden. Als Beispielwort nutzen wir hier durchgängig „sich waschen”:
Erste Person Singular (ich):
Wenn das Subjekt „ich” ist, wird das Reflexivpronomen „mich” verwendet.
Beispiel: „Wasche ich mich jeden Morgen?”
Zweite Person Singular (du):
Das Reflexivpronomen für „du” lautet „dich”.
Beispiel: „Wäschst du dich vor dem Schlafengehen?”
Dritte Person Singular (er/sie/es):
Das Reflexivpronomen für „er/sie/es” lautet „sich”:
Beispiel: „Wäscht er sich nach dem Training?”
Erste Person Plural (wir):
Das Reflexivpronomen für „wir” lautet „uns”.
Beispiel: „Waschen wir uns vor dem Essen die Hände?”
Zweite Person Plural (ihr):
Das Reflexivpronomen für „ihr” ist „euch”.
Beispiel: „Wascht ihr euch vor dem Zu-Bett-Gehen?”
Dritte Person Plural (sie):
Das Reflexivpronomen für „sie” ist ebenfalls „sich”.
Beispiel: „Waschen sie sich regelmäßig?”
Du musst immer beachten, dass das Reflexivpronomen je nach Fall und Numerus des Subjekts variiert. Das muss bei Bildung von Fragen mit reflexiven Verben unbedingt berücksichtigt werden.
Besonderheiten und Tipps
Wenn du alle Kapitel durchgearbeitet hast, bist du nun bestmöglich auf „reflexive Verben” vorbereitet. Du kennst alle Einsatzgebiete, du weißt um die Umsetzung und die Ausnahmen. Zum Schluss nun noch einige kleine Hinweise.
Merke dir diese Liste reflexiver Verben, denn sie bleiben ausnahmslos reflexiv:
| sich abgewöhnen |
| sich bedanken |
| sich befinden |
| sich beschweren |
| sich eignen |
| sich erinnern |
| sich hinsetzen |
| sich interessieren |
| sich umziehen |
| sich unterhalten |
| sich verhalten |
| sich verirren |
| sich vorstellen |
| sich wehren |
| sich wundern |
| sich zurückziehe |
Wichtig ist auch zu wissen, dass es in seltenen Fällen zu einer Bedeutungs- oder Sinnänderung kommen kann – je nachdem ob das Verb einfach genutzt wird oder reflexiv. Hier findest du nun eine Auflistung mit den Verben, bei denen du das am häufigsten entdecken wirst:
Beispiel-Verb
„umziehen”
Reflexiv: sich umziehen (im Sinne von: die Kleider wechseln)
Beispielsatz: „Ich muss mich nur noch umziehen.”
Nicht reflexiv: umziehen (im Sinne von: Wohnung verlagern)
Beispielsatz: „Er wird seinem Freund beim Umziehen helfen.”
Beispiel-Verb
„ärgern”
Reflexiv: sich ärgern (im Sinne von: genervt sein)
Beispielsatz: „Du hast dich so sehr geärgert.”
Nicht reflexiv: jemandem ärgern (im Sinne von: jemanden wütend machen)
Beispielsatz: „Er muss seine Eltern immer wieder ärgern.”
Beispiel-Verb
"verlaufen"
Reflexiv: sich verlaufen (im Sinne von: den Weg nicht mehr kennen)
Beispielsatz: „Wir haben uns hier wirklich verlaufen.”
Nicht reflexiv: verlaufen (im Sinne von: eine OP zusammenfassen)
Beispielsatz: „Die Operation ist für den Patienten gut verlaufen.”
Liste wichtiger reflexiver Verben im Deutschen
| reflexives Verb | Beispielsatz |
| sich waschen | Ich wasche mich wirklich jeden Morgen. |
| sich anziehen | Sie zieht sich schnell an, um pünktlich zur Schule zu kommen. |
| sich hinsetzen | Er setzt sich hin und wartet geduldig auf seinen Kumpel. |
| sich freuen | Wir freuen uns schon sehr auf das Wochenende. |
| sich treffen | Sie treffen sich donnerstags zum Kaffeetrinken. |
| sich kümmern | Sie kümmert sich liebevoll um ihre Großeltern. |
| sich umziehen | Er zieht sich um, bevor er zum Sport geht. |
| sich ausruhen | Nach der Arbeit ruht sie sich aus. |
| sich verlieben | Sie hat sich in ihren Arbeitskollegen verliebt. |
| sich entschuldigen | Er entschuldigt sich bei seinem Lehrer für das Missverständnis. |
| sich duschen | Ich dusche mich jeden Abend vor dem Schlafengehen. |
| sich beschweren | Die kunden beschweren sich über den schlechten Service. |
| sich erinnern | Er erinnert sich an seine Kindheit in der Kleinstadt. |
| sich umarmen | Die Freunde umarmen sich zur Begrüßung. |
| sich vorbereiten | Sie bereitet sich intensiv auf die Prüfung vor. |
| sich unterhalten | Wir unterhalten uns über unsere Lieblingsbücher. |
Zusammenfassung
Das waren jetzt sehr viel Informationen zum Thema reflexive Verben.
Nimm dir Zeit und gehe jedes Kapitel einzeln an. Wenn du das grundsätzliche Prinzip verstanden hast, dann wirst du bald keine Probleme mehr bei der Bildung und der richtigen Nutzung von reflexiven Verben haben.
Also: Denk immer daran, dass reflexive Verben wie ein Spiegel funktionieren: Sie beziehen die Handlung auf dich (bzw. auf die handelnde Person) zurück.
Wichtig ist dabei dann natürlich das Personalpronomen, weil es genau angibt, wer die Handlung durchführt. Schwieriger wird es beim Erkennen von echten und unechten reflexiven Verben. Darauf musst du also ein besonderes Augenmerk legen. Die reziproken Verben hingehen sind leicht zu identifizieren: Sie beziehen sich immer auf das Miteinander von mehreren Personen.
Zum Schluss noch: Schaue dir in den einzelnen Kapiteln die Stellung der reflexiven Verben zu den Pronomen genau an. Wenn du alles das beherzigst, wirst du bald fehlerfrei beim Einsatz von reflexiven Verben sein.
Teste dein Wissen
Erkenne in den 3 Fragen, in welcher das Reflexivpronomen falsch positioniert ist.