Deutsch – Hypotaxe
Du möchtest alles über die Hypotaxe wissen? Dann bist du hier genau richtig! Lies dich gerne direkt ins Thema ein.
Definition Hypotaxe: Wirkung, Funktion & wie du sie erkennst
In der deutschen Grammatik beschäftigst du dich früher oder später mit der Hypotaxe – der Unterordnung eines Nebensatzes unter einen Hauptsatz. Was genau das bedeutet, wie du eine Hypotaxe erkennen kannst und welche Wirkung die Hypotaxe als Stilmittel erzielen kann, sehen wir uns jetzt an.
Was ist eine Hypotaxe? Einfache Erklärung
Wie du weißt, gibt es Hauptsätze und Nebensätze. Die Hypotaxe bringt Ordnung ins Satzgefüge aus Haupt- und Nebensätzen – und zwar Unterordnung:
Sie beschreibt, dass der Nebensatz dem Hauptsatz untergeordnet ist. Schließlich kann der Hauptsatz auch alleine stehen, während der Nebensatz vom Hauptsatz abhängig ist.
Sehen wir uns das anhand eines einfachen Beispiels an:
Ich lerne heute etwas über die Hypotaxe. Ich brauche das für die Schule.
Möchtest du beide Sätze miteinander verbinden, musst du einen davon zum Nebensatz machen. Dadurch bildest du ein Satzgefüge, also eine Kombination aus übergeordnetem Hauptsatz und untergeordnetem Nebensatz – auch Hypotaxe oder hypotaktischer Satz genannt.
Das könnte beispielsweise so aussehen:
Ich lerne heute etwas über die Hypotaxe, weil ich das für die Schule brauche.
Aus den beiden Hauptsätzen wurde nun eine Hypotaxe – ein Hauptsatz und ein untergeordneter Nebensatz.
Hypotaxe – Bedeutung
Das Wort lässt sich von den griechischen Wörtern „hypo“ für „unter“ und „taxis“ für „Ordnung“ ableiten. Übersetzt bedeutet Hypotaxe auf Deutsch also „Unterordnung“ – und beschreibt damit sehr gut die eigene Funktion.
Hypotaxe erkennen
Um eine Hypotaxe zu erkennen, musst du Hauptsätze von Nebensätzen unterscheiden können. Zusammengefasst erkennst du einen Nebensatz an den folgenden Merkmalen:
- Der Nebensatz ist mit einem Komma vom Hauptsatz getrennt.
- Der Nebensatz beginnt häufig mit einer Konjunktion wie zum Beispiel dass, weil oder wenn.
- Im Nebensatz steht das Verb an letzter Stelle
Du erkennst einen Nebensatz ganz leicht, weil er ohne den Hauptsatz keinen Sinn ergibt.
Unser Hauptsatz im Beispiel ist ganz leicht zu identifizieren: Das Verb („erkennst“) steht an zweiter Stelle und der Satz könnte auch für sich alleine stehen:
Du erkennst einen Nebensatz ganz leicht.
Der Nebensatz weist auch alle Erkennungsmerkmale auf: Er ist durch ein Komma vom Hauptsatz getrennt, beginnt mit einer Konjunktion (weil) und das Verb („ergibt“) steht am Ende des Satzes.
Außerdem gibt dir der Beispielsatz einen weiteren Hinweis darauf, woran du einen Nebensatz erkennst – er kann ohne seinen übergeordneten Hauptsatz nicht alleine stehen, weil er keinen Sinn ergeben würde:
Weil er ohne den Hauptsatz keinen Sinn ergibt.
Eine Hypotaxe besteht aber nicht immer nur aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz. Oft enthält ein einziger Satz gleich mehrere Nebensätze, die wiederum voneinander abhängen.
Ich lese gerade einen Artikel über die Hypotaxe,
der sehr informativ und lehrreich ist,
weil er mir einfach und anschaulich Informationen liefert.
Dieses Beispiel beginnt mit dem Hauptsatz. Darauf folgt der vom Hauptsatz abhängige 1. Nebensatz, und dann gibt es noch den 2. Nebensatz, der wiederum vom ersten abhängig ist.
Da ein Satzgefüge immer eine Kombination aus einem übergeordneten Hauptsatz und einem oder mehreren untergeordneten Nebensätzen ist, ist jedes Satzgefüge eine Hypotaxe.
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Wirkung & Funktion der Hypotaxe
Hypotaktische Sätze geben dir die Möglichkeit, schwierige Themen zu erklären. Durch die ergänzenden Informationen der Nebensätze kannst du den Inhalt des Hauptsatzes genauer erläutern oder um Zusatzinformationen ergänzen.
Deshalb kommt das sprachliche Mittel Hypotaxe besonders häufig in der Berichterstattung und in informativen Texten wie wissenschaftlichen Arbeiten oder Lexikoneinträgen vor.
Als Stilmittel wird die Hypotaxe auch gerne in der Literatur verwendet. Große Schriftsteller wie Friedrich Dürrenmatt und Heinrich von Kleist waren bekannt für ihre langen Satzkonstruktionen. Auch Thomas Mann hat gerne hypotaktische Sätze verwendet.
Sehen wir uns dazu ein Beispiel aus seinem bekannten Werk „Die Buddenbrooks“ von 1901 an:
„Der Konsul, zu Hause, wenn er solche Äußerungen las, konnte sich eines Lächelns nicht erwehren, denn trotz alles Schmerzes, der in den Zeilen steckte, verspürte er einen Unterton von beinahe drolligem Stolz, und er wußte, dass Tony Buddenbrook als Madame Grünlich sowohl wie als Madame Permaneder immer ein Kind blieb, daß sie alle ihre sehr erwachsenen Erlebnisse fast ungläubig, dann aber mit kindlichem Ernst, kindlicher Wichtigkeit und – vor Allem – kindlicher Widerstandsfähigkeit erlebte.“
Hypotaxe und Parataxe: Unterschied
Hypotaxe und Parataxe werden gerne miteinander verwechselt. Der Unterschied zwischen Parataxe und Hypotaxe liegt in der Wertigkeit der Sätze:
- Bei der Hypotaxe sind Nebensätze dem Hauptsatz untergeordnet.
- Bei der Parataxe sind mehrere Hauptsätze gleichwertig aneinander gereiht.
- Die Parataxe nennst du deshalb auch Satzreihe, während du die Hypotaxe Satzgefüge nennst. An den folgenden Beispielen erkennst du den Unterschied zwischen beiden nochmal deutlich.
Mit den folgenden Übungsaufgaben kannst du dein Wissen zur Hypotaxe überprüfen und festigen.
Beispiel Hypotaxe:
Ich habe alles über die Hypotaxe gelernt, indem ich diesen Artikel aufmerksam gelesen habe.
Wir erinnern uns: Der Hauptsatz kann auch für sich alleine stehen. Der Nebensatz ist dagegen vom Hauptsatz abhängig. Außerdem steht das Verb im Hauptsatz an erster oder zweiter Stelle, im Nebensatz an letzter Stelle.
Beispiel Parataxe:
Ich habe diesen Artikel aufmerksam gelesen, und ich habe alles über die Hypotaxe gelernt.
Hier kannst du klar erkennen, dass es sich um zwei Hauptsätze handelt: Beide könnten auch alleine stehen, und bei beiden steht das Verb an zweiter Stelle.
Zusammenfassung
Eine Hypotaxe beschreibt die Unterordnung eines oder mehrerer Nebensätze unter einen Hauptsatz.
Diese Kombination aus Haupt- und Nebensätzen kannst du auch Satzgefüge oder hypotaktischer Satz nennen.
Du kannst den Nebensatz daran erkennen, dass er nicht für sich alleine stehen kann, mit einer Konjunktion eingeleitet wird und mit einem Komma vom Hauptsatz getrennt ist.
Außerdem steht das Verb beim Nebensatz immer an letzter Stelle, während es beim Hauptsatz an erster oder zweiter Stelle steht.
Hypotaxen helfen in der Berichterstattung und informativen Texten dabei, schwierige Themen zu erklären.
Auch in der Literatur kann die Hypotaxe als Stilmittel Informationen ergänzen.
Werden Sätze dadurch sehr lang, nennst du sie auch Bandwurmsätze. Bandwurmsätze sind oft schwer zu lesen und zu verstehen.
Kommen in einem Text mehrere Hypotaxen vor, kannst du von einem hypotaktischen Stil sprechen.
Bei der Parataxe werden mehrere Hauptsätze gleichwertig aneinander gereiht, deshalb nennst du sie auch Satzreihe.
Hypotaxe Übungen
Was ist eine Hypotaxe?