Deutsch – Konjugation
Wenn du wissen willst, wie man richtig konjugiert, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein.
Konjugation: So bringst Du Verben in die richtige Form
„Der Sportunterricht sein heute echt anstrengend. Jetzt fahren ich erstmal nach Hause und ausruhen mich.“ Diese beiden Sätze klingen sehr merkwürdig, oder? Das liegt daran, dass wir die Grundform des Verbs (Infinitiv) verwendet haben. Für korrekte Sätze hätten wir die Verben an das Personalpronomen und die Zeit anpassen müssen: “Der Sportunterricht war heute echt anstrengend. Jetzt fahre ich erstmal nach Hause und ruhe mich aus.“
Diese Flexion (Anpassung) des Verbs nennt man Konjugation. Wie Du Verben korrekt konjugierst und worauf Du dabei achten musst, verraten wir Dir in diesem Artikel.
Konjugation: Definition und Grundlagen
Das Verb ist eine wichtige Wortart der deutschen Sprache. Das Verb, das auch Tunwort genannt wird, beschreibt einen Vorgang oder eine Handlung.
- Tom spielt mit dem Ball. → Was macht Tom? Er spielt (mit dem Ball).
In ihrer Grundform enden Verben auf -en: gehen, schlafen, laufen, spielen. Um einen korrekten Satz zu bilden, musst Du die Verben konjugieren. Das heißt, Du bildest die passende Verbform für diese Aspekte:
- Personalform: grammatikalische Person (Substantiv oder Personalpronomen)
- Numerus: Singular oder Plural
- Zeitform: Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft
- Modus: Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ
Die Konjugation verändert das Verb, um die Aspekte Person, Modus, Numerus und Zeit wiederzugeben. Dadurch wird deutlich, wer etwas wann tut.
Konjugation eines Verbs: Beispiele
- wissen → Ich weiß, wie ich Verben konjugiere. → 1. Person Singular, Präsens, Indikativ
- gehen → Wir gingen gemeinsam zur Schule. → 1. Person Plural, Präteritum, Indikativ
Stammformen des Verbs: Die Basis der Konjugation
Die Konjugation von Verben variiert abhängig davon, ob es sich um ein starkes oder ein schwaches Verb handelt. Starke und schwache Verben erkennst Du anhand ihrer Stammformen Infinitiv, Präteritum und Partizip II.
| Infinitiv | Präteritum (1. Person Singular) | Partizip II |
| laufen | lief | gelaufen |
| singen | sang | gesunden |
| merken | merkte | gemerkt |
| sagen | sagte | gesagt |
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Starke und schwache Verben: Unterschiede bei der Konjugation
Während schwache Verben ihren Wortstamm behalten und lediglich eine andere Endung erhalten, ändert sich bei starken Verben auch der Wortstamm. Lass’ uns als Erstes einen Blick auf die schwachen Verben werfen.
Schwache Verben: Auf die Endung kommt’s an
Schwache Verben werden auch als regelmäßige Verben bezeichnet. Regelmäßig, weil Du sie immer auf die gleiche Weise konjugierst. Sie halten sich an klare Regeln, die sich an der Personalform sowie der Zeitform orientieren. Je nachdem, wer etwas wann macht, änderst Du die Endung des Verbs. Der Wortstamm bleibt hingegen immer gleich.
Beim Konjugieren regelmäßiger bzw. schwacher Verben sind also zwei Aspekte besonders wichtig: die Personalform (erkennbar am Subjekt des Satzes) und die Zeitform (Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft).
Konjugation eines schwachen Verbs: Beispiel
Präsens
Regel: Wortstamm + Personalendung
- sagen
ich sage
du sagst
er/sie/es sagt
wir sagen
ihr sagt
sie sagen
Präteritum
Regel: Wortstamm + Personalendung
- sagen
ich sagte
du sagtest
er/sie/es sagte
wir sagten
ihr sagtet
sie sagten
Perfekt
Regel: Präsensform von haben oder sein + Partizip II des Verbs
- sagen
ich habe gesagt
du hast gesagt
er/sie/es hat gesagt
wir haben gesagt
ihr habt gesagt
sie haben gesagt
Plusquamperfekt
Regel: Präteritum von haben oder sein + Partizip II des Verbs
- sagen
ich hatte gesagt
du hattest gesagt
er/sie/es hatte gesagt
wir hatten gesagt
ihr hattet gesagt
sie hatten gesagt
Futur I
Regel: werden + Infinitiv
- sagen
ich werde sagen
du wirst sagen
er/sie/es wird sagen
wir werden sagen
ihr werdet sagen
sie werden sagen
Futur II
Regel: werden + Partizip II des Verbs + haben oder sein
- sagen
ich werde gesagt haben
du wirst gesagt haben
er/sie/es wird gesagt haben
wir werden gesagt haben
ihr werdet gesagt haben
sie werden gesagt haben
Starke Verben: Veränderter Stammvokal
Starke Verben werden oft auch als unregelmäßige Verben bezeichnet. Das liegt daran, dass es hier nicht nur auf die Endung des Verbs ankommt. Auch der Vokal des Wortstamms verändert sich im Präteritum und auch im Partizip II.
Konjugation eines starken Verbs: Beispiel
Präsens
Regel: Verbstamm + Personalendung
- singen
ich singe
du singst
er/sie/es singt
wir singen
ihr singt
sie singen
Präteritum
Regel: Verbstamm + Personalendung
- singen
ich sang
du sangst
er/sie/es sang
wir sangen
ihr sangt
sie sangen
Perfekt
Regel: haben oder sein im Präteritum + Partizip II des Verbs
- singen
ich habe gesungen
du hast gesungen
er/sie/es hat gesungen
wir haben gesungen
ihr habt gesungen
sie haben gesungen
Plusquamperfekt
Regel: haben oder sein im Präteritum + Partizip II des Verbs
- singen
ich hatte gesungen
du hattest gesungen
er/sie/es hatte gesungen
wir hatten gesungen
ihr hattet gesungen
sie hatten gesungen
Futur I
Regel: werden + Infinitiv
- singen
ich werde singen
du wirst singen
er/sie/es wird singen
wir werden singen
ihr werdet singen
sie werden singen
Futur II
Regel: werden + Partizip II des Verbs + haben oder sein
- singen
ich werde gesungen haben
du wirst gesungen haben
er/sie/es wird gesungen haben
wir werden gesungen haben
ihr werdet gesungen haben
sie werden gesungen haben
Nicht nur starke Verben sind unregelmäßig: Die sogenannten gemischten Verben haben Gemeinsamkeiten sowohl mit starken als auch mit schwachen Verben. Ein Beispiel dafür ist das Verb bringen: Hier verändert sich wie bei starken Verben der Stammvokal, während die Endungen in Präteritum und Partizip II denen schwacher Verben entsprechen:
bringen – ich brachte – ich habe gebracht.
Das Verb sein hat unter anderem im Präteritum sogar einen komplett anderen Wortstamm:
sein – ich war – ich bin gewesen.
Konjugation von Modalverben: Vom Dürfen und Müssen
Die deutsche Sprache kennt sechs Modalverben: dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen. Diese Verben hast Du bestimmt schön häufig verwendet und weißt, dass sie meist in Verbindung mit einem Vollverb stehen.
Wie diese musst Du auch Modalverben konjugieren, wenn Du sie im Satz verwendest. Das Vollverb dieser Verbindung bleibt dabei im Infinitiv stehen.
Die Stammformen der Modalverben im Überblick:
| Infinitiv | Präteritum (1. Person Singular) | Partizip II |
| dürfen | darf | gedurft |
| können | kann | gekonnt |
| mögen | mag | gemocht |
| müssen | muss | gemusst |
| sollen | soll | gesollt |
| wollen | will | gewollt |
Die Konjugation in verschiedenen Modi: Indikativ, Konjunktiv und Imperativ
Mit den unterschiedlichen Modi veränderst Du die Bedeutung eines Verbs. Während der Indikativ die Wirklichkeit abbildet, beschreibst Du mit dem Konjunktiv Wünsche, Möglichkeiten oder Unmögliches. Den Imperativ hingegen nutzt Du, um jemanden in der direkten Anrede zu etwas aufzufordern.
Indikativ (Wirklichkeit):
- Ich singe.
- Du fährst Fahrrad.
- Er liest ein Buch.
Konjunktiv I (Wünsche, Möglichkeiten):
- Du singest. (Gegenwart)
- Du habest gesungen. (Vergangenheit)
Konjunktiv I bildest Du so:
- Gegenwart: Verbstamm + Personalendung: -e, -est, -e, -en, -et, oder -en
- Vergangenheit: Konjunktiv I von sein/haben + Partizip II des Verbs
Konjunktiv II (Irreale Wünsche, Unmögliches):
- Er sänge. (Gegenwart)
- Er hätte gesungen. (Vergangenheit)
Konjunktiv I bildest Du so:
- Gegenwart: Verbstamm + Personalendung -te, -test, -te, -ten, -tet oder -ten
- Vergangenheit: Konjunktiv II von sein/haben + Partizip II des Verbs
Imperativ:
Um den Imperativ eines regelmäßigen Verbs zu bilden, orientierst Du Dich an Infinitiv und Indikativ.
Sprichst Du die 2. Person Singular an, nutzt Du den Infinitiv ohne -en:
- singen – sing!
Für die 2. Person Plural nutzt Du den Indikativ im Präsens:
- singen – singt!
Für die höfliche Anrede verwendest Du den Infinitiv und „Sie“:
- singen – singen Sie!
Bei unregelmäßigen Verben verschiebt sich der Laut des Wortstamms:
- essen – iss!
- geben – gib!
Modalverben haben keine Imperativform.
Konjugation und Deklination: Das ist der Unterschied
Sowohl die Konjugation als auch die Deklination dienen der Flexion, also der Beugung von Wörtern. Die Deklination bezieht sich auf Substantive, Artikel, Pronomen und Adjektive. Diese werden etwa entsprechend des Numerus oder des Kasus gebeugt:
- der süße Hund – die süßen Hunde – des süßen Hundes – den süßen Hunden
Als Konjugation hingegen bezeichnet man die Flexion von Verben, die wir im oberen Teil ausführlich behandelt haben.
- der Hund spielt – die Hunde spielen – die Hunde haben gespielt – die Hunde hätten gespielt
Zusammenfassung: Das Wichtigste über die Konjugation
- Als Konjugation bezeichnet man die Bildung der verschiedenen Formen von Verben.
- Die Konjugation bezieht sich auf verschiedene Aspekte: Person, Zahl, Modus und Zeit.
- Bei der regelmäßigen Konjugation schwacher Verben wendest Du ein festes Muster an.
- Starke und gemischte Verben werden unregelmäßig gebildet, hier können Wortstamm und Endungen variieren.
Welche Aspekte spielen eine Rolle bei der Konjugation?