Deutsch – einzige oder einzigste
Wenn du wissen willst, ob man nun "einzige" oder "einzigste" schreibt, dann bist du hier genau richtig. Steig direkt ins Thema ein!
Rechtschreibung: Heißt es „einzige” oder „einzigste”?
Hast du schon mal versucht, das Wort „tot” zu steigern? Oder vielleicht auch „dreieckig”? Um die Frage zu beantworten: Natürlich kann etwas nicht „toter” sein und auch nicht „dreieckiger”. Genauso verhält es sich mit dem Adjektiv „einzig” bzw. „einzige”. Darum geht es in der heutigen Lektion – weil es so viele Schülerinnen und Schüler in ihren Texten oder auch in der wörtlichen Rede falsch machen. Das „einzige” stellt schon die maximale Form des Wortes dar. Eine Steigerung zu „einzigste” ist damit falsch.
Beispiel (richtig):
- Das einzige Bild des Malers aus seiner späten Schaffensphase.
Beispiel (falsch):
- Das einzigste Bild des Malers aus seiner späten Schaffensphase.
„Einzige” oder „einzigste” – was ist richtig?
Die Frage, ob es das „einzigste” oder das „einzige” heißt, hast du schon im Vorspann beantwortet bekommen. Das Eigenschaftswort (dtsch. für Adjektiv) hat eine ganz besondere Funktion in der Grammatik. Es ist sich selbst genug; um eine Aussage mit absoluter Sicherheit ausdrücken zu können, braucht es keine Steigerungsform. Wenn etwas das „einzige” ist, wirst du es nirgends sonst auf der Welt finden können. Daher kann es (im normalen Sprachgebrauch) keine weitere Erhöhung des Wortes geben.
Dass es dennoch eine Ausnahme gibt, ist der Dichtung geschuldet. So schreibt Johann Wolfgang von Goethe in seinem Brief an Auguste zu Stolberg „Gute Nacht, Engel — einzigstes, einzigstes Mädchen und ich kenne ihrer Viele.“ In „Faust II” formuliert Goethe dann: „Durchgrüble nicht das einzigste Geschick!“ Der Dichter nutzt hier die Steigerung als Stilmittel. Im Sinne der deutschen Rechtschreibung ist das nicht – aber in der Dichtung haben Autoren halt mehr Freiheit. Lehrer werden die Verwendung von „einzigste” also weiterhin als Fehler anstreichen – es sei denn, du zitierst diese Goethe-Passagen.
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Gibt es das Wort „einzigste”?
Manchmal willst du Worte steigern, weil du ihre Bedeutung vergrößern willst. Wenn du schreibst „du bist die Einzige bzw. der Einzige”, kommst du sicher in die Verlockung, folgendes zu texten: „Du bist die Einzigste bzw. der Einzigste”. Warum ist das so? Die Bedeutung der Wörter ist dir klar – und du musst dich gar nicht fragen, was wirklich richtig ist. Das ist also recht einfach. Das Deutsche kennt aber den Begriff „Hyperlativ” (so wird die unnötige Steigerung von Absolutadjektiven in der Fachsprache bezeichnet) – aber anerkannt ist das weder im Duden noch von jedem anderen Fachmedium. Dass also die Werbung manchmal den Hyperlativ anwendet, ist eine bewusste Veröffentlichung eines Fehlers. Die Botschaft soll hier stärker herausgestellt werden – auf Kosten der Rechtschreibung.
Hier nun eine kleine Liste mit Absolutadjektiven:
- gleich
- optimal
- schwanger
- tot
- einzig
Wenn du dir zukünftig unsicher bist, dann frage dich einfach, ob eine Steigerung logisch erklärbar ist. Kann etwas „einzigster” sein, „toter” oder „schwangerer”? Natürlich nicht. Das Wort hat schon seine maximale Bedeutungsform erreicht.
Zusammenfassung: Einzige oder einzigste?
Das „einzige” oder „einzigste” – was ist richtig? Nun, die Antwort kennst du schon. Weil das „einzige” bereits die höchste Steigerungsform ist, benötigt es keine Erhöhung. Wenn du dennoch das „einzigste” schreibst, dann bitte nur, wenn du die zuvor erwähnten Zitate von Goethe übernimmst. Sonst hast du definitiv einen Fehler gemacht. Einen Fehler, der in der deutschen Sprache sogar eine Bezeichnung hat: Hyperlativ. Das ist nämlich die unnötige Steigerung von sogenannten Absolutadjektiven.
Welche Schreibweise ist richtig?