Mathematik – p-q-Formel
Wenn du wissen willst, was die PQ-Formel ist und wie man sie berechnest, dann bist du hier genau richtig. Schau dir zunächst das Video an oder steig direkt ins Thema ein!
Was ist die p-q-Formel?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, quadratische Gleichungen zu lösen. Die p-q-Formel ist eine dieser Möglichkeiten und erleichtert es dir,
- zu erkennen, ob eine quadratische Gleichung überhaupt lösbar ist, und
- die Gleichung mit wenig Aufwand zu lösen.
Ob eine quadratische Gleichung lösbar ist, hängt davon ab, ob die Kurve bei der grafischen Darstellung die x-Achse schneidet, also Nullstellen hat:
Wie du siehst, gibt es bei quadratischen Gleichungen drei Möglichkeiten:
- Die in Blau dargestellte Funktion hat zwei Nullstellen, die Gleichung hat also zwei Lösungen.
- Die in Grün dargestellte Funktion hat eine Nullstelle und die Gleichung damit eine Lösung.
- Die in Rot dargestellte Funktion hat keine Nullstellen, die Gleichung ist also nicht lösbar.
Um welchen Fall es sich handelt – und auch die eventuelle(n) Lösung(en) der Gleichung – findest du mithilfe der p-q-Formel heraus. So sieht sie aus:
Bevor wir uns das an ein paar Beispielen genau ansehen, lass uns zunächst betrachten, wann es überhaupt sinnvoll ist, die p-q-Formel zu nutzen.
Testen Sie den Testsieger*
- Flexibler Einsatz der 10 gratis Nachhilfestunden, z. B. vor Klassenarbeiten
- Individuelle Profi-Nachhilfe vor Ort oder online
- Für alle Klassenstufen und Schulformen
- 94 % Kundenzufriedenheit*
Wann ist es sinnvoll, die p-q-Formel anzuwenden?
Du kannst die p-q-Formel für folgende Arten von quadratischen Gleichungen nutzen:
- reinquadratische Gleichungen (z.B. )
- gemischtquadratische Gleichungen ohne Absolutglied (z. B. )
- gemischtquadratische Gleichungen mit Absolutglied (z. B. )
Das Absolutglied ist der Teil der Gleichung, der nicht im direkten Zusammenhang mit der Variablen x steht.
Beispiel: In der Gleichung: ist die das Absolutglied. „Absolut“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „losgelöst“.
Vielleicht erkennst du bereits, dass die p-q-Formel für reinquadratische Gleichungen wie nicht zwingend notwendig ist, da es hier genügt, die Wurzel zu ziehen:
Daraus die Wurzel ziehen:
Bei gemischtquadratischen Gleichungen erleichtert die p-q-Formel den Rechenweg jedoch deutlich.
Wann bringt dich die p-q-Formel nicht weiter?
Die p-q-Formel funktioniert nur dann, wenn vor dem der Vorfaktor 1 steht. Dieser wird meist nicht ausgeschrieben: . Wenn vor dem ein anderer Vorfaktor steht – zum Beispiel dann verwendest du stattdessen die Mitternachtsformel, die wir dir weiter unten erklären.
Die Herleitung der p-q-Formel ist über die quadratische Ergänzung möglich. Für die Anwendung genügt es jedoch, wenn du die p-q-Formel einfach auswendig lernst.
Anleitung: So wendest du die p-q-Formel an
Du brauchst nur fünf Schritte, um die p-q-Formel zu nutzen. Auf diese kurze Anleitung kannst du immer wieder zurückgreifen. Wir gehen sie aber auch gleich an konkreten Beispielen durch, damit alles glasklar wird.
1. Bringe die quadratische Gleichung in die Normalform.
Du kannst die p-q-Formel nur dann anwenden, wenn die Gleichung in der Normalform ( steht. Ist das nicht der Fall, musst du die Gleichung erst umstellen.
Beispiel:
Wir stellen um:
|
Jetzt kannst du die p-q-Formel nutzen.
2. Ermittle p und q. Wie das genau geht, siehst du gleich im Beispiel. Achte dabei genau auf die Vorzeichen!
3. Setze p und q in die Formel ein.
4. Löse die Gleichung.
5. Schreibe die Lösungsmenge auf.
Schauen wir uns das Ganze jetzt an konkreten Beispielen genauer an!
Anwendung der p-q-Formel mit konkreten Beispielen
Wir erklären dir jetzt die Anwendung der p-q-Formel in fünf Schritten.
1. Bringe die quadratische Gleichung in die Normalform .
Hier ein Beispiel:
Wir stellen um:
|
Stelle sicher, dass deine Gleichung wirklich in der Normalform steht. Manchmal ist es leicht zu übersehen, dass das nicht der Fall ist, etwa hier:
Zwar steht hier eine , sodass die Gleichung beinahe wie die Normalform aussieht. Unser trägt jedoch ein negatives Vorzeichen. Wir müssen daher umstellen:
|
2. Ermittle p und q.
Für unsere Beispielgleichung gilt also:
p (der Vorfaktor vor dem ) (Achtung, Vorzeichen!)
q (das Absolutglied)
3. Setze p und q in die Formel ein.
4. Löse die Gleichung.
An dieser Stelle erkennst du nun, dass es zwei Lösungen (x1 und x2) gibt:
5. Schreibe die Lösungsmenge auf.
Die Lösungsmenge lautet L={1;5}. Das bedeutet, dass die Funktion zwei Nullstellen hat, die x-Achse also bei 1 und 5 schneidet.
Was tun, wenn p oder q nicht vorhanden sind? Wenn p oder q fehlen, sind sie gleich 0, sodass du trotzdem mit der p-q-Formel rechnen kannst.
Beispiel:
🡪 ,
🡪 ,
Was die Diskriminante ist und wie sie dir die Anzahl der Nullstellen anzeigt
Manchmal möchtest du vielleicht nicht die gesamte Gleichung lösen, sondern lediglich feststellen, ob eine Funktion Nullstellen hat und wenn ja, wie viele. Dabei hilft dir die Diskriminante.
Die Diskriminante ist der Term der p-q-Formel, der unter der Wurzel steht:
Die Diskriminante kann
- sein – dann gibt es zwei Nullstellen bzw. Lösungen;
- sein – dann gibt es genau eine Lösung;
- sein – dann gibt es keine Nullstellen bzw. Lösungen.
Diskriminante : zwei Nullstellen bzw. Lösungen
Werfen wir noch einmal einen Blick auf unsere Beispielrechnung:
Die Diskriminante ist
Wir vereinfachen:
Die Diskriminante ist mit 4 größer als 0. Du weißt also, dass es für diese Gleichung zwei Lösungen bzw. zwei Nullstellen in der Funktion gibt.
Wenn nötig, kannst du nun die vereinfachte Diskriminante nutzen, um mithilfe der p-q-Formel die Gleichung zu lösen:
Und wie erwartet findest du hier dieselben zwei Lösungen (bzw. Nullstellen), die wir bereits oben berechnet haben:
Diskriminante : genau eine Nullstelle bzw. Lösung
Wir nehmen als Beispiel folgende Gleichung:
(Achtung: Wir nehmen wieder die Vorzeichen mit: und )
Laut p-q-Formel lautet die Diskriminante:
Wir vereinfachen:
Die Diskriminante ist 0. Du weißt also, dass deine Gleichung genau eine Lösung bzw. die Funktion genau eine Nullstelle haben wird.
Diese kannst du, wenn nötig, auch berechnen:
Die beiden Möglichkeiten 4 + 0 und 4 − 0 ergeben beide 4. Die Lösungsmenge lautet also L={4}.
Es ist sehr wichtig, dass du bei der Ermittlung von p und q auch die Vorzeichen beachtest!
Diskriminante : keine Nullstellen bzw. Lösungen
Wir nehmen als Beispiel folgende Gleichung:
(Beachte wieder die Vorzeichen!)
Laut p-q-Formel lautet die Diskriminante:
Wir vereinfachen:
An dieser Stelle erkennst du, dass die Diskriminante negativ ist – du müsstest hier also die Wurzel aus einer negativen Zahl ziehen. Da das nicht möglich ist, brauchst du nicht weiterzurechnen. Die Lösungsmenge lautet hier: L={}
Die Mitternachtsformel: Wenn die p-q-Formel dich nicht weiterbringt
Wie du zu Anfang erfahren hast, kannst du die p-q-Formel nur anwenden, wenn der Vorfaktor vor dem ist. Was aber tust du bei folgender Gleichung?
In diesem Fall hilft dir statt der p-q-Formel die sogenannte ABC-Formel, auch „Mitternachtsformel“ genannt. Sie lautet:
Das Vorgehen ist genau dasselbe wie bei der Anwendung der p-q-Formel:
1. Bringe die quadratische Gleichung in die Normalform. Für die Mitternachtsformel lautet diese .
Beispiel:
| +10
2. Ermittle a, b und c. Achte auch hier wieder auf die Vorzeichen!
; ;
3. Setze a, b und c in die Formel ein:
4. Löse die Gleichung:
Es gibt zwei mögliche Lösungen, also auch zwei Nullstellen:
5. Schreibe die Lösungsmenge auf:
L={1;5}.
Übrigens: Die Mitternachtsformel funktioniert für alle quadratischen Gleichungen, für die du auch die p-q-Formel anwenden kannst. Wenn der Vorfaktor vor dem also ist, kannst du wählen, welche Formel du lieber nutzen möchtest.
Warum Mitternachtsformel? Weil du diese Formel selbst dann im Kopf haben solltest, wenn du nachts um Mitternacht geweckt wirst – bestimmt hast du diesen Spruch schon einmal von deinen Lehrerinnen oder Lehrern gehört.
Zusammenfassung zur p-q-Formel
Du weißt nun, dass die p-q-Formel dir hilft, quadratische – insbesondere gemischtquadratische – Gleichungen zu lösen.
Bringe die Gleichung immer zuerst in die Normalform, bevor du die p-q-Formel anwendest. Die Anzahl der Lösungen zeigt dir, wie viele Nullstellen die Funktion hat.
Wichtiger Hinweis: Steht ein Vorfaktor vor dem , der nicht ist, hilft dir die p-q-Formel nicht weiter. Nutze in diesem Fall die ABC- bzw. Mitternachtsformel.
Wobei ist die p-q-Formel NICHT hilfreich?