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Wie Eltern die passende weiterführende Schule für Ihr Kind finden Lesezeit: 4 Minuten

Mit dem Halbjahreszeugnis in der vierten Klasse erhalten Eltern die Empfehlung für die weiterführende Schule. Viele Eltern stellen sich jetzt die Frage: „Welche Schule für mein Kind?“. Auf der weiterführenden Schule wird Ihr Kind einen bedeutenden Teil seines Lebens verbringen, daher ist diese Entscheidung wegweisend für die schulische Laufbahn und Zukunft.  Ein wichtiger Entscheidungsfaktor ist die Empfehlung des Grundschullehrers oder der Grundschullehrerin – schwierig wird es, wenn diese mit der Vorstellung der Eltern kollidiert. Eltern wünschen sich für Ihr Kind, dass der Schulwechsel ohne Probleme vonstattengeht – denn eine neue Schule bedeutet immer eine Umgewöhnung. Wie vermeiden Sie, dass Sie in Kürze wieder nach einer neuen Schule suchen müssen? Wir geben einen Einblick über die verschiedenen Schulformen, damit Sie die Schule finden, an der Ihr Kind sich langfristig wohlfühlt und Erfolge erzielen kann. 

Worauf basiert die Grundschulempfehlung für die weiterführende Schule? 

Die Empfehlung des Klassenlehrers oder der Klassenlehrerin basiert nicht nur auf Schulnoten. Weitere wichtige Kriterien sind: 

  • das Lern- und Arbeitsverhalten

  • die bisherige Lern- und Leistungsentwicklung

  • die Merk- und Konzentrationsfähigkeit 

  • das Sozialverhalten 

  • die Eigenständigkeit  

  • das Lernpotenzial

Die Schulnoten aus dem ersten Halbjahr der 4. Klasse entscheiden über die weitere Laufbahn in der Sekundarstufe. Der Leistungsdruck steigt. Üben Sie sich in Gelassenheit: In dieser wichtigen Zeit benötigt Ihr Kind Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis.   

Je nach Bundesland unterscheiden sich die Bezeichnungen für die weiterführenden Schulen. Die Regelungen für den Übertritt zu den Gesamtschulen, Hauptschulen, Realschulen, Mittelschulen, Sekundarschulen und Gymnasien sind unterschiedlich. Die Grundschulen bieten Elterngespräche und Informationsabende zur weiterführenden Schule an. Ergänzende Informationen erhalten Sie beim zuständigen Schulamt oder den Ministerien für Bildung des jeweiligen Bundeslandes. 

Darf ich entscheiden, welche weiterführende Schule mein Kind besucht?

Die Entscheidung darüber, welche Schulform Ihr Kind besucht, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In folgenden Bundesländern gibt es eine verbindliche Schulempfehlung. Die Empfehlung der Grundschule steht hier über dem Wunsch der Eltern:

  • Bayern 

  • Brandenburg 

  • Sachsen 

  • Thüringen 

Trotz Empfehlung der Schule können Eltern immer eine niedrigere Schulform wählen. Wurde z. B. eine Realschulempfehlung ausgesprochen, ist es weniger wahrscheinlich, dass das Kind ein Gymnasium besuchen kann. In den meisten Bundesländern liegt die Entscheidung über die weiterführende Schule aber bei den Eltern.  

Weiterführende Schule: Was beeinflusst die Schulempfehlung positiv? 

Steht Ihr Kind in ein oder zwei Fächern auf der Kippe, unterstützen folgende Strategien die Notenverbesserung: 

  • Eine rege mündliche Beteiligung „rettet“ manche Note.

  • Die Hausaufgaben müssen regelmäßig und ordentlich gemacht werden.

  • Freiwillige Referate oder Zusatzarbeiten zeigen Engagement.

  • Ein Gespräch mit der Lehrkraft zeigt Defizite bzw. Potenziale auf.

Wie erfahre ich mehr über die weiterführende Schule? 

In der Regel bieten die Schulen im Herbst Schulfeste, Info-Abende, Tage der offenen Tür und „Mitmachtage“ für die ganze Familie an. Die Info-Abende für Eltern sind einen Besuch wert: Erfahren Sie mehr über das pädagogische Konzept, den Schulalltag, die Bildungsmöglichkeiten und das außerschulische Angebot. Die Termine finden Sie in der Regel auf den Internetseiten der Schulen. Auch die Verpflegungsmöglichkeiten und der Schulweg sind bei der Wahl der Schule zu berücksichtigen. Die klassischen Schulformen gibt es in öffentlicher und in privater bzw. kirchlicher Trägerschaft. Eltern, denen keine der klassischen weiterführenden Schulen zusagt, bleibt die Wahl einer (kostenpflichtigen) Privatschule wie z. B. Waldorf oder Montessori. Diese Schulformen folgen besonderen pädagogischen Reformgedanken. Internate sind ebenfalls eine kostenpflichtige Alternative zu den gängigen Schulformen. 

Wie unterscheiden sich die Schulformen? 

In Deutschland unterscheiden sich die weiterführenden Schulformen und ihre Bezeichnungen nach Bundesland. Nachfolgend stellen wir ausgewählte Schulformen vor.  

In der Sekundarstufe I, die alle weiterführenden Schulen bis zur 9./10. Klasse umfasst, können in Deutschland folgende Abschlüsse erzielt werden: 

  • Hauptschulabschluss 

  • Realschulabschluss (Mittlere Reife, mittlerer Schulabschluss, Fachoberschulreife) 

Als Sekundarstufe II wird die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen bezeichnet. Diese Schulformen ermöglichen folgende Schulabschlüsse:    

  • Fachhochschulreife (zweithöchster Abschluss) 

  • Abitur (Allgemeine Hochschulreife, höchstmöglicher Abschluss)    

Hauptschule 

Die Hauptschule stellt die umstrittenste Schulform dar, sie erfährt einen Abwärtstrend. Die Anzahl der Hauptschulen hat sich in den letzten Jahren halbiert, einige Bundesländer haben die Schulform abgeschafft. Ein praxisnaher Unterricht und eine starke Berufsorientierung zeichnen die Hauptschule aus. 

Realschule, Regionalschule oder Mittelschule 

Diese Schulen sind ebenfalls praxisorientiert und bereiten Schüler und Schülerinnen auf die Berufsausbildung vor. Ab der 7. Klasse wird im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts neben Englisch eine zweite Fremdsprache angeboten. Nach erfolgreichem Abschluss der Realschule besteht die Möglichkeit, die Fachoberschule oder die gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Wer zum Gymnasium wechseln möchte, muss zuvor eine zweite Fremdsprache erlernt haben, die dann im Gymnasium fortgesetzt wird. Mit der Fachhochschulreife dürfen AbsolventInnen an einer Fachhochschule studieren, mit dem Abitur an einer Universität. 

Gymnasium 

Bei dieser Schulform erlangen die SchülerInnen nach der 12. Klasse die Fachhochschulreife, nach der 13. Klasse das Abitur. Gymnasien bieten verschiedene Fachrichtungen, wie z. B. mathematisch-naturwissenschaftlich, sprachlich oder musisch, an. Zwei Fremdsprachen sind auf dem Gymnasium Pflicht. 

Gesamtschule, Gemeinschaftsschule 

In dieser Schulform werden verschiedene mögliche Bildungsgänge (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) angeboten. Die Gemeinschaftsschule ist eine Variante der Gesamtschule. Sie unterrichtet Schülerinnen und Schüler mit der Empfehlung für Gymnasium, Realschule und Hauptschule in einem Klassenverband. Auf die 10. Klasse folgt die gymnasiale Oberstufe. Fast immer handelt es sich bei der Gesamt- und Gemeinschaftsschule um Ganztagsschulen. 

Schulauswahl immer eine Typ-Frage 

Es muss nicht immer das Gymnasium sein. Wenn die Grundschule eine andere Empfehlung ausspricht, ist dies kein Grund enttäuscht zu sein. Dazu gibt es keinen Grund – denn beachten Sie, dass die Schulform nicht zwingend etwas mit Intelligenz zu tun hat. Jedes Kind ist individuell und einzigartig. Manche Kinder würden sich an einem Gymnasium unwohl fühlen, da sie z. B. noch verspielter sind als andere. Selbst Kinder mit einer Gymnasialempfehlung sind vielleicht besser an einer anderen Schule aufgehoben, da die Lernumgebung sie unglücklich machen würde. Am Ende fragt niemand mehr nach, auf welchen Schulen Ihr Kind war – „mehrere Wege führen nach Rom“. Die Frage ist nicht, wie Ihr Kind sein Ziel erreicht, sondern ob. Bei der Schulauswahl sollten Eltern abwägen, ob die Schulform, das Unterrichtsangebot und das pädagogische Konzept zu den Interessen und Fähigkeiten des Kindes passen. Die Schulwahl sollte nicht nur der Vorstellung der Eltern entsprechen, wichtig ist es, das Kind einzubeziehen. Lassen Sie sich nicht von Vorurteilen über die verschiedenen Schulformen verunsichern.  

Fazit

Eine hohe Erwartungshaltung setzt das Kind enorm unter Druck, zeigen Sie Geduld und unterstützen Sie Ihr Kind in dieser schwierigen Lebensphase. Ein guter Bildungsabschluss lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erzielen.  Lesen Sie hier weiter: 

Schulwechsel: So gelingt der Übertritt auf die neue Schule (schuelerhilfe.de)

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