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So finden Sie die passende weiterführende Schule für Ihr Kind 31.10.2019 / Gelsenkirchen, 31.10.2019

Vor dem Wechsel zur weiterführenden Schule gibt es viele Fragen und Unsicherheiten. Wie sieht die Weiterempfehlung aus und was unterscheidet die weiterführenden Schulen? Wir geben einen Überblick, der bei der Wahl der Sekundarschule weiterhilft.  

In der vierten Klasse wird es ernst: Im zweiten Halbjahr wird von den Lehrkräften eine Empfehlung für die Sekundarschule ausgesprochen. Doch welche Schulform ist die Richtige für Ihr Kind?

Worauf basiert die Grundschulempfehlung für die weiterführende Schule?

Die Empfehlung des Klassenlehrers basiert nicht nur auf Schulnoten: Weitere wichtige Kriterien sind das Arbeitsverhalten, die bisherige Lern- und Leistungsentwicklung, die Eigenständigkeit und das Lernpotenzial des Schülers. Die Schulnoten aus dem ersten Halbjahr der 4. Klasse entscheiden über die weitere Laufbahn in der Sekundarstufe. Der Leistungsdruck steigt. Üben Sie sich in Gelassenheit: In dieser wichtigen Zeit benötigt Ihr Kind Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis.  

Je nach Bundesland unterscheiden sich die Bezeichnungen für die weiterführenden Schulen. Die Regelungen für den Übertritt zu den Gesamtschulen, Hauptschulen, Realschulen, Mittelschulen, Sekundarschulen und Gymnasien sind unterschiedlich. Die Grundschulen bieten Elterngespräche und Informationsabende zur weiterführenden Schule an. Ergänzende Informationen erhalten Sie beim zuständigen Schulamt oder den Ministerien für Bildung des jeweiligen Bundeslandes.

Wie erfahre ich mehr über die weiterführende Schule?

In der Regel bieten die Schulen im Herbst Schulfeste, Info-Abende, Tage der offenen Tür und „Mitmachtage“ für die ganze Familie an. Die Info-Abende für Eltern sind einen Besuch wert: Erfahren Sie mehr über das pädagogische Konzept, den Schulalltag, die Bildungsmöglichkeiten und das außerschulische Angebot. Die Termine finden Sie in der Regel auf den Internetseiten der Schulen. Auch die Verpflegungsmöglichkeiten und der Schulweg sind bei der Wahl der Schule zu berücksichtigen. Die klassischen Schulformen gibt es in öffentlicher und in privater bzw. kirchlicher Trägerschaft. Eltern, denen keine der klassischen weiterführenden Schulen zusagt, bleibt die Wahl einer (kostenpflichtigen) Privatschule wie z. B. Waldorf oder Montessori. Diese Schulformen folgen besonderen pädagogischen Reformgedanken. Internate sind ebenfalls eine kostenpflichtige Alternative zu den gängigen Schulformen.

Berücksichtigen Sie den Wunsch Ihres Kindes

Damit sich Ihr Kind in der neuen Schule wohlfühlt, beziehen Sie es in die Entscheidung mit ein. Schauen Sie, wo die Interessen Ihres Kindes liegen. Viele Schulen bieten Wahlfächer oder Arbeitsgemeinschaften an. Passt die Schule zu Ihrem Kind, fördert sie seine Stärken, ohne zu überfordern. Besuchen Sie mit Ihrem Kind verschiedene Schulen, sprechen Sie mit Schülern und Lehrern und verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck.

Wie unterscheiden sich die Schulformen?

In Deutschland unterscheiden sich die weiterführenden Schulformen und ihre Bezeichnungen je nach Bundesland. Nachfolgend stellen wir ausgewählte Schulformen vor. In einigen Bundesländern ist die Empfehlung des Lehrers nach wie vor bindend, in anderen dürfen Eltern nach ihrem eigenen Ermessen entscheiden.

In der Sekundarstufe I, die alle weiterführenden Schulen bis zur 9./10. Klasse umfasst, können in Deutschland folgende Abschlüsse erzielt werden:

  • Hauptschulabschluss
  • Realschulabschluss (Mittlere Reife, mittlerer Schulabschluss, Fachoberschulreife)

Als Sekundarstufe II wird die gymnasiale Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen bezeichnet. Diese Schulformen ermöglichen folgende Schulabschlüsse:   

  • Fachhochschulreife (zweithöchstmöglicher Abschluss)
  • Abitur (Allgemeine Hochschulreife, höchstmöglicher Abschluss)   

  

     

Hauptschule

Die Hauptschule stellt die umstrittenste Schulform dar, sie erfährt einen Abwärtstrend. Die Anzahl der Hauptschulen hat sich in den letzten Jahren halbiert, einige Bundesländer haben die Schulform abgeschafft. Ein praxisnaher Unterricht und eine starke Berufsorientierung zeichnen die Hauptschule aus.

Realschule, Regionalschule oder Mittelschule

Diese Schulen sind ebenfalls praxisorientiert und bereiten Schüler und Schülerinnen auf die Berufsausbildung vor. Ab der 7. Klasse wird im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts neben Englisch eine zweite Fremdsprache angeboten. Nach erfolgreichem Abschluss der Realschule besteht die Möglichkeit, die Fachoberschule oder die gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Wer zum Gymnasium wechseln möchte, muss zuvor eine zweite Fremdsprache erlernt haben, die dann im Gymnasium fortgesetzt wird. Mit der Fachhochschulreife dürfen Absolventen an einer Fachhochschule studieren, mit dem Abitur an einer Universität.

Gymnasium

In nahezu allen Bundesländern wurde die Länge des gymnasialen Bildungsgangs verkürzt (G8). Dies führte zu erhöhtem Leistungsdruck, so dass mit dem Schuljahr 2019/2020 teilweise wieder die Umstellung zu G9 erfolgt. Bei dieser Schulform erlangen die Schüler nach der 12. Klasse die Fachhochschulreife, nach der 13. Klasse das Abitur. Einige Gymnasien bieten verschiedene Fachrichtungen, wie z. B. mathematisch-naturwissenschaftlich, sprachlich oder musisch, an. Zwei Fremdsprachen sind auf dem Gymnasium Pflicht.

Gesamtschule, Gemeinschaftsschule

In dieser Schulform werden verschiedene mögliche Bildungsgänge (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) angeboten. Die Gemeinschaftsschule ist eine Variante der Gesamtschule. Sie unterrichtet Schüler mit der Empfehlung für Gymnasium, Realschule und Hauptschule in einem Klassenverband. Auf die 10. Klasse folgt die gymnasiale Oberstufe. Fast immer handelt es sich bei der Gesamt- und Gemeinschaftsschule um Ganztagsschulen.    

Was beeinflusst die Schulempfehlung positiv?

Steht Ihr Kind in ein oder zwei Fächern auf der Kippe, unterstützen folgende Strategien die Notenverbesserung:

  • Eine rege mündliche Beteiligung „rettet“ manche Note
  • Die Hausaufgaben müssen regelmäßig und ordentlich gemacht werden
  • Freiwillige Referate oder Zusatzarbeiten zeigen Engagement
  • Ein Gespräch mit dem Lehrer zeigt Defizite bzw. Potenziale auf

Eine hohe Erwartungshaltung setzt das Kind enorm unter Druck, zeigen Sie Geduld und unterstützen Sie Ihr Kind in dieser schwierigen Lebensphase. Ein guter Bildungsabschluss lässt sich auf unterschiedlichen Wegen erzielen.


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