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Warum fällt Kindern das Einmaleins schwer? 7 Tipps
Das Einmaleins ist eine wichtige Grundlage für viele weitere Mathethemen. Fällt es Kindern schwer, die Malreihen zu verstehen oder sicher anzuwenden, entstehen schnell Wissenslücken. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Unterstützung und etwas Geduld lässt sich das Einmaleins Schritt für Schritt festigen. Erfahren Sie, warum viele Grundschulkinder beim Multiplizieren Schwierigkeiten haben und warum reines Auswendiglernen nicht zielführend ist. Lesezeit: 3 Minuten

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze: Einmaleins

  • Einmaleins verstehen: Kinder sollten nicht nur Malreihen auswendig lernen, sondern verstehen, was Multiplikation bedeutet.
  • Grundlagen festigen: Sicheres Addieren und einfache Malreihen bilden eine stabile Grundlage.
  • Einmaleins Nachbaraufgaben: Aus einfachen Nachbaraufgaben lassen sich schwierige Malaufgaben ableiten.
  • Regelmäßig üben: Kurze, regelmäßige Übungseinheiten helfen dabei, das Einmaleins sicher zu verinnerlichen.
  • Spielerisch das Einmaleins lernen: Bingo, Memory, Würfelspiele und Übungen mit Gegenständen bringen Abwechslung ins Einmaleins-Training.

 

Warum fällt vielen Grundschulkindern das Einmaleins schwer?

1. Das Verständnis für Mengen fehlt

Viele Kinder lernen die Einmaleinsreihen auswendig, ohne zu verstehen, was Multiplikation bedeutet. Sie wissen zwar, dass 4 × 3 = 12 ist, können aber nicht erklären, warum.

2. Unsicherheiten beim Addieren

Wer beim Addieren noch Schwierigkeiten hat, tut sich meist auch mit dem Multiplizieren schwer. Wenn Ihr Kind versteht, dass eine Malaufgabe eine wiederholte Addition ist (z. B. 4 x 6 ist dasselbe wie 6 + 6 + 6 + 6), fällt vieles leichter.

3. Das Einmaleins wurde nur auswendig gelernt

Auswendiglernen reicht oft nicht aus. Kinder vergessen einzelne Malreihen schnell oder geraten durcheinander, wenn sie Aufgaben plötzlich in anderer Reihenfolge sehen.
 

4. Zu wenig Wiederholung beim 1 x 1- Lernen

Das Gehirn braucht regelmäßige Wiederholungen, damit sich das Einmaleins dauerhaft einprägt.

 

Einmaleins verstehen & sicher anwenden: 7 bewährte Tipps

1. Mit Alltagsbeispielen das Einmaleins üben

Mit Alltagsbeispielen das kleine 1 x 1 üben. Legen Sie zum Beispiel vier Teller mit jeweils drei Schokolinsen aus. So sieht Ihr Kind, dass Multiplikation das Addieren gleicher Mengen (3+3+3+3=12) bedeutet.

 

2. Zuerst sicheres Addieren üben

Üben Sie zuerst das sichere Addieren bis 20 oder 100, bevor das Einmaleins intensiv trainiert wird.
 

3. Einfache Malreihen zuerst lernen

Lernen Sie zuerst die einfachen Malreihen wie 1er, 2 er, 5 er und Zehnerreihe.
 

4. Zusammenhänge entdecken

Lassen Sie Ihr Kind Zusammenhänge entdecken. Wer weiß, dass 5 × 6 = 30 ist, findet auch 6 × 5 oder 10 × 6 leichter.
 

5. Einmaleins regelmäßig wiederholen

Das kleine Einmaleins wiederholen. Fünf bis zehn Minuten tägliches Üben reichen oft aus. Spiele, Bewegung oder kleine Rätsel sorgen für Abwechslung.

6. 9er-Reihe mit einem einfachen Trick üben

Lassen Sie Ihr Kind die schwierige Neunerreihe untereinanderschreiben.

Einmaleins Neunerreihe Trick:

1 x 9 =   9

2 x 9 = 18

3 x 9 = 27

Während die vordere Zahl immer um eine Zahl steigt, wird die hintere Zahl um eine 1 verringert.

 

7. Einmaleins mit Nachbaraufgaben lösen

Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, eine Aufgabe wie 9 × 8 im Kopf zu lösen? Dann hilft oft ein kleiner Umweg über eine bekannte „Nachbaraufgabe“:

Wenn Ihr Kind weiß, dass 10 × 8 = 80 ist,

dann kann es daraus leicht ableiten:

9 × 8 = 80 – 8 = 72.

Dieses Prinzip nennt man Ableiten über Nachbaraufgaben und ist eine der wichtigsten Strategien, um das Einmaleins sicher zu verstehen.
 

Versteht mein Kind das Einmaleins wirklich? 5 Prüf-Fragen für Eltern

Ob Ihr Kind das kleine Einmaleins wirklich verstanden hat, zeigt sich nicht nur am richtigen Ergebnis. Mit diesen fünf Prüf-Fragen finden Sie heraus, ob Ihr Kind Rechenwege versteht und Aufgaben selbstständig ableiten kann.

1. Kann es eine Einmaleins-Aufgabe erklären?

„Was bedeutet 4·3 eigentlich?“

Ein Kind, das versteht, antwortet etwa:
„Das sind 4 Gruppen mit je 3 Dingen“ oder zeigt 4·3 als 3+3+3+3.
Ein Kind, das nur auswendig gelernt hat, sagt oft nur das Ergebnis oder: „Das steht doch so in der Einmaleins Tabelle.“

 

2. Kann es von Plus auf Mal wechseln?

Zeigen Sie Ihrem Kind eine Plusaufgabe und bitten Sie um die Malversion:

  • „3 + 3 + 3 + 3 + 3 „Wie schreibt man das als Malaufgabe?“ (richtig: 5·3 oder 3·5)

Wenn das Kind, das nicht kann oder zu lange überlegt, fehlt ihm möglicherweise noch das Grundverständnis

 

3. Nutzt es Tauschaufgaben beim 1 x 1?

Frage:

  • „Wenn 6·7 = 42 ist, was ist dann 7·6?“
  • „Warum ist das so?“

Ein verständnisvolles Kind sagt: „Das ist dasselbe, nur vertauscht – die Reihenfolge ist egal.“
Ein reines Abrufkind muss oft neu „nachdenken“ oder weiß es plötzlich nicht mehr.

 

4. Kann es schwere Aufgaben aus leichten ableiten?

Gib eine schwere Aufgabe, z. B. 7·8, und frage:

  • „Wie könntest du 7·8 herausfinden, wenn du es nicht direkt weißt?“

Typische Strategien bei Verständnis:

  • „Ich weiß 5·8 = 40, dann rechne ich noch 2·8 = 16 dazu → 40 + 16 = 56.“
  • „Ich weiß 7·10 = 70, dann ziehe ich 2·7 = 14 ab → 70 − 14 = 56.“

Wenn das Kind sagt: „Das muss ich einfach wissen“ oder gar keine Idee hat, lernt es wahrscheinlich nur auswendig.

 

5. Klappt es auch rückwärts (Faktoren finden)?

Fragen wie:

  • „Welche Malaufgabe ergibt 24?“ (mehrere Antworten möglich: 3·8, 4·6, 2·12 usw.)

Ein Kind mit echtem Einmaleins-Verständnis kann Faktoren benennen und sieht Zusammenhänge. Ein reines „Reihen-Aufsage-Kind“ scheitert oft bei solchen Aufgaben, obwohl es die Reihen auswendig kann.

 

Was Eltern tun können, wenn das Kind das Einmaleins nur auswendig lernt?

Wenn Ihr Kind das Einmaleins vor allem auswendig lernt, fehlt ihm oft das Verständnis für die Rechenwege dahinter. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, Mengen und Rechenaufgaben miteinander zu verknüpfen und eigene Rechenstrategien zu entwickeln.

  • Bedeutung klären: Mit Bildern, Punkten, Plättchen zeigen, was 3·4 heißt (z. B. 3 Reihen mit je 4 Punkten).
     
  • Kernaufgaben festigen: 1er-, 2er-, 5er-, 10er-Reihen sicher machen und dann schwerere Aufgaben davon ableiten (z. B. 6·7 = 5·7 + 7).
     
  • Strategien üben: Immer wieder fragen: „Wie könntest du das auch rechnen?“ statt nur „Was ist das Ergebnis?“

 

Welche Spiele und Übungen helfen beim Einmaleins lernen?

Das kleine Einmaleins lernen muss nicht immer am Schreibtisch stattfinden. Mit spielerischen Übungen wird das Rechnen abwechslungsreicher und die Malreihen wiederholen sich ganz nebenbei. Diese Spiele eignen sich besonders gut für Grundschulkinder der 2. Klasse:

Die besten Einmaleins-Spiele & Übungen für Grundschulkinder

1. Einmaleins-Bingo

Jedes Kind erhält eine Bingokarte mit Ergebnissen (z. B. 12, 18, 24). Ein Elternteil nennt Aufgaben wie „6 × 4“. Wer das richtige Ergebnis auf seiner Karte hat, markiert es.

2. Memory

Auf einer Karte steht die Aufgabe (7 × 3), auf der passenden Karte das Ergebnis (21). Ziel ist es, die richtigen Paare zu finden.

3. Würfelspiel

Man nimmt zwei Würfel und multipliziert die Augen. Für ältere Kinder eignen sich mehrere Würfel.

4. Aufgaben im Alltag entdecken

Mathematik begegnet Kindern überall:

  • 4 Eierkartons mit je 6 Eiern
  • 5 Tüten mit je 3 Äpfeln
  • 8 Stühle mit je 4 Beinen

So erkennen Kinder, wofür Multiplikation im Alltag gebraucht wird.

5. Malreihen mit Bausteinen legen

Mit Lego®, Bauklötzen oder Plättchen lassen sich Aufgaben sichtbar machen. Zum Beispiel werden für 4 × 5 vier Reihen mit jeweils fünf Steinen gelegt. So verstehen Kinder die Multiplikation als Anordnung gleicher Mengen und nicht nur als reine Zahlenaufgabe.

Weitere hilfreiche Tipps rund um Mathematik in der Grundschule und wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen können, finden Sie im Beitrag:    https://www.schuelerhilfe.de/unternehmen/magazin/artikel/rechnen-lernen-leicht-gemacht/

 

Einmaleins üben: FAQs

Warum ist das Einmaleins so wichtig?

Das Einmaleins ist so wichtig, weil es eine Grundlage für viele weitere Rechenaufgaben bildet. Kinder brauchen die Multiplikationsaufgaben später unter anderem für Division, Brüche, Prozentrechnung und das Rechnen mit größeren Zahlen.

 

Bei welchen Einmaleins Aufgaben haben Grundschulkinder die meisten Probleme?

Grundschulkinder haben besonders bei den „mittleren“ bis „höheren“ Einmaleins-Aufgaben Probleme. Häufig sind das Aufgaben mit den Faktoren 6, 7, 8 und 9, insbesondere wenn beide Faktoren in diesem Bereich liegen (z. B. 6·7, 6·8, 6·9, 7·8, 7·9, 8·9).
 

Wie lange sollte man das Einmaleins am Tag üben?

Bereits 10 bis Minuten am Tag reichen aus, um das Einmaleins zu üben.
 

Welche Einmaleins-Reihen sollte mein Kind zuerst lernen?

Die einfachen 1er-, 2er-, 5er- und 10er-Reihe eignen sich als Einstieg, weil sich von ihnen viele weitere Aufgaben ableiten lassen.

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