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Schulangst: so helfen Sie Ihrem Kind 21.01.2020 / Gelsenkirchen, 21.01.2020

Schulangst und Schulphobie

Es gibt zwei Formen der Schulverweigerung: die Schulphobie und die Schulangst. Der Schulphobie liegt eine starke Trennungsangst zu Grunde. Das Kind fürchtet sich vor der Trennung von seiner Bezugsperson. Ursache der Trennungsangst kann z.B. eine (traumatische) Scheidung der Eltern oder eine schwierige Familienkonstellation sein. Schüchterne, überbehütete Kinder neigen auch zur Schulphobie. Im Unterschied zur Schulangst ist bei der Schulphobie keine Leistungsminderung oder Prüfungsangst zu beobachten. Die Schulangst betrifft häufig Kinder, die Leistungsdefizite aufzeigen. Die Kinder fühlen sich minderwertig, leiden unter Leistungsdruck und Prüfungsangst, werden vielleicht sogar gemobbt und zeigen Verhaltensauffälligkeiten. Beide Problematiken sind für Eltern und Kinder gleichermaßen belastend und nervenzerrend.    

Symptome der Schulangst

Schlafstörungen, Aggressionen und Depressionen können auf Schulangst hindeuten. Die Angst vor der Schule kann zu körperlichen Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Einnässen oder gestörtem Appetit führen. 

Die Kinder ziehen sich zurück, haben kein Interesse mehr an Spielen oder Hobbys und verweigern hartnäckig die Schule. Steigert sich ein Kind zunehmend in seine Ängste, kann dies sogar zu Panikattacken führen.  

Ursachen und Entstehung von Schulangst

Schulangst kann jeden treffen, bereits Grundschüler leiden darunter. Der Leistungsdruck zum Ende der Grundschulzeit kann für einige Kinder zu hoch sein. Besonders der Übergang auf die weiterführende Schule ist kritisch: Neue Mitschüler, neue Lehrer und höhere Anforderungen sorgen für Schulstress. Zu den Ursachen von Schulangst gehören: 

  • Lernschwächen wie z. B. Legasthenie
  • Soziale Phobie
  • Zu hohe Erwartungen der Eltern
  • Mobbing
  • Überforderung mit den Lerninhalten
  • Wahl der falschen Schulform
  • Übertragung von Ängsten der Eltern
  • Schul- und Freizeitstress

 

 

 

Das können Eltern gegen Schulangst tun

Zunächst sollte das Kind ärztlich untersucht werden, um organische Erkrankungen auszuschließen. Klären Sie, ob die Angst tatsächlich berechtigt ist. Suchen Sie den Austausch mit den Lehrern. Ist die Ursache der Angst einmal erkannt, ist es einfacher, das Problem gezielt anzugehen. Ermutigen Sie Ihr Kind, Probleme offen anzusprechen und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.

Im Falle einer echten Angststörung ist eine psychologisch-therapeutische Behandlung unter Einbeziehung der Eltern und Lehrer nötig. Kinder- und Jugendpsychologen sind die richtigen Ansprechpartner bei Schulangst. Im Alltag können Sie einiges tun, um Ihr Kind zu unterstützen: 

  • Schicken Sie Ihr Kind trotz Schulangst zur Schule. Nur durch die Konfrontation mit der angstauslösenden Situation kann die Angst gemindert werden. Das Fernbleiben vom Unterricht unterstützt das Vermeidungsverhalten und verstärkt die Schulangst so, dass sie chronisch werden kann.  
  • Ermutigen und trösten Sie Ihr Kind.
  • Reagieren Sie nicht mit Strafen oder Schimpfen auf schlechte Zensuren.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass sie es so lieben, wie es ist und nicht aufgrund seiner Leistungen.
  • Vermeiden Sie Vergleiche mit Geschwistern oder anderen Kindern.
  • Denken Sie über Ihre Erwartungen an Ihr Kind nach - erzeugen sie Leistungsdruck?
  • Schaffen Sie zu Hause Momente der Ruhe und Entspannung.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind genug Schlaf bekommt.
  • Förderunterricht, Nachhilfe oder auch eine sonderpädagogische Förderung unterstützen fachlich und mindern langfristig den Leistungsdruck.
  • Haben Sie die richtige Schulform gewählt? Manchmal hilft ein Wechsel vom Gymnasium auf die Real-, Gemeinschaftsschule oder Gesamtschule. 
  • Bei Lernblockaden und Prüfungsängsten wirken Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Kinder-Yoga entkrampfend und beruhigend.
  • Verabreichen Sie Ihrem Kind keine Beruhigungsmittel, es muss auf Dauer lernen, mit angstauslösenden und stressigen Situationen umzugehen.
  • Fördern Sie soziale Kontakte zu Kindern: Laden Sie Schulfreunde oder Kinder aus der Nachbarschaft zum Spielen ein.
  • Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes.
  • Die Mitgliedschaft in einem (Sport-)verein kann Erfolgserlebnisse verschaffen und das Selbstvertrauen stärken.

In Ihrer Schülerhilfe vor Ort erhalten Sie unseren kostenlosen Ratgeber „Schulangst, Schulstress & Co.“ (nur solange Vorrat hält).

 

 


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