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Realistische Ziele: Wie ein Lernvertrag Eltern dabei helfen kann, die Eigenständigkeit Ihrer Kinder zu fördern Lesezeit: 4 Minuten

Beim Lernen prallen zwischen den Erwartungen von Eltern und denen ihrer Kinder manchmal Welten aufeinander. Während Eltern sich wünschen, dass sich Ihre Kinder kontinuierlich und vor wichtigen Prüfungen noch einmal intensiver mit den relevanten Themen beschäftigen, haben Kinder oft ihre eigenen Vorstellungen davon, wie sie ihren Lernrhythmus gestalten.

Um diese unterschiedlichen Erwartungen zusammenzuführen, kann ein Lernvertrag hilfreich sein. Darin werden klare Erwartungen und Verantwortlichkeiten zwischen Eltern und Kindern festgelegt. Dies kann Kindern enorm helfen, realistische Ziele zu setzen und sich auf die Erreichung dieser Ziele zu konzentrieren. Eltern hingegen können sich in Diskussionen auf den Vertrag berufen.

Was ist ein Lernvertrag?

Ein Lernvertrag ist eine Vereinbarung zwischen Eltern und ihren Kindern, in der klare Erwartungen und Verantwortlichkeiten hinsichtlich des Lernverhaltens und der Lernkontrolle festgelegt werden. Ein Lernvertrag kann folgende Themen beinhalten:

  • Welche Leistungen erwarten Sie von Ihrem Kind?

  • Welche Unterstützung wird von Ihnen dafür bereitgestellt?

  • Welche Konsequenzen gelten für das Nichterfüllen der Erwartungen?

  • Welche Ziele und Meilensteine sind im Lernvertrag enthalten?

  • Wie sieht der Zeitplan für die Erreichung dieser Ziele und Meilensteine aus?

Eine Vorlage bzw. ein Muster für einen Lernvertrag finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Warum kann ein Lernvertrag wichtig sein?

Ein Lernvertrag hilft Ihren Kindern, sich selbst realistische Ziele zu setzen und sich auf die Erreichung dieser Ziele zu konzentrieren. Er kann ihnen eine klare Vorstellung davon geben, was von ihnen erwartet wird und unterstützt sie dabei, Verantwortung für ihre eigene Lernentwicklung zu übernehmen. Durch die Verwendung eines Lernvertrags können Sie zudem sicherstellen, dass Sie Ihre Kinder auf eine Weise unterstützen, die für Ihr Kind am besten geeignet ist.

Wie wird ein Lernvertrag erstellt?

Um einen Lernvertrag zu erstellen, sollten Sie zunächst mit Ihrem Kind über dessen Ziele und Wünsche sprechen. Welche Note möchte Ihre Tochter gerne in der nächsten Mathe-Klassenarbeit erreichen? Was möchte Ihr Sohn später beruflich erreichen und welche Durchschnittsnote muss dafür im Sommer auf dem Zeugnis stehen? Zusammen können Sie konkrete Ziele und Meilensteine festlegen, sowie einen Zeitplan für deren Erreichung. Es ist essenziell, realistische Ziele zu setzen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, auf die das Kind tatsächlich Einfluss hat. Unerreichbare Ziele, die nicht messbar sind, sorgen schnell für Frustration.

Legen Sie lieber klare Erwartungen und Verantwortlichkeiten fest, sowie die Unterstützung, die von Ihnen dafür bereitgestellt wird. Dies kann zum Beispiel beinhalten, wie oft Ihr Kind mit Ihnen über den Lernfortschritt spricht oder welche Art von Hilfestellung Sie als Elternteil geben können und sollen. Darüber hinaus können Sie definieren, welche Konsequenzen für das Nichterfüllen der Erwartungen gelten.

Überprüfen Sie den Lernvertrag in regelmäßigen Abständen und passen Sie ihn gegebenenfalls an, um sicherzustellen, dass er immer noch relevant und für Ihr Kind hilfreich ist. Einigen Sie sich mit Ihrem Kind darauf, dass der Lernvertrag ernst genommen wird und sich alle Familienmitglieder daran halten.

Wie kann ein Lernvertrag die Eigenständigkeit der Kinder fördern?

Ein Lernvertrag hilft Ihrem Kind, anhand klar definierter Ziele und Verantwortungsbereiche, sein eigenes Verhalten zu überprüfen und eventuell anzupassen. Es führt dazu, dass sich Ihr Kind konkrete Fragen stellen wird: Wenn ich heute Abend die Spielekonsole anmache, hat das welche Auswirkungen auf den Lernvertrag? Werde ich meine Ziele dann erreichen? Und was heißt es ganz konkret, wenn ich diese Ziele nicht erreiche?

So lernt Ihr Kind, Verantwortung für die eigene Lernentwicklung zu übernehmen. Und Sie lernen, Ihrem Kind zu vertrauen, einmal verhandelte Regeln einzuhalten, ohne dass Sie sie jeden Tag überprüfen müssen.

Lernvertrag Vorlage:

Lernvertrag zwischen Elternteil X, Elternteil Y und Kind A.

Ziele:

Kind A wird sich im kommenden Schuljahr auf die Vorbereitung auf die Mathearbeiten konzentrieren und eine durchschnittliche Note von mindestens einer 3 erreichen, was einer Verbesserung um zwei Noten entspricht.

Darüber hinaus wird es im kommenden Schuljahr nicht einmal vorkommen, dass Kind A die Hausaufgaben nicht erledigt hat.

Erwartungen: 

Kind A erledigt seine Hausaufgaben selbständig und ordentlich jeden Tag bis spätestens 17 Uhr. Ausnahmen werden vorher abgesprochen.

Kind A nimmt regelmäßig zwei Mal pro Woche aktiv an seiner Nachhilfe-Gruppe teil. Ausnahmen werden vorher abgesprochen.

Unterstützung:

Die Elternteile X und Y stellen sicher, dass Kind A jeden Nachmittag die Möglichkeit hat, bei seinen Hausaufgaben Hilfe zu bekommen. Ausnahmen werden vorher abgesprochen.

Die Elternteile X und Y organisieren und bezahlen Kind A die Nachhilfe bei der Schülerhilfe. Für die regelmäßige Teilnahme ist hingegen Kind A selbst verantwortlich.

Die Elternteile X und Y geben Kind A die Möglichkeit, seine Mathematikkenntnisse zu vertiefen. Hierfür wird Kind A ein eigener Zugang zum Online-LernCenter der Schülerhilfe eingerichtet.

Konsequenzen:

Wenn Kind A seine Hausaufgaben nicht bis spätestens 17 Uhr erledigt hat und einem der beiden Elternteile zeigt, geht die zusätzliche Zeit von der Bildschirmzeit von Kind A am selben Tag ab.

Wenn es vorkommt, dass die Lehrerin von Kind A meldet, dass Kind A die Hausaufgaben nicht erledigt hatte, wird Elternteil X oder Y mit der Lehrerin besprechen, dass es in den vier Wochen danach zusätzliche Hausaufgaben erhält.

Wenn Kind A seine Nachhilfegruppe ohne Absprache nicht besucht, wird das Entgelt für die Nachhilfe vom Taschengeld abgezogen.

Wenn Kind A zwischenzeitlich unter den angestrebten Schnitt von 3 rutscht, erhält es eine zusätzliche Nachhilfestunde pro Woche.

Wenn Kind A am Ende des Jahres den angestrebten Schnitt von 3 nicht erreicht, werden weitere Maßnahmen wie zusätzliche Nachhilfestunden oder ein Ferienkurs erwogen.

Belohnung bei Erreichen der Ziele:

Wenn Kind A im kommenden Schuljahr eine durchschnittliche Note von mindestens einer 3 in Mathematik erreicht, erhält es Belohnung F.

Wenn Kind A es im kommenden Schuljahr schafft, kein einziges Mal die Hausaufgaben zu vergessen, erhält es Belohnung G.

Dies ist nur ein Beispiel. Sie können Ihren Lernvertrag zusammen ausgestalten, wie es Ihnen am besten passt. Wichtig ist nur, dass alle Ziele erreichbar sind, die Konsequenzen entsprechend dem Vertrag erfolgen und auch die Belohnungen im Falle der Zielerreichung zeitnah organisiert werden.

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