Bilinguale Erziehung – Vor- und Nachteile sowie weiteres Wissenswertes
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Bilinguale Erziehung bedeutet, dass Kinder von Geburt an oder ab dem Kindergartenalter zweisprachig aufwachsen. Ob familiäre Wurzeln, Bildung oder spätere Chancen im Beruf – es gibt viele gute Gründe für eine zwei- oder mehrsprachige Erziehung. Wir haben die Vor- und Nachteile sowie 4 Tipps für Eltern zusammengefasst.
Was sind die Vorteile der bilingualen Erziehung?
- Kinderleichtes Lernen: Kinder lernen Sprachen im Alltag nebenbei und mit weniger Anstrengung als Erwachsene.
- Sprachbewusstsein: Die Kinder lernen nicht nur zwei Sprachen, sondern entwickeln auch ein allgemeines Bewusstsein für (Fremd-)Sprachen, Kulturen und Kommunikation.
- Geistige Flexibilität: Wer ständig zwischen zwei Sprachen wechselt, trainiert sein Gehirn. Studien deuten darauf hin, dass mehrsprachige Kinder zum Beispiel beim Umschalten zwischen Aufgaben und bei der Aufmerksamkeitssteuerung profitieren können. Wie groß diese Effekte sind, ist in der Forschung allerdings umstritten.
Was sind die Nachteile der bilingualen Erziehung?
- Ungleiche Sprachentwicklung: Wird eine Sprache im Alltag kaum genutzt oder die zweisprachige Erziehung nicht konsequent umgesetzt, können unzureichende Kenntnisse und mangelnde Kommunikationsfähigkeiten in einer oder beiden Sprachen entstehen. Zudem ist der Wortschatz pro Sprache anfangs oft etwas kleiner – zusammengenommen aber meist genauso groß.
- Unterforderung: Der Sprachunterricht in der Schule kann zweisprachig aufgewachsene Kinder unterfordern und demotivieren – oder durch den Erhalt guter Noten positiv beeinflussen.
- Mobbing: Bilinguale Kinder können in einem einsprachig geprägten Umfeld ausgegrenzt werden – das ist jedoch eher selten.
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4 Tipps zur bilingualen Erziehung für Eltern
- Sprachverteilung: Bewährt hat sich das Prinzip „eine Person – eine Sprache“: Sie sprechen zum Beispiel konsequent Sprache A mit Ihrem Kind, Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sprache B. Das erleichtert Ihrem Kind, die Sprachen auseinanderzuhalten. Ausnahmen sind etwa sinnvoll, wenn Gäste da sind, die nur eine der Sprachen sprechen. Auch andere Modelle – etwa eine Familiensprache zu Hause und Deutsch in Kita und Schule – können gut funktionieren, wenn sie verlässlich gelebt werden.
- Jede Sprache gleich wertschätzen: Bei einer zwei- oder mehrsprachigen Erziehung sollte keine Sprache und keine Kultur als weniger wertvoll gelten. Kinder übernehmen solche Einstellungen und lehnen die betroffene Sprache dann oft ab. Achten Sie darauf, allen Sprachen die gleiche Wertschätzung entgegenzubringen.
- Medien integrieren: Lesen Sie Ihrem Kind vor, hören Sie gemeinsam Musik, Hörbücher oder Radio in der Zweitsprache und schauen Sie Filme und Serien auch mal in der jeweiligen Sprache.
- Geduld & Verständnis: Bleiben Sie geduldig und verständnisvoll, wenn sich die Sprachkompetenz in einer Sprache langsamer entwickelt als in der anderen oder wenn Ihr Kind die Sprachen mischt. Derartige Unterschiede und Vermischungen sind normal und gleichen sich im Verlauf der Jahre aus. Kritik und Druck sind dagegen kontraproduktiv und bremsen die Freude an beiden Sprachen.
Fazit: Mehrsprachigkeit ist normal – und nützlich
Zwei- und Mehrsprachigkeit ist etwas vollkommen Normales! Sehr viele Menschen haben mehr als eine Muttersprache. Das zeigt schon ein Spaziergang durch europäische Großstädte. Schätzungen zufolge wächst weltweit sogar mehr als die Hälfte aller Menschen mit mehr als einer Sprache auf. Mehrsprachigkeit ist also nicht nur normal, sondern vor allem nützlich!
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Denise Kirchberger
Pädagogische Contentmanagerin
Als Contentmanagerin bei der Schülerhilfe liegt der Fokus darauf, Familien mit schulpflichtigen Kindern praxisnahe Unterstützung rund um die Themen Schule, Nachhilfe und Freizeit zu bieten. Ihr Anliegen ist es, Eltern im Schulalltag mit Verständnis und hilfreichen Tipps zu unterstützen.
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