Deutsch – Modalverben
Wenn du wissen willst, was Modalverben sind und wie du sie richtig anwendest, dann bist du hier genau richtig. Steig mit unserem Video direkt ins Thema ein.
Modalverben – warum du sie brauchst und was sie bedeuten
Wenn von Modalverben die Rede ist, dann brauchst du nur an deinen Alltag zu denken. Ganz gleich, ob in der Schule oder auch Zuhause. Modalverben kommen überall zum Einsatz, weil sie so vieles ausdrücken: Fähigkeiten, Absichten, Zwänge, Verpflichtungen oder auch Wünsche. Das klingt jetzt ein bisschen kompliziert, ist es aber nicht. Dieser Artikel wird dich beim Kennenlernen der sechs (!) Modalverben der deutschen Sprache unterstützen und genau erklären, wie du sie einsetzen musst (und genau das ist jetzt schon das erste Beispiel für ein Modalverb).
Bevor wir loslegen, merke dir, dass Modalverben die Aussage eines Satzes deutlich verändern. Sie sind sogenannte Hilfsverben, die dir helfen, dich präzise auszudrücken oder etwas Gesagtes genau zu verstehen. Sie lauten: dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen.
Was sind Modalverben? Beispiele im Alltag!
Um Modalverben zu nutzen, solltest du wissen, dass sich das Wort von „Modus” ableitet. Also einer „Art und Weise”. Verständlicher ausgedrückt: Modalverben stellen klar, welche Bedeutung ein Satz hat. Somit ändert sich eine Aussage sehr deutlich, wenn statt eines „müssen” ein „dürfen” genutzt wird. Wenn dir deine Eltern sagen, dass du den Tisch abräumen musst, dann hast du keine Wahl – es ist sowohl Auftrag als auch Befehl. Wenn sie aber sagen „Du darfst den Tisch abräumen” dann kannst du es tun oder auch lassen. Es nicht zu tun, wäre zwar unhöflich, aber schließlich haben sie dir die Wahl gelassen. Im Folgenden nennen wir noch mehr Beispiele, wie sich Modalverben auf Aussagen auswirken:
dürfen
Bedeutung: Erlaubnis, Verbot, Vermutung (Konkjunktiv II)
Beispiel-Formulierungen:
- Du darfst heute länger aufbleiben.
- Du darfst auf dem Hof nicht rauchen.
- Die Party dürfte um 19 Uhr beginnen.
können
Bedeutung: Erlaubnis, Fähigkeit, Möglichkeit, Vermutung
Beispiel-Formulierungen:
- Ihr könnt heute auch früher kommen.
- Er kann sehr gut mit dem Ball umgehen.
- Du kannst heute bei uns trainieren.
- Kann das wirklich sein?
mögen
Bedeutung: Zuspruch, Ablehnung, Bitte (Konjunktiv II)
Beispiel-Formulierung:
- Ich mag deinen neuen Look sehr.
- Ich mag keinen Knoblauch.
- Ich möchte mehr Zeit mit dir verbringen.
müssen
Bedeutung: Auftrag, Notwendigkeit, keine Notwendigkeit, Befehl
Beispiel-Formulierung:
- Du musst häter trainieren.
- Du musst still sein.
- Du musst doch noch nicht gehen.
- Du musst dein Zimmer aufräumen.
sollen
Bedeutung: Gebot, Auftrag, Zweck (Konjunktiv II)
Beispiel-Formulierung:
- Du sollst nicht abschreiben.
- Du sollst den Tisch abräumen.
- Das sollte keinen Zweck mehr haben.
wollen
Bedeutung: Wunsch, Wille, Verweigerung
Beispiel-Formulierung:
- Ich will noch ein Stück Kuchen.
- Ich will endlich mehr Taschengeld.
- Heute Abend will ich nicht lernen.
Das Modalverb „wollen” wird im Umgang – sei es im Sprachgebrauch, aber auch in Texten – oft als unhöflich wahrgenommen. Daher bietet sich die höflichere Form an: „möchten”. Das wiederum ist der Konjunktiv II des Modalverbs „mögen” (siehe oben).
Regelhafte Bildung
Die regelhafte Bildung von Modalverben ist schnell erklärt; sie erfolgt durch die Kombination des jeweiligen Modalverbs mit dem Infinitiv des Vollverbs.
Zum Beispiel:
- Ich kann schwimmen.
- Du magst essen.
- Er/Sie/Es will reisen.
- Wir müssen lernen.
- Ihr dürft spielen.
- Sie sollen arbeiten.
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Die Konjugation von Modalverben
Beim Konjugieren (also dem „Beugen”) von Verben werden ihre Formen an verschiedene grammatikalische Faktoren angepasst. Gemeint sind damit die Personalform und die Zeitform. Durch die Personalform wird die Person und Anzahl des Verbs ausgedrückt, was anhand verschiedener Pronomen erkennbar ist. Die Zeitform wiederum gibt Auskunft darüber, ob der Satz in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft steht.
WICHTIG:
Wenn du Sätze mit Modalverben konjugierst, bleibt das Vollverb am Ende des Satzes immer in seiner Grundform, dem Infinitiv.
1) Personalformen
In der folgenden Übersicht lernst du für Modalverben die Personalformen im Präsens (Gegenwartsform):
Infinitv: dürfen
ich: darf
du: darfst
er/sie/es: darf
wir: dürfen
ihr: dürft
sie: dürfen
Infinitiv: können
ich: kann
du: kannst
er/sie/es: kann
wir: können
ihr: könnt
sie: können
Infinitv: mögen
ich: mag
du: magst
er/sie/es: mag
wir: mögen
ihr: mögt
sie: mögen
Infinitiv: müssen
ich: muss
du: musst
er/sie/es: muss
wir: müssen
ihr: müsst
sie: müssen
Infinitv: sollen
ich: soll
du: sollst
er/sie/es: soll
wir: sollen
ihr: sollt
sie: sollen
Infinitiv: wollen
ich: will
du: willst
er/sie/es: will
wir: wollen
ihr: wollt
sie: wollen
2) Zeitformen
Wie du ja schon weißt, gibt es in der deutschen Grammatik für Modalverben verschiedene Zeitformen (Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II) – und darauf musst du beim Einsatz auch reagieren. Das ist aber gar nicht so schwer. Schau dir die folgenden Beispiele genau an, dann lernst du das Verhalten von Modalverben in verschiedenen Zeitformen.
Konjugation von Modalverben im Präteritum
Modalverben in der ersten Vergangenheitsform, dem sogenannten Präteritum. Hier am Beispiel von „wollen” – du brauchst nur die folgenden Endungen an den jeweiligen Verbstamm anhängen:
ich - te - ich wollte
du - test - du wolltest
er/sie/es - te - er/sie/es wollte
wir - ten - wir wollten
ihr - tet - ihr wolltet
sie - ten - sie wollten
Wichtig: Vier der sechs Modalverben haben in der Grundform einen Umlaut (ä, ü, ö), dann musst du im Präteritum den jeweiligen Vokal noch ändern. So wird aus „können” ein „ich konnte”. Konkret bedeutet das:
ich - te - ich konnte
du - test - du konntest
er/sie/es - te - er/sie/es konnte
wir - ten - wir konnten
ihr - tet - ihr konntet
sie - ten - sie konnten
Konjugation von Modalverben im Perfekt
Modalverben in der zweiten Vergangenheitsform (Perfekt) – auch Sprechvergangenheit genannt. Hier gilt es zu beachten, dass nur das Hilfsverb konjugiert wird. Das bedeutet, Modalverb und Vollverb stehen im Infinitiv.
Hier am Beispiel von „müssen”:
- Ich habe aufräumen müssen.
- Du hast aufräumen müssen.
- Er/Sie/es hat aufräumen müssen.
- Wir haben aufräumen müssen.
- Ihr habt aufräumen müssen.
- Sie haben aufräumen müssen.
Perfekt Aktiv mit Modalverb = Präsens von haben + Infinitiv (Vollverb) + Infinitiv (Modalverb)
Konjugation von Modalverben im Plusquamperfekt
Modalverben in der dritten Vergangenheitsform (Plusquamperfekt) – auch Vorvergangenheit genannt. Hier musst du beachten, dass nur das Hilfsverb konjugiert wird. Modalverb und Vollverb stehen im Infinitiv:
- Ich hatte aufräumen müssen.
- Du hattest aufräumen müssen.
- Er/Sie/Es hatte aufräumen müssen.
- Wir hatten aufräumen müssen.
- Ihr hattet aufräumen müssen.
- Sie hatten aufräumen müssen.
Plusquamperfekt Aktiv mit Modalverb = Präteritum von haben + Infinitiv (Vollverb) + Infinitiv (Modalverb)
Konjugation von Modalverben im Futur I
Kommen wir nun zu ersten Zukunftsform, dem Futur I. Hier konjugierst du nur die Hilfsverben. Die Modalverben stehen weiter im Infinitiv:
- Ich werde mir nach der Schule einen Job suchen müssen.
- Du wirst dir nach der Schule einen Job suchen müssen.
- Er/Sie/Es wird sich nach der Schule einen Job suchen müssen.
- Wir werden uns nach der Schule einen Job suchen müssen.
- Ihr werdet euch nach der Schule einen Job suchen müssen.
- Sie werden sich nach der Schule einen Job suchen müssen.
Futur I mit Modalverb = Präsens von werden + Infinitiv (Vollverb) + Infinitiv (Modalverb)
Konjugation von Modalverben im Futur II
In der zweiten Zukunftsform, dem Futur II müssen sogar zwei Hilfsverben verwendet werden – und eines davon auch in den Infinitiv gesetzt werden. Hier gilt aber auch zu beachten, dass das Futur II in Verbindung mit Modalverben äußerst selten verwendet wird.
- Ich werde mir nach der Schule einen Job haben suchen müssen.
- Du wirst dir nach der Schule einen Job haben suchen müssen.
- Er/Sie/Es wird sich nach der Schule einen Job haben suchen müssen.
- Wir werden uns nach der Schule einen Job haben suchen müssen.
- Ihr werdet euch nach der Schule einen Job haben suchen müssen.
- Sie werden sich nach der Schule einen Job haben suchen müssen.
Futur II Aktiv mit Modalverb = Präsens von werden + Infinitiv von haben + Infinitiv Vollverb + Infinitiv Modalverb
3) Unregelmäßige Formen
Bei der Konjugation der Modalverben musst du einige unregelmäßige Formen beachten. Die Modalverben „können”, „mögen”, „dürfen” und „wollen” haben unregelmäßige Formen in der ersten, zweiten und dritten Person Singular im Präsens. Beachten: Nur das Modalverb „mögen” verhält sich auch im Präteritum unregelmäßig.
können
Präsens
ich kann
du kannst
er/sie/es kann
wir können
ihr könnt
sie können
Präteritum
ich konnte
du konntest
er/sie/es konnte
wir konnten
ihr konntet
sie konnten
mögen
Präsens
ich mag
du magst
er/sie/es mag
wir mögen
ihr mögt
sie mögen
Präteritum
ich mochte
du mochtest
er/sie/es mochte
wir mochten
ihr mochtet
sie mochten
dürfen
Präsens
ich darf
du darfst
er/sie/es darf
wir dürfen
ihr dürft
sie dürfen
Präteritum
ich durfte
du durftest
er/sie/es durfte
wir durften
ihr durftet
sie durften
wollen
Präsens
ich will
du willst
er/sie/es will
wir wollen
ihr wollt
sie wollen
Präteritum
ich wollte
du wolltest
er/sie/es wollte
wir wollten
ihr wolltet
sie wollten
Unterschiedliche Bedeutung von Modalverben
Du hast an mehreren Stellen schon gelesen, dass Modalverben sehr unterschiedliche Bedeutungen haben können. An dieser Stelle findest du praktische Tipps für Modalverben; wir erläutern das unterschiedliche Verhalten der Modalverben in verschiedenen Zusammenhängen:
Modalverb: können
Verwendung: Möglichkeit
Beispiel: Ich kann schwimmen
Bedeutung: Fähigkeit oder Erlaubnis
Modalverb: müssen
Verwendung: Notwendigkeit
Beispiel: Ich muss zur Arbeit gehen. / Du musst den Test bestehen.
Bedeutung: Verpflichtung / dringende Notwendigkeit
Modalverb: dürfen
Verwendung: Erlaubnis
Beispiel: Darf ich das Fenster öffnen? / Sie dürfen hier nicht parken.
Bedeutung: Frage nach Erlaubnis / Verbot
Modalverb: wollen
Verwendung: Absicht
Beispiel: Ich will morgen joggen gehen. / Er will Deutsch lernen.
Bedeutung: Plan oder Vorhaben / Wunsch oder Absicht
Modalverb: sollen
Verwendung: Empfehlung
Beispiel: Du solltest mehr Wasser trinken. / Wir sollen pünktlich sein.
Bedeutung: Aufgabe oder Pflicht / Vorliebe oder Präferenz
Modalverb: mögen
Verwendung: Präferenz
Beispiel: Ich mag Schokolade. / Möchtest du Tee oder Kaffee?
Bedeutung: Vorliebe oder Präferenz / Frage nach Vorlieben
Modalverben auch ohne Vollverben
Modalverben nutzt du zumeist zusammen mit einem Vollverb (steht im Infinitiv), das dann konjugiert wird. Aber: Modalverben können zudem auch ohne weiteres Verb in einem Satz verwendet werden und nehmen damit die Funktion eines Vollverbs ein. Die ausgedrückte Absicht wird auch ohne das Vollverb am Ende des Satzes deutlich.
Du wirst die Bespiele aus dem alltäglichen Gebrauch selbst gut kennen:
- Ich möchte ins Kino (gehen).
- Du willst eine Pizza (essen).
- Er/Sie/Es muss nach Hause (fahren).
- Wir können kein Spanisch (sprechen).
- Ihr möchtet noch etwas Essen (haben).
- Sie dürfen zu den Großeltern (fahren).
WICHTIG:
Bei Modalverben, die als Vollverben genutzt werden, musst du bei der Konjugation im Perfekt und im Plusquamperfekt aber noch etwas beachten: Du musst das Partizip II des Modalverbs verwenden!
Beispiel:
Perfekt - Das habe ich nicht gemocht!
Plusquamperfekt: - Das hatte ich nicht gemocht!
Modalverben leicht gemacht: Merkhilfen und Tipps
- Die Grundbedeutungen im Überblick: Können (Fähigkeit), dürfen (Erlaubnis), müssen (Notwendigkeit), sollen (Empfehlung), wollen (Wille), möchten (Höflichkeit), mögen (Präferenz).
- Modalverben als Hilfsverben: Modalverben helfen, die Bedeutung des Hauptverbs zu modifizieren.
- Die Position im Satz: Modalverben stehen meistens direkt vor dem Infinitiv des Verbs.
- Negation von Modalverben: Die Verneinung erfolgt in der Regel durch das Wort „nicht”, das direkt hinter dem Modalverb platziert wird.
- Modalverben in der indirekten Rede: In der indirekten Rede werden Modalverben oft in die Konjunktivform gesetzt.
- Bezug auf die Gegenwart oder Zukunft: Modalverben beziehen sich in der Regel auf die Gegenwart oder die Zukunft, nicht auf die Vergangenheit.
- Fragewörter mit Modalverben: In Fragen stehen Modalverben oft am Anfang des Satzes.
- Modalverben in der Höflichkeitsform: Modalverben wie „können” oder „möchten” sind höflichere Formen für „wollen”.
- Kein „zu” mit Modalverben: Anders als bei anderen Verben wird nach Modalverben der Infinitiv ohne "zu" verwendet.
- Verben mit ähnlicher Bedeutung: Manchmal kann man ein Modalverb durch ein anderes ersetzen, um Nuancen zu verändern. Beispiel: „dürfen” und „können”.
Zusammenfassung
Modalverben machen dein Leben leichter, sie sorgen dafür, dass du deine Wünsche, Talente, Verbote oder Vorlieben präziser formulieren kannst – andererseits aber auch genau verstehst, was deine Mitmenschen von dir möchten. Zusammengefasst sind die sechs Modalverben eine Notwendigkeit für eine gute Kommunikation. Dabei musst du beachten, dass unterschiedliche Personen- oder Zeitformen unterschiedliche Versionen dieser Modalverben erfordern. Und sogar die Bedeutung muss nicht immer gleich sein – je nach Zusammenhang. Aber das schöne ist auch, dass du deine Sätze etwas kürzer gestalten kannst, weil manchmal auch das Vollverb verzichtbar wird.
Teste dein Wissen
Welche Modalverben sind hier korrekt?