Funktionsgleichung
Wenn Du wissen willst, was die Funktionsgleichung ist, dann bist Du hier genau richtig. Schau Dir im Video ein Beispiel zu Steckbriefaufgaben an oder steig direkt in den Text ein.
Was sind Funktionsgleichungen?
Funktionen, Funktionsgleichungen, Funktionsgraphen – diese Begriffe können manchmal ganz schön durcheinander gehen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:
- Die Funktion gibt an, auf welche Weise jeder x-Wert eindeutig einem y-Wert zugeordnet wird. Die Funktion bezeichnen wir, wie du es bereits kennst, mit .
- Die Funktionsgleichung ist der Teil, der hinter dem Gleichheitszeichen steht. Hast du beispielsweise die Funktion gegeben, so ist die eigentliche Funktionsgleichung . Häufig wird allerdings auch der gesamte Ausdruck als Funktionsgleichung bezeichnet.
- Der Funktionsgraph stellt die Funktion im Koordinatensystem bildlich dar. Für unsere Funktion sieht der Funktionsgraph so aus:
Ab und zu wirst du auf Aufgaben stoßen, die dich auffordern, die Funktionsgleichung zu ermitteln. Manchmal hast du dabei den Funktionsgraphen gegeben, manchmal einige Punkte oder andere Hilfen. Hier zeigen wir dir, wie du für lineare und quadratische Funktionen auf unterschiedlichen Wegen die Funktionsgleichung bestimmen oder berechnen kannst.
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Funktionsgleichungen linearer Funktionen bestimmen
Eine lineare Funktion hat die allgemeine Form . Dabei gilt:
- m bezeichnet die Steigung der Funktion.
- t bezeichnet den y-Achsenabschnitt, also den Schnittpunkt des Graphen mit der y-Achse.
Je nachdem, welche Hilfen du gegeben hast, hast du nun unterschiedliche Möglichkeiten, die Funktionsgleichung zu bestimmen.
Möglichkeit 1: Die Gleichung am Graphen ablesen
Lass uns annehmen, du hast folgenden Funktionsgraphen gegeben:
Erinnere dich an die allgemeine Form linearer Funktionen: .
Du kannst anhand des Graphen direkt den y-Achsenabschnitt ablesen: Hier liegt der Schnittpunkt mit der y-Achse bei . Somit haben wir t bereits ermittelt.
Wie berechnen wir nun m? Die Steigung des Graphen kannst du mithilfe des Steigungsdreiecks berechnen. Du siehst hier, dass du für einen „Schritt“ auf der x-Achse zwei „Schritte“ entlang der y-Achse machen musst. Die Strecke entlang der x-Achse bezeichnen wir mit , die Strecke entlang der y-Achse mit . Nun kannst du mithilfe der folgenden Formel die Steigung ausrechnen:
Setzen wir also ein:
Jetzt können wir t und m in die Funktionsgleichung einsetzen und erhalten unsere Funktion:
Prima! Schauen wir uns jetzt an, welche Möglichkeiten du hast, wenn du den Graphen der Funktion nicht kennst.
Möglichkeit 2: Die Gleichung anhand eines Punkts und des y-Achsenabschnitts aufstellen
Diesmal haben wir folgende Informationen gegeben:
- einen Punkt P (2|3)
- den y-Achsenabschnitt bei
Erinnere dich noch einmal an die allgemeine Form linearer Funktionen:
Wir haben hier also direkt gegeben. Nun brauchen wir noch die Steigung m. Wir wissen, dass gilt: , daher können wir den x- und y-Wert unseres gegebenen Punkts in die allgemeine Form einsetzen und erhalten dann:
Jetzt können wir problemlos nach m auflösen:
Somit erhalten wir die Funktionsgleichung:
Schauen wir uns noch eine letzte Möglichkeit an!
Möglichkeit 3: Die Gleichung mithilfe zweier Punkte aufstellen
Nehmen wir an, du hast folgende zwei Punkte im Koordinatensystem gegeben:
P1 (2|3)
P2 (0|–3)
Mithilfe der allgemeinen Form linearer Funktionen kannst du nun ein lineares Gleichungssystem aufstellen:
Statt können wir auch schreiben und daher den y-Wert eines Punkts einsetzen. Für verwenden wir natürlich den x-Wert. So erhalten wir:
(I)
(II)
Aus der zweiten Gleichung kannst du sehr leicht t ableiten:
(II)
Setzen wir nun in die erste Gleichung ein, um auch m zu ermitteln:
(I)
Und wir erhalten die bereits bekannte Funktionsgleichung:
Prima! Lass uns als Nächstes herausfinden, wie du Funktionsgleichungen auch bei quadratischen Funktionen bestimmen kannst.
Funktionsgleichungen von quadratischen Funktionen berechnen
Das Vorgehen ist bei quadratischen Funktionen ganz ähnlich. Wichtig ist hier vor allem, im Kopf zu behalten, dass der Graph einer quadratischen Funktion immer eine Parabel darstellt. Das eröffnet uns beim Berechnen nämlich spannende Möglichkeiten. Außerdem solltest du auch die allgemeine Form quadratischer Funktionsgleichungen kennen. Sie lautet:
Fangen wir also an!
Möglichkeit 1: Die Gleichung am Graphen ablesen und berechnen
Betrachten wir folgenden Funktionsgraphen:
Du kannst hier den Scheitelpunkt der Kurve – also den Extrempunkt, in diesem Fall ein Tiefpunkt – ablesen. Er liegt bei S (–1|1). Außerdem kannst du einen weiteren Punkt bei P (0|2) ablesen.
Hier hilft dir die Scheitelpunktform weiter. Sie lautet:
Was bedeuten diese Zeichen? Die Werte für und kennst du bereits: Es sind die Werte des bekannten Scheitelpunkts. Mit deren Hilfe können wir auch die Variable berechnen. Wir können einsetzen:
Da wir einen weiteren Punkt P (0|2) gegeben haben, können wir zusätzlich auch dessen Werte einsetzen:
Diese Gleichung können wir nun nach auflösen:
Da wir jetzt ermittelt haben, haben wir alle Werte für die Scheitelpunktform vorliegen und können daher die Funktionsgleichung aufstellen:
Schließlich können wir diese Gleichung noch vereinfachen:
Fertig ist die Funktionsgleichung! Diese Methode kannst du natürlich auch nutzen, wenn du zwar nicht den Graphen, dafür aber jedoch direkt den Scheitelpunkt und einen weiteren Punkt gegeben hast.
Möglichkeit 2: Die Gleichung mithilfe dreier Punkte berechnen
Erinnere dich an die allgemeine Form quadratischer Funktionen:
P1 (–2,5|4)
P2 (0|–1)
P3 (1|4)
Aus diesen Punkten kannst du nun das lineare Gleichungssystem aufstellen, indem du für und die jeweiligen Werte einsetzt:
(I)
(II)
(III)
Du siehst: Die zweite Gleichung lässt sich einfach nach auflösen:
(II)
Wir setzen in eine der anderen Gleichungen ein, um zu ermitteln:
(III)
Und schließlich setzen wir und in die verbleibende Gleichung ein, um auch zu bestimmen:
(I)
Da wir wissen, dass ist, können wir nun auch leicht berechnen:
Fertig ist unsere Funktionsgleichung. Sie lautet:
Am Funktionsgraphen können wir erkennen, dass unsere drei Punkte
tatsächlich alle auf der Kurve liegen:
Diese Methode funktioniert auch, wenn du einen beliebigen Punkt und zwei Nullstellen einer quadratischen Funktion gegeben hast. Denn die Nullstellen lassen sich ja auch als Punkte schreiben. Hast du zum Beispiel Nullstellen bei und , dann heißen deine beiden Nullstellen als Punkte:
N1 (2|0)
N2 (–3|0)
Damit kannst du das oben erklärte Verfahren anwenden. Nun weißt du, wie du Funktionsgleichungen auf verschiedenen Wegen bestimmen kannst!
Was ist t in der allgemeinen Form der Funktionsgleichung für lineare Funktionen?