Wissenschaft der Sprache – online lernen

Du kennst das bestimmt: Du sagst jemanden etwas und dieser versteht dich einfach falsch. Wie so etwas zu Stande kommt und vermieden werden kann, zeigen wir dir hier.

Wiki zum Thema: Kommunikativer Fokus von Sprache

Sprachwissen

Kommunikativer Fokus von Sprache


Was ist ein sprachliches Zeichen?

Ein Grundelement der Sprache, bestehend aus einem wahrnehmbaren Signal (Zeichenkörper) und einer dazugehörigen Bedeutung des Signals, wobei dessen Zuordnung willkürlicher Natur ist und auf Konventionen beruht


Die verschiedenen Kommunikationsmodelle

Das einfache Kommunikationsmodell

  • Im schulischen Kontext: Kommunikation als zwischenmenschliche Verständigung anhand verbaler (sprachlicher) und nonverbaler (nicht-sprachlicher) Mittel (z. B. Gestik, Mimik, Stimme)
  • Unterschiedliche Kommunikationsmodelle der Sprachwissenschaft beschreiben das Funktionieren von Kommunikation, das Interagieren von verschiedenen sprachlichen Faktoren und deren Verhältnis zueinander
  • Die meistens Modelle geben auf folgende Frage eine Antwort: „Wer sagt was mit welchen Mitteln und auf welchem Weg (mit welchem Medium) zu wem mit welcher Wirkung?“
    • wer Sprecher bzw. Sender, der den Kommunikationsprozess beginnt
    • zu wem Adressat der Nachricht, Empfänger
      • Bei Kommunikation wechseln Gesprächspartner Sender- und Empfängerrolle im Wechsel Zweiseitigkeit der Kommunikation
    • was die Information, die übermittelt werden soll, bezeichnet als Nachricht
    • mit welchen Mitteln Der Sender nutzt gewisse Codes, also gewisse Regeln, die vom Empfänger decodiert (entschlüsselt) werden müssen, um verstanden zu werden
  • mit welcher Wirkung Ist die Kommunikation gelungen oder nicht?
    • Hat der Empfänger die Nachricht so verstanden, wie es von dem Sender beabsichtigt war, und wird die beabsichtigte Reaktion bei dem Empfänger ausgelöst?
    • Verschiedene Störfaktoren können dafür verantwortlich sein, dass eine Kommunikation nicht funktioniert:
      • Verwendung unterschiedlicher Codes, z. B. unterschiedliche Sprachen oder die Verwendung von Fachsprachen, die einer der Kommunikationspartner nicht versteht
      • Akustische Störfaktoren, z. B. Lärm
      • Physische Schäden, z. B. wenn der Empfänger taub ist
      • Der Sender verwendet ironische oder bildhafte Sprache, die der Empfänger nicht erkennt und missversteht

Folgende Sprachmodelle basieren auf dem einfachen Modell, sind jedoch komplexer und differenzierter.

1. Das Organon-Modell (nach Bühler) 

  • Sprache als Werkzeug, mit dem jemand seinem Gegenüber etwas vermitteln kann
  • Sender und Empfänger führen ein Gespräch über einen gewissen Sachverhalt/Gegenstand
  • Für die Übermittlung eines Sachverhalts/Gegenstands von Sender zu Empfänger wird ein Zeichen genutzt, das drei verschiedene Funktionen im Kommunikationsprozess erfüllt:
  • Der Sender benutzt ein Zeichen, um seine gewünschte Mitteilung ausführen zu können, er benutzt folglich die Ausdrucksfunktiondes Zeichens, da es die gewünschte Mitteilung ausdrückt
  • Das Zeichen hat also eine Darstellungsfunktionzu erfüllen (es muss einen gewissen Sachverhalt korrekt darstellen)
  • Und auf den Empfänger wirkt das Zeichen als eine Art Appell, da mit der übermittelten Botschaft eine erwünschte Reaktion ausgelöst werden soll; das Zeichen wirkt auf den Empfänger als ein Signal und hat eine Appellfunktion


2. Die Kommunikationsregeln (nach Watzlawick)

  • Hauptaussagen: „Man kann nicht nicht kommunizieren!“ Sobald zwei Menschen sich wahrnehmen, kommt es zu einer Kommunikation, egal ob gewollt oder ungewollt
  • Neben dem inhaltlichen Aspekt hat eine Nachricht auch immer einen Beziehungsaspekt, in dem sich das Verhältnis von Sender und Empfänger widerspiegelt
  • Kommunikation gelingt nur dann, wenn Inhalts- und Beziehungsebene voneinander getrennt werden und eine Botschaft auf der Beziehungsebene auch so verstanden wird, wie sie gemeint ist
  • Unterscheidung zwischen digitaler (verbaler) und analoger (nonverbaler) Kommunikation:
    • digital: sachliche und objektive Betrachtung des Inhalts von Wörtern und Sätzen
    • analog: berücksichtigt die Beziehungsebene, die konkrete Situation, Gestik und Mimik des Sprechers und andere Begleitumstände – gerade hier kann es zu Missverständnissen kommen
      • Wenn Kommunikationsverhalten nicht mit dem Inhalt übereinstimmt, kommt es zur Doppeldeutigkeit der Situation, die man auch double bindnennt


3. Die vier Seiten einer Nachricht (nach Schulz von Thun)

  • Ein und dieselbe Nachricht kann gleichzeitig viele verschiedene Botschaften beinhalten Dies ist die Grundlage für viele Missverständnisse und das Scheitern von Kommunikation
  • Welche verschiedenen Seiten kann eine Nachricht haben?
  1. Sachinhalt: sachliche, unbewertete Information, Bsp.: „Mann, ist das heute kalt!“ Information über Temperatur an dem betreffenden Tag
  2. Selbstoffenbarung: Der Sprecher macht eine Aussage über sich selbst, bzgl. des obigen Beispiels: Der Mann nimmt Kälte wahr und beurteilt dies negativ
  3. Beziehung: Eine Nachricht beinhaltet stets auch eine Information über die Beziehung zwischen Sender und Empfänger bzw. eine Einschätzung dieser Beziehung seitens des Senders Je nachdem, wie die Beziehung zwischen Sender und Empfänger aussieht, bekommt die Nachricht eine andere Bedeutung
  4. Appellfunktion: Eine Nachricht zielt auf eine bestimmte Reaktion ab, der Empfänger soll dazu bewegt werden, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen
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Videos
einfaches Kommunikationsmodell mit Katrin
Kommunikationsmodell Bühler mit Katrin
Kommunikationsregeln Watzlawick mit Katrin