Hier erfährst du, wie du eine Textanalyse aufbaust und durchführst.
Die Textanalyse und –interpretation ist die Untersuchung eines Textes in seiner äußeren und inneren Form. Dies ist eine bekannte Methode, um einen Text auszuwerten.
Wie bei anderen Methoden ist auch hier der richtige Aufbau entscheidend. Das Grundkonzept sieht wie folgt aus:
1) kurze Inhaltsangabe zum Text
2) Analyse der äußeren Form
3) Analyse der Sprache
4) Interpretation der Textes
Einleitung:
In der Einleitung müssen alle wichtigen Informationen (Titel, Autor, Entstehungszeit und -ort, Textgattung) zum Text genannt werden. Die Einleitung ist sehr kurz und besteht in der Regel aus nur einem Satz.
Hauptteil – Inhaltsangabe:
Zu Beginn des Hauptteils der Textanalyse wird eine kurze Inhaltsangabe zum Text geschrieben. Diese greift die wichtigsten Aspekte zur Handlung und den Figuren auf. Es ist darauf zu achten, dass die Ereignisse in der korrekten chronologischen Reihenfolge genannt werden und die Inhaltsangabe ohne Ausschmückungen, also sachlich geschrieben wird. Eine Bewertung oder Interpretation des Textes findet hier noch nicht statt.
Hauptteil – Analyse der äußeren Form:
In diesem Teil soll der äußere Aufbau des Textes analysiert werden. Die folgenden Aspekte sind dabei wichtig:
Hauptteil – Sprachanalyse:
Hierbei soll die Sprache untersucht werden. Zunächst sollte der Sprachstil analysiert werden. Handelt es sich z.B. um einen modernen oder altertümlichen Sprachstil? Zeigt das Sprachbild Auffälligkeiten? Werden bestimmte Wortgruppen bzw. –arten häufiger verwendet? Sind Stilmittel vorzufinden?
Hauptteil – Interpretation des Textes:
Dieser Teil bewertet die mögliche Intention des Textes. Was möchte der Autor vermitteln? Hat der Text eine belehrende, informierende, mahnende oder erinnernde Absicht? Wen möchte der Autor erreichen? Ist der Autor ein wichtiger Vertreter der entsprechenden Epoche?
Außerdem sollten die zuvor gefundenen Merkmale des Textes (z.B. Stilmittel, häufiges Verwenden gleicher Wortarten, usw.) aufgegriffen werden, so dass klar wird, was diese für eine Auswirkung haben oder weshalb sie höchstwahrscheinlich verwendet wurden.
Der letzte Bezugspunkt ist die Entstehungszeit. Wann entstand der Text? Zeigt der Text Merkmale der entsprechenden Epoche? Nimmt der Text Bezug auf bestimmte historische oder politische Geschehnisse oder sind Parallelen zu diesen aufzufinden?
Schlussteil:
Der Schlussteil reflektiert die vorherige Analyse und Interpretation. Die Ergebnisse werden zusammengefasst. Am Ende sollte die eigene Meinung zum Text dargelegt werden. Ist der Text gut gelungen? Ist der Text weniger gelungen? Ist die Aussage des Textes ersichtlich? Bleiben für den Leser Fragen unbeantwortet?
Ganz zum Schluss sollte die Textanalyse/–interpretation mit einem aufschlussreichen Fazit abgerundet werden.
Wichtig ist, dass zwischen den einzelnen Teilen eine sinnvolle Verbindung besteht. Der Text sollte übersichtlich und sachlich gestaltet werden und er sollte in passende Sinnabschnitte gegliedert werden.
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Beispielaufgabe:
Aufgabe: In welchen Teilen der Textanalyse und -interpretation sollte die eigene
Meinung nicht einfließen?
Lösung: In die Einleitung und in die Inhaltsangabe sollte keine eigene Meinung
einfließen. In der Interpretation kann sich die eigene Meinung indirekt
wiederfinden. Explizit genannt wird die eigene Meinung jedoch nur im
Schlussteil.
Bei der Analyse eines dramatischen Textes handelt es sich um die tiefgründige Erfassung eines Dramas bzw. einer Szene aus dem Drama. Die Analyse beinhaltet eine Einleitung, einen Hauptteil mit Inhaltsanalyse, Figurenanalyse bzw. -charakterisierung und der Analyse sprachlicher und formaler Merkmale sowie einen Schlussteil.
In der Einleitung sind Autor, Titel und Textsorte zu nennen. Die zu analysierende Szene muss in den Gesamtkontext eingeordnet werden. Die Situation, in der der Dialog beziehungsweise der Monolog der/des Protagonisten stattfindet, sollte kurz beschrieben werden. Daraufhin folgt die Bestimmung der Thematik der Szene, mit der die Einleitung abgeschlossen wird.
Der erste Part des Hauptteils ist die Inhaltsanalyse der Szene. Die Struktur der Szene muss beschrieben und die Frage beantwortet werden, ob eine bestimmte Gliederung der Szene aufgrund eines Themenwechsels oder eines Stimmungsumschwungs vorzufinden ist. Die unterschiedlichen Themen, die in dem Abschnitt behandelt werden, müssen aufgelistet und beschrieben werden. Des Weiteren muss der Verlauf des Gesprächs bzw. des Monologs in einzelne Schritte aufgegliedert und dargelegt werden.
Als Nächstes findet die Analyse bzw. Charakterisierung der beteiligten Figuren der Szene statt. Es muss dargelegt werden, in welchem Verhältnis die Gesprächspartner zueinander stehen, welches persönliche Verhältnis sie zueinander haben und wie ihre sozialen Status aussehen. Zudem muss analysiert werden, welche Haltungen, Einstellungen, Stimmungen und Motive der Protagonisten aus dem Gespräch erschlossen werden können. Es muss die Frage geklärt werden, welche Interessen und Absichten die Gesprächspartner verfolgen. Die Charakterisierung des Gesprächs an sich muss auch vollzogen werden: Handelt es sich zum Beispiel um eine zwanglose Unterhaltung oder um ein Gespräch, das Disziplin und Reflexion von den Protagonisten fordert. Darüber hinaus muss erörtert werden, wie die Figuren ihre Ziele zu erreichen versuchen und welchen Gesprächsanteil sie an dem Gespräch besitzen. Basierend auf den Gesprächsanteilen kann erschlossen werden, ob die Gesprächspartner gleichberechtigt sind oder einer als überlegen und mächtiger einzustufen ist.
Der Hauptteil wird durch die Analyse auffälliger sprachlicher und formaler Mittel abgerundet. Einzugehen ist auf die Wortwahl, den Satzbau und die rhetorischen Mittel, die in der Szene vorzufinden sind. Der Analytiker muss sich darüber hinaus mit den sprachlichen Techniken des Monologs bzw. des Dialogs (z. B. Verschleierungstaktik, Verzögerungstaktik, Unterbrechen ...) auseinandersetzen.
Die Beendung der Analyse findet mit einem Schlussteil statt. In diesem Abschnitt wird das Ergebnis des Dialogs bzw. des Monologs (Erkenntnis, Entschluss ... einer der Figuren) präsentiert. Die Intention der Szene muss geklärt werde. Entweder setzt eine Figur ihre Position und Meinung durch, es wird ein Kompromiss gefunden oder es findet keine Klärung der Thematik (meistens Konflikt) statt. Schließlich wird die Bedeutung der Textstelle für den Fortgang des Stückes und ihre Funktion im Hinblick auf den Gesamttext geklärt.
Schwierigkeitsgrad 1
Arbeitsblatt-Nr. 1952
Schwierigkeitsgrad 1
Arbeitsblatt-Nr. 6164
Schwierigkeitsgrad 2
Arbeitsblatt-Nr. 1953

