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Bewerbungstipps für Praktikum und Ausbildung

Berufswahl - mit einem Praktikum ganz einfach

Die Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche

Die Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche haben vieles gemeinsam. In beiden Fällen gilt die Bewerbung als entscheidende Kontaktaufnahme. Der erste Eindruck zählt! Egal, ob die Qualität des Bewerbungsfotos, ein fehlerfreies Anschreiben oder die Kleidung im Vorstellungsgespräch – denke immer daran, dich so gut wie möglich zu „verkaufen“. Natürlich sollte man auf keinen Fall mit Kenntnissen oder Fähigkeiten prahlen, über die man in Wirklichkeit gar nicht verfügt. Spätestens im Berufsalltag wird ganz schnell klar, was du tatsächlich kannst und was nicht!

Wann solltest du dich bewerben?

Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz sollten ein Jahr vor dem Schulabschluss rausgeschickt werden. Die Bewerbungsfrist für ein Praktikum ist kürzer und liegt meistens bei ein bis zwei Monaten.

Das Praktikum

 

  • ermöglicht erste Einblicke in den Berufsalltag und ebnet den Weg für die Ausbildungsplatzsuche.
  • hilft dir, deine Interessen zu bestimmen und deine Fähigkeiten auszuloten.
  • zeigt dir unter Umständen auch, was du auf gar keinen Fall machen möchtest.

Die Ausbildung

  • schafft eine solide Basis für deine Karriere.
  • ist dein Einstieg ins Berufsleben.
  • verbessert deine Berufschancen.

Der richtige Arbeitsplatz

Die Wahl des richtigen Aufgabenfeldes ist das A und O bei der Suche des Ausbildungsplatzes. Natürlich kann man sich nicht immer seinen Wunscharbeitsplatz aussuchen, doch generell gilt: Je mehr sich die Aufgaben mit den eigenen Interessen decken, desto mehr Spaß macht der Beruf und umso motivierter geht man zur Arbeit.

Typtest

Über diese Dinge solltest du dir im Klaren sein, bevor du deine Stellensuche startest:

  • Mit welchen Themen beschäftigst du dich gerne?
  • Gehst du gern auf Menschen zu oder möchtest du lieber deine Ruhe haben?
  • Bist du gern draußen oder sitzt du lieber am Computer?
  • Bist du lebendig, quirlig oder eher introvertiert?
  • Bist du ein Theoretiker oder handwerklich begabt?
  • Bist du verständnisvoll und kannst du deine Gefühle gut in Worte fassen?
  • Suchst du bei einem Problem auch mal länger nach einer passenden Lösung oder triffst du eher schnelle, pragmatische Entscheidungen?
  • Bist du kritikfähig?
  • Bist du ehrgeizig, kannst du ein Ziel verfolgen und dich selbst gut motivieren?

Die Jobsuche

Es gibt in Deutschland rund 350 verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Um eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben, erkundige dich am besten, welche Berufe es neben Arzthelfer, Elektriker, Friseur & Co noch so alles gibt. Denn: Je bekannter ein Beruf ist, desto schlechter sind die Aussichten, genau in dem Bereich eine Stelle zu finden. Also ruhig auch mal offen für was Neues sein!

Wo finde ich eine Stelle?

  • Im Internet
  • Im Berufsinformationszentrum (BiZ)der Bundesagentur für Arbeit
  • Über den Stellenmarkt in der Zeitung
  • Mit einem eigenen Stellengesuch

Bewerbung per Post oder per E-Mail?

In den meisten Stellenausschreibungen wird erwähnt, ob eine schriftliche Bewerbung oder eine Online-Bewerbung gewünscht wird. Im Zweifelsfall kannst du ruhig telefonisch nachfragen. Durch besonders hohe Qualität bei der Art der Bewerbungsmappe oder der Gestaltung der Unterlagen kann man sich von den Mitbewerbern abheben.

Der richtige Ansprechpartner

Wer ist überhaupt zuständig? Meistens wird in einer Stellenausschreibung bereits der zuständige Ansprechpartner genannt, an den die Bewerbungsunterlagen geschickt werden sollen. Falls nicht, kann auf der Firmenhomepage recherchiert oder das Anschreiben mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ begonnen werden. Natürlich kannst du auch in deinem Wunschunternehmen anrufen und nach einem Ansprechpartner fragen. Achtung: Der Geschäftsführer ist meistens nicht der richtige Ansprechpartner. 

Die Bewerbung - deine Visitenkarte

Bewerbungsmappe

Bewerbungsmappen gibt es in jedem Schreibwarenladen. Mit einer besonders hochwertigen Mappe kann man sich von der Flut der übrigen Bewerbungen, die tagtäglich bei den Personalabteilungen eingehen, abheben. Also nicht das Billigste nehmen, sondern auf Qualität achten.

Check der Bewerbungsmappe: Was kommt rein?

 

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse

Das Anschreiben sollte – wie alle Unterlagen – mit dem Computer in einer neutralen Schriftart geschrieben werden und folgende Fragen beantworten:

 

  • Auf welche Stelle bewirbst du dich?
  • Wann kannst du frühestens anfangen?
  • Warum bist du für die Firma interessant?

Das Anschreiben bietet dir auch die Möglichkeit, schlechtere Noten im Zeugnis zu kommentieren und darauf hinzuweisen, dass du sehr bemüht bist, deine Leistungen zu verbessern.

Bewerbungsbonus:

Mit Qualität punkten

Eine Bewerbung muss stimmig sein, und man muss erkennen können, dass der Interessent sich Mühe gegeben hat. Absolute No-Gos sind Eselsohren, Flecken oder Fehler in der Bewerbung! Und ganz wichtig: die Bewerbung auf keinen Fall handschriftlich, sondern am Computer verfassen und persönlich unterschreiben.

Ganz wichtig:

Bei mehreren Bewerbungen kann man leicht den Überblick verlieren. Prüfe also noch einmal ganz genau, ob du den richtigen Ansprechpartner für das jeweilige Unternehmen angeschrieben hast, bevor du die Bewerbung rausschickst. Um die Qualität der Bewerbung zu erhöhen, solltest du nicht am Bewerbungsfoto sparen. Ein Foto ist zwar nicht mehr Pflicht, kann aber den positiven Gesamteindruck der Bewerbung unterstützen. Also nicht in irgendeinen Fotoautomaten setzen, sondern zu einem professionellen Fotografen gehen, der sich mit Bewerbungsfotos auskennt.

Zeugnisse

Zeugnisse erzählen dem potenziellen Arbeitgeber viel über deine Leistungen und Kompetenzen. Je mehr Praxiserfahrung du vorweisen kannst, desto höher sind deine Chancen. Neben deinem letzten Schulzeugnis gehören Kopien aller Praktikumszeugnisse oder -nachweise in deine Bewerbungsmappe.

Lebenslauf

Der Lebenslauf listet chronologisch alle wichtigen Informationen über dich auf. Dein Name, deine Anschrift und dein Geburtsdatum gehören ebenso mit hinein wie datierte Nachweise über bereits geleistete Praktika oder Ehrenämter. Je mehr positive Informationen der Lebenslauf enthält, desto besser. Auch an deinen Hobbys kann man deine Talente und Interessen erkennen. Genau wie das Anschreiben sollte auch der Lebenslauf persönlich unterschrieben werden.

 

 

Das Vorstellungsgespräch

Egal, ob für ein Praktikum oder für eine Festanstellung: Hat man die erste Hürde geschafft und wird tatsächlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, sollte man sich an bestimmte Verhaltensregeln halten, damit der erste Eindruck so gut wie möglich verläuft.

Die Vorbereitung

Informiere dich vorher über das Unternehmen. Im Internet findest du zu fast jedem Unternehmen einen informativen Webauftritt.

Versuche, deine persönlichen Stärken und Schwächen zu formulieren, und bitte einen Freund oder deine Eltern, die Gesprächssituation vorher mit dir zu üben. Das nimmt die Nervosität. Außerdem wichtig: Allgemeinwissen auffrischen und sich in Sachen Politik, Wirtschaft und Tagesgeschehen auf den neuesten Stand bringen.

Überlege dir Fragen, die du im Gespräch stellen möchtest, um mehr über deine zukünftige Tätigkeit zu erfahren. Damit du in der Aufregung nichts vergisst, kannst du ruhig eine Liste mitnehmen, auf der du dir die Fragen notiert hast. Deine Kleidung sollte dezent und dem Anlass angemessen sein.

Also: weg mit den Piercings und dem schrillen Outfit. Das heißt aber nicht, dass du dich komplett verstellen sollst, denn nur wenn du dich in deiner Haut wohl fühlst, kannst du auch selbstbewusst auftreten.

Tipps fürs Verhalten im Bewerbungsgespräch

  • Sei unbedingt pünktlich.
  • Das Vorstellungsgespräch beginnt, sobald du das Gebäude betrittst.
  • Begegne also jedem höflich, geh offen auf die Leute zu und stell dich vor. Denn: Je besser der Gesamteindruck von deiner Person, desto größer deine Chance, die Stelle zu bekommen.
  • Bleib immer du selbst.
  • Zeige Interesse, sei aufmerksam und antworte wohl überlegt. Je souveräner du dich verkaufst, desto besser ist der Eindruck, den du hinterlässt.

Heikle Fragen rund um Praktikum und Ausbildung

Die Gretchenfrage: Wie ist die Bezahlung? Als Praktikant oder Azubi wird man nicht reich – diese Tatsache sollte dir bewusst sein, wenn du anfängst, dich mit dem Thema zu beschäftigen. Ein Training on the Job bringt dir aber auf andere Weise viel – für deine persönlichen Erfahrungen, deine Selbsteinschätzung und dein Verhalten, deine Kompetenzen sowie deine spätere Karriere. Fehler sind ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Also bloß nicht verzweifeln. Viel wichtiger ist der richtige Umgang mit Fehlern. Wenn du deinen Fehler zugibst, dich aber offen und wissbegierig der richtigen Antwort stellst, machst du es beim nächsten Mal richtig. Was denn noch alles …? Unternehmen geben vor allem Praktikanten oft administrative Aufgaben, d. h. viel Fleißarbeit, für die die Angestellten im stressigen Arbeitsalltag wenig Zeit haben. Geduld und Ausdauer sind also wichtige Eigenschaften für die Arbeit im Büro. Am Ende eines Praktikums gibt es in der Regel ein Zeugnis. Frage also ruhig danach, denn je mehr Praxiserfahrung du in deinem Lebenslauf vorweisen kannst, desto besser.

Achtung: Wenn du feststellst, dass du nur noch Kaffee kochst und Botengänge übernimmst, anstatt etwas zu lernen, sprich das Problem bei deinem Vorgesetzten offen an und mache konstruktive Vorschläge, an welchen Aufgaben du dich beteiligen kannst. Von dir wird Eigeninitiative erwartet, also überlege dir ruhig vorher, welche Ziele du erreichen möchtest und was du lernen willst. Sprich diese Wünsche offen an. Vergiss nie: Jeder muss mal klein anfangen. Auch wenn dir deine Position manchmal auf die Nerven geht: immer an die Zukunft denken und bloß nichts persönlich nehmen! Befolgst du all diese Tipps, steht deiner Ausbildung zum Traumberuf nichts mehr im Weg.

Wir drücken dir die Daumen!

Schülerhilfe Glossar