passende Bedeutung eines Wortes finden – online lernen

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Arbeit mit dem Wörterbuch — passende Bedeutung eines Wortes finden

Du suchst nach Tipps, um die passende Bedeutung eines Wortes im Wörterbuch zu finden? Dann bist du hier genau richtig!.

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Passende Bedeutung

eines Wortes finden

 

Wenn du ein Wort im Wörterbuch nachschlägst, gilt: Die erste Übersetzung ist nicht die beste! Bei einigen Wörtern scheint die reine Menge an potentiellen Bedeutungen so groß zu sein, dass man sich sagt: „Wow – wer soll da die richtige Lösung finden ?!“ Tatsächlich ist das gar nicht so schwer: Deswegen gibt es hier einige Tipps, wie du leichter und gezielt die richtige Bedeutung eines Wortes findest.

Übersetzen mit dem richtigen inhaltlichen Kontext

Sehen wir uns einmal das Beispiel ire an: Neben der Standardübersetzung „gehen“ usw. finden sich auch Übersetzungen in den verschiedenen Kontexten:

Poet.

fliegen

ire ad caelum

zum Himmel fliegen

kommen

subsidio ire

zu Hilfe kommen

Milit.

marschieren

bello ire

in den Krieg ziehen

Jur.

ire in ius

vor Gericht gehen

fließen, strömen

sanguis naribus it

Blut strömt aus der Nase

Wie du sehen kannst, gibt es vielfältige Übersetzungen von ire. Deswegen musst du darauf schauen, mit welchen anderen Wörtern es im Zusammenhang steht, sodass du den passenden Kontext findest.

Lies Wörterbucheinträge bis zum Ende, denn vielleicht findest du genau deinen Begriff in einer festen Redewendung und kannst dir so einiges an Arbeit ersparen!

Übersetzen mit dem richtigen grammatischen Kontext

Ein Wort, das du nachschlägst, steht immer in einem ganz spezifischen Kontext, der entscheidend ist, wenn du die angemessene Übersetzung finden willst. So gibt es viele Verben, die ihre Bedeutung verändern, je nachdem, mit welchem Objektskasus sie konstruiert sind.

Beispiel:

Civibus consulit.

consulere + Dativobjekt

Cives consulit.

consulere + Akkusativobjekt

Wenn du nun im Wörterbuch nachschlägst, achte darauf, dass consulere im ersten Fall intransitiv (= ohne Akkusativobjekt) ist, im zweiten Fall jedoch transitiv (= mit Akkusativobjekt). (In-)Transitivität wird oft durch Abkürzungen wie  v/i (= verbum intransitivum) oder v/t (= verbum transitivum) gekennzeichnet.

Viele Verben haben außerdem in medialer Verwendung (= passive Form, die aktiv-intransitiv oder reflexiv zu übersetzen ist) eine besondere Bedeutung. Begegnet dir also eine Verbform im Passiv, bedenke diese Möglichkeit. Mediopassive Bedeutungen sind in der Regel extra im Wörterbuch vermerkt.

Epochen der lateinischen Sprachgeschichte

Bei literarischen Texten sind Epochenangaben der lateinischen Sprache sehr hilfreich.

Beispiel:

corripio (nachkl., terminus technicus)

(einen Vokal) kürzen

Das Verb corripere kann nachklassisch als Fachbegriff (terminus technicus) die Bedeutung „kürzen“ haben. Solltest du also z.B. einen Text von Caesar oder Cicero übersetzen, die beide klassische Autoren sind, kannst du diese Bedeutung ausschließen. Auch Bedeutungen, die als dichterisch  gekennzeichnet sind, kannst du bei Caesar und Cicero ausschließen – Keiner von beiden hat Gedichte geschrieben! In vielen Wörterbüchern (z.B. Stowasser) findest du zusätzlich bei bestimmten Einträgen Autorenkürzel, die darauf hinweisen, dass ein Wort bei dem genannten Autor die entsprechende Bedeutung hat. Hin und wieder findest du mithilfe des Autorenkürzels genau die Wendung, die du für deine Lektüre gesucht hast. Andrerseits kannst du eine Bedeutung, die nur für einen bestimmten Autor typisch ist, bei anderen Autoren ausschließen.

Lautgesetze

Bei Nomen der dritten Deklination ist es manchmal schwer, den Nom.Sg. aus der deklinierten Form herauszulesen, deswegen findest du hier ein paar Lautgesetze, die dir das Folgern auf den Nom.Sg. erleichtern sollen.

1) Rhotazismus: Ein zwischenvokalisches -s- wird zu -r- (z.B.: tempus – temporis; mos - moris)

Wenn dir also ein Nomen begegnet, dessen Stamm nach Abstreichen der Kasusendung auf –r ausgeht, denk auch an die Möglichkeit, dass dieses –r ein lautgesetzlich verändertes –s sein kann.

Beispiel: Stell dir vor, dir begegnet das Wort cruribus.  Du erkennst die Endung –ibus und es bleibt der Stamm crur-. Würde es sich um einen r-Stamm handeln, müsste der Nom. Sg. *crur heißen. Solch einen Eintrag wirst du aber nicht finden. Tatsächlich lautet der Nom.Sg. crus. Es handelt sich um ein Substantiv mit s-Stamm. Im Wörterbuch findest du den Eintrag: crus, cruris n = Unterschenkel, Schienbein.

Achtung: Ablaut!

Es kann sein, dass sich nicht nur der Konsonant des Stammauslauts im Nom.Sg. verändert, sondern auch der Stammvokal. Ein –i- vor dem Stammauslaut, kann im Nom.Sg. als –e- auftauchen, ein –o- oder –e- vor –r als –u-. Präge dir am besten folgende häufigere Stammtypen ein: Stamm auf –it ® Nom.Sg. auf –es; Stamm auf –or/-er ® Nom.Sg. auf –us, Stamm auf –ic ® Nom.Sg. auf –ex; Stamm auf –min ® Nom.Sg. auf –men.

2)  -t-/-d- + -s = -s(s). Dieses Lautgesetz hilft dir nicht nur den Nom.Sg. eines Nomens der 3.Deklination mit t-Stamm oder d-Stamm zu finden, sondern es findet auch Anwendung bei s-Perfekten, wenn ein Verbstamm auf –t oder –d endet. Beispiele:

frondibus > Stamm: frond- > frond- + -s > frons, frondis f.  = Laub

collisisti > Perf.Stamm: collis- > Verbstamm: collid- / collit- ? Du findest: collidere, collido, collisi, collisum = zusammenstoßen

Noch ein Beispiel: Du findest die Perfektform merserunt. Der Perfektstamm ist also mers- und du tippst auf einen t-Stamm oder einen d-Stamm: *merd- / *mert- . Du schlägst nach und suchst nach folgenden Einträgen: *merdere / *mertere [Benutzt du ein älteres Wörterbuch, würdest du nach der 1.P.Sg.Präs.Akt. suchen: *merd(e)o, *mert(e)o]. Ergebnis: Du wirst nicht fündig!

Tatsächlich gehört der Perfektstamm mers- zum Verb mergere, mergo, mersi, mersum = versenken, eintauchen. Wenn du aber noch einmal einen Blick ins Wörterbuch wirfst, findest du als Eintrag: mersi = Perf.zu mergo / Perf.zu mergere.

Tipp: Schwer abzuleitende Perf.Stämme (gilt übrigens auch für PPPs) haben in deinem Wörterbuch meistens einen Extraeintrag, der dich auf den Eintrag des dazugehörenden Verbs verweist!

 

3)  -c-/-g-/-h- + -s = -x.  Dieses Lautgesetz hilft dir nicht nur den Nom.Sg. eines Nomens der 3.Deklination mit c-Stamm oder g-Stamm zu finden, sondern es findet auch Anwendung bei s-Perfekten, wenn ein Verbstamm auf –c oder –g oder –h endet. Beispiel: pice > Stamm: pic- > pic- + -s > pix, picis f. = Pech, Teer

Schließlich gilt beim Nachschlagen: Achte genau auf die Endung eines Wortes!

Es gibt einige Endungen bei Nomina, die, je nachdem zu welcher Deklination ein Nomen gehört, unterschiedliche grammatische Funktionen erfüllen können. Daher ist es wichtig, dir vor dem Nachschlagen zu überlegen, welche Funktion ein Wort in einem Satz hat. Wenn du dir unsicher bist, spiele verschiedene Möglichkeiten durch! Beispiel:

Du findest das Wort picis. Die Endung –is kann in der 3.Deklination Gen.Sg. sein, in der a-/o-Deklination dagegen Dat./Abl.Pl.

Fall a) picis = Gen.Sg. > Stamm: pic- > Nom.Sg. = pix > pix, picis f. = Pech, Teer

Fall b) picis = Dat./Abl.Pl. > Nom.Sg. = picus, picaoder picum > pica,-ae f. = Elster ; picus,-i m = Specht [Ein Neutrum *picum gibt es nicht !]

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