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Grundlagenwissen zu den Nomina — Grundbegriffe

Hier lernst du alle Grundlagenbegriffe zu den Nomina kennen. Welche Wortarten zählen zu den Nomina? Was sind ihre Besonderheiten? Was versteht man unter Kasus, Numerus und Genus?.

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Grundlagenwissen zu den Nomina

 

Wenn du das Wort „Nomen“ hörst, wirst du vermutlich an Wörter wie Hund, Katze, Maus denken. Das ist okay, aber reden wir im Deutschen von Nomen, meinen wir in der Regel Substantive. Im Deutschen wird nicht streng zwischen Substantiv und Nomen unterschieden. Im Lateinischen solltest du jedoch zwischen Nomina (das Nomen, die Nomina) und Substantiven (Nomina im engen Sinne) unterscheiden, denn zu den Nomina rechnen wir alle Wortarten, die wir deklinieren. Beim Deklinieren verändern wir Nomina in einem oder mehreren ihrer grammatischen Merkmale. Bei allen Substantiven (und Nomina) kannst du folgende drei grammatischen Merkmale bestimmen:

1.    Genus (das Genus, die Genera) = grammatisches Geschlecht

2.    Numerus (der Numerus, die Numeri) = Zahl

3.    Kasus (der Kasus, die Kasus) = Fall

Genus (Geschlecht)

Im Deutschen und im Lateinischen gibt es drei grammatische Geschlechter:

·         Maskulinum (männlich), z.B.  der Mann, der Wagen, der Abend

·         Femininum (weiblich), z.B. die Frau, die Tür, die Nacht

·         Neutrum (sächlich), z.B. das Tier, das Dach, das Denkmal

Im Lateinischen gilt: Das natürliche Geschlecht bestimmt das grammatische.

Als natürlich männlich gelten männliche Personen, Winde, die Sonne und die Namen großer Flüsse und Ströme.

Als natürlich weiblich gelten weibliche Personen, Bäume und der Mond.

Achtung: Deutsches und lateinisches Genus sind oft unterschiedlich. Lerne deswegen beim Vokabelnlernen das Genus eines Substantivs immer gut mit.

Das Geschlecht wird dir in deinem Lehrbuch immer angegeben. Das geschieht in der Regel durch die Kürzel m. (= maskulin), f. (= feminin) und n. (= neutral). Allerdings kann man bei den meisten lateinischen Substantiven das grammatische Geschlecht an der Endung und Deklinationszugehörigkeit erkennen. Mehr zur Deklinationszugehörigkeit findest du weiter unten.

Wichtig: Artikel (der, die, das) wie im Deutschen gibt es im Lateinischen nicht!

  statua = Statue, die Statue, eine Statue

Numerus (Zahl)

Im Deutschen und im Lateinischen unterscheiden wir zwei Numeri:

·         Singular (Einzahl), z.B. Mann, Frau, Tier

·         Plural (Mehrzahl), z.B. Männer, Frauen, Tiere

Kasus (Fall)

Bei Bedarf setzen wir Nomina in unterschiedliche Fälle. Im Deutschen unter-scheiden wir vier Fälle, je nachdem auf welche Frage das Nomen antwortet:

·         Nominativ – Frage: „wer oder was?“, z.B. der Mann, die Frau, das Tier

·         Genitiv – Frage: „wessen?“, z.B. des Mannes, der Frau, des Tieres

·         Dativ – Frage: „wem?“, z.B. dem Mann, der Frau, dem Tier

·         Akkusativ – Frage: „wen oder was?“, z.B. den Mann, die Frau, das Tier

Diese vier Fälle gibt es auch im Lateinischen. Dazu kommen zwei weitere Kasus, die wir im Deutschen nicht kennen: der Vokativ und der Ablativ.

Der Vokativ ist der Fall, den du brauchst, wenn du ein Nomen als direkte Anrede verwenden willst. Da aber solche Anreden nie Teil des eigentlichen Satzes sind, können wir dem Vokativ auch keine bestimmte Frage zuordnen.

Der Ablativ ist ein Fall, der drei grundlegende Funktionen erfüllt: Als Instrumentalis bezeichnet er Mittel, Werkzeug, Art und Weise und Grund als Separativus Trennung, Ursprung oder Herkunft und als Locativus einen Punkt in Raum oder Zeit. Der Ablativ kann also auf verschiedene Fragen antworten:

·         Instrumentalis – womit?, wie?, wodurch?, von wem?, weswegen?

·         Separativus – woher?, wovon?

·         Locativus – wo?, wann?

Ablative übersetzt du ins Deutsche meist mit Präpositionen (von, durch, mit …)

Kasusendungen

Im Deutschen kennzeichnen wir die verschiedenen Fälle vor allem durch die unterschiedlichen Artikel. In einigen Fällen hängen wir zusätzlich Endungen an das Substantiv an. Beispiele:

der Mann (Nom.), des Mannes (Gen.), dem Mann (Dat.), den Mann (Akk.)

die Töchter (Nom.), der Töchter (Gen.), den Töchtern (Dat.), die Töchter (Akk.)

das Haus (Nom.), des Hauses (Gen.), dem Haus (Dat.), das Haus (Akk.)

Da es im Lateinischen jedoch keine Artikel gibt, kannst du die verschiedenen Kasus allein an den Endungen am Nomen erkennen, den Kasusendungen. Den deutschen Beispielen oben entsprechen im Lateinischen folgende Formen:

Beispiel: Mann

Beispiel: Töchter

Beispiel: Haus

Nominativ

vir

filiae

villa

Genitiv

viri

filiarum

villae

Dativ

viro

filiis

villae

Akkusativ

virum

filias

villam

Die Endungen sind nicht einheitlich. Welche Endungen du für welchen Kasus verwendest, hängt davon ab, zu welcher Deklinationsklasse ein Nomen gehört, was du an den Endungen des Nominativ Singular und des Genitiv Singular erkennst. Daher gibt dir dein Lehrbuch zu lateinischen Substantiven in der Regel nicht nur den Nominativ Singular und das Genus an, sondern zusätzlich den Genitiv Singular. Beispiele für Einträge lateinischer Substantive in einem Vokabelverzeichnis/ Wörterbuch (= Nom.Sg., Gen.Sg. Genus):

vīlla, vīllae f. (vīlla,-ae f.) – Landhaus  > a-Deklination

vir, virī m. (vir,-ī m.) – Mann  > o-Deklination

cōnsul, cōnsulis m. (cōnsul,-is m.) – Konsul  > konsonantische Deklination

animal, animālis n. (animal,-is n.) – Tier  > i-Deklination

senātus, senātūs m. (senātus,-ūs m.) – Senat  > u-Dekliantion

seriēs, seriēī f. (seriēs,-ēī f.) – Reihe  > e-Deklination

Die Benennung der Deklinationen erfolgt nach dem Buchstaben, auf dem der Stamm eines Nomen endet. Dieser wird am deutlichsten im Ablativ Singular, denn dieser endet immer auf den gelängten Stammvokal; Konsonantische Stämme haben im Ablativ Singular als Endung ein kurzes –e, das nicht zum Stamm gehört. Da außer im Abl.Sg. die Endungen der kons. und i-Deklination gleich sind, fasst man diese oft zur sogenannten 3.Deklination zusammen. Die Ablative Singular der oben aufgeführten Beispiele lauten entsprechend:

vīllā, virō, cōnsule, animālī, senātū, serīē

 

Der Strich über den Vokal (ā,ē,ī,ō,ū) zeigt an, dass dieser lang zu sprechen ist. Achte von Anfang an gut auf diese Längen, die im Vokabelverzeichnis immer gekennzeichnet sind.

 

 

Welche Wortarten rechnet man zu den Nomina ?

Zum einen natürlich die Substantive, zum anderen all diejenigen Wortarten, die bei (lat. = ad) oder für (lat. = pro) ein Substantiv stehen können. Das sind:

·         Adjektive = Eigenschaftswörter. Sie beschreiben Substantive näher. Beispiele: groß, klein, gut, grün ...

·         Pronomina = „Fürwörter“. Eigentlich legt der Name nahe, dass Pronomina als Stellvertreter für ein Substantiv stehen. Doch können sie auch als Begleiter bei einem Nomen/Substantiv stehen. Beispiele: ich, du, er, sie, es; diese(r/s); welche(r/s); jede(r/s), niemand, etwas, nichts...

·         Numeralia (das Numerale) = Zahlwörter. Beispiele: ein(e), zwei, drei... Numerale können wie Pronomina Stellvertreter oder Begleiter sein.

Als Stellvertreter für ein Nomen erhalten Pronomina (und Numeralia) dieselben Eigenschaften (= Kasus, Numerus, Genus) die das ersetzte Nomen an dieser Stelle hätte. Ein Beispiel: «Marcus isst den Apfel. Der Apfel (Nom.Sg.m.) ist lecker.» Ersetzung: «Marcus isst den Apfel, der (Nom.Sg.m.) lecker ist.»

KNG-Kongruenz

Stehen Adjektive, Pronomina oder Numeralia bei einem Substantiv passen sie sich in Kasus, Numerus und Genus an dieses Substantiv an. Diese Angleichung bezeichnet man auch als KNG-Kongruenz. Beispiele für die Kongruenz:

maximus (Nom.Sg.m.) vir (Nom.Sg.m.)   = der größte Mann

maxima (Nom.Sg.f.) insula (Nom.Sg.f.)  = die größte Insel

maximum (Nom.Sg.n.) animal (Nom.Sg.n.)    = das größte Tier

Adjektive, Pronomina und Numeralia haben als Begleiter im Unterschied zu Substantiven kein festgelegtes Geschlecht – sonst wäre die Kongruenz nicht möglich. Im Vokabelverzeichnis findest du daher meist den Nom.Sg. mit den Formen für alle drei Genera (in der Reihenfolge m./f./n.) angegeben. Beispiel:

maximus,-a,-um   = der, die, das größte

is, ea, id   = dieser, diese, dieses

unus, una, unum (unus,-a,-um)   = ein einziger, eine einzige, ein einziges

Wenn du ein Nomen grammatisch bestimmen sollst, gibst du Kasus, Numerus und Genus an – und zwar genau in dieser Reihenfolge. Beispiel:

den Studenten =   Akkusativ Singular maskulin (Akk.Sg.m.)  oder

  Dativ Plural maskulin (Dat.Pl.m.)

Arten von Pronomina

Bei den Pronomina unterscheiden wir folgende Arten:

·         Personalpronomina = ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie

·         Possessivpronomen = besitzanzeigende Fürwörter, also: mein, dein, sein, ihr, unser, euer

·         Interrogativpronomina = Fragewörter, z.B. wer?, was?, welche(r/s)?...

·         Demonstrativpronomina = hinweisende Fürwörter; Demonstrativpro-nomina weisen auf jemanden/etwas in der Nähe oder Entfernung hin, z.B.: diese(r/s), jene(r/s), ein(e) solche(r/s), der hier, die da, das dort...

·         Reflexivpronomina = rückbezügliche Fürwörter; sie beziehen sich immer auf das Subjekt eines Satzes zurück. Im Deutschen gibt es nur ein reines Reflexivpronomen: «sich». In der 1. und 2. Person verwenden wir Personalpronomina auch reflexiv.

·         Relativpronomina beziehen sich auf ein Nomen, das in der Regel unmittelbar vor ihnen steht: der Mann, der/welcher... ; die Frau, die/welche... ; das Tier, das/welches...

·         Indefinitpronomina = unbestimmte Fürwörter. Sie drücken in der Regel (unbestimmte) Mengen aus, z.B.: niemand, jemand, alle; nichts, etwas, alles; kein(e), irgendein(e), jede(r/s)...

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