Ergänzungsfragen & Entscheidungsfragen – online lernen

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Der Fragesatz — Ergänzungsfragen & Entscheidungsfragen

Ergänzungsfragen bedürfen einer ausführlicheren Antwort. Entscheidungsfragen kann man mit "ja" oder "nein" beantworten. Mehr zu diesem Thema lernst du hier kennen..

Wiki zum Thema Der Fragesatz — Ergänzungsfragen & Entscheidungsfragen

Ergänzungs- und Entscheidungsfragen

 

Direkte Fragesätze sind entweder Ergänzungs- oder Entscheidungsfragen.

Ergänzungsfragen

Ergänzungsfragen (oder auch Wortfragen) fragen nach einer Person, einer Sache oder einem Umstand. Sie werden eingeleitet durch ein Interrogativ-pronomen oder ein Frageadverb. Lateinische Fragewörter fangen entweder mit einem k-Laut (c-, qu-) an oder mit u-. Hier findest du eine Liste der gängigsten Fragewörter:

quis?

wer?

quandō?

wann?

quid?

was?

cūr?

warum?

quī, quae, quod?

welche (r/s)?

quōmodo?

wie?

quā rē?

womit? weshalb?

uter, utra, utrum?

wer von beiden?

ubī?

wo?

quantus,-a,-um?

wie groß ?

unde?

woher?

quālis, quāle?

wie (beschaffen)?

quō?

wohin?

quotus,-a,-um?

der wievielte?

quā?

wo entlang? wie?

quot? (indeklinabel)

wie viele?

quamdiū?

wie lange?

quotiē(n)s?

wie oft?

Quid discipulus dixit?

Was hat der Schüler gesagt?

Quando puella veniet?

Wann wird das Mädchen kommen?

Quem librum legis?

Welches Buch liest du?

Entscheidungsfragen

Entscheidungsfragen (auch Satzfragen genannt) sind Fragen, auf die entweder eine zustimmende oder ablehnende Antwort (ja, nein, doch) erwartet wird. Im Lateinischen werden Entscheidungsfragen – im Unterschied zum Deutschen – in der Regel durch eine Fragepartikel eingeleitet. Auch Fragen, in denen zwei oder mehr Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden (A oder B ?) rechnen wir zu den Entscheidungsfragen. Die häufigsten Fragepartikeln sind:

-ne ?    Scisne ?   Weißt du ?

num ?    Num scis ?  Weißt du etwa ?

nonne ?    Nonne scis ?  Weißt du (denn) nicht ?

an ?  An scis ?  Oder weißt du etwa ?

-ne? bleibt in der Regel unübersetzt, die anderen Partikeln legen dagegen eine bestimmte Antwortmöglichkeit nahe und werden entsprechend übersetzt.

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Entscheidungsfragen mit –ne, nonne und num

 

Entscheidungsfragen sind Fragen, auf die eine zustimmende oder ablehnende Antwort erwartet wird – oder einfacher: ja-/nein-Fragen. In ihnen stehen keine Fragewörter, stattdessen werden sie eingeleitet durch Fragepartikeln.

Du kannst diese Fragepartikeln als eine Art gesprochenes und geschriebenes Fragezeichen ansehen; die Partikeln nonne und num geben außerdem zu erkennen, welche Antwort der Fragende erwartet. Meistens stehen die Frage-partikeln am Anfang der Frage.

Partikel

erwartete Antwort

Übersetzung

-ne

ja oder nein

Die Partikel –ne wird an das Wort angehängt, auf dem der Hauptton liegt, oder an das finite Verb. Im Deutschen bleibt –ne unübersetzt.

nōnne

doch, ja

«(etwa) nicht ?»

num

nein

«etwa ?» ; statt num kann auch numquid stehen.

Visne nobiscum ludere?

Willst du mit uns spielen ?

Nonne heri in schola fuisti?

Warst du gestern nicht in der Schule ?

Num credis larvas esse ?

Glaubst du etwa an Gespenster ?

Antworten auf Entscheidungsfragen

Im Lateinischen gibt es im Gegensatz zum Deutschen keine eigentlichen Antwortpartikeln (= Ja/Nein/Doch). Daher gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf eine Entscheidungsfrage zu antworten.

Die wohl gängigste Art besteht darin, das Verb der Frage in der Antwort aufzugreifen:

Visne nobiscum ludere ?  Volo. (Ich will.)    = Ja.

  Nolo. (Ich will nicht.)    = Nein.

Nonne heri in schola fuisti ?  [Sane] fui. ([Gewiss] war ich.)  = Doch.

  Non fui. (War ich nicht.)  = Nein.

Num larvas esse credis ?  Non credo. (Ich glaube nicht.)  = Nein.

  Credo sane quidem. (Ich glaube.)  = Ja, durchaus. 

Öfter finden sich beim Verb zusätzliche Partikeln (in den Beispielen sane, sane quidem), die die Antwort bekräftigen, von denen einige auch allein als Antwort dienen können.

Folgende Partikeln dienen häufiger als Antworten auf Entscheidungsfragen:

Partikeln, die eine Zustimmung ausdrücken können

(«Ja.»)

Sānē. Sānē quidem.

Ja. Ja freilich. Sicher doch.

Certē.

Sicher(lich). Gewiss.

Ita. Ita plānē.

Ja. Ja völlig.

Vērō. Ita vērō.

Ja(wohl). Allerdings.

Vērō. [als Antwort auf eine Aufforderung oder Bitte]

Gerne. Ja gerne. Freilich.

(selten) Etiam.

Ach ja. Ach ja richtig.

Partikeln, die eine Ablehnung ausdrücken können

(«Nein.»)

Nōn. Certē nōn.

Nein. Sicher nicht.

Minimē (vērō)

Keineswegs. Gar nicht.

Nōn sānē.

Gewiss nicht.

Nihīl minus. Nihīl sānē.

Überhaupt nicht.

Nōn ita est.

Nein. Das stimmt nicht.

Nonne pulcherrima est puella ?

- Est. / Sane. / Certe./ Ita vero.

Ist das Mädchen nicht wunderschön?

- Ja. / Freilich. / Gewiss. / Allerdings!

Num tu id fecisti ?

- Certe non. / Minime. / Non sane.

Hast du das etwa gemacht ?

- Sicher nicht. / Keineswegs. /Gewiss nicht.

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Entscheidungsfragen mit an, utrum…an… und an non

 

Neben den Partikeln –ne, nonne und num, die einfache Entscheidungsfragen einleiten, auf die man entweder nur mit Zustimmung oder Ablehnung reagieren muss, gibt es weitere Partikeln, die in sogenannten Doppelfragen stehen. Mit einer Doppelfrage (= disjunktive Satzfrage) bietet der Fragen-steller der antwortenden Person zwei Antwortmöglichkeiten zur Wahl an. In deutschen Doppelfragen steht in der Regel nur die Konjunktion «oder» zwischen den Alternativen, im Lateinischen dagegen stehen in der Regel bei beiden Wahlmöglichkeiten Fragepartikeln. Die gängigsten Formen der disjunktiven Satzfrage sind:

Partikel bei Alternative A

Partikel bei Alternative B

Übersetzung

utrum …

an …

…oder…

...-ne

an…

(keine Partikel)...

an…

Utrum manere vis an abire ?

Willst du bleiben oder gehen ?

Vinumne an aquam bibamus ?

Tune an ego ?

Sollen wir Wein oder Wasser trinken ?

Du oder ich ?

Dormio an vigilo ?

Schlaf ich oder bin ich wach ?

Bei mehr als zwei Wahlmöglichkeiten steht beim ersten Glied utrum oder –ne, alle folgenden werden mit an angeschlossen:

Herine an hodie an cras ?  Gestern, heute oder morgen ?

Bildet die zweite Antwortmöglichkeit die Verneinung der ersten so stehen ohne einleitende Fragepartikel und ohne Wiederholung des Verbs:

----

annōn ?

oder nicht ?

----

necne ?

Cicero causam egit annon ?

Est haec tua pecunia necne ?

Hat Cicero den Prozess geführt oder nicht ?

Ist das dein Geld oder nicht ?

Manchmal steht an auch am Anfang einer (scheinbar) einfachen Entschei-dungsfrage, die sich aber in der Regel auf eine zuvor geäußerte Aussage oder Frage bezieht. Du übersetzt an dann mit «oder etwa?». Oft handelt es sich um rhetorische Fragen.

an crēdis?

oder meinst du ?

an negās?

oder leugnest du (etwa) ?

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