Märchen schreiben – online lernen

So klappt’s mit der guten Deutschnote: Egal, ob Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Grammatik, Textanalysen oder Gedichtinterpretationen – hier findest du ganz bestimmt die richtige Lernunterstützung!

Umgang mit Texten — Gedichte, Dialoge & Szenen, Märchen & Fabeln selbst schreiben

Verschiedene Textsorten haben verschiedene Merkmale. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, welchem Text welche Eigenschaften zugeschrieben werden und wie man mit diesem Text umgeht..

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Gedichte selbst schreiben

Gedichte sind Texte, die sich durch ihren Aufbau und ihre äußere Erscheinung von anderen Textsorten wie beispielsweise Erzählungen, Sachtexte oder Dialoge unterscheiden.

Merkmale von Gedichten

- Gedichte besitzen ihre eigene Form. Die Zeilen sind meist kürzer als eine Blattlänge und werden Verse genannt.
- Mehrere zusammenhängende Verse werden zu Strophen.
- Die Wörter am Versende reimen sich oft (Paarreim, Kreuzreim, umarmender Reim).
- Im Gedicht gibt es betonte und unbetonte Silben. Dadurch entsteht ein Rhythmus, in dem das Gedicht vorgetragen wird (Metrum).




Tipps zum eigenen Verfassen von Gedichten

Wichtig ist natürlich zu allererst, wovon das Gedicht handeln soll. Gedichte sind oftmals kurz, daher verwenden sie eine bildhafte Sprache, um Gefühle und Stimmungen anschaulich auszudrücken.
Bevor man sich an die Schreibarbeit macht, ist es also wichtig, sich vorzustellen, welche Gefühle durch das Gedicht dargestellt werden sollen. Hier ein Beispiel zu einem Gedicht über den Herbst:

Natur

Farben

Wetter

Gefühle

Sinnliche Wahrnehmung (Duft, Geschmack, Sehen, Gefühl, ...)

Wald, Felder, Park, Laub, Kastanien, Kürbis, Erntezeit, ...

Braun, Rot, Orange, ...

Herbststürme, Regen, Tage werden kürzer, Abende werden kühler, ...

gemütlich, traurig, dass der Sommer geht, …

Herbstluft, Spaziergänge, Duft des Laubes, Beobachten der Tiere usw.



 

Das Reimschema

Gedichte müssen sich nicht reimen, jedoch verleiht ihnen der Reim einen schönen Rhythmus und hilft zusätzlich, das Gedicht zu strukturieren. Hier einige Beispiele, welches Reimschema ein Gedicht haben kann:

Paarreim

Kreuzreim

Umarmender Reim

Nun beginnt die Erntezeit
Der Bauer macht sich schon bereit
Die Kinder riechen in der Luft
Den wunderschönen Kürbisduft


a
a
b
b


Nun beginnt die Erntezeit
Tiere vom Feld und aus dem Wald
Machen sich nun schnell bereit
Der Herbst ist nah und es wird kalt


a
b
a
b


Das Laub fällt von den Bäumen
Der Herbst ist nah und es wird kalt
In bunten Farben leuchtet der Wald
Vor dem Kamin kann man herrlich träumen


a
b
b
a


Die äußere Form

Ein Gedicht kann äußerlich frei und kreativ gestaltet werden. Hier einige Beispiele:

Nun beginnt die Erntezeit
Der Bauer macht sich schon bereit
Die Kinder riechen in der Luft
Den wunderschönen Kürbisduft


Nun beginnt die Erntezeit
der Bauer macht sich schon bereit
die Kinder riechen in der Luft
den wunderschönen Kürbisduft


Nun beginnt die Erntezeit

der Bauer macht sich schon bereit

die Kinder riechen in der Luft

den wunderschönen Kürbisduft

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Dialoge und Szenen selbst schreiben

Theaterstücke und Filmszenen sind in Dialogen verfasst, das bedeutet, dass nur die gesprochenen Anteile der Schauspieler aufgeschrieben werden. In einem Roman oder einer Erzählung werden die Figuren oft in langen Sätzen beschrieben. Bei einem Dialog fallen diese Beschreibungen weg und werden durch die Schauspieler dargestellt.

Merkmale von Dialogen:

•        Ein Dialog ist eine Rede zwischen zwei oder mehreren Personen.

•        Der Dialog zeigt zwar an, was gerade gesprochen wird, jedoch benötigt er keine   Anführungszeichen der wörtlichen Rede. Der Dialog sieht folgendermaßen aus:

  Max: Möchtest du heute mit mir ins Kino gehen?

  Tim: Ja, da habe ich Lust drauf.
  Max: Okay, dann treffen wir uns um halb 7 vor dem Kino.
    Tim: Abgemacht, um halb 7 vor dem Kino.

  Beide Jungs gehen zu ihren Rädern und machen sich auf den Weg. (Regieanweisung)

•        Da ein Dialog keine erzählenden Einschübe oder Gedankengänge besitzt, ist es wichtig, dass die redenden Personen sich aufeinander beziehen und ihre Absichten   durch die Rede deutlich werden.

•        Der Charakter einer Person muss durch seine Art zu reden deutlich werden. Eine   höfliche Person spricht anders als eine unfreundliche Person und ein 10-jähriges   Mädchen verwendet andere Wörter als eine 40-jährige Frau.

Vor dem Schreiben:

Bevor man den Dialog schreibt, sammelt man Ideen und Stichpunkte. Man kann folgende Fragen stellen:

 

Was für eine Art Dialog schreibe ich?

Eine Unterhaltung, ein Streitgespräch, ein Interview

Um was geht es in dem Dialog?

Je nach Thema wählt man Personen, Orte und Gesprächsstoff aus.

Wie viele Personen sind beteiligt?

Bedenke: Je mehr Personen beteiligt sind, desto länger und möglicherweise unübersichtlicher wird der Dialog.

In welchem Verhältnis stehen die Personen?

Reden dort Personen miteinander, die sich nicht kennen? Sind es Familienmitglieder oder Freunde? Sind es Personen, die sich nicht mögen, oder welche, die sich sehr gern haben?

Welche Probleme oder Wendungen ergeben sich im Dialog?

Spannende Dialoge enthalten Konflikte oder gegenläufige Meinungen.

 

 

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Märchen selbst schreiben

Märchen erzählen erfundene Geschichten, in denen Fantasiewesen, -orte und -gegenstände vorkommen können. Um ein eigenes Märchen zu schreiben, muss man die Merkmale von Märchen kennen und beachten.

Merkmale von Märchen:

•        Märchen enthalten nur Erfundenes. Personen, Orte, Zeit und Geschehen sind ausgedacht.

•        Der Held des Märchens hat meist eine Aufgabe oder ein Problem, das er lösen muss.
Beispiele: Hänsel und Gretel müssen der Hexe entkommen, das tapfere Schneiderlein muss die Riesen besiegen, der Froschkönig muss sich von seinem Fluch befreien, …

•        Oftmals gibt es Helfer, die dem Helden beistehen. Das können Personen oder Tiere sein.

•        (Zauber)Sprüche, magische Zahlen und besondere Gegenstände. Beispiele:
Sprüche: „Männlein, Männlein; Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, Meine Frau die Ilsebill, will nicht so, wie ich wohl will.“ (aus: Von dem Fischer und seiner Frau, ein Märchen der Gebrüder Grimm).
Magische Zahlen: 3 (3 Nüsse für Aschenputtel), 7 (die 7 Zwerge, die 7 Raben) oder 13 (die 13. Fee in Dornröschen ist die böse Fee).
Gegenstände: Zauberspiegel (Schneewittchen), Spinnrad (Rumpelstilzchen), Spindel (Dornröschen)-


•        Wiederkehrende, typische Formulierungen: „Es war einmal ...“ am Anfang und „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ am Ende eines Märchens.

•        Das Märchen endet oft mit einem guten Ende und kann auch eine Lehre enthalten.

Aufbau eines Märchens:

•        Einleitung, „Es war einmal ...“: Ausgangssituation – der Held wird vorgestellt und vor ein Problem gestellt.

•        Im Hauptteil muss der Held zusammen mit seinen Helfern Rätsel, Abenteuer oder Prüfungen bestehen, um das Problem zu lösen. Im Hauptteil ist die Geschichte am spannendsten, da der Held auf seinen Gegner trifft und diesen besiegen muss.

•        Im Schlussteil des Märchens hat der Held seine Prüfungen gemeistert und kehrt nach Hause zurück. Man erfährt, wie glücklich alle Beteiligten ihr Leben nun fortführen: „Und wenn sie nicht gestorben sind ...“



Schreibplan für ein Märchen

Bevor man mit dem Schreiben seines eigenen Märchens beginnt, überlegt man sich ein Thema und macht sich Stichpunkte zu den oben genannten Merkmalen eines Märchens. Beispiel

   

Held

Fischerjunge

Orte und Personen

Dorf, Wald, Schloss, böser Zauberer

Helfer

Der Hund des Fischerjungen

Problem

Der böse Zauberer hat die Bewohner des Dorfes verzaubert

Gegenstand

Zauberkessel

Zahlen, Sprüche

3 (Bsp.: 3 Rätsel müssen gelöst werden, Zauberspruch des Zauberers

 

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Fabeln selbst schreiben

Eine Fabel ist eine Geschichte, in der Tiere sprechen können und menschliche Eigenschaften besitzen. Die griechischen Dichter haben diese Art von Geschichten erfunden, um den Menschen auf spielerische Weise einen Spiegel ihres eigenen Verhaltens vorzuhalten und gleichzeitig eine Moral (allgemeine Lehre) zu vermitteln.

Die Tiere in der Fabel:

Jedes Tier in der Fabel steht für bestimmte Verhaltensweisen. So kennt man beispielsweise den sturen Esel, den schlauen Fuchs oder den mutigen Löwen. Tiere besitzen in Fabeln aber oft auch noch besondere Namen, die man sich merken sollte. Hier einige Beispiele für Tiernamen und ihre Eigenschaften in Fabeln:

 

Dachs: Meister Grimbart

klug, nachdenklich

Hahn: Henning

stolz, arrogant

Hase: Meister Lampe

ängstlich, vorsichtig

Storch: Adebar

klug und hochmütig

Wolf: Isegrim

lügt, gierig, böse

Ziege: Metke

leichtgläubig, dumm

Die Grundeigenschaften dieser Tiere bleiben immer gleich, aber man kann sie zusätzlich mit passenden Eigenschaften ergänzen.

Der Aufbau einer Fabel und die Wahl der Tiere:

Eine Fabel dient dazu, eine Lehre zu vermitteln – dies geschieht dadurch, dass die Tiere einer Fabel durch ihre Eigenschaften in Konflikte (Probleme) geraten. Die Tiere mit den schlechten Eigenschaften erfahren oft ein schlechtes Ende, oder aber sie tricksen die Dummen aus und zeigen, dass man sich immer vor den Bösen in Acht nehmen sollte. Für eine gute Fabel ist es daher wichtig, Tiere zu wählen, die unterschiedliche und gegensätzliche Eigenschaften besitzen. Beispiele: Wolf und Ziege (gierig – dumm); Maus und Löwe (schwach – stark).
Der Aufbau einer Fabel sieht so aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgangssituation

Ein Rabe sitzt mit einem großen Stück Käse auf dem Ast.

Konflikt

Der Fuchs möchte den Käse bekommen, weiß aber, dass der Rabe niemals mit ihm teilen würde. Da der Fuchs nicht klettern kann, kann er dem Raben den Käse nicht wegnehmen. Der Rabe macht sich über den Fuchs lustig und verspottet diesen.

Lösung

Der schlaue Fuchs schmeichelt dem Raben, indem er ihm Komplimente macht. Er sagt ihm, dass er so eine schöne Stimme habe und dass er den Raben zu gern singen hören möchte. Der Rabe ist sehr eitel und lässt sich von den falschen Komplimenten blenden. Er krächzt mit seiner rauen Stimme (die überhaupt nicht schön ist) und lässt dabei den Käse fallen. Der listige Fuchs schnappt sich das Stück und rennt davon.

Moral

Hochmut kommt vor dem Fall! – oder: Eitelkeit wird bestraft.

 

Beispielaufgabe:

Überlege dir zu den folgenden Tieren passende Eigenschaften oder notiere die Eigenschaften, die du aus Fabeln bereits kennst:

Ameise – Hund – Grille – Fuchs – Esel – Igel

 

Lösung:  Ameise: fleißig, vorsorglich, arbeitet viel; Hund: treu, freundlich; Grille: steht für die Musik (Geige), lebensfroh, arbeitet nicht gerne, macht sich keine Sorgen um die Zukunft; Fuchs: schlau, listig; Esel: stur, faul; Igel: klug, ruhig

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Märchen schreiben – Wir machen euch fit für die nächsten Prüfungen. Behandelt werden Themen, die für jeden Schüler interessant sind. Schulische Erfolge erreichen.