Trümmerliteratur – online lernen

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Literaturgeschichte — Trümmerliteratur

Jede literarische Epoche war durch bestimmte Denkhaltungen und gesellschaftliche Ereignisse geprägt. Was zu dieser Zeit wichtig war, welche rhetorischen und stilistischen Mittel benutzt wurden, zeigen wir dir auf dieser Seite..

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Trümmerliteratur

Allgemeines:

Als Trümmerliteratur werden die ersten schriftstellerischen Arbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945) bezeichnet, die meist von ehemaligen Kriegsgefangenen und Heimkehrern verfasst wurden. Diese spezifisch deutsche Literaturepoche hat sich nicht aus vorausgehenden deutschen Literaturtraditionen wie etwa der nationalsozialistischen Literatur oder der Exil- und Immigrantenliteratur entwickelt, sondern suchte ihre Vorbilder in den amerikanischen Short Stories und dem französischen Existenzialismus. Die sogenannten Trümmerwerke wurden meist von schriftstellerisch unerfahrenen Autoren verfasst, die bis dahin nur wenig oder gar nicht veröffentlicht hatten. Die Trümmerliteratur kam ab ca. 1950 zu einem Ende, als Deutschland sich langsam von den Schrecken des Krieges erholte und es den Bürgern auch in finanzieller Sicht zunehmend besser ging. Ab dieser Zeit wurde die Nachkriegsliteratur vorwiegend durch Schriftsteller wie Günter Grass oder Arno Schmidt geprägt und löste die anfängliche Trümmerliteratur ab.

Themen und Motive der Trümmerliteratur – die Stunde null:

Die Nationalsozialisten haben die deutsche Sprache dazu benutzt, Propaganda und Volkshetze zu betreiben. Man spricht dabei von einer ideologischen Aufladung von Sprache, da bestimmte Wörter mit nationalsozialistischen Wertvorstellungen versehen wurden, die eine neutrale Deutung des Wortes nicht mehr zuließen. So wurden Wörter wie „Stolz“, „Volk“ oder „Reinheit“ derart für Propagandazwecke missbraucht, dass ein Gebrauch dieser Wörter nicht mehr ohne die Konnotation mit dem nationalsozialistischen Gedankengut möglich war. Des Weiteren verwendeten die Nazis Neologismen, um eigentlich unvorstellbar grausame Vorgehensweisen zu beschönigen und zu verschleiern. Ein Beispiel für eine euphemistische Wortschöpfung der Nationalsozialisten ist das Wort „Endlösung“. Das zunächst eher harmlos klingende Wort bezeichnet jedoch eine der schlimmsten Gräueltaten der Nazis, nämlich die Vernichtung des jüdischen Volkes in den Konzentrationslagern.
Aus diesem Sprachbewusstsein heraus wollten die Autoren der Trümmerwerke einen Schnitt mit dem bisherigen Umgang mit Sprache und Literatur machen. Durch den sogenannten Sprachreinigungsprozess sollte die Sprache von dieser Ideologie befreit werden. Sowohl auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene wollte man sich von den vorausgegangenen Traditionen abgrenzen und einen Neuanfang beginnen. Die Trümmerliteratur hatte vorwiegend die Lebensumstände von Menschen in Kriegsgefangenenlagern, Ruinenstädten und Besatzungszonen zum Thema. Heimatlosigkeit, das Herumirren in einer zerstörten Welt und der Zusammenbruch bisheriger Wertvorstellungen waren ebenfalls häufige Motive dieser Literaturepoche. Ein weiteres, zentrales Thema war die Frage nach der Kollektivschuld sowohl an dem Zweiten Weltkrieg als auch am Holocaust. Da viele Autoren selbst als Soldaten im Krieg unter dem Regime gekämpft hatten, war das Schreiben über die Schuldfrage auch gleichsam eine Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld.

Stil und Gattungen:

Es wurde alles verpönt und tabuisiert, was an den Nationalsozialismus erinnerte oder wessen sich die Nazis bedient hatten, um ihre Ideologie voranzutreiben. Hierzu zählten: germanische Heldensagen, Epen und Propagandaliteratur. Das Stilmittel, sich bei seinen Ausführungen auf die Antike zu beziehen, war ebenso wenig erwünscht wie das Pathos als Überzeugungsmittel der Rede in der griechischen Rhetorik. Die Literatur zeichnete sich vor allem durch Knappheit, Wiederholungen und einen schmucklosen Sprachstil aus. Das sogenannte Wahrheitspostulat forderte von der Trümmerliteratur, dass sie realistisch und wahrhaftig zu sein hatte. Die Werke hatten nicht den Anspruch, psychologisch zu sein, und verzichteten überwiegend auf eine Deutung oder Wertung des Geschehens. Eine beliebte Gattung dieser Literaturepoche war die Kurzgeschichte, da sie kennzeichnend für ein offenen Anfang und ein offenes Ende war und gut geeignet, episodenhafte und subjektive Einblicke in das Alltagsleben eines Menschen dieser Zeit zu bieten.

Autoren und Werke:

•        Wolfgang Borchert (1921–1947)

§  Nachts schlafen die Ratten doch, 1947

§  An diesem Dienstag, 1947

§  Das Brot, 1946

§  Die Küchenuhr, 1947

•        Paul Celan (1920–1970)

§  Der Sand aus den Urnen, 1948

•        Johannes R. Becher (1891–1958)

§  Die Asche brennt auf meiner Brust, 1948

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