Satzbau – online lernen

So klappt’s mit der guten Deutschnote: Egal, ob Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Grammatik, Textanalysen oder Gedichtinterpretationen – hier findest du ganz bestimmt die richtige Lernunterstützung!

Gedichte analysieren — Wortwahl, Satzbau, Bildlichkeit

Hier erfährst du, wie man Wortwahl, Satzbau und Bildlichkeit eines Textes herausarbeitet..

Wiki zum Thema Gedichte analysieren — Wortwahl, Satzbau, Bildlichkeit

Gedichte analysieren – Wortwahl

Gedichte bestehen oft aus wenigen Worten, daher ist hierbei besonders der Gebrauch der Sprache von Bedeutung, um alles Wesentliche zu berichten. Meistens sind Gedichte in Hochsprache verfasst, allerdings gibt es auch Gedichte, die in Umgangssprache verfasst sind oder Dialekte beinhalten, oder Gedichte, in denen Fachbegriffe vorkommen.

Bei der Analyse der Wortwahl eines Gedichts sollten folgende Fragen im Fließtext beantwortet werden:

1)      Ist das Gedicht in Umgangssprache verfasst, ist vulgärsprachliches Wortgut vorhanden?

2)      Enthält der Text auffällige Fremdwörter oder fachsprachliche Ausdrücke? Wenn ja: In welchem Ausmaß ist dies der Fall?

3)      Sind Dialekte vorhanden?

4)      Sind auffällig gehobene, schwülstige Ausdrücke vorhanden?

5)      Werden bestimmte Wortarten besonders häufig verwendet? Verwendet der Autor deutlich mehr Verben, Substantive oder Adjektive?

o   Verben: Sind vermehrt Verben im Aktiv oder Passivverwendet worden?

6)      Sind Wörter mit positiver oder negativer Wertungskomponente vorhanden? Wenn ja: Welche Wertungskomponente ist besonders stark ausgeprägt?

7)      Bedient sich der Autor vieler rhetorischer Mittel? Wenn ja: Welche werden verwendet (z. B. sprachliche Bilder, Metaphern, Vergleiche)?

8)      Werden vom Autor bestimmte Begriffe in auffälliger Weise umschriebenoder vermeidet er bestimmte Begriffe (Euphemismen = Wörter oder Formulierungen, die einen unangenehmen Sachverhalt oder unerwünschte Meinungen verhüllend oder verschleiernd darstellen und ihn beschönigen / Tabuisierungen)?

9)      Aus welcher Zeit stammen die verwendeten Wörter? Sind sie schon veraltet (Archaismus) oder neu gebildet (Neologismus)?

10)  Lassen sich bestimmte Wörter einem bestimmten Bereich zuordnen (z. B. Technik, Kunst, Sport)?

11)  Werden vermehrt Aussage- oder Fragesätze verwendet (Interpunktion betrachten)?

Wenn die verwendete Wortwahl eines Gedichts auch interpretiert werden soll, dann sollten zusätzlich zu den oben beantworteten Fragen auch jeweils folgende Fragen berücksichtigt werden:

1)      Welche Absicht verfolgt der Autor mit der Verwendung jener Wortwahl und welche Wirkung hat dies auf den Leser?

2)      Welchen Zweck erfüllen jene verwendeten Wörter?

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Gedichte analysieren – Satzbau

Der Satzbau eines Gedichts weicht in der Regel von dem dramatischer und epischer Texte ab.

Syntaktische (auf den Satzbau bezogene) Besonderheiten können folgende sein:

1)      Inversion: veränderte Wortfolge; das Satzglied, auf dem die Hauptbedeutung liegt (dessen Bedeutung also am höchsten ist), wird dem Versanfang bzw. Satzanfang vorangestellt

2)      Anakoluth: Satzbruch, veränderte Satzstruktur

3)      Ellipse: Auslassung von Wörtern oder Satzgliedern

4)      Parallelismus: gleiche Reihenfolge von Satzgliedern in aufeinanderfolgenden Versen bzw. Sätzen

5)      Chiasmus: dem Parallelismus gegenüberstehend; Überkreuzung der Satzglieder in aufeinanderfolgenden Versen bzw. Sätzen

Wenn der verwendete Satzbau eines Gedichts auch interpretiert werden soll, dann sollten zusätzlich zu den herausgearbeiteten syntaktischen Besonderheiten auch jeweils folgende Fragen berücksichtigt werden:

1)      Welche Absicht verfolgt der Autor mit der Verwendung jener syntaktischen Besonderheiten und welche Wirkung hat dies auf den Leser?

2)      Welchen Zweck erfüllen jene verwendeten Strukturen?

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Gedichte analysieren – Bildlichkeit

Sprachliche Bilder werden dazu genutzt, ein hohes Maß an Bildlichkeit und somit ein Höchstmaß an Bedeutungen in wenigen Zeilen eines Gedichts zu erreichen. Hierbei spricht man von „sprachlicher Verdichtung“.

Ein Wort besitzt nicht nur einen klar definierten begrifflichen Inhalt (das Denotat), sondern auch zusätzlich ein Wortfeld beziehungsweise eine Wortfamilie, die mit dem Wort in Verbindung gebracht wird (das Konnotat).

Darüber hinaus können in einem Gedicht viele Formulierungen auf zwei Ebenen verstanden werden: Hinter der wörtlichen Bedeutung(Bildebene, z. B. blühende Rose) ist meist noch eine weitere Aussage (Bedeutungsebene, z. B. die Jugend) erkennbar.

Welche Formen des sprachlichen Bildes gibt es?

1)      Allegorie

·         Eine Verkörperung beziehungsweise ein bildlicher Ausdruck, der einen Begriff sinnvoll veranschaulicht

·         Beispiele: das Leben dargestellt als Fluss; Gerechtigkeit verkörpert durch eine blinde Frau

2)      Chiffre

·         Worte oder Wortverbindungen, deren Inhalt beziehungsweise deren Bedeutung nicht selbstverständlich ist, sondern nur im Textzusammenhang zu verstehen ist und vorher entschlüsselt werden muss

·         Beispiel: „Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends …“

3)      Metapher

·         Bildlicher Ausdruck, bei dem das Wort nicht in seiner eigentlichen, sondern in übertragener Bedeutung verwendet wird; ein Vergleich ohne Vergleichswort (wie, als)

·         Beispiele: Sie hat ihm das Herz gebrochen; er konnte seinem Kollegen nicht das Wasser reichen

4)      Metonymie

·         Ein Begriff wird durch einen anderen ersetzt, der unmittelbar in Beziehung zu diesem steht

·         Beispiele: Er schoss das Leder ins Tor (Leder à Fußball); Napoleon musste vor Moskau umkehren (Napoleon à die Armee von Napoleon); das Stadion tobt (das Stadion à die Zuschauer im Stadion)

5)      Personifikation

·         Gegenstände oder Begriffe werden vermenschlicht bzw. verlebendigt

·         Beispiele: Die Sonne lacht; der Wind jaulte

6)      Symbol

·         Bildhaftes, ausdrucksstarkes Zeichen, das über sich selbst hinaus auf einen höheren, allgemeineren Bereich verweist

·         Beispiele: Herz als Symbol für die Liebe; Kreuz als Symbol für das Christentum; das Friedenszeichen als Symbol für den Frieden

7)      Synästhesie

·         Eine Sonderform der Metapher, bei der die Eigenschaften, die in einen anderen Bereich übertragen werden, der sinnlichen Wahrnehmung (hören, schmecken, riechen, fühlen …) zuzuordnen sind

·         Beispiel: Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit

8)      Synekdoche

·         Ein engerer Begriff wird an die Stelle eines weiteren gesetzt; möglich ist auch die Ersetzung eines Ganzen durch einen Teil vom Ganzen oder die Verwendung der Mehrzahl statt der Einzahl

·         Beispiel: Sie leben alle unter einem Dach (Dach als Teil des Ganzen, nämlich des Hauses)

9)      Vergleich

·         Verknüpfung zweier Wirklichkeitsbereiche durch die Vergleichswörter „wie“ (Gemeinsamkeit wird hervorgehoben) und „als“

·         Beispiele: stark wie ein Löwe; größer als ein Elefant

Wenn die dargestellte Bildlichkeit eines Gedichts auch interpretiert werden soll, dann sollten zusätzlich zu den herausgearbeiteten Stilmitteln auch jeweils noch folgende Fragen berücksichtigt werden:

1)      Welche Absicht verfolgt der Autor mit der Verwendung jener Stilmittel und welche Wirkung hat dies auf den Leser?

2)      Welchen Zweck erfüllen jene verwendeten Stilmittel?

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Gedichte: Bilder, Vergleiche, Metaphern

Gedichte sind poetische und oft bildhafte Texte. Diese Bildhaftigkeit wird von Stilmitteln erzeugt, nämlich von Bildern, Vergleichen und Metaphern.

Bilder

Gedichte erzeugen oft Bilder im Kopf des Lesers. Das schaffen sie, indem sie Landschaften, Gegenstände und Personen genau beschreiben und viele Adjektive oder Wörter aus denselben Wortgruppen verwenden. Bilder sind, anders als Vergleiche und Metaphern, aber keine richtigen Stilmittel.

Beispiel:  Vor mir sah ich weite Ferne,

  grüne Wälder, hohe Berge.

  Ein Vogel wäre ich jetzt gerne,

  säh' die Berge dann wie Zwerge.

 

Vergleiche

Vergleiche vergleichen zwei Gegenstände oder Personen miteinander. In Gedichten werden oft auch Dinge oder Personen verglichen, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. Vergleiche werden immer mit einem „wie“ oder „als“ eingeleitet.

Beispiel:  Er war rot wie eine Tomate.

  Sie konnte singen wie Britney Spears.

  Er war noch schneller als ein Jaguar.

Metaphern

Metaphern sind noch abstrakter als Vergleiche. Sie drücken mithilfe von Bildern etwas aus, indem sie Wörter in andere Zusammenhänge stellen und somit eine neue Bedeutung erschaffen. Viele Sprichwörter oder Redewendungen enthalten Metaphern. Wenn man genau über die Bedeutung der einzelnen Worte nachdenkt, stellt man fest, dass sie innerhalb der Metapher etwas anderes bedeuten.

Beispiel:  Er ist der Kopf des Unternehmens. (Ein Chef hat nicht nur einen   Kopf, sondern auch einen Körper.)

  Sie hat ihm das Herz gebrochen. (Ein Herz kann nicht wirklich   „brechen“.)

  Hausaufgaben sind doch Schnee von gestern. (Hausaufgaben liegen   aber nicht im Winter nach einem Schneefall auf dem Boden.)

Beispielaufgabe:

Beispiel 1)  Wodurch wird die Bedeutung in den folgenden Sätzen erzeugt?

  1.) Da kannst du doch gleich die Nadel im Heuhaufen suchen!

  2.) Der sternenklare Nachthimmel erstreckte sich weit über das goldene      Kornfeld.

  3.) Du benimmst dich heute wirklich wie ein Affe!

  4.) Nina ist verliebt, sie sieht alles durch die rosarote Brille.

Lösung:  1.) Metaphern, 2.) Bild, 3.) Vergleich, 4.) Metapher

 


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